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15. JUNI 2020 – Montag

15.06.2020 | Tageskommentar

 

Die Mode-Designer haben „die Maske“ entdeckt – und jetzt soll der Trend schon wieder zu Ende sein?

Heute ist in weiten Bereichen Österreichs die Verpflichtung, Mund- und Nasenschutz zu tragen, gefallen. Das heisst nicht, dass Sie keine „Maske“ tragen dürfen – sie werden bloß nicht dazu gezwungen. In den „Öffis“ und im medizinischen Bereich gilt die Maskenpflicht nach wie vor.

Pikanterweise wäre heute an der Wiener Staatsoper Die „Maskenball“-Premiere gewesen. Corona hat es verhindert! Jetzt bleibt uns der „Zuckerl-Rosa-Maskenball“ wohl noch eine Weile erhalten – falls ihn der Direktor überhaupt noch ansetzt!

Heute fallen die Masken fast überall
Beim Einkaufen und in Gasthäusern muss kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden. Einige Ausnahmen bleiben bestehen.
Salzburger Nachrichten

Anschober-Appell: Wenn es „zu eng“ wird, freiwillig Maske tragen
Trotz der guten Zahlen müssten „wir weiterhin höchst aufmerksam sein und im Alltag konsequent die Hygienemaßnahmen und den Mindestabstand einhalten“, sagt der Minister.
Kurier

Riccardo Muti ist kein Freund der Maske – und hat im Musikverein ein Politisches Manifest verlesen

Auszug aus dem „Standard“ / Daniel Ender: Eine empirische Erhebung, ob das Publikum die Musikerinnen und Musiker in den vergangenen Monaten mehr vermisst habe als umgekehrt, existiert noch nicht. Doch wollte Riccardo Muti das Podium des Musikvereins nach der gestrigen Matinee nicht verlassen, ohne über die aktuelle Situation zu sinnieren.

Seine Mahnung an die Politik, in Zeiten der wirtschaftlichen Krise nicht auf die Kultur zu vergessen, erntete ebenso Applaus wie die Feststellung, ein Orchester sei die Urform der Demokratie. Die Empfehlung, man solle nicht zu viel Mund-Nasen-Schutz tragen, um genügend Sauerstoff zu bekommen, untermauerte er, indem er selbst als Einziger im Saal darauf verzichtete. Ansonsten knüpfte er mit den Wiener Philharmonikern nahtlos an die Prä-Corona-Tradition an.

Wien/ Musikverein
Wieder da! – Riccardo Muti und die Philharmoniker
Die Wiener Philharmoniker im Musikverein: Dirigent Riccardo Muti erwies sich nicht als Freund des Mund-Nasen-Schutzes
Der Standard

München/ Bayerische Staatsoper
Livestream aus der Oper: „Fester Samstag“ im Nationaltheater

Holger Falk als König, der den Vögeln das Singen beibringen möchte Foto: Wilfried Hösl

Nicht nur gefesselt ist der verrückte König auf seinem Thron, der an einen elektrischen Stuhl gemahnt, sondern dazu noch im ganzen Gesicht weiß eingebunden, als ob er von den stummen Ärzten in ihren Kitteln und OP-Masken anonym gemacht werden sollte: Seine Vermummung bedeckt auch die Augen. So gesehen ist er noch übler dran als die 50 Zuhörer, die, auf der Bühne der Bayerischen Staatsoper postiert, in Coronazeiten den Mund-Nase-Schutz nicht abnehmen dürfen. Doch das kann man schon aushalten, zumal der Liederzyklus „Eight Songs for a Mad King“ („Acht Lieder für einen verrückten König“) von Peter Maxwell Davies nur eine halbe Stunde dauert.
Münchner Abendzeitung

Was sagt unser Musikgeschmack über uns aus?
Die Elite hört Klassik, Büroangestellte seichte Popmusik und Intellektuelle avantgardistischen Jazz. Sagt der Musikgeschmack tatsächlich etwas über den sozialen Status aus, oder haben sich die Geschmacksgrenzen durch die Digitalisierung aufgelöst?
http://www.quarks.de/gesellschaft/psychologie/was-sagt-unser-musikgesch

ARENA DI VERONA – das Programm steht fest – wie viele Besucher dabei sein können, aber noch nicht!

