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15. JÄNNER 2021 – Freitag

15.01.2021 | Tageskommentar

Inszeniert Hermann Nitsch heuer die „Walküre“ in Bayreuth? Die Frau des Künstlers heizt die Stimmung mit Orakel an. Foto: Wikipedia

Hermann Nitsch könnte heuer im Juli auf dem Grünen Hügel von Bayreuth „Die Walküre“ aus Wagners „Ring“-Tetralogie inszenieren. Das vermeldet das Magazin „News“. „Es war immer mein Traum, in Bayreuth zu inszenieren. Vielleicht wird es ja einmal Wirklichkeit“, sagte der 82-Jährige dem Nachrichtenmagazin. Derzeit verdichten sich die Hinweise auf das ungewöhnliche Engagement.

Schließlich hatte Festspielchefin Katharina Wagner im Dezember die Pläne für den Sommer 2021 umrissen und dabei drei Vorstellungen der „Walküre“ in Aussicht gestellt, wobei sie geheimnisvoll von einem „namhaften Performance-Künstler“ als Regisseur gesprochen hatte.

Das dürfte nun also Nitsch sein. „Wagner hat mich mein ganzes Leben fasziniert. Wegen dieser wunderbaren, schwelgerischen, sinnlichen Musik, die den Klang über die Melodie hinaus zum Blühen bringt“, sagte Nitsch „News“.

Nitsch ist im Opernbereich nicht unerfahren, inszenierte er doch bereits 1995 an der Staatsoper Massenets „Herodiade“, 2007 Schumanns „Faust“-Szenen in Zürich und zeichnete 2001 für Bühnenbild und Kostüme bei Philip Glass’ „Satyagraha“ in St. Pölten verantwortlich.

Ein weiteres Indiz für das Nitsch-Engagement in Bayreuth dürfte der Umstand sein, dass der Künstler für Juli eine neue Inszenierung seines Sechstagespiels in seinem Schloss in Prinzendorf angekündigt hat – ursprünglich ab dem 26. Juli, was aber „aus Termingründen“ vor Kurzem um drei Wochen, auf den 5. Juli, nach vorne verlegt wurde.

Unbeschadet dieser Frage bleibt die Arbeit des ebenfalls österreichischen Nachwuchsregisseurs Valentin Schwarz, der eigentlich 2020 den gesamten „Ring“ für Bayreuth neu gestalten sollte, bevor die coronavirusbedingte Absage der Festspiele kam. Für Schwarz soll es nun im kommenden Jahr so weit sein.

https://orf.at/stories/3197302/

Dem widerspricht Rita Nitsch, Frau und Stütze ihres Hermann: Von Inszenieren ist keine Rede“, so Rita Nitsch. Es liefen tatsächlich Gespräche mit Bayreuth, eine Mitwirkung an der geplanten „Walküre“ betreffend. Dabei gehe es aber weder um die Inszenierung noch um die Ausstattung. „Es betrifft eine ganz andere Sache. Und die Verträge sind auch noch gar nicht unterzeichnet.“ (Quelle: „Die Presse“)

Das ist jetzt das Nitsch-Orakel. Wenn er weder Regisseur noch Ausstatter ist, was macht er dann bei der „Walküre“. Dirigieren? Wohl kaum! Singen? Etwa den Siegmund oder den Wotan? Auch daran ist nicht zu glauben! Hunding? Vom Optischen her möglich, auch wenn er Siegmund wahrscheinlich im Rollator nachjagen müsste.

Diese Meldung spiegelt die Verzweiflung der Kulturjournalisten wider, denen bald der „Blaue Brief“ ins Haus stehen könnte. Es gibt nichts aus der Branche zu berichten, nur ein tägliches Lamento bleibt anzustimmen.

Also stürzen sich die AMS-Kandidaten auf diese Meldung, die in normalen Zeiten eine Fußnote wert wäre, auf Hermann Nitsch, der auch schon bessere Medien-Zeiten erlebt hat.

Was wird Nitsch wohl – wenn überhaupt – in Bayreuth machen? Er wird wohl einige seiner Werke präsentieren – im Foyer oder nicht einmal dort. Ich bin gespannt! Also hat der Irrsinn auch mich bereits erfasst, denn zu Normalzeiten interessieren mich die Erzählungen der Rita Nitsch wohl kaum.

Hermann Nitsch mit Bayreuth über „Walküre“ in Gesprächen
Starkünstler Hermann Nitsch könnte heuer im Juli am Grünen Hügel von Bayreuth an Wagners „Die Walküre“ mitwirken. „Es war immer mein Traum, in Bayreuth zu inszenieren. Vielleicht wird es ja einmal Wirklichkeit“, zeigte sich der 82-Jährige dem Nachrichtenmagazin „News“ gegenüber kryptisch verschmitzt. Allerdings dementierte die Frau des Künstlers, Rita Nitsch, gegenüber der APA, Meldungen, es könne sich bei dem Engagement um die Regie des Werks handeln.
VOL.at

Wird Hermann Nitsch an Bayreuther „Walküre“ mitarbeiten?
Man sei in Gesprächen über eine Mitwirkung an der geplanten „Walküre“, aber „von Inszenieren ist keine Rede“, sagt seine Ehefrau.
Die Presse

Die Wiener Staatsoper spielt Nabucco am 22.1 um 16,30 h. TV-Ausstrahlung am 24.1.

Atemlos berichtet uns das Dr. Karl-Heinz Roschitz von der „Kronen Zeitung – und nennt auch die Beginnzeit, obwohl ohnedies nur „die wackeren Zehn“ (gemeint ist der „Roscic-Journalistenkreis“) in der Oper anwesend sein dürfen und diese wohl kaum den Herrn Dr. Roschitz zur Terminerinnerung brauchen. Herr Roschitz will uns damit sagen, dass er zum erlauchten Kreis gehört. Gratulation, Dottore!

Wir gehören nicht dazu (wir haben gar nicht angefragt und werden folglich auch gar nicht eingeladen, vermutlich haben wir uns damit eine Abfuhr erspart). Dadurch wird der Online-Merker immens aufgewertet, denn die Opernfreunde wissen, wer fair, aber ohne Rücksichtnahme auf erwiesene Begünstigungen berichten kann.

Ob nun bereits am 22.1. gestreamt wird, ist dem Orakel (scheinen derzeit modern zu sein- siehe Rita Nitsch) nicht zu entnehmen (die Roschitz-Meldung finden Sie in den heutigen Infos des Tages). Wir werden es wohl am kommenden Montag erfahren – und bis dahin können wir unsere Neugierde gerade noch zügeln!

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Nach der Nabucco-Probe in Wien

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Am 13. Jänner 1910 fand die erste Radioübertragung aus der MET statt.

Cavalleria rusticana und Pagliacci, natürlich mit Enrico Caruso

 

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=1576656065852556&id=494867887364718&sfnsn=mo

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Die Mailänder Scala probt „COSI FAN TUTTE“ in der Inszenierung von Michael Hampe

 

ono in corso le prove di Così fan tutte di Mozart diretto dal M° Giovanni Antonini nell’allestimento di Michael Hampe con le scene di Mauro Pagano, ripreso da Lorenza Cantini. Nel cast Eleonora Buratto (Fiordiligi), Emily D’Angelo (Dorabella), Bogdan Volkov – Tenor (Ferrando) Alessio Arduini (Guglielmo), Federica Guida – Soprano (Despina) e Pietro Spagnoli, musicante teatrale (Don Alfonso).

https://www.facebook.com/18928728164/posts/10158231950608165/?sfnsn=mo

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JUAN DIEGO FLOREZ FEIERT DEN 48er IN SOFIA, WO ER DERZEIT GASTIERT

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GÜNTHER GROISSBÖCK HÄLT SICH MIT BERGTOUREN FIT und versucht, den ganzen Jammer in der Theaterszene zu vergessen!

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Auch in Lissabon wird geprobt und gespielt: Lorenzo Viotti ist ganz gut im Geschäft (oder eben ein Medienprofi)

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Auch Ailyn Perez singt heute in Lissabon – bevor auch dort der nächste Lockdown beginnt

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Berlin
Berliner Theater und Konzerthäuser bleiben mindestens bis Ostern dicht
Mindestens bis Anfang April werden die Berliner Bühnen geschlossen bleiben. Das haben die Intendanten gemeinsam mit Berlins Kultursenator Lederer (Linke) beschlossen. Die hohen Infektionszahlen ließen ihnen keine andere Wahl, hieß es.
https://www.rbb24.de/kultur/thema/corona/beitraege/2021/01/theater

Neue Aerosol-Studie macht Hoffnung
Praktisch keine Gefahr im Konzertsaal
Mund-Nasen-Schutz und Belüftungsanlage – und schon ist eine Infektion so gut wie ausgeschlossen. Zu dem Ergebnis kam eine Studie des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt. Drei Tage lang untersuchten sie die räumliche Ausbreitung von CO2 und Aerosolen im Zuschauerraum des Konzerthaus Dortmund. Das Ergebnis ist eine echte Perspektive für die Wiedereröffnung der Kulturstätten nach dem Lockdown. Theoretisch kann dann sogar wieder jeder Platz besetzt werden. In der Praxis bleibt das „Schachbrettmuster“ im Zuschauerraum das Mittel der Wahl.
BR-Klassik.de

Corona-Studie macht Hoffnung: Kaum Ansteckungsgefahr in Konzertsälen und Theatern
Münchner Merkur

TTT zu diesen Ausführungen:

Das hat die Welt gebraucht – Wichtigtuerei – grammatisch könnten Indikativ und Konjunktiv (Wirklich – und Möglichkeitsform) genutzt werden – Hier wird der Konjunktiv genutzt:  Möglichkeiten sind keine Wirklichkeit – also in gegenwärtiger Situation nur lebensgefährliche Schaumschlägerei!

Corona-Studie macht Hoffnung: Kaum (also doch) Ansteckungsgefahr in Konzertsälen und Theatern
Die Ansteckungsgefahr in Konzertsälen und Theatern sei (nicht ist) viel niedriger als befürchtet, ist ein Ergebnis. Mehr noch: Die Hälfte der Plätze könne (nicht kann) unter bestimmten Voraussetzungen fast ohne Ansteckungsgefahr belegt werden. Durchgeführt wurde diese Studie im Dortmunder Konzerthaus.
Dortmunder Ergebnisse offenbar (nicht tatsächlich) übertragbar auf andere Säle
Auch bei dicht sitzendem Publikum mit Mund-Nasenschutz gibt es laut Fraunhofer Institut kaum Ansteckungsgefahren durch Aerosole.
Wichtig sei immer, dass die Luft nach oben abgesaugt wird. Das gesamte Volumen müsse dabei wie in Dortmund in rund 20 Minuten austauschbar
„Dann kann man eine Infektion nahezu ausschließen“, sagte er dem Deutschlandfunk. Der Mund-Nasenschutz, darauf wird in der Studie hingewiesen, sei weniger erforderlich für das Sitzen im Saal, sondern vielmehr bei Engpässen wie an Eingängen oder Garderoben.
Bei entsprechenden Hygiene-Konzepten, so ergab die Untersuchung, könnten problemlos 500 Plätze besetzt werden.
Damit liefern die Wissenschaftler Argumente, die Kultur im Vergleich zu Restaurants oder Läden womöglich bevorzugt zu behandeln. Das käme dem Publikum zugute, …

Was ist das alles? Hoffen und Harren – beschämend in gefährlichen Zeiten mit solch möglichen, aber nicht eindeutigen Unwägbarkeiten Menschen zu verunsichern. Wichtigtuerei ohne tatsächliche Fakten!

Frust der Kulturschaffenden nimmt zu
Theater, Konzertsäle, Museen und Galerien sind geschlossen. Hinter den Kulissen wird trotzdem intensiv weiter gearbeitet und geprobt. Wann die neuen Produktionen vor Publikum gezeigt werden können, ist derzeit völlig unklar. Diese Strategie könnte auch zu einem Stau von Stücken führen.
https://tirol.orf.at/stories/3084757/

Der Frust nimmt zu! Dennoch, die „Kulturschaffenden bleiben abhängig und werden in hoffentlich bald wiederkehrenden Normalzeiten ihren Peinigern den roten Teppich ausrollen und auf allen vieren entgegenkriechen. Wetten, dass?

Krim
Kommentar: Wir bauen nicht für Putin
Der Bau eines Opernhauses auf der Krim hat eine Debatte über Architektur und Moral entfacht. Doch relevant ist, was Architekten bauen und wie sie Architektur verwirklichen
https://www.derstandard.at/story/2000123277742/wir-bauen-nicht-fuer-putin

TV: Peter Schneeberger wird neuer Moderator des ORF-„Kulturmontag“
48-Jähriger hat am 1. Februar seinen ersten Einsatz – Folgt als Co-Moderator auf Martin Traxl
Der Standard

Peter Schneeberger ist als sehr angepasster Kulturmoderator bekannt, böse Zungen – aber schon wirklich ganz böse – sprechen von „Barbara Rett zum Quadrat“. Ob der Mitglied der „Erlauchten Zehn“ mit Sitz in der Staatsoper ist, weiß ich nicht – aber sollte er es noch nicht sein, würden die Zehn wie eine Fußballmannschaft auf Elf aufgestockt werden!

Und das lesen Sie nur in der Neuen Zürcher Zeitung: : Die CDU wählt ihren neuen Vorsitzenden, die inhaltliche Neubestimmung der Partei wird sich aber noch lange hinziehen. 16 Jahre Regierungstätigkeit haben alle Kanten geglättet. Die CDU müsse sich jetzt entscheiden, ob sie weitermarschiere wie bisher oder ob sie neue Impulse setzen wolle, schreibt der NZZ-Chefredaktor Eric Gujer in «Der andere Blick». Die Partei sucht einen Vorsitzenden, der alles kann. Zum Kommentar

Siegfried Fischbacher: Der Magier ist tot
Siegfried und Roy sind beide gestorben. Ein glanzvolles Kapitel deutsch-amerikanischer Unterhaltung ist zu Ende
https://kurier.at/kultur/siegfried-fischbacher-der-magier-ist-tot/401156475

Jochberg/ Tirol
Britische Skilehrer sollen in Tirol „nonstop“ Party gemacht haben
Unterdessen liegen die PCR-Testergebnisse aus Jochberg vor: Nur bei einer Person liegt der Verdacht auf die britische Mutation vor.
Kurier

Dass Briten sich nicht als Skilehrer eignen, kann man an den Ergebnislisten des alpinen Skisportes leicht ablesen. Was haben sie also in Jochberg gemacht? Richtig! Party feiern können auch die Briten!

Lauterbach bringt Industrieschließung ins Spiel
WHO: Geschwindigkeit der Ansteckungen nimmt zu + Lockdown-Verschärfung in Deutschland? + Mutation verbreitet sich wohl eher unter Kindern + Der Newsblog.
Tagesspiegel

Der Herr Lauterbach hat sogar vor dem Kauf von Weihnachtsgeschenken gewarnt: „Das Geschenk sollen wir sein“. Man stelle sich also den Herrn Lauterbach als Weihnachtsgeschenk vor! Der würde sofort umgetauscht werden, aber welcher Händler würde den zurücknehmen? Dann eher Geld zurück und behalten Sie die Ware!

Im Zuge der Verschärfungen des Lockdowns ist auch bei uns die 15 km-Regel (man darf sich nur im Umkreis von 15 km vom Wohnort entfernt bewegen) im Gespräch. Wie komme ich zu meinem Wochenendhaus, das 20 km von der Wiener Adresse entfernt ist? Ich werde dem Familienrat vorschlagen, ein Zimmerl in Hawei anzumieten (nicht auf Hawaii, sondern in Hadersdorf/Weidlingau), bis dahin sind es 12 km. Dort Zwischenstopp – und dann die restlichen 8 km nach Mauerbach. Geht doch, wenn man nur will!

Österreich
Sozialversicherung mahnt Beiträge von Selbstständigen ein
SVS-Obmann Peter Lehner erklärt im KURIER-Interview, warum er ausgerechnet jetzt ans Zahlen erinnert.
Kurier

Dass die großzügig gewährten „Stundungen“ zurückgezahlt werden müssen, ist doch klar. Nur besondere Naivlinge können glauben, dass man im Leben etwas geschenkt bekommt. Das Erwachen wird bitter werden – und steht unmittelbar bevor. Anderseits, es handelt sich um eine Versicherung, die ihrerseits Leistungen zu erbringen hat. Aber daran denken viele Menschen leider nicht – wie überhaupt das Denken in letzter Zeit aus der Mode gekommen ist und möglicherweise auch verboten werden sollte. Haben Sie schon darüber nachgedacht, Herr Innenminister?

Trotzdem, haben Sie einen schönen Tag! In den Morgenstunden gab es Wien leichten Flockdown.

A.C.

 

 

 

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