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15. SEPTEMBER 2018

15.09.2018 | Tageskommentar

Erstmals überträgt der ORF (ORF III) am Sonntag eine Premiere aus der Volksoper. Manfred A. Schmid berichtet über die Generalprobe. Ich weiß. über Generalproben soll man nicht berichten, vor allem nicht über Gesangsleistungen. Aber die Inszenierung ändert sich wohl nicht bis Sonntag und über die Sänger verliert unsere Rezensent kein böses Wort : Die Welt, in die Emmerich Kalmáns berühmteste Operette bei ihrer Uraufführung im November 1915 in Wien hineinplatzte, hatte wenig zu tun mit der heilen Welt, wie sie in den einschlägigen Werken der leichten Muse üblicherweise dargestellt worden ist. Der Erste Weltkrieg war damals schon über ein Jahr im Gange, ein Ende in weiter Sicht, und das Elend eines harten Kriegswinters rückte immer näher an die Donaumetropole heran. Doch davon war damals im Werk und in seiner Umsetzung auf der Bühne des Johann-Strauß-Theaters in Wien kaum etwas zu spüren. Allerdings auch nicht in der Produktion, wie sie – in der Regie und szenischen Neuinszenierung von Robert Herzl – noch bis Ende der vergangenen Saison in der Volksoper zu sehen und zu hören war. Das unter der Fuchtel seiner gestrengen Mutter stehende Fürstensöhnchen Edwin wurde da auf Geheiß des Vaters weiterhin kurzerhand zum Militär einberufen, um ihn so vor einer großen Dummheit – Verehelichung mit einer nicht standesgemäßen Varietékünstlerin – zu schützen. Indem man ihn einfach vorübergehend aus dem Verkehr zieht? Hallo! Weltkrieg? Geht´s noch? – Nie davon gehört!

Mit der Neuinszenierung von Peter Lund, der das Werk für die Volksoper eigens bearbeitet hat, wird mit diesem Versäumnis radikal Schluss gemacht. Zu Beginn steht der Ausbruch des Weltenbrandes unmittelbar bevor und wird dann, als es so weit ist, auch per Zeitungsschlagzeile entsprechend angekündigt. Er kann also nicht mehr so einfach aus dem Bewusstsein ausgeblendet werden…

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Die Wiener Volksoper feiert ihr 120-jähriges Jubiläum und ORF III feiert mit! Erstmals überträgt ORF III aus dem Haus an der Währinger Straße und zeigt Emmerich Kálmáns „Csárdásfürstin“ live-zeitversetzt am morgigen Sonntag um 20.15 Uhr.. Peter Lund, bekannt durch seinen preisgekrönten und ebenfalls an der Wiener Volksoper aufgeführten „Axel an der Himmelstür“, inszeniert den Operettenklassiker. Am Dirigentenpult steht Alfred Eschwé.

Zur Einstimmung auf die Übertragung gibt Operettenexperte Christoph Wagner-Trenkwitz um 20.00 Uhr eine Werkeinführung, bittet interessante Gesprächspartner zum Interview und gewährt einen unterhaltsamen Blick hinter die Kulissen der Volksoper.

Peter Lund: „Man muss doch nur die Stücke ernst nehmen“
Peter Lund inszeniert an der Volksoper Kálmáns „Csárdásfürstin“ und an der Grazer Oper Flotows „Martha“. Vor den gefürchteten Genres Operette und Spieloper hat er ebenso wenig Scheu wie vor Publikum aller Altersklassen.
Die Presse

Wiener Staatsoper: DER FREISCHÜTZ. Bericht von der Derniere online!

Nach der am Premièren-Abend lautstark geäußerten Ablehnung der Produktion nimmt die Staatsoper in der neuen Saison einen zweiten Anlauf. Eine andere Besetzung soll den Nachweis erbringen, daß das Publikum der ersten Nacht irrte.
(Es irrte nicht.)

Zum Bericht von Thomas Prochazka

LINZER LANDESTHEATER: HEUTE „TRISTAN UND ISOLDE“

 

Gezeigt wird die legendäre Heiner Müller-Inszenierung aus Bayreuth.