 

Auf „Scopri“ klicken und dann auf Cast, finden sich die Teilnehmer und Programm Details.

https://www.arena.it/arena/it/season/programma-arena-di-verona.html

Interessant: Gustav Kuhn dirigiert den Wagner-Abend am 7. August

Gustav Kuhn (links im Bild) – vor vielen jahren – mit Luciano Pavarotti. Natürlich essend…

Insider halten eine Rückkehr Kuhns nach Erl für nicht ausgeschlossen – immerhin gab es für ihn keine Verurteilung nach dem Strafrecht – und befreundet sind Kuhn und Mäzen Haselsteiner nach wie vor!

Außerdem haben wir derzeit auch wohl andere Sorgen – nicht nur Corona!

Zehn Fragen an die österreichisch-israelische Chansonnière Timna Brauer: „Es ist eine Freude, das Zepter weiterzureichen!“
„Für mich ist der herkömmliche Heimat-Begriff obsolet. Wirklich zu Hause, in meinem wahren Element, fühle ich mich in meiner schöpferischen Tätigkeit des Komponierens, Malens und Schreibens im Atelier und im Tonstudio einerseits und andererseits im unmittelbaren Wirken auf der Bühne.“
Timna Brauer ist die bekannteste, vielseitigste und für viele auch beste Chansonnière Österreichs. Sie lebt in Wien, Ein Hod und Jaffa; ihr Repertoire reicht von israelischer Folklore, französischen Chansons zu Jazz und jiddischen Liedern.
Interview: Charles E. Ritterband
Klassik-begeistert

Stream-Empfehlung: Romeo Castellucci inszeniert „Die Zauberflöte“!
Brüsseler Opernhaus La Monnaie/De Munt

 

Empfehlung Stream: https://www.arte.tv/de/videos/082237-000-A/romeo-castellucci-inszeniert-die-zauberfloete/

TTT: Das Thema Stream-Empfehlung ist sicher schon ausgelutscht, aber ich bin regelrecht benommen von dieser Inszenierung – das war wirklich toll. Das kann Musiktheater also auch!

Er erste Akt war „Schnick – Schnack“, aber der 2 Akt war ungeheuer heutig, berührend und tiefgründig, gegen alle meine puristischen Punkte bzgl. Werkimmanenz etc. – es war auch nicht Schikaneder sondern Castellucci, aber das mit so einer emotionalen Wucht, dass ich begeistert bin.

Brüssel
La Monnaie Announces Changes for 2020-21 Season
https://operawire.com/la-monnaie-announces-changes-for-2020-21-season/

Buchbesprechung: Gerhard Loibelsberger ALLES GELD DER WELT
Ein Roman aus Wien im Jahr 1873
348 Seiten, Verlag Gmeiner, 2020

Besuchen Sie Renate Wagners BUCHRUBRIK

Wer in den letzten Jahren zu den Werken von Gerhard Loibelsberger gegriffen hat, konnte erwarten, seinem urigen Polizeikommissar Nechyba zu begegnen und mit ihm im Wien der ausklingenden Monarchie auf Verbrecherjagd zu gehen. Aber mit dem Jahr 1918 hat der Autor offenbar mit Nechyba abgeschlossen – und ist mit seinem neuen Buch zwar in der Kaiserzeit geblieben, aber von Mord und Totschlag abgerückt. Dennoch könnte man sagen, dass es auch in „Alles Geld der Welt“ um Verbrechen geht – denn die Geschäfte, die rund um die Weltausstellung und den Börsenkrach von 1873 gemacht wurden, waren alles andere als lupenrein.

