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15. MAI 2018

15.05.2018 | Tageskommentar

Pfingstfestspiele Salzburg: Cecilia Bartoli gibt Rollendebüt als „Italienerin“. Foto Salzburg/City guide

Vor vier Jahren stellte Cecilia Bartoli erstmals G, Rossini in den Mittelpunkt der von ihr verantworteten Pfingstfestspiele in Salzburg.  Anlässlich des 150. Todesjahres des Komponisten wird sie zur „Wiederholungstäterin“ und singt erstmals in ihrem Sängerlenen die Isabella in „L’italiana in Algeri“.

Die „Italienerin“ passt auch zur derzeitigen Missbrauchsdebatte in aller Welt: Ein mächtiger Mann glaubt, über Frauen frei verfügen zu können!

Jonas Kaufmann bei „Great Voices“ im Wiener Konzerthaus

Peter Dusek war für den „Online-Merker“ dabei: Er macht es sich nicht leicht, der führende deutsche Heldentenor Jonas Kaufmann: auf der Bühne beweist er als Andrea Chenier, Otello oder Lohengrin seine musikdramatische Begabung. Und im Konzertsaal liefert er mit Meyerbeer, Massenet, Gounod oder Halevy, dass er zugleich der König der tenoralen „Zaubertöne“, der Meister von lyrisch-verhauchten Piano-Phrasen geblieben ist. Ein wenig hängt das seit einiger Zeit von der Abendverfassung ab. Beim „Great Voices“-Konzert im Konzerthaus war der sympathische „Feschak“ jedenfalls in Bestform und lieferte – gemeinsam mit der US-Mezzosopranistin Kate Aldrich sowie der deutschen Staatsphilharmonie von Rheinland-Pfalz (Leitung Jochen Rieder) einen umjubelten Abend, der mit mehreren Zugaben und „standing ovations“ endete…

Zum Bericht von Peter Dusek

Jonas Kaufmann, der Muttertags-Musiktherapeut
Der deutsche Opernsänger gastierte im Wiener Konzerthaus
Der Standard
Französisch schmachten
Jonas Kaufmann begeisterte mit Arien im Wiener Konzerthaus
Wiener Zeitung

Angeblich sollen Plätze frei gewesen sein. Ich führe das nicht auf Herrn Kaufmann, sondern auf Fehler in der Werbung zurück. Früher wurden wir über Great Voices informiert, diesmal wussten wir nichts vom Konzert. Wir bedienen immerhin exakt das Zielpublikum. Das erinnert mich an die Aussage einer Presselady eines anderen Veranstalters; „Ich informiere nur die APA“. Bravo – der Erfolg ist erkennbar!

Ich habe Dr. Peter Dusek auch gefragt, wie das denn mit der „Medienjury“ beim „Österreichischen Musiktheaterpreis“ war, ob Medienvertreter die Wiener Staatsoper nominieren hätten dürfen. Ich habe keine befriedigende Antwort bekommen, aber keine Antwort ist immer noch besser als eine falsche Antwort. Das weckt mein Interesse natürlich weiter und ich bleibe an der Sache dran!

Oper Frankfurt: DIE LUSTIGE WITWE. Premiere am 13.5.2018

Marlis Petersen, Jurii Samoilov. Foto: Monika Rittershaus

Eine Operette zu produzieren ist für die Oper Frankfurt eine große Ausnahme. Insofern scheint es gerechtfertigt, wenn bei der Lustigen Witwe von Lehar viel investiert wurde, handelt es sich bei dieser doch neben der Fledermaus um eine bedeutende Großoperette. Dazu konnte ein Leitungsteam mit klangvollen Namen gewonnen werden: Claus Guth als Regisseur mit seinem für die Ausstattung verantwortlichen Mitarbeiter Christian Schmidt, und Joana Mallwitz als Dirigentin, vielleicht noch nicht so berühmt, aber die Stationen wie Heidelberg als Assistentin von Cornelius Meister, der jetzt GMD in Stuttgart wird, die letzten Jahre selber GMD am Theater Erfurt, ab nächster Spielzeit GMD in Nürnberg, sprechen für sich.