Wiener Staatsballett: HEUTE Giselle an der Wiener Staatsoper

Mit Jorma Elos Ein Sommernachtstraum am 12. September 2018 in der Volksoper Wien startete das Wiener Staatsballett in die neue Saison 2018/2019, bevor mit Giselle am Samstag, 15. September 2018 die erste Vorstellung in der Wiener Staatsoper auf dem Programm steht.

Olga Smirnova und Semyon Chudin. Copyright: Ashley Taylor/ Wiener Staatsballett

Sieben alternierende Besetzungen gestalten die insgesamt neun Vorstellungen bis 20. Oktober 2018. Zu erleben sind nicht nur Publikumslieblinge des Wiener Staatsballetts, sondern an zwei Abenden auch internationale Ballettstars: Kimin Kim vom Ballett des Mariinski-Theaters sowie Olga Smirnova und Semyon Chudin vom Bolschoi Ballett.

Salzburg/ Osterfestspiele

 

Ich kann  mir nicht vorstellen, dass sich die Verantwortlichen in Salzburg nichts dabei gedacht haben, als sie Nikolaus Bachler zum „Oster-Intendanten“ nominiert haben. Entweder wollen sie Thielemann und seine Dresdner vertreiben – oder Thielemann will vielleicht gar nicht mehr so wirklich.

Aber noch ist nichts entschieden. Ein etwaiger Stolperstein könnte im vorletzten Satz der offiziellen Aussendung versteckt sein: Die Gesellschaftervertreter der Osterfestspiele Salzburg GmbH sind in Kontakt mit dem Künstlerischen Leiter Christian Thielemann. Angeblich – und von seiner Warte aus durchaus verständlich – soll der Künstlerische Leiter der Osterfestspiele, Christian Thielemann, Nikolaus Bachler nicht als seinen Wunschkandidaten für die Ruzicka-Nachfolge sehen. Als möglicherKompromisskandidat ist daher Dominique Meyer, der 2020 aus der Wiener Staatsoper ausscheidet, noch lange nicht aus dem Rennen!

Über mehrere Ecken gedacht könnte es sogar darauf hinauslaufen, einen mächtigen Wirbel zu provozieren – und die Sommerfestspiele treten anschließend „der Not gehorchend“ als großer Retter auf und „übernehmen“ die Osterfestspiele. Die Osterfestspiele gelten als elitärstes Festival der Welt mit hohen Eintrittspreisen von rund 500 Euro pro Karte – und eher konservativem Programm (Deutschlandfunk).

Kritische Stimmen, beispielsweise vom Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle, der seit 2013 künstlerischer Leiter der Osterfestspiele in Salzburg ist, erklärt sich der Kritiker Jörn Florian Fuchs so:  „Meine Prognose ist einfach, Herr Thielemann kann sich von Salzburg verabschieden.“ Er erwarte, dass Bachler den Dirigenten Petrenko nach Salzburg holen wolle. „Das war ein Tandem, das wirklich große Sternstunden geboten hat und sehr erfolgreich ist.“ Er erwarte 2021 eine Rochade, bei der Petrenko mit den Berliner Philharmonikern nach Salzburg gehe und Thielemann mit der Dresdner Staatskapelle nach Baden-Baden wechsele.

Osterfestspiele Salzburg Nikolaus Bachler soll 2020 neuer Intendant werden
DeutschlandfunkKultur

Im Wegekeln bewies Salzburg immer schon große Klasse, den perfekt zu Salzburg passenden Alexander Pereira, der auch Cecilia Bartoli für die Pfingstfestspiele eingebracht hat, hat man zugunsten von Mittelmaß vertrieben!

Purcells „König Arthur“ in Basel Sachsen gegen Briten mit neuem Ausgang
In grauer Vorzeit auf einer „Britannien“ genannten Insel rüsten Briten und Sachsen zur vermeintlich letzten Schlacht. Purcells und Drydens 1691 in London uraufgeführte Semi-Oper „König Arthur“ vereint Schauspiel, Gesang, Musik und Tanz. Am Theater Basel gab es sie nun in moderner Version.
DeutschlandfunkKultur

HEUTE: Konzert für ein friedliches Miteinander . hr2-kultur überträgt live aus Leipzig

 

hr2-kultur ändert am 15. September kurzfristig sein Programm und überträgt ab 20.05 Uhr ein Konzert für ein friedliches Miteinander live aus dem Gewandhaus Leipzig – es spielen das Gewandhausorchester Leipzig und die Sächsische Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Herbert Blomstedt.