Wie so oft bei Loibelsberger marschieren auch historische Persönlichkeiten durch das Geschehen, aber die zentrale Geschichte des Bankhauses Strauch ist erfunden, wenn auch absolut typisch für die damalige Epoche. Der Vater, der noch Aaron Rosenstrauch hieß und sich nach dem Wiener Kongress als Geldverleiher der Adeligen etablierte, ist zu Beginn des Buches, das vom Jänner bis zum Juli 1873 handelt (mit einem Epilog darüber hinaus), tot. Durch Taufe und grenzenlose Bemühungen hat er sich in einen Antonius von Strauch verwandelt, und sein Sohn, „der Herr Baron“, Heinrich von Strauch, ist Held der Geschichte, in der es um viel Geld und schmutzige Geschäfte geht…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Wien/ Albertina Modern
Albrechtina: Ein Debüt mit Privatbeteiligung
In der Ausstellung gibt es auch Ware aus dem Kunsthandel und Werke aus dem Wohnzimmer des Hausherrn zu sehen
Der Standard

ORF „kulturMontag“ am 15. Juni: Phänomen des Reisens, EU an ihren Grenzen, Kulturzug nach Seefeld

 Außerdem: Dokumentation „Laurel und Hardy: Die komische Liebesgeschichte von ‚Dick & Doof‘“

Wien (OTS) – Der von Martin Traxl präsentierte „kulturMontag“ am 15. Juni 2020 um 22.30 Uhr in ORF 2 widmet sich u. a. dem Phänomen des Reisens und der Zukunft des Tourismus post Corona, fragt, wie krisen- und zukunftsfest die EU ist und stellt die Kulturzug-Initiative von Unternehmerin Elisabeth Gürtler vor, mit der die Kunst- und Kulturschaffenden in Österreich noch mehr Fahrt aufnehmen sollen. Anschließend an das Magazin steht anlässlich des 130. Geburtstags des Komikers Stan Laurel die Dokumentation „Laurel und Hardy: Die komische Liebesgeschichte von ‚Dick & Doof‘“ (23.15 Uhr) auf dem Programm.

DER WEGSCHEIDER/ SERVUS TV : Dr. Ferdinand Wegscheider und sein Wochenkommentar

 

ZUM VIDEO

Die neue Weltordnung
Die bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen haben die USA völlig unvorbereitet getroffen. Die EU hat vorgesorgt: Europas politische Eliten sind auf den Zerfall des Mittelstandes samt Aufständen von Bürgern vorbereitet. Willkommen in der neuen Weltordnung!
http://www.tawa-news.com/die-neue-weltordnung/

Österreich
Was kommt nach der Kurzarbeit? Vier mögliche Szenarien
Analyse: Die Krise hinterlässt tiefe Spuren auf dem Arbeitsmarkt. Wie es nach dem Sommer mit der Beschäftigung weitergeht
Kurier

1.161 000 Personen waren zur Kurzarbeit angemeldet, nach dem „Rasanten Aufschwung“ der Wirtschaft sind es lediglich 200 000 weniger. Gar so gut wird das Kalkül „Rettung der Arbeitsplätze“ nicht aufgehen!

Autofreie Wiener City: Fahrverbot in der Innenstadt geplant
Die Details sind noch offen, umgesetzt werden könnte das Vorhaben aber noch vor der Wien-Wahl im Herbst.
Kurier

Ich selbst habe überhaupt kein Problem damit, mit dem Auto war ich schon lange Zeit nicht im inneren Ring-Bereich. Es handelt sich auch um kein Fahrverbot, sondern um einen Beschränkung des Autoverkehrs. Anrainer, Zustelldienste, die Zufahrt zu Parkgaragen etc. müssen ausgenommen werden! Was bleibt dann übrig? Die Jagd auf Autos mit ausländischen Kennzeichen, deren Fahrer keine gute Erklärung vorbereitet haben!

Wenn es ein Wahlschlager werden soll, dann soll es eben so sein!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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