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15. FEBRUAR 2021 – Montag

15.02.2021 | Tageskommentar

Es fehlt etwas in Zeiten wie diesen – nämlich die spontane Publikumsreaktion. Regisseure müssen nicht mehr mit schlotternden Knien dem Schlussapplaus zustreben

Wie hätte das Publikum auf Tcherniakovs“Freischütz“ reagiert? Wohl wie sonst: Buh- und Bravorufe hätten sich die Waage gehalten – wie übrigens auch bei den bemerkenswert wenigen Rezensionen, die „am Tag danach“ aufzutreiben waren.

Ich gehe davon aus, dass jeder Leser, den der Münchner „Freischütz“ interessiert, sich mittels Live-Stream selbst ein Bild gemacht hat. Die Schluss-Szene habe ich mir gestern viermal angeschaut, ohne sie ein einzigesMal voll zu durschauen.  Also: Agathe bricht beim Schuss zusammen, steht dann wieder auf, um zu dem durch den vom  Komponisten vorgegeben Happy End vokal beizutragen, um dann plötzlich wieder umzufallen. Ist sie tot? Oder nur ohnmächtig? Max war die ganze Zeit über schon ein Fall für die Psychiatrie!

Fragen über Fragen, die Dmitri Tcherniakov da offen lässt. Ist das der neue Stil? Die „Krimi-Oper“im „Tatort-Stil“?

Trotzdem, es ist was los in der Oper, und dafür bin ich dankbar. Nach meinen ersten beiden Begegnungen mit dem russischen Regisseur war ich interessiert bis begeistert. Nun konstatiere ich, dass er stets das selbe Strickmuster verwendet (wie eben ein Mensch seine Handschrift nicht verleugnen kann). Ich werde mir nun etwas Tcherniakov-Abstinenz auferlegen, vielleicht verteidige ich ihn dann wieder gegen „Amici“ Michael Tanzler und Co., mit dem mich manche Meinung verbindet, nur meist nicht die über Opern-Inszenierungen.

Hoffentlich (gemeint ist damit „coronabedingt“, denn eine Absage möchte ich trotz des drohenden Regiekünstlers nicht) steht uns in Wien aber nun Herr Serebrennikov ins Haus. Der ist zwar auch Russe, aber von der Qualität seiner Arbeit her trennen ihn von Tcherniakov Welten – das ist meine subjektive Meinung. Serebrennikov ist eigentlich Märtyrer von Beruf, weniger Regisseur. Ich bin gespannt!

Den Armen hat man nun in Moskau seinen Intendantenjob weggenommen und er ist angeblich ziemlich depressiv. Die Gage aus Wien wird ihn aufheitern!

Im Leben geht mancher Schuss daneben
Niemand, nicht mal der böse und mächtige Samiel, trifft immer ins Schwarze. Aber so komplett daneben wie dieser szenisch verschossene „Freischütz“ gehen zum Glück dann doch nicht viele Inszenierungen. Mitleid und Respekt verdienen die durchweg guten, teils phantastischen Sängerinnen und Musiker – erstaunlich, wieviel sie, rein musikalisch, dem szenischen Vakuum abtrotzen können.
BR-Klassik-de

„Der Freischütz“ an der Bayerischen Staatsoper: 24 Stunden Psychothriller im Zeitraffer
DeutschlandfunkKultur

„Der Freischütz“ an der Bayerischen Staatsoper:Es gibt Flaschenbier
Nur als Stream, aber trotzdem brillant: „Der Freischütz“ an der Bayerischen Staatsoper.
https://www.sueddeutsche.de/kultur/der-freischuetz-bayerische-staatsoper-1.5205993

Staatsoper Berlin: „Jenufa“ mit hervorragenden Kritiken, aber etwas weniger aufregend

Camilla Nylund. Foto: Staatsoper Berlin/ Bernd Uhlig

Jenufa – künstlerisch nicht zu übertreffen
Sie sind so wahrhaftig. Sie leben ihre Gefühle. Liebe, Mütterlichkeit, Hass, Neid, Verachtung, Vergebung. Die Frauen in Leoš Janačeks Jenufa sind das starke Geschlecht. Die Geschichte hat eine Frau geschrieben, Gabriela Preissova, sie erzählt von der Dorfschönheit Jenufa, schwanger vom eitlen Steva, verunstaltet vom zurückgewiesenen Laca. Die Stiefmutter ermordet das Kind, und dennoch endet das Drama in Liebe.
BR-Klassik.de

„Jenufa“ Unter den