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15. NOVEMBER 2021 – Montag

15.11.2021 | Tageskommentar

Ist es bald wieder so weit? Sind die Ausgangsbeschränkungen für Geimpfte der Weisheit letzer Schluss?

Ausgangsbeschränkung für alle?
Weitere CoV-Maßnahmen „auf dem Tisch“
Mit einem seit Mitternacht in Kraft befindlichen Lockdown für Ungeimpfte reagiert die Regierung auf die sich zuletzt wieder dramatisch zugespitzte Coronavirus-Lage – weitere Schritte könnten in wenigen Tagen folgen. Laut Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) liegt ein entsprechendes Maßnahmenpaket bereits auf dem Tisch. Im Raum stehe auch eine für alle und damit auch Geimpfte geltende nächtliche Ausgangsbeschränkung, wie Mückstein in der ZIB2 bestätigte.
http://orf.at/stories/3236530/

Was unser Interessensgebiet betrifft, könnten wir dann die Berichterstattung einstellen bzw. dorthin verlagern, wo wir ohnedies in zunehmendem Maß tätig waren – in das Ausland.

Noch ist es nicht soweit, am Mittwoch sollen neue Maßnahmen bekanntgegeben werden. Wenn aber jetzt wieder ein Lockdown für die gesamte Bevölkerung angeordnet würde, hätte ich nicht das geringste Verständnis für die Abhaltung des Opernballs im Februar, wo jene tanzen und Hof halten, die derzeit unseren Aktionsradius einschränken.  !

Für die nicht vollsubventionierten Theater wäre ein Lockdown ein schwerer Schlag, der sich zu einem Kahlschlag ausweiten könnte. Ist der vielleicht sogar beabsichtigt?  Den Bundestheatern geht es nicht an die Existenz, schwer geschäftsschädigend wäre es allemal!

Für den Fall, dass Geimpfte „mit einem blauen Auge davonkommen“ und denen „nur“ ein PCR-Test abverlangt wird (soll man dafür womöglich sogar noch dankbar sein?) bieten wir für Wiener einen Hinweis an, wo man sich für Montagsvorstellungen den Test abholen kann

Aus gegebenem Anlass: Wo man sich in Wien auch zum Wochenende den PCR-Test machen lassen kann

 

In Wien gibt es viele Zentren in denen Mo- bis SO getestet wird..

Austria Center  täglich 7-19h,

Stubentor 6 -21 h !!!! etc

Ein bisschen rechnen muß man aber schon, denn die Tests müssen z.B. im Wiener Ronacher bis zum Ende der Vorstellung gültig sein , also Samstag Abend wäre zu früh !!! (Dr. Ulrike Messer-Krol)

Wiener Staatsoper, „CARMEN“, 13.11.2021

Clémentine Margaine, Freddie de Tommaso. Foto: Michael Pöhn

Die zweite „Carmen“-Vorstellung der aktuellen Aufführungsserie an der Wiener Staatsoper begann wieder mit einer Ansage. Diesmal war aber glücklicherweise niemand von der Sängerriege erkrankt, sondern die Untertitelanlage. Die meinte nämlich, es stünde noch der „Nabucco“ vom Vortag auf dem Programm. Die Technik der Staatsoper bekam das Problem im Laufe des ersten Aktes in den Griff.

Insgesamt handelte es sich bereits um die 8. Aufführung der Inszenierung von Calixto Bieito, die im letzten Februar unter COVID-Lockdown-Bedingungen Premiere hatte und erst im Mai vor Publikum gespielt werden konnte. Die Inszenierung ist über zwanzig Jahre alt und hat die „halbe Opernwelt“ gesehen.

Zum Bericht von Dominik Troger/ www.operinwien.at

Über Präsident(innen) und andere Würdenträger. Ist „Präsident“ ein Ehrenamt?

 

In Österreich gibt es hunderte, wenn nicht tausende Präsidenten, die Palette reicht vom Bundespäsidenten bis zur Obersten des Karnickelzüchtervereins. Bei den Vereinen, bei denen ich mich wichtig gemacht habe, wurde das Wort „Präsident“ bereits in den Statuten durch die „Bezeichnung „Obmann/ Obfrau“ ersetzt. Auch der auf Vereinsbasis aufgebaute Online-Merker hat somit keinen Präsidenten.

Viele Präsidenten arbeiten ehrenamtlich, die großen Präsidentschaften (Bundespräsident, aber auch Fußballverbands- und Skiverbandspräsident  etc. werden natürlich honoriert, wobei ich nicht sicher bin, wo das Honorar unter „Aufwandsentschädigung“ läuft. Unter tausenden Präsidenten gibt es natürlich auch solche, die sich ihre Aufwandsentschädigung selbst genehmigen und deswegen manchmal sogar vor dem Richter landen.

Salzburger Festspielpräsidentin ist ein arbeitsintensiver Job (zumindest hat ihn Rabl-Stadler dazu gemacht, ob nun unbedingt nötig oder auch nicht)  und wird ganz legal honoriert – in welcher Höhe weiß ich freilich nicht. Ioan Holender ist der Meinung, dass die Präsidentschaft ein Ehrenamt ist. Eigentlich hätte er sich mit diesem Vorschlag bewerben können, hat es aber nicht getan.

Also sprach Ioan Holender:

In der 100-jährigen Geschichte der Festspiele gab es bis zur derzeitigen Präsidentin insgesamt sieben Personen, die dieses ehrenamtlich versahen. Wenn man von der gloriosen Vergangenheit der Salzburger Festspiele spricht, meint man Herbert von Karajan, Gérard Mortier oder … andere.

Wir wissen und wollen auch nicht wissen, wer in der Zeit der jeweiligen künstlerischen Leiter deren Präsident gewesen war. Es war immer eine honorige unbezahlte Tätigkeit, die Person kam immer aus dem Salzburger Umfeld und war der ÖVP nahe…

Die mit Jahresende freiwillig aus dem Amt scheidende Präsidentin wird dann genau so lange – 27 Jahre – das Amt, das keines ist, ausgefüllt haben wie einer ihrer Vorgänger, Baron Heinrich von Puthon. Durch die mediale Zurückhaltung und öffentliche Scheu von zwei Festspielleitern in ihrer Präsidentenzeit – Peter Ruzicka und der derzeit amtierende Markus Hinterhäuser – vermeint man zu Recht weltweit, dass Helga Rabl-Stadler durch ihre Omnipräsenz die Festspiele leitet. Man meint, es sei die Ära Helga Rabl-Stadler…

Von Musik oder Theater muss der oder die Gesuchte nichts verstehen, muss weder die Repertoireliteratur, noch das weite Umfeld von Schauspielern, Sängern, Dirigenten u. a. kennen.

Das Akkumulieren von Sponsorengeldern war die erfolgreiche Tätigkeit der Ausscheidenden. Das ist lobenswert, doch dafür benötigt man keine „Präsidentschaft“.

Der frühere Festspielleiter Alexander Pereira hat übrigens selber mehr Sponsorengelder lukriert als seine Präsidentin, und er wollte das Amt, genauso wie Gérard Mortier, schleunigst abschaffen, was aber beiden aus politischen Motiven – wegen der dominierenden ÖVP-Fraktion – nicht gelang…

Genau das hat Pereira „das Genick gebrochen“. Die Frau Präsident ist kein Muatterl“ und unerbittlich.

Holender wäre dafür, das Amt abzuschaffen. Wahrscheinlich hat er sich deswegen nicht darum beworben. Mit diesem Ansinnen wäre er ach chancenlos gewesen. Österreich ist und bleibt ein Land der Präsidenten!

Ein Posten, der keiner ist
Die Festspielpräsidentschaft wäre eigentlich ein Ehrenamt.
https://kurier.at/meinung/gastkommentar/ein-posten-der-keiner-ist/401804338

NACH AUSSTRAHLUNG AUF „ARTE“ BEREITS AUF YOUTUBE ZU SEHEN: Der Skandal um den Bayreuther „Jahrhundertring“ (1976)

 

ZUM VIDEO

WIESBADEN/ Hessisches Staatstheater: TRISTAN UND ISOLDE. Kurzbericht

Foto: Klaus Billand

Samstag Abend erlebte das Staatstheater Wiesbaden die erste Reprise der Neuinszenierung des Hausherrn Uwe Eric Laufenberg vor einem nur schütter gefüllten Haus – wohl Ausdruck der erneuten Corona-bedingten Auflagen für Theater- und ähnliche Veranstaltungen einerseits und der Angst großer Teile des Publikums, bei den gegenwärtigen Bedingungen hoher Inzidenzen unter Leute zu gehen. Denn an dieser Inszenierung des „Tristan“ und vor allem der wahrhaft großartigen musikalischen Gestaltung durch Michael Güttler am Pult des Hessischen Staatsorchsters Wiesbaden konnte es einfach nicht liegen…

Zum Bericht von Klaus Billand

Weitere Kritiken

Komische Oper Berlin „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ 13.11.2021

Nach fünfzehnjähriger Abwesenheit von der Komischen Oper Berlin hat Hausherr Barrie Kosky Kurt Weills Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny unter der musikalischen Leitung des 1978 in Riga geborenen lettischen Generalmusikdirektors Ainārs Rubiķis neu inszeniert.

Zum Bericht von Dr. Harald Lacina

MAINZ/Staatstheater: ADRIANA LECOUVREUR
12.11. 2021(Werner Häußner)

Copyright: Andreas Etter

Adriana stirbt. Sie stirbt einen der am meisten verspotteten Tode der Operngeschichte, vergiftet durch Blumenduft. Doch jenseits dieses Verdachts, den ihr Vertrauter, der ewig verliebte und nie erhörte Michonnet äußert, stirbt Adriana wie eine aus Isolde und Violetta verschmolzene Frau: „Entfernt euch, Sterbliche“, ruft sie in der gehobenen Sprache des Dramas. „Melpomene bin ich!“ Und dann erglüht in delikatesten Klangvaleurs die Vision des schmerzbefreienden Lichts, dem die Seele wie eine müde weiße Taube entgegenfliegt. Verklärung, entsetzte Ausrufe der zurückgelassenen „Sterblichen“, Ende. Die Krämpfe des Schmerzes (Violetta) sind vorbei, der Flug führt in des Welt-Athems wehendes All (Isolde).

Jean-Philippe Rameau: Hippolyte et Aricie • Staatsoper Unter den Linden, Berlin

Nudelsieb oder Satellitenschüssel?

Rameau gehört zu den Klassikern des 18. Jahrhunderts und ist der einzige französische Komponist aus diesem Jahrhundert, dessen Werke öfter im deutschen Sprachraum zu erleben sind. «Hippolyte et Aricie» dürfte wohl sein Werk mit den häufigsten Produktionen sein…

Zum Bericht von Jan Krobot/ Zürich

Rouen: „LA VIE PARISENNE“ (Jacques Offenbach)

Zum ersten Mal die erheblich längere und viel interessantere Version „ante prima“, wunderbar inszeniert durch Christian Lacroix – als Regiedebüt!. 7.11.2021

Zum ersten Mal die erheblich längere und viel interessantere Version „ante prima“, wunderbar inszeniert durch Christian Lacroix – als Regiedebüt!. 7.11.2021

Im 1. Akt ist noch alles beim Alten: am Bahnhof erwartet man die ausländischen Touristen (der fabelhafte, nur 12-köpfige Choeur accentus / Opéra de Rouen Normandie, der sich behauptet als ob sie 30 wären). © Vincent Pontet

 Was ist die beste Version einer Oper? So wie der Komponist sie erträumte im ersten Klavierauszug? Oder die Orchesterfassung bei der ersten Probe? Die Premieren-Fassung? Oder die letzte Fassung, die zu Lebzeiten des Komponisten gespielt wurde? Die Antwort ist gar nicht so einfach. Denn wenn man nur dem folgt, was der Komponist selbst dazu meinte, würde man zum Beispiel „Carmen“ ohne die berühmte „Habanera“ spielen. Denn diese gefiel Bizet überhaupt nicht. Er wurde gezwungen sie zu schreiben, weil die Diva nicht mit ihrer Auftrittsarie zufrieden war und eine „spanische“ verlangte. Bizet schrieb sie, lief zum Direktor und warf sie ihm auf den Tisch angeblich mit den Worten: „Du wolltest Mist, hier hast Du den Sch…“. Und gerade diese Arie wurde sein meist bekanntes Stück… (lange nach der misslungenen Premiere und seinen bald darauffolgenden frühen Tod). „Pelléas et Mélisande“ ohne die Zwischenspiele? Debussy musste sie in aller Eile nach der Klavierhauptprobe komponieren, weil die „dämlichen Arbeiter der Opéra Comique“ die Bühnenbildwechsel nicht hinbekamen. Er mochte sie nicht, doch kein Mensch will heute auf sie verzichten und sie werden sogar einzeln als Konzertstücke gespielt. Wie unterschiedlich eine Oper in ihren verschiedenen Fassungen auf uns wirkt, kann gut verfolgen an Verdis „Don Carlos“. Denn in letzter Zeit gab es mehrere Aufführungen der allerersten Fassung, auch mit Material, das kurz vor der Premiere gestrichen werden musste – „wegen dem letzten Vorstadt-Zug“ (so wie Verdi es wütend monierte). Die Premierenfassung (auf französisch, mit den Balletten) hat sich nie durchgesetzt, aber sie zeigt uns wohl eine viel interessantere Eboli als in den späteren italienischen Fassungen…

Unser Mitarbeiter Waldemar Kamer hat sehr sorgfältig an diesen Bericht gearbeitet und 700 Seiten dafür gelesen. Sie finden ihn heute in unseren „Infos des Tages“ und auch unter Oper bzw. Operette

Zum Bericht von Waldemar Kamer

„Konzertgänger in Berlin“
Scheiterenthäufend: „Neue Szenen“ an der Deutschen Oper
Vom Martinsfeuer am 11.11. gehts direkt an den Scheiterhaufen. Oder die Scheiterhaufen, gleich drei; wobei die eh nur als Ausgangspunkt einer Ausschreibung fungieren, höchstens als sehr ferne Assoziationszusammenhänge. Drei neue, kurze Musiktheater sind unter diesem Titel in der Nebenbühne Tischlerei der Deutschen Oper Berlin zu besichtigen
https://hundert11.net/scheiterenthaeufend/

Unsere Stimme ist ein Wunderwerk
Unsere Stimme ist wie ein akustischer Fingerabdruck. Jede Stimme ist anders. Die eine ist vielleicht hoch, schrill und unangenehm, eine andere tief und warm. Austauschbar sind sie alle nicht. … die Arie ‚Königin der Nacht‘ aus Mozarts Zauberflöte. Die Opernsängerin singt einen sehr hohen Ton. „Die Schwingung (Stimmlippen oder Stimmbänder …im Inneren des Kehlkopfes) bewegt sich dabei in einer Größenordnung von etwa 1400 Mal pro Sekunde. „Es ist schon ein kleines Wunderwerk, aber es ist nur die Grundlage unserer gesprochenen Sprache“,
Gefunden von TTT
https://www.dw.com/de/unsere-stimme-ist-ein-wunderwerk/a-57218079

Gemischter Satz. Ab heute erhältlich. Es ist eine Doppel-CD

 

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Es ist eine glückliche Fügung, wenn anlässlich einer bemerkenswerten Opernpremiere ein von der Fachwelt gefeierter Bassist und einer seiner Sängerkollegen eine nähere Freundschaft entwickeln und dabei ihre gemeinsame Vorliebe für das Wienerlied entdecken, und es ist ein Glücksfall für alle Liebhaber dieses Genres, wenn ein von beiden spontan entwickeltes Projekt in einer gemeinsamen Wienerliedproduktion endet.

Günther Groissböck und Karl-Michael Ebner schließen damit an prominente Vorgänger aus Kreisen der Wiener Künstler der Opernbühnen an, die mit ihren Interpretationen typische Wiener Lieder einer breiten Öffentlichkeit über den Kreis der speziellen Liebhaber hinaus bekannt machen…

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • Die Kommunalwahlen in Kosovo bringen der Regierungspartei heftige Einbussen: Die reformorientierte linke Partei Vetevendosje (Selbstbestimmung) von Ministerpräsident Albin Kurti gewann nur vier von insgesamt 38 Bürgermeisterposten, teilte die Zentrale Wahlkommission mit. Unter anderem gingen die Rathäuser der Hauptstadt Pristina und der zweitgrössten Stadt Prizren an die Opposition. Zum Bericht
  • Bulgariens Amtsinhaber gewinnt laut Prognosen die erste Runde der Präsidentenwahl: Der Sieg von Rumen Radew kommt wenig überraschend. Er muss nun noch in eine Stichwahl. Bei der zeitgleich abgehaltenen Parlamentswahl überraschte eine neue Anti-Korruptions-Partei, die nach ersten Prognosen vorn liegt. Inmitten der vierten Corona-Welle war die Wahlbeteiligung gering. Zum Bericht
  • Die US-Bahngesellschaft Amtrak zählt zu den grossen Gewinnern des Infrastrukturprogramms: Die Modernisierung des Bahnverkehrs ist ein Lieblingsprojekt von Präsident Joe Biden. Neue Züge, modernisierte Bahnhöfe, häufigere Fahrten, bessere Verbindungen und neue Strecken sollen das Bahnreisen in den Vereinigten Staaten attraktiver machen. Zum Bericht

Die Queen sagt den ersten öffentlichen Auftritt seit ihrem Spitalaufenthalt ab: Elizabeth II. hat sich den Rücken verstaucht und musste ihre Teilnahme am traditionellen Weltkriegsgedenken absagen. Die Entscheidung dürfte nicht leichtfertig gefallen sein und Spekulationen über die Gesundheit der britischen Königin wieder befeuern. Zum Bericht

Viele „Unter’m Strich“-Meldungen befassen sich mit der Lockdown-Situation, da brauche ich meinen unwesentlichen Senf nicht auch noch dazugeben!

Somit wünsche ich einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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