Wer kann schon gegen ein „friedliches Miteinander“ sein? Niemand! Das Konzert ist ein netter Versuch. Wir werden wohl nie erfahren, wie viele der Asylwerber bzw. Zuwanderer sich für das Konzert interessiert haben. Wie viele der Rechts-Demonstranten werden heute wohl zuschauen und sich läutern lassen? Also fühlt sich in der Praxis  nur jene Gruppe angesprochen, die auch ohne ein „Sonderkonzert“ friedenswillig und friedensbereit ist!

HEUTE: „Kerzenlicht-Konzert“

 

Filme der Woche

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Kompetenz ist etwas Schönes. Sich in seinem Metier so souverän auszukennen, dass man damit „spielen“ kann. So, wie Joachim A. Lang bei Brecht und seiner Zeit zuhause ist. Als Filmemacher hat er bislang „nur“ (immerhin) den „George“-Film gedreht, wo Götz seinen Vater Heinrich George spielte und tief in das damallige Milieu eingetaucht wurde. Ähnliches ist nun mit Bert Brecht gelungen. Wobei es die beste Idee Langs war, nicht die „Dreigroschenoper“ an sich zu verfilmen – denn so gut, wie allgemein getan wird, ist das Werk nicht. Die besten Nummern „herauszupicken“ und dramaturgisch in eine Rahmenhandlung einzusetzen – das ist die Genieidee von „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“.

1928 hatten Brecht und Weill unter größten Schwierigkeiten die „Dreigroschenoper“ herausgebracht, die dann ein Riesenerfolg wurde. Die Geschichte des Gangster-Königs Macheath, genannt Mackie Messer („Und der Haifisch, der hat Zähne“), und des Bettlerkönigs Peachum ist Kapitalismus-Parodie und –Kritik zugleich, vom damaligen Publikum mit Begeisterung, ganz ohne Selbstreflexion, aufgenommen. Wenig später kam es zur Verfilmung, die mit ungeheuren Turbulenzen und Streitigkeiten Hand in Hand ging, wollten die Produzenten doch einen reinen Unterhaltungsfilm machen, Brecht / Weill hingegen von ihrer politischen Aussage nicht weichen…

EU-Parlamentarier kennt neues Urheberrecht nicht
Das EU-Parlament hat am Mittwoch zwei richtungsweisende Entscheidungen getroffen. Die erste und aufsehenerregendere war die zur Eröffnung eines Rechtstaatsverfahrens gegen Ungarn. In der zweiten Abstimmung wurde ein neues Urheberrechtsgesetz beschlossen, das unter anderem sogenannte Upload-Filter beinhaltet. Eine der treibenden Kräfte für dieses neue Gesetz war CDU-Politiker Axel Voss. Wie sich nun zeigt, weiß er allerdings selbst nicht so recht, was da in Brüssel genau beschlossen wurde.
https://www.krone.at/1771051

Peinlich: Vater des neuen EU-Urheberrechts kennt eigenes Gesetz nicht
Experten und sonstige Kenner des Internets haben schon lange die Vermutung, dass die meisten EU-Parlamentarier nicht die geringste Ahnung haben, worüber sie in Bezug auf digitale Themen sprechen und vor allem worüber sie diese Woche abgestimmt haben. Der „beste“ Beweis: Der für das neue Urheberrecht hauptverantwortliche Politiker weiß selbst nicht, was in „seinem“ Gesetz steht.
http://winfuture.de/news,105052.html

Jetzt gehe ich davon aus, dass jeder Nationalstaat in selbstloser Weise seine besten Politiker zur Europäischen Union ensendet. Die Mär von der „Flaschenentsorgung“ kann ich wirklich nicht glauben! Deshalb glaube ich auch nicht, dass der Herr Voss nicht weiß, was in seinem eigenen Entwurf steht. Vielleicht hat er seinen Abstimmungserfolg zu sehr gefeiert (wäre doch menschlich) und den Inhalt bloß vergessen!

Es leben unsere Politiker!

Einen schönen Samstag wünscht

A.C.

 

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