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15. MÄRZ 2022 – Dienstag

15.03.2022 | Tageskommentar

Das Opernhaus in Odessa ist in Gefahr

Das Opernhaus Odessa setzt mit „Va‘ pensiero“ ein Zeichen gegen Angst und Krieg
Das Opernhaus der ukrainischen Hafenstadt Odessa (offiziel: das „Akademische Nationale Theater für Oper und Ballett“) gehört zu den prachtvollsten der Welt – erbaut wie so viele Theater des einstigen Habsburgerreichs vom Wiener Architekturbüro Fellner & Hellmer. Der historistische Bau (mit Fassaden im neo-barocken Stil und einem Zuschauerraum im Stil des Rokoko) wurde 1887 eröffnet und stellt das Prunkstück unter den Bauten Odessas dar, den Stolz seiner Bürger, das „kulturelle Herz“ der Stadt. Erst 2007 wurde die Oper nach sieben Jahre dauernden Renovationsarbeiten wieder eröffnet. Dass dieses großartige Bauwerk ins Visier von Putins Artillerie und Bombenflugzeugen geraten könnte, ist die große Befürchtung der Einwohner von Odessa.
https://klassik-begeistert.de/opernhaus-odessa-klassik-begeistert-de/

Wiener Staatsoper: Vorstellung des neuen Spielplans am 1. Mai

Foto: Wiener Staatsoper

Die Wiener Staatsoper hat für den 1. Mai 2022 eine Matinée angesetzt, in deren Rahmen das Saison-Programm für 2022/23 vorgestellt werden wird: »Direktor Bogdan Roščić präsentiert die Spielzeit 2022/23 auf der Bühne der Wiener Staatsoper« Karten sind ab 4. April erhältlich.

Ist folgende Frage erlaubt? Was soll das Publikum ab 4. April kaufen, wenn der Spielplan erst am 1.Mai vorgestellt wird? Belieben zu scherzen – in diesen Zeiten?

Die Staatsoper antwortet umgehend: Gemeint sind die Karten für die Spielplanpräsentation, nicht für die Mai-Vorstellungen! Diese kann man dann ab Mitte Mai kaufen!

Ein Insider: Für nächste Spielzeit sind meines Wissens nach die folgenden Neuinszenierungen geplant: Die Meistersinger von Nürnberg, Salome (2. Februar 2023) und Le nozze di Figaro (R: Barry Kosky), alle unter der Philippe Jordan. Die Lady Macbeth von Mzensk wird wiederaufgenommen.

Bericht von der gestrigen Vorstellung SALOME online

Walter Nowotny macht uns darauf aufmerksam, dass wir morgen letztmalig Gelegenheit haben, die „Salome-Inzenierung von Boleslav Barlogh zu sehen. Für mich sind wunbare Erinnerungen mit ihr verbunden.

Mehr darüber morgen

Heute der Bericht über die „Salome“ am 14.3. (Walter Nowotny)

Thomas Prochazka: Da zum Thema »Cancel Cultur« ja bereits alles gesagt ist, allerdings nicht von allen, eine Petitesse für zwischendurch:

„Die Entführung aus dem Serail“. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Politisch korrekt.

13. März 2022
Von Thomas Prochazka

Brief an einen Hofoperndirektor.

Sehr geehrter Herr Hofoperndirektor, lieber Freund!

Der Herr Staatskanzler hat mich beauftragt, Dich davon in Kenntnis zu setzen, daß die für die nächsten Tage geplanten Aufführungen des Singspiels » Die Entführung aus dem Serail « der aktuellen Ereignisse wegen nicht stattfinden können. (Aus Gründen der Staatsraison muß allerdings jede Diskussion, um welche aktuellen Ereignisse es sich genau handelt, unterbleiben.) Um mit dem über alle Zweifel erhabenen Doderer zu sprechen: „Es kommt eben immer etwas vor, sagte der Ober in dem Café in Wien-Ottakring, als eben wieder einer totgestochen am Boden lag.“
Du verstehst, mein Lieber; — nicht wahr?…

http://dermerker.com/index.cfm?objectid=221A94E9-91DE-735A-CC9CB04512ED0DD0 (Thomas Prochazka)

Wien/ Staatsoper
Staatsoper: Die „Entführung“ als Gesamtkunstwerk
Die Mozart-Inszenierung des unlängst verstorbenen Hans Neuenfels erweist sich als Geniestreich
DerStandard.at

Triumph den Haremsmäusen
Wiener Staatsoper zeigt Hans Neuenfels’ mehrfach ausgezeichnete Inszenierung.
WienerZeitung.at

Karten für die heutige Vorstellung „Die Entführung aus dem Serail“

Wien
Wien Holding: Start für Sanierung des Theater an der Wien
Knapp 60 Millionen Euro für Generalsanierung und Modernisierung Wiedereröffnung für Herbst 2024 geplant
OTS-Presseaussendung

BAYERISCHE STAATSOPER : Umbesetzungen

In den Vorstellungen von Parsifal am 14., 17. und 23. April 2022 übernimmt Anja Kampe die Partie der Kundry anstelle von Anja Harteros.

Und in den Vorstellungen von Der Rosenkavalier am 8., 11. und 15.5.22 und am 21. und 24.7.22 übernimmt Liv Redpath die Partie der Sophie anstelle von Katharina Konradi.

Im 5. Akademiekonzerten am 4. und 5. April 2022 übernimmt Daniele Rustioni das Dirigat anstelle des erkrankten Michail Jurowski.

Crescendo-Klassikwoche: Zeigen wir mit dem Finger auf uns
Die Abhängigkeit der Salzburger Festspiele von Putins Geld, das Netzwerk von Hans-Joachim Frey, die russischen Dienstage im Brucknerhaus Linz

Weiter fallen Bomben, der Krieg lähmt die Kultur, und zuweilen gelingt es, dass sie ihre vereinende Stärke zeigt. Haben wir in Corona-Zeiten noch gedacht, Musik sei eventuell nicht „systemrelevant“, erkennen wir nun ihre große Kraft. Sowohl im Negativen (in der andauernden Musik-Propaganda) als auch im Vereinenden, etwa an unseren Stadttheatern und Orchestern, in denen MusikerInnen aus Deutschland, der Ukraine und Russland noch immer gemeinsam musizieren und gar nicht daran denken, auf Mozart oder Mussorgsky zu verzichten! Gleichsam offenbart sich immer mehr, wie tief sich russische Propaganda im deutschen Klassik-Betrieb festgesetzt hat und wie Veranstalter, Manager, Festspiele, aber auch einzelne KünstlerInnen zum Teil von Putins Geld abhängig sind. Ich selber habe diese Woche erlebt, wie sympathetisch man die aktuelle Situation trotz Meinungsverschiedenheiten miteinander besprechen kann…

crescendo.de

Die Berliner Philharmonie feiert eine Sternstunde mit Einspringern
Was für ein Abend! Wenige Tage vor den jüngsten Konzerten sagten sämtliche Solisten, darunter René Pape und Anita Rachvelishili, krankheitsbedingt ab.
Von Kirsten Liese
Klassik-begeistert.de

Essen
Was lange währt, muss nicht immer gut werden
Verdis „Don Carlo“ in Essen Aalto-Oper
NeueMusikzeitung/nmz.de

Köln
Entführung in das Staatenhaus –
Oper Köln bringt eine „Entführung aus dem Serail“ auf die Ersatzbühne
NeueMusikzeitung/nmz-de

Heute im Wiener Künstlerhaus: Ehrung für KS. Wolfgang Ablinger-Sperrhacke

 

Die Laudatio hält Nikolaus-Bachler

Wolfgang Ablinger-Sperrhacke kämpfte an vorderster Front für seine Berufskollegen gegen die beruflichen Behinderungen in der leider noch immer nicht ausgestandenen Corona-Krise – und hat das offenbar „eleganter“ gemacht als Kollegen. Jedenfalls ist er heute ein Zu-Ehrender!

LEIPZIG: Meisterklasse für Gesang mit KS. BERND WEIKL – 14.-19. Mai 2022

Heute Anmeldeschluss

Der Richard-Wagner-Verband Leipzig e.V. mit Unterstützung der Kulturstiftung Leipzig bietet vom 14. bis 19. Mai 2022, in der Wagner-Aula der Alten Nikolaischule einen Meisterkurs für Gesang unter der Leitung von Kammersänger Professor Dr. Bernd Weikl an.
Kursthema ist das italienische Fach

Information: Richard -Wagner -Verband Leipzig e.V., Postanschrift: Richard-Wagner-Platz 1, 04109 Leipzig, 
E Mail: gs@wagner-verband-leipzig.de

Wien/ Haus Hofmannsthal: Terminänderung

Die am Fr, den 4. April, 19:30 Uhr geplante Veranstaltung („Meine musikalische Heimat ist das Kunsthandwerk Gesang“ mit Rafael Fingerlos) wurde auf Mo, den 11. Juli 2022, 19:30 Uhr  verschoben

München/ Gärtnerplatztheater
Alle Macht zersungen und zerlacht
Monty Pythons „Brian“ im Münchner Gärtnerplatztheater
NeueMusikzeitung(nmz.de

Buchbesprechung

 

Andreas Lesti
ZAUBERBERGE
Als es die Dichter und Denker auf die Schweizer Gipfel zog
192 Seiten, Verlag BERGWELTEN bei Benevento, 2022 

Thomas Mann. Friedrich Nietzsche. Theodor W. Adorno. Wo kommen diese Männer zusammen (wenn auch nicht gleichzeitig)? In den Schweizer Bergen. Der Bayer Andreas Lesti, der uns vor zwei Jahren in „Das ist doch der Gipfel“ Bergsteiger-Schicksale vorgestellt hat, begibt sich diesmal auf die Spuren der so genannten „Dichter und Denker“. Und hat mit den drei genannten Namen ganz, ganz hoch gegriffen.

Der Prolog ist allerdings eine Darstellung der Vergeblichkeit. Denn als Lesti erstmals seine Schweizer Reise nach Davos (den „Zauberberg“ im Gepäck), nach Sils Maria (mit „Also sprach Zarathustra“) und nach Zermatt (mit „Minima Moralia“) antreten wollte, wobei man ihm hoch anrechnet, dass er die Werke nicht in Kindle staute, sondern echte, schwere Bücher einpackte – ja, damals gingen erstmals überall die Covid-19-Schranken herunter, und er konnte froh sein, wieder an seinem Ausgangspunkt Berlin zu landen.

Beim zweiten Anlauf ist seine Ambition, Lokalaugenschein, Spurensuche und Recherche zu verbinden, allerdings geglückt (wenn auch teilweise im Schweinsgalopp – zwei Tage für Davos), und er kehrte mit reicher Ausbeute heim, die man nun zwischen Buchdeckeln nachlesen darf…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Zum 75. Geburtstag von André Heller: Der vielseitige Künstler zeigt in „kreuz und quer“ seinen Erfahrungsweg zur Spiritualität
 In „Das Ende der Seele“ am 15. März um 22.35 Uhr in ORF 2; danach: „Der Weg der Mystik“

 Religion ist heute nicht mehr nur Sache von Glaubensgemeinschaften. Es wachsen neue Formen des Religiösen, die unter dem weiten Begriff der Spiritualität zusammengefasst werden können. Was das Spirituelle ist, muss jede/r selbst erfahren und auslegen. Um diesem Phänomen auf die Spur zu kommen, kann man nur Individuen nach ihrem persönlichen Zugang fragen. Zum 75. Geburtstag des Universalgenies André Heller (Details zum ORF-Programmschwerpunkt unter presse.ORF.at) zeigt „kreuz und quer“ am Dienstag, dem 15. März 2022, um 22.35 Uhr in ORF 2 den Film „Das Ende der Seele“ von Lukas Sturm und Valentin Badura. Gefilmt in Hellers Ateliers und Gärten in Marokko zeigt der wortmächtige und fantasiereiche Künstler seinen Erfahrungsweg zur Spiritualität.

Wien/ Burgtheater: Heute Absage „Der Sturm“

Omicron hat wieder zugeschlagen, das Burgtheater musste die Vorstellung absagen. Renate Wagner wollte rezensieren, muss nun aber auf den 29.3. ausweichen!

LINZER LANDESTHEATER: GESCHICHTEN AUS DEM WIENER WALD
Volksstück von Odön von Horváth

Premiere im Landestheater Linz am Samstag, 19. März 2022 um 19.00 Uhr | Schauspielhaus
Die nächsten Vorstellungstermine: 25. März, 7., 13., 20. April, 10., 18., 20., 31. Mai 2022

Inszenierung Stephanie Mohr
Bühne Florian Parbs
Kostüme Nini von Selzam

Wien/ Theater im Nestroyhof: „Rose“ von Martin Sherman

Der amerikanische Autor Martin Sherman (*1938) ist weltberühmt geworden durch sein (in 60 Ländern nachgespieltes) KZ-Homosexuellen-Drama „Bent“. Er hat aber auch viele andere (zumindest im angelsächsischen Raum) erfolgreiche Stücke geschrieben wie zB. „Rose“, wofür die wunderbare Olympia Dukakis den Laurence Olivier-Award bekam.

In Deutschland hat sich die leider viel zu früh versorbene Monica Bleibtreu für diesen Text eingesetzt, in Österreich macht das seit Samstag (und noch bis 26.3.) im Wiener Theater im Nestroyhof Andrea Eckert…

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Ukraine-Krieg: Selenski ruft russische Soldaten zur Kapitulation auf.  In einer Videoansprache vom frühen Dienstagmorgen hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski die russischen Truppen zur Kapitulation aufgefordert. Russland hätte bereits begonnen zu verstehen, dass es mit Krieg nichts erreichen werde. «Seine Soldaten wissen das. Seine Offiziere sind sich dessen bewusst. Sie fliehen vom Schlachtfeld. Sie geben ihre Ausrüstung auf.» Selenski sagte auch, er sei jenen Russen dankbar, «die nicht aufhören, die Wahrheit zu sagen». Als Beispiel nannte er eine Frau, die mit einem Protestplakat und lauten Rufen im russischen Staatsfernsehen für eine Unterbrechung der abendlichen Hauptnachrichtensendung gesorgt hatte.
Zu den neusten Entwicklungen

  • Zehntausende Russen fliehen ins Ausland: Der Ukraine-Krieg, die staatliche Propaganda und die Angst davor, dass die Grenzen zugehen, treiben Zehntausende von Russen dieser Tage dazu, ihr Land zu verlassen. «Für jeden, der frei atmen will, ist ein Leben in Russland nicht mehr möglich», sagt ein Fotograf, der kurzentschlossen in die Türkei floh – ohne Plan, wie es weitergeht. In Georgien bilden sich Schlangen vor Banken und Mobilfunkanbietern. Viele neue Exilanten fühlen sich hin- und hergerissen.
    Zur Reportage
  • Russland kapselt sich vom Internet ab: Die russische Regierung will totale Kontrolle über die Informationen, zu denen die Bevölkerung Zugang hat. Dazu blockiert sie populäre westliche Seiten wie Twitter und Facebook. Entsteht hier ein zensiertes Parallelinternet wie in China und Iran?
    Zu den wichtigsten Fragen und Antworten
  • In den Entwicklungsbanken bröckelt die «felsenfeste Freundschaft» von Peking und Moskau: Die meisten Entwicklungsbanken geben sich apolitisch und hüten sich vor Parteinahmen. Im Ukraine-Krieg gilt dieses Prinzip nicht länger, nicht einmal bei Banken, die massgeblich von China beeinflusst sind.
    Zum Bericht

 

„Großer Europäer“: Ex-Vizekanzler und ÖVP-Chef Erhard Busek ist tot
Erhard Busek ist tot. Der ehemalige Vizekanzler und ÖVP-Chef starb am Sonntag unerwartet im Alter von 80 Jahren. Zahlreiche Würdigungen kamen von Bundespräsident Van der Bellen und Bundeskanzler Nehammer abwärts, quer durch alle politischen Lager.
Tiroler Tageszeitung

Erhard Busek war der Auslöser, warum ich mich als Sprössling einer durch die Wolle schwarz gefärbten Familie von den „Schwarzen“ abgewandt habe. Als er am Abend der Volksabstimmung über den EU-Beitritt (ich war darob sowieso „angfressen“) im Zelt der „Roten“ lautstark die „Internationale“ anstimmte, war bei mir der Ofen aus.

Später sah ich Dr. Busek doch etwas anders. Seinen Nachfolgern war er intellektuell turmhoch überlegen (natürlich auch mir), noch in der Vorwoche traf er im TV haarscharfe Analysen. Offenbar hatte er aber das, was man einen „schönen“ (weil raschen) Tod nennt. In der Krise hätten wir seine mahnende Stimme noch einige Jahre brauchen können! Ähnlich erging es mir mit Bruno Kreisky, dessen wahre Größe ich erst erkannte, als er tot war! 

Erhard Buseks letztes Interview auf Krone-TV
Erst vor wenigen Tagen
https://www.youtube.com/watch?v=KhVTr9BNysU

Hohe Lebensmittelpreise: Hat Hamstern jetzt Sinn?

Energie, Verpackung, Nahrungsmittel – alles wird teurer. Seit dem Wochenende wird in Deutschland vor Engpässen beim Speiseöl gewarnt. Was bedeutet das für die Konsumenten?
Kurier.at

WC-Papier wird gerne gehamstert, aber glauben Sie mir: So beschissen kann die Lage nicht werden, als dass man das nicht bekäme, wenn man es braucht! Mit Speiseöl habe ich es noch nicht versucht.

Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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