Ihre Interpretation nimmt die Operette absolut ernst. Sie fordert dem Orchester einen einzigartigen schmelzenden Klang ab und kann starke spätromanische Klangballungen generieren…

Zum Premierenbericht von Friedeon Rosen

„Die lustige Witwe“ an der Oper Frankfurt: Claus Guths grandiose Inszenierung der Party
DeutschlandfunkKultur

Erste Fotos vom Künstlergespräch Aleksandra Kurzak beim Online-Merker (14.5.)

Aleksandra Kurzak. Foto: Herta Haider

Ihr heftigster Verehrer: Raffael Cupak. Foto: Herta Haider

Wir werden noch ausführlich von diesem Termin berichten!

HILDESHEIM: „Adelia“ – eine Donizetti-Opernausgrabung


Szenenbild der ausgegrabenen Donizetti-Belcanto-Oper „Adelia“ (Copyright: Falk von Traubenberg)

Tolle Opernausgrabung in Hildesheim: „Adelia“ von Gaetano Donizetti (Vorstellung: 13. 5. 2018)

Mit einer tollen Opernausgrabung wartete das Theater für Niedersachsen in Hildesheim auf: „Adelia“ von Gaetano Donizetti. Diese Deutsche Erstaufführung der Melodramma serio genannten Oper „Adelia“, die im Jahr 1841 ihre Uraufführung in Rom hatte, geriet – wie viele der 74 Opern Donizettis – bald in Vergessenheit und fand nun in Hildesheim als Wiederentdeckung ein begeistertes Publikum…

Zum Bericht von Udo Pacolt

Nürnberg: Her mit dem Zaster. Josef Ernst Köpplinger inszeniert „Der Barbier von Sevilla“
Am 13. Mai feierte Josef Ernst Köpplingers Inszenierung von Rossinis „Barbier von Sevilla“ am Staatstheater Nürnberg Premiere. Der Regisseur legte die Handlung ins Spanien der Francozeit, sein Konzept mutet, bei aller Könnerschaft, letztlich etwas fahrig und überdreht an, und die Franco-Ära wirkt harmloser, als sie tatsächlich war.
BR-Klassik

KÖLN: Biotop des Schreckens
Das Opernhaus Köln zeigt „Die Soldaten“ von Bernd Alois Zimmermann. Dabei erfüllen Dirigent, Musiker und Orchester die Partitur mit der Dringlichkeit und dem Farben¬reichtum, die Zimmermann in sie hineingelegt hat
http://www.sueddeutsche.de/kultur/oper-biotop-des-schreckens-1.3979846

LEIPZIG: Verleihung des Richard-Wagner-Preises 2018 am 13. Mai 2018

Die Preisträger Haenchen und Reuter. Copyright: Klaus Billand

 Die Richard-Wagner-Stiftung Leipzig würdigte anlässlich des 205. Geburtstags von Richard Wagner während der Richard-Wagner-Festtage 2018 unter dem Motto „Hast Du Töne, Richard!“ die besondere Lebensleistung von Prof. Dr. Hartmut Haenchen in der Kategorie Musik. Darüber hinaus sieht die Richard-Wagner-Stiftung ganz im Geiste des Bayreuther Meisters die Förderung des musikalischen Nachwuchses als ein wesentliches Anliegen. So wurde der jungen Sängerin Sonja Isabel Reuter nach einem Wettbewerb der Richard-Wagner-Preis in der Kategorie Nachwuchs verliehen.
 Klaus Billand

Mehr darüber in den „Infos des Tages“

WIEN / Volkstheater: KOMÖDIE IM DUNKELN von Peter Shaffer
Premiere am 11. April 2018, besucht wurde die Vorstellung am 14. Mai 2018

Copyright: Volkstheater/lupispuma

Auf welch wackligen Beinen das Volkstheater derzeit steht, hat nicht erst die „Lazarus“-Premiere (das Verzweiflungs-Musical) gezeigt, auch die Produktion davor war dramaturgisch ein glatter Griff daneben.

