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15. JUNI 2021 – Dienstag

15.06.2021 | Tageskommentar
 
 
Wiener Staatsoper: Online-Kostümversteigerung gemeinsam mit dem Dorotheum. Copyright: Peter Mayr
 
Immer wieder wird uns die Frage gestellt, was mit den abgespielten Produktionen geschieht. Wohin verschwinden all die Kostüme und Bühnenbilder nach dem letzten Vorhang? Werden sie einfach vernichtet? Oder verkauft? Oder bleiben nur einige Fotos und Erinnerungen zurück? Kannte man bisher schon Kostümflohmärkte und ähnliches, können nun erstmals 76 ausgesuchte Kostüme aus unterschiedlichen und sehr beliebten Produktionen weltweit online ersteigert werden, darunter auch Kleider mit sehr prominenten Trägerinnen und Trägern wie Edita Gruberova, Anna Netrebko, Elīna Garanča, Agnes Baltsa, Giuseppe Taddei, Plácido Domingo, José Carreras, Neil Shicoff oder Piotr Beczała.
Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Diese und zahlreiche weitere besondere Kostüme legendärer Produktionen (die nicht mehr im Repertoire sind) werden ab heute in Kooperation mit dem Dorotheum zur Versteigerung angeboten. Auf der Webseite des Wiener Dorotheums können die Fotos der Kostüme, nähere Beschreibungen der einzelnen Teile, zusätzliche Informationen zu den prominenten Trägerinnen und Trägern sowie Ausrufpreise eingesehen werden.

Geboten werden kann ab sofort, die Zuschläge werden am 29. Juni um 15.00 Uhr erteilt. Zur Versteigerung geht es hier.

Glücklich werden durch diese Auktion aber nicht nur jene, die sich auf diese Weise ein Stück selbsterlebte Aufführungsgeschichte sichern. Nein, es geschieht zugleich etwas sehr Wichtiges, das gerade Opernliebhabern nahegehen dürfte: Hier wird buchstäblich durch die Opern-Vergangenheit Opern-Zukunft geschaffen! Denn der Erlös der Versteigerung kommt zu 100% der Nachwuchsarbeit der Wiener Staatsoper zugute, also jenen für diese Direktion zentralen Projekten, die aktiv mithelfen sollen, neues Publikum für diese uns allen so wichtige Gattung zu gewinnen und zu begeistern. (Zitat Ende)

 
Wiener Staatsoper/ Publikumsgespräch: Ihre Fragen sind uns wichtig!

Foto: Peter Mayr
 
Da wir aufgrund der Corona-Verordnungen (Sperrsitze, fix zugewiesene Sitzplätze…) die sonst ganz offen ausgesprochene Einladung zum Publikumsgespräch leider nicht wie in den Vorjahren umsetzen können, werden wir dieses Gespräch unseres Publikums mit der Geschäftsführung in den virtuellen Raum verlegen – dazu ersuchen wir um Ihre Mithilfe: Wir sammeln alle Fragen, die Ihnen wichtig sind, unabhängig zu welchem Thema. Sei es, dass Sie bestimmte Fragen zu einzelnen Produktionen, zu Engagements unterschiedlicher Künstlerinnen und Künstler, zur allgemeinen inhaltlichen Ausrichtung der Oper haben oder sei es, dass Sie einfach mehr über die Gastronomie, oder über die neu eröffneten Theaterkassen wissen wollen – schreiben Sie uns ein E-Mail auf publikumsgespraech@wiener-staatsoper.at. Wir sammeln all Ihre Fragen und bündeln die Inhalte. In einem von einem Journalisten moderierten Gespräch stellen sich Direktor Bogdan Roscic und kaufmännische Geschäftsführerin Petra Bohuslav all diesen Themen. Ausgestrahlt wird das Gespräch dann ab 30. Juni auf unserem Youtube Kanal. Nähere Infos dazu folgen!
 
Zitat Ende
 
Das ist eine einerseits professionelle, anderseits umstrittene Vorgangsweise, denn es nimmt“Profilierungssüchtigen“ die Chance, „es dem Direktor einmal so richtig reinzusagen“. Das sehe ich positiv. Anderseits nimmt sie die Spontanität aus der Befragung, denn wir alle wissen, dass wir oft erst nach einem Gespräch die schlagfertigsten Antworten wissen.

TTT dazu: Ein Schelm, der Übles dabei denkt. Fragen werden nicht im sonst üblichen Chat (Online-Chat bezeichnet die elektronische Kommunikation mittels geschriebenem Text in Echtzeit) beantwortet, sondern vom theaterfremden Direktor und der noch theaterfremderen Kaufmännischen Geschäftsführerin zunächst tagelang gesammelt und dann nach Tagen (der Vorbereitung,  Auswahl, Sortierung, Aussortierung?????) beantwortet.

Sicher ist sicher, wie bei der Auswahl der Presse zu vitalen, nicht digital bearbeiteten Vorstellungen. Die bemühte Einflussnahme wird schon recht deutlich. Und der Chefdramaturg, zumindest Theatermann seit Jahrzehnten, fehlt auch. (Zitat Ende)

Kann man auf den journalistischen Moderator wetten?  Wer nimmt diese Wetten an?

 
Wiener Staatsoper: „Der Rosenkavalier“ am 13.6.
Albert Pesendorfer, Daniela Sindram. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

„In memoriam KS Christa Ludwig“ steht auf dem Programmzettel der 386. Aufführung der lieb und legendär gewordenen Schenk-Inszenierung aus dem Jahr 1968. Auch Staatsoperndirektor Bogdan Roscic lässt es sich nicht nehmen, vor den Vorhang zu treten und das Publikum von dieser Zueignung zu informieren. Richard Strauss‘ Rosenkavalier hat Christa Ludwig tatsächlich beinahe ihre ganzes, 50 lange Jahre andauerndes Bühnen-Leben begleitet: Ihren ersten Octavian probierte sie bereits mit 21 Jahren, als ihre Mutter – selbst Altistin und ihre einzige Lehrerin – ihr einen Klavierauszug schenkte, in dem sie hineingeschrieben hatte: „Jetzt für den Octavian und später für die Marschallin.“..

Zum Bericht
von Manfred A. Schmid
 
Man spielt wieder Rosenkavalier. Für’s Publikum. Nicht für die Kameras. Ein Fortschritt. Daß vor allem langgediente Hauskräfte überzeugen, die Vorstellung tragen, ein Lebenszeichen geben: wie schön. Die Ehrenrettung durch’s Ensemble… (So kann’s gehen.)..
http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=73EE895A-D840-2C66-6E87139901ED7744
Wien/ Staatsoper
Marlis Petersen: Vom süßen Mädel zur reifen Frau Bezahlartikel
Die Sopranistin dominierte mit ihrem Hausdebüt als Marschallin den „Rosenkavalier“ unter Philippe Jordan. Auch Louise Alder gefiel.
Die Presse.com

Berlin/ Philharmoniker
Die Pläne der Berliner Philharmoniker für 2021/22. So viel Petrenko gab es noch nie
In der kommenden Saison werden die Berliner Philharmoniker viel Tschaikowsky spielen – und zweimal in der Waldbühne auftreten.
Tagespiegel.de

Berlin: Puccinis Wild-West-Oper mit Stuntmen
– „La fanciulla del West“ an der Staatsoper Unter den Linden
Neue Musikzeitung/nmz.de

Premierenkritik: „La Fanciulla del West“ in der Staatsoper (Podcast)
https://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/kultur/202106/14/576932.html

Puccini für den Saal und fürs Autokino
Zustände wie im Wilden Westen: Zur Wiederaufnahme des Live-Spielbetriebs zeigt die Berliner Staatsoper eine Premiere gleich an zwei Orten.
Der Tagesspiegel

Berlin/ Deutsche Oper: „Rheingold“ in der Deutschen Oper
Am Anfang war ein Flügel
Tagesspiegel.de

OPER GRAZ: Jean Sibelius DER STURM

Bühnenmusik zu Shakespeare – Orchester, Rezitation und Gesang – 11. Juni 2021, Premiere & Grazer Erstaufführung

Foto: Oper Graz/ Oliver Wolf

https://deropernfreund.de/graz-12.html

Nationaltheater Mannheim: Eugen Onegin  am  13.6.2021

„Eugen Onegin“ . Foto: Nationaltheater Mannheim

Es war eine sogenannte White Wall Premiere. An einer weißen Wand (Entwurf: Anna-Sofia Kirsch) im mittleren Bühnenbereich sollen  Regisseure in der Coronazeit  ihre Ideen und Wünsche ans jeweilige Stück projizieren. Regisseurin Rahel Thiel brachte sich zuvörderst in der Briefszene mit selbstschreibenden behandschuhten Händen ein, manchmal auch mit einer dazugehörigen Person, die aber alles Russische immer wieder überschreibt, durchstreicht, oder mit dicken Ausrufezeichen versetzt etc., trotzdem ist der vollständige Text  am Ende in schöner Handschrift sichtbar. Allerdings stellt das keine genuin neue Idee dar…

Zum Bericht von Friedeon Rosén

Frankfurt
„Ariadne“ zur Wiedereröffnung der Oper Frankfurt: Leben musst du, liebes Leben
Frankfurter Rundschau

OPER FRANKFURT: HEUTE  UMBESETZUNG LIEDERABEND

Der Liederabend am
Dienstag, dem 15. Juni 2021, um 19.30 Uhr im Opernhaus

wird aufgrund der Erkrankung von Johannes Martin Kränzle (Bariton) kurzfristig von der Kölner Mezzosopranistin Anna Lucia Richter übernommen, die damit ihr Hausdebüt an der Oper Frankfurt gibt. Am Klavier begleitet wird sie von dem israelisch-südafrikanischen Pianisten Ammiel Bushakevitz. Auf dem Programm stehen Werke von Franz Schubert (1797-1828), Hugo Wolf (1860-1903) und Gustav Mahler (1860-1911).

Anna Lucia Richter. Foto: Kaupo Kikkas

Nürnberg: „The Rape of Lucretia“: Was man im Opernhaus über Gewalt lernen kann
https://www.nordbayern.de/kultur/the-rape-of-lucretia-was-man-im

Testen Sie Ihr Wissen im Klassik-Quiz – Folge 44
Eine feuchte Angelegenheit war das Quiz in der letzten Woche: Von der Moldau über die Donau und den Rhein ging es über den großen Teich zum Mississippi und schließlich … ja, in der Tat: zurück zum Rhein, denn in der Preisfrage suchten wir eine der Wagnerschen Rheintöchter, nämlich Floßhilde. Wir gratulieren herzlich Else Dowedeit aus Essen, die das nicht nur wusste, sondern auch das Glück hatte, aus der Lostrommel gezogen zu werden – Viel Spaß mit der Überraschungs-CD!
Guido Marquardt testet Ihr Klassikwissen
https://klassik-begeistert.de/das-klassik-quiz-folge-44/

Theater: Wien/ Akademietheater
Mystik, Missbrauch und Machismo
Daniel Kramer inszeniert am Wiener Akademietheater „Pelléas und Mélisande“ zwischen Traumdeutung und Traumatherapie.
Sueddeutsche Zeitung

Wien/ TAG
Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ am TAG: Lebenslügen, eisgekühlt
Susanne Lietzow inszeniert Edward Albees Alltime-Klassiker am Wiener TAG.
Wiener Zeitung

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

THE UNHOLY / USA / 2021
Drehbuch und Regie: Evan Spiliotopoulos
Mit: Jeffrey Dean Morgan, Cricket Brown, William Sadler u.a.

Wie oft hat man das schon gesehen? Junges Mädchen oder junge Frau behauptet, die Heilige Maria sei ihr erschienen. Die Kirche zweifelt, die Öffentlichkeit reagiert hysterisch-begeistert, die Medien überschlagen sich, und ein Journalist macht sich auf, die Betrügerin zu entlarven. Genau das ist auch die Vorgabe von „The Unholy“, nur mischt sich da in die Skepsis, mit der ein nicht-gläubiger Durchschnittsmensch „Wundern“ gegenüber steht, etwas anderes: Horror.

In diesem Film von Regisseur Evan Spiliotopoulos (sein Regiedebut, bisher war er stets nur Drehbuchautor) spielt der Teufel mit, und das gibt dann ein Gebräu, das ein wenig anders gemixt ist als üblich… und wo die Wurzeln des Bösen auch in der Vergangenheit liegen. Das Ganze basiert auf einem Roman von James Herbert, der für solche Geschichten bekannt ist.

Beim Prolog weiß man wie üblich nicht, was genau los ist, wenn eine junge Frau, die unerträglich schreit und kreischt (begreiflicherweise) offenbar als Hexe hingerichtet wird – später offenbaren sich die Fäden, die in die Zukunft führen. Da wird Banfield, Massachusetts, eine scheinbar ganz normale kleine Stadt davon erschüttert, dass die bis dahin taubstumme Nichte des örtlichen Father William Hagan, Alice Pagett, nicht nur plötzlich tadellos hört und spricht, sondern von einer Erscheinung der heiligen Maria berichtet, die dieses Wunder getan hätte – „Sie sagte, ihr Name sei Mary.“…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Das sind die EM-Ergebnisse von Montag: Spanien und Schweden trennen sich torlos. Ein glückloser Robert Lewandowski verliert mit Polen 1:2 gegen die Slowakei. Und Tschechien siegt gegen Schottland 2:0. Dabei gelingt dem sonst für Bayer Leverkusen stürmenden Patrik Schick ein Tor aus rund 50 Metern.
Zum Live-Blog
Die Nato wappnet sich gegen China: Nach vier schwierigen Jahren unter Donald Trump schliesst die nordatlantische Allianz wieder ihre Reihen und nimmt neben Russland künftig auch China ins Visier. Mit diesem Ergebnis ist am Montag in Brüssel der erste Nato-Gipfel mit Joe Biden zu Ende gegangen. Man schlage «ein neues Kapitel in den transatlantischen Beziehungen» auf, jubelte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.
Zum Bericht
Regierung Biden untersucht Affäre um die Ausspähung von Trump-Kritikern: Der amerikanische Justizminister Merrick Garland hat angesichts der Ausspähung von demokratischen Abgeordneten durch das Justizressort unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump Aufklärung und Konsequenzen versprochen.
Zu den neusten Entwicklungen
Ökologische Bürgerbewegungen erwachen in Serbien: Lange bewegten Umweltthemen die serbische Öffentlichkeit kaum. Doch mittlerweile kritisieren Naturschützer und Bürgerbewegungen mehrere Bauprojekte, weil dabei gesetzliche Umweltstandards missachtet würden. Im April demonstrierten mehr als 60 Bürgerbewegungen gegen die Verschmutzung von Luft und Wasser.
Zum Bericht
Finanzunternehmen befürchten neue Verbote nach Nein zum CO2-Gesetz: Banken und Versicherer befürworteten die gescheiterte Vorlage und wollen nun ihre eigenen Klimapläne weiterführen. Doch die Linke hat sie bereits ins Visier genommen: Die Klimastreikbewegung fordert ein Verbot von «klimaschädigenden Investitionen», die SP bereitet unter dem Schlachtruf «Erdöllobby stoppen!» eine Initiative für einen sauberen Finanzplatz vor.
Zum Bericht

Österreich
Wenn Impfungen verschwinden: Die Fehler im Elektronischen Impfpass
Bei einem Wiener fehlt eine Impfung in seinem Elektronischen Impfpass. Eine von unzähligen Pannen. Wie diese schnell und unkompliziert behoben werden sollen, ist noch immer nicht geregelt.
Die Presse.com

Wie Millionen zwischen Austria Wien, OMV und russischen Gas-Konzernen fließen
24 Millionen – die OMV sponsert den Lieblingsklub Putins mit fast der gleichen Summe, wie die Gazprom die Wiener Austria. Zufall? Der Fall liegt bei der Oberstaatsanwaltschaft.
Kurier.at

Ich wünsche einen schönen Tag. Es wird heiß. Passen Sie auf sich auf, für ältere Semester ist Sonne kein Grund zum Jubel. Ohne drei Liter Mineralwasser komme ich nicht durch den Tag!

A.C.

 
 

 

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