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16. APRIL 2022 – Karsamstag

16.04.2022 | Tageskommentar

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Lisette Oropesa. Bitte untenstehenden Link anklicken

WIEN/ STAATSOPER: LISETTE OROPESA  MACHT AUF DIE HEUTIGE „LUCIA DI LAMMERMOOR“ AUFMERKSAM

Today we OPEN!
Lucia di Lammermoor at the @wienerstaatsoper at 19:00 and I’m excited! I haven’t performed the role in four years so I really cannot wait to step back into the madness!! See you then, my friends!

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Die Vorstellung ist gut verkauft, heute 8 h standen noch etwa 100 Karten zur Disposition

Wiener Staatsoper: TRISTAN UND ISOLDE – und die Auswirkungen auf uns.

Gestern kratzten wir an der wir an der 20 000er-Quote – und erstmals habe ich gehofft, dass diese Quote nicht erreicht wird. Es hätte sich nämlich ein neues Fenster aufgemacht, das rein optisch die normal erreichte Tagesquote (deutlich unter 10 000) etwas ärmlich erscheinen lässt. Außerdem bedeutet 20 ooo eine Neuberechnung der Serverkosten.

Wir blieben knapp darunter – also ist nichts passiert und wir freuen uns trotzdem!

Die „Tristan-Premiere“ mit dem direktoralen Eingriff in die Applausordnung der Generalprobe hat das Interesse anschwellen lassen und viele Leser waren auf einen handfesten Skandal vorbereitet und offenbar auch neugierig. Nun, einen Skandal brachte Calixto Bieito nicht zustande – er ist auch schon „in die Jahre gekommen“. Kenner der Karriere des Katalanen reihen den Wiener Tristan in den harmloseren Bereich ein, die großen Aufreger brauchte der Regisseur zu Beginn seiner Laufbahn. Nun lässt er es gemütlicher angehen.

Außerdem ist die große Emotion auch aus dem Opernpublikum geschwunden. Heute geht es nur um Positionsbestimmungen innerhalb des Publikums: Wer ist aufgeschlossen und moderner als der Sitznachbar, wer bloß gestrig! Wirklich vehement werden die Standpunkte auch nicht mehr verteidigt – ein einstmals bekannter Protestierer wir Michael Tanzler ist erstens auch bereits etwas angejahrt und zweitens mangels Mitstreiter auf verlorenem Posten. Drittens ist ihm Richard Wagner kein vordringliches Anliegen. Die Opernfreunde insgesamt  sind harmlos geworden, sogar noch harmloser ist der einstige Regie-Berserker Bieito. Das sind keine guten Aussichten, auch nicht für die Quote an der Kassa! Auch die Intendanten werden erkennen, dass man mit Bieito niemand mehr schrecken kann.

Wir haben mittlerweile vier Premieren-Rezensionen anzubieten – alle vier sind fair, sachlich und ohne Untergriffe.

WIEN / Staatsoper: Premiere der Bieito-Inszenierung von TRISTAN UND ISOLDE – 14. April 2022 (Manfred A. Schmid)

Es gehört zur Strategie des Regietheaters, dem Publikum Gewohntes und Erwartetes vorzuenthalten und es mit Unvorhergesehenem zu überraschen. Eine interessante und durchaus legitime Herangehensweise, kann sie doch neue Perspektiven eröffnen und festgefahrene Konventionen aufbrechen. In dieser Hinsicht hat sich der spanische Regisseur, der an der Staatsoper die Carmen in eine trostlose, brutal entzauberte Gegenwart versetzt hat, wiederum Einiges einfallen lassen. Leider aber fehlt seiner Inszenierung die überzeugende Zielsetzung und das Fundament einer stringenten Deutung. Da ist einfach zu viel Willkür im Spiel…

…Der Schlussbeifall ist herzlich, fällt aber angesichts einer Premiere nicht besonders lang aus. Die Buhrufe für das leading team rund um Calixto BIeito, die es vereinzelt schon nach dem 1. und 2. Aufzug gibt, sind nicht so stark wie erwartet. Die Macht von Wagners Musik ist stärker als die Regie.

Zum Premierenbericht von Dr. Manfred A. Schmid

WIEN/ Staatsoper: TRISTAN UND ISOLDE am 14.4.2022. Premiere (Thomas Prochazka /www.dermerker.com

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Verschaukelt? Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Diese Produktion heischte bereits im Vorfeld Aufmerksamkeit. Der Abend selbst offenbart ein szenisches Mißgeschick erster Güte. Doch auch in puncto Gesang steht es nicht zum besten.

Calixto Bieito siedelt das, was ihm zur Musik von Tristan und Isolde einfiel, in unserer Zeit an. Die Schauplätze sind aufgehoben, anstelle mittelalterlicher Kleidung feiern Duffle Coat, Trenchcoat und Gummistiefel (Achtung: Britische Inseln!) eine Renaissance (Kostüme: Ingo Krügler). Von einem Schiff auf dem Weg nach Cornwall wird ebenso nur gesungen wie vom Liebestrank. Dafür gibt es Wasser auf der Bühne (verantwortlich: Rebecca Ringst, Licht: Michael Bauer), darin Andreas Schager als Tristan bis zu seinem Auftritt liegen muß. Und König Marke führt im zweiten Aufzug zwei Mädchen an der Hand — die gemeinsamen Kinder mit Isolde. Selbstverständlich stürzt sich Tristan auch nicht in Melots Schwert, sondern bringt sich die tödlichen Wunden mit jenem Messer bei, mit dem Brangäne zuvor Fische ausnahm…

Zum Premierenberichtvon Thomas Prochazka
http://dermerker.com/index.cfm?objectid=819ECCAE-A183-508A-95744ECB22D3B646

Tristan und Isolde: Premiere am 14.4.2022 „Für die Fische“. (Mag. Dominik Troger/ www.operinwien.at

– Die Wiener Staatsoper hat jetzt also einen neuen „Tristan“. Wieder einmal. Wasser, Schaukeln, Blut und Aggressionen. Dieser szenischen Depression hatte die musikalische Seite zu wenig entgegenzusetzen: ein mäßiger Premierenabend.

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Iain Paterson (Kurwenal), Martina Serafin (Isolde). Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Es gab einige leere Plätze, was nicht zwingend bedeutet, dass die Karten nicht verkauft worden wären: Das Wetter war an diesem Gründonnerstag eigentlich zu schön für einen „Bieto-Tristan“ und COVID ist auch noch nicht vorbei. Aber keine Sorge, für die Folgevorstellungen sind noch reichlich Karten verfügbar.

http://www.operinwien.at/werkverz/wagner/atristan13.htm

Und die allererst Kritik vom Dr. Klaus Billand steht natürlich auch online

WIEN/Staatsoper: TRISTAN UND ISOLDE – Premiere am 14. April 2022

Lautstarke und chaotische Unmöglichkeit einer Liebe…

…Was im 3. Aufzug etwa 20-30 nackte jungen Leute à la Martin Kusej im Bühnenhintergrund sollen, die bei einem Gang in den Vordergrund mit Liebesannäherungen für gleichgeschlechtliche und diverse Paare für Tages-Aktualität sorgen, während Tristan in seinem Fischblut vor sich hindämmert, verschließt sich dem Normalbesucher ganz sicher. Sie kommen wenigstens nicht vor den Vorhang…

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Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Zum Premierenbericht von Dr. Klaus Billand

Pressespiegel „Tristan und Isolde“: Keine „Ausreißerkritik“, die Meinungen gehen nicht wei auseinander

Neuer „Tristan“
Was darf man beim heiligen Wagner?
https://orf.at/stories/3260024/

Wien/ Staatsoper
Tristan und Isolde“: Von der unüberwindbaren Kraft der Distanz
Calixto Bieitos „Tristan“ in der Wiener Staatsoper birgt gute Regieansätze, das Orchester überzeugt beeindruckend.
WienerZeitung.at

„Tristan und Isolde“: Szenisch ödes Stückwerk, musikalisch Licht und Schatten
Richard Wagners Werk in einer Neuproduktion von Regisseur Calixto Bieito an der Wiener Staatsoper.
Kurier.at

Wagners dunkles Panoptikum
Der Wundertenor Andreas Schager brilliert an der Wiener Staatsoper als Tristan mit einer schonungslos realistischen Studie zur Psychopathologie des Liebeslebens.
SueddeutscheZeitung

„Tristan und Isolde“ an der Staatsoper: Liebe trifft Tod
Heftige Buhs und Euphorie für Calixto Bieitos intensive Inszenierung der Wagner-Oper, die von Andreas Schager, Martina Serafin und dem Orchester getragen und bereichert wird
DerStandard.at

Tristan und Isolde ohne Liebestrank im seichten Wasser
Jubel für Philippe Jordan und das Orchester, wütende Buhs für Calixto Bieito, dessen Regie sich in dunkler Metaphorik verliert. Andreas Schager verausgabt sich zu früh, Martina Serafin fehlt es an Poesie: eine durchwachsene Premiere.
DiePresse.com

Thomas Prochazka schickt folgende Information: Eben entnehme ich dem Radioprogramm Ö1, daß im heutigen Opernabend um 19:30 Uhr anstelle der von der Wiener Staatsoper angekündigten Ausstrahlung der Première vom Gründonnerstag die Vorstellung vom 17. Dezember 1967 gesendet werden wird. Die Besetzung: Birgit Nilsson (Isolde), Jess Thomas (Tristan), Martti Talvela (König Marke), Ruth Hesse (Brangäne), Otto Wiener (Kurwenal), Reid Bunger (Melot), Peter Klein (Ein Hirt), Harald Pröglhöf (Ein Steuermann), Anton Dermota (Ein junger Seemann); Chor und Orchester der Wiener Staatsoper; Dirigent: Karl Böhm.

Weiß wer Bescheid, warum dieser Rückgriff in die Nostalgie erfolgt?

Sopranistin Netrebko: Auftritt in Monaco – in einer Produktion des Theaters Erfurt

Erfurt/Monte Carlo (dpa) – Die russische Sopranistin Anna Netrebko, die wegen ihrer zögerlichen Haltung zum Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine in der Kritik stand, wird mit dem Ensemble des Theaters Erfurt in Monaco auftreten. Darüber informierte die Opéra Monte Carlo auf ihrer Internetseite. Es geht dabei um die Titelrolle in der Oper „Manon Lescaut“ von Giacomo Puccini – eine Koproduktion mit dem Theater Erfurt

Monte Carlo
„Überglücklich“: Netrebko tritt bereits kommende Woche wieder in Europa auf
Die Starsopranistin beendet ihre mehrwöchige Pause nach Kritik an ihrer Position zu Putin mit „Manon Lescaut“ in Monte Carlo.
Kurier.at

Anna Netrebko kehrt früher auf Bühne zurück
Am 22. April springt sie in Monte Carlo in „Manon Lescaut“ ein.
WienerZeitung.at

Mailand
Don Giovanni hält den Mailändern an der Scala einen Zerrspiegel vor
In einer höchst originellen und somit ungewöhnlichen Inszenierung aus dem Jahr 2011 (Regie: Robert Carsen) hält Don Giovanni mit hintergründiger Ironie dem eleganten Mailänder Publikum an der Scala gewissermaßen den (Zerr-)Spiegel vor: Das beeindruckende Bühnenbild (Bühne: Michael Levine) besteht abwechslungsweise aus einem den gesamten Bühnenrahmen ausfüllenden Spiegel, in dem sich der prachtvolle Zuschauerraum der Scala spiegelt – und Kulissen, auf denen eben dieser Zuschauerraum abgebildet ist, einmal in unendlicher, perspektivischer Wiederholung.
Von Dr. Charles E. Ritterband
Klassik-begeistert.de

Amsterdam
Barrie Koskys „Tosca“: Für jeden abgeschnittenen Finger eine Fermate

Puccinis „Tosca“ als Quälodram de luxe
Malin Byström, Gevork Hakobyan. Foto: Marco Borggreve

In Barrie Koskys Amsterdamer „Tosca“ spritzt das Blut, aber die Emotionen bleiben aus. Zu klinisch nimmt Dirigent Viotti die Klänge auseinander. Am Ende sitzt der Zuschauer ungerührt vor Lachs-Sashimi und grobem Menschengemetzel.
DieWelt.de

Sex and Crime – Barrie Kosky inszeniert in Amsterdam „Tosca“ (Podcast)
Deutschlandfunk.de

Innsbruck: „MATTHÄUS-PASSION“ – 14.4.2022 – Ergreifendes vom Leiden und Sterben Christi

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Philippe Herreweghe © Victor Malyshev

Es gibt Musikfreunde, die hunderte Kilometer reisen, um eine Bach-Passion mit Philippe Herreweghe und dessen Chor und Orchester desCollegium Vocale Gent“ zu hören. Wer am 15.4. nach Innsbruck zum „Osterfestival Tirol“ der Galerie St. Barbara (Hall) gefahren ist, um Johann Sebastian Bachs „Matthäus-Passion“ (Leipzig 1727) mitzuerleben, wird ob der hohen Qualität der Vorstellung und der packenden Emotionalität des Musikerlebnisses diese Reise nie bereuen. Es sei vorausgeschickt, dass Herreweghe und sein „Collegium Vocale Gent“ mit der „Matthäus-Passion“ derzeit auf Mitteleuropa-Tournee sind und Innsbruck die insgesamt zehnte (nach Wien vor einer Woche auf österreichischem Boden die zweite) Station war. Trotzdem hatte man nie das Gefühl, dass hier ein Programm routiniert abgespult wird. Freilich war – wie Herreweghe dem Publikum im Congress Innsbruck erläuternd offenbarte – eine gewisse Spannung seitens der Musiker*innen auch dem Umstand geschuldet, dass wegen der Coronapandemie Personal ausgefallen war, was nur durch „Tricks bei der Instrumentierung“ (Herreweghe) und rasche Nachnominierungen kompensiert werden konnte. Wie auch immer, abgesehen davon, dass eine Flötistin zur Verstärkung des zweiten Orchesters ihre Positionen wechseln musste, war davon nichts zu bemerken, denn sowohl Chor als auch Orchester sind durchwegs mit Spitzenleuten und großartigen Individualist*innen besetzt, die aber mit Herreweghe als kompakte, eingespielte Gemeinschaft auftreten…

Zum Berichtvon Thomas Nußbaumer

Wien/ Kammerspiele der Josefstadt
Klamauk: Ein Shakespeare voller Narren
Die Kammerspiele zeigen „Was ihr wollt“ als Schwulen-Klamauk. Aber lachen kann man.
WienerZeitung.at

WIEN / Leopold Museum: ALFRED KUBIN
Bekenntnisse einer gequälten Seele
Vom 16.April 2022 bis zum 24. Juli 2022

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Angst als künstlerisches Kapital

„Nehmen Sie mir meine Angst nicht“, sagte Alfred Kubin noch kurz vor seinem Tod, „sie ist mein einziges Kapital“. Diese Angst nährte sein gesamtes künstlerisches Schaffen, durch welches das Leopold Museum nun einen mit 162 Werken aus seiner Hand ausführlichen, thematisch gegliederten Horror-Spaziergang bietet. „Bekenntnisse einer gequälten Seele“ hat Leopold-Direktor Hans-Peter Wipplinger die von ihn kuratierte Ausstellung genannt. Wovor der Mensch sich nur fürchten konnte, Kubin hat es gestaltet. Natürlich waren auch Seuchen und Krieg sein Thema – das macht seine Apokalypsen in vielen Aspekten auch doppelt aktuell.

Zum Ausstellungsberichtvon Renate Wagner

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Deutschland: Die Ampelkoalition streitet wegen der Militärhilfe für die Ukraine: Nach dem Debakel mit der Impfpflicht ist das deutsche Regierungsbündnis schon wieder gespalten. Politiker von FDP und Grünen sind für die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine, doch die SPD bremst. Der Grünen-Politiker Anton Hofreiter äusserte unterdessen scharfe Kritik an Bundeskanzler Olaf Scholz. Dieser will Kiew nun mit einer hohen Summe unterstützen. Zum Bericht
In Indien gewinnt Russland den Informationskrieg: Während sich im Westen der Eindruck verfestigt, dass die Ukraine den Informationskrieg gewinnt, zeigt ein Blick nach Indien ein anderes Bild. Auf den dortigen Online-Plattformen wird Putin oft als starker Mann gezeichnet, der dem imperialistischen Westen endlich die Grenzen aufzeigt. Russlands Investitionen der Vergangenheit zahlen sich dort nun aus.
Zum Bericht
Der ukrainische Oligarch Dmitro Firtasch navigiert aus dem Wiener Exil sein Firmenimperium durch den Krieg: In seinem Heimatland gilt er als «Russlandfreund». Nun versucht Dmitro Firtasch, der mit dem Handel von Gas aus Zentralasien reich geworden ist, den Export von Gütern nach Europa neu zu organisieren.
Zum Bericht
Schanghaier fürchten Quarantänezentren mehr als das Virus: Seit über zwei Wochen befinden sich die meisten der über 25 Millionen Bewohner Schanghais im strikten Lockdown, viele sind in ihrer Lebensmittelversorgung von staatlichen Lieferungen abhängig. Chinas wohlhabendste und internationalste Metropole ist zur Geisterstadt geworden. Über die neue Ausnahmesituation berichten drei Bewohner.
Zum Bericht

NZZ-Zitat Ende

Bis zuletzt hielt Steinmeier an Putin fest
Als Außenminister setzte Frank-Walter Steinemier die Russlandpolitik von Gerhard Schröder fort. Er warb für „Annäherung durch Verflechtung“ und eine „Modernisierungspartnerschaft“ mit Putin. Die Warnungen aus seinem eignen Haus schlug er in den Wind.
FrankfurterAllgemeine

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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