Dabei war die „Komödie im Dunkeln“ von Peter Shaffer (sein erster großer Erfolg) sicher eine prächtige Sache, als er sie 1965 schrieb. In Wien sah man das Stück meist dort, wo es hin gehört, in den Josefstädter Kammerspielen. Die Grundidee, „hell“ und „dunkel“ auf der Bühne umzudrehen (man sieht also den Darstellern bei vollem Licht dabei zu, wie sie scheinbar im totalen Dunkel herumtapsen), mischte sich nicht nur mit Slapstick-Komik, sondern auch mit allerlei bürgerlicher Dekonstruktion. Zu seiner Zeit war’s ein Meisterstück des Boulevards…

Zum Bericht von Renate Wagner

Filme der Woche

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England nach dem Krieg, in den auch dort stickigen Fünfziger Jahren. Hardborough, ein kleiner Küstenort in Suffolk, nördlich von London. Dorthin kommt Florence Green, eine Frau in mittleren Jahren, deren Gatte im Krieg gefallen ist. Sie hatten sich einst in einer Buchhandlung kennen gelernt, Lesen war die gemeinsame Leidenschaft der beiden, nun möchte sie in Hardborough eine Buchhandlung eröffnen, egal, ob die Menschen das dort mögen. Weil sie an Bücher und das Lesen glaubt.

Nun, wie Romane (diesem liegt ein Bestseller von Penelope Fitzgerald zugrunde, „The Bookshop“) eben so laufen: Dass kleine Orte von einer mächtigen „Dorfkaiserin“ tyrannisiert werden, mag vorkommen. Auch dass sich nur ein einsamer alter Herr, über den so viel geklatscht wird, für Bücher interessiert und ein Verbündeter von Florence wird, kann sein. Aber wenn dann ein kleines Mädchen namens Christine, das Bücher eigentlich nicht mag, fest entschlossen ist, sich im Laden von Florence ein bisschen Geld zu verdienen, ihre Hilfe aufdrängt und dann (kuschel, kuschel) zur liebevollen Bezugsperson wird… das gibt der Handlung dann jenes Hautgout, das eigentlich von betulichen englischen Fernsehserien ausgeht. Und da die Sentimentalität ebenso wenig ausbleibt wie die vordergründig gezeichnete Bosheit und Bösheit der Mitmenschen… ja, das lässt die Geschichte in der sensiblen, aber keine Klischees scheuenden Regie der Spanierin Isabel Coixet doch nur auf einem mittelmäßigen Level laufen, wo Kitsch einigen Raum erhält…

WIEN: Realisten übernehmen das Ruder in der SPÖ
Wiens kommender Bürgermeister Michael Ludwig hat am Montag sein neues Team für die Landesregierung vorgestellt. Die Auswahl des politischen Personals für die Bundeshauptstadt wird als Signal für die gesamte SPÖ gewertet. Fünf Monate nach Verlust des Kanzleramtes übernehmen bei der SPÖ wieder die Realisten das Ruder.
http://www.krone.at/1708017

Eine besonders gute Nachrede haben die scheidenden Mitglieder der „Häupl-Riege“ nicht, wenn man die „Ludwig-Gruppe“ als Realisten bezeichnet, heißt das im Umkehrschluss, dass die bisherigen Amtsträger Träumer waren bzw. nichts zustandebebracht haben. „17 Jahre Stillstand“ soll es in der Kulturpolitik gegeben haben. Dr. Mailath-Pokorny darf sich für diese Einschätzung bei seinen Parteifreunden bedanken, die ehrenrühriger als jede Opposition argumentieren.

Konjunktur: Wien hinkt beim Wachstum hinterher
Die Presse

London: Herzinfarkt? Meghan Markles Vater kommt nicht zur royalen Hochzeit
Die Presse

Ich war auch einmal in ein Mädchen verliebt und habe geträumt, dass es meine Frau wird. Meine Eltern haben sich über die Familie der Maid erkundigt und mir den Umgang mit ihr ausgeredet (nicht verboten, sondern vernünftig argumentiert). War meine Liebe nicht groß genug? Vermutlich war mein Pragmatismus bereits damals stärker und so bin ich nun mit einem anderen „Mädchen“ 50 Jahre lang verheiratet

Die ursprünglich Auserwählte ist mittlerweile dreimal geschieden und die Zeit hat tiefe Spuren an ihr hinterlassen. Danke, liebe Eltern, ihr habt gewusst, was gut für mich ist und habt das Glück gehabt, dass Euer Sohn kein Romeo war!

Ich werde mir die Hochzeit am Samstag keine Sekunde lang ansehen.

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

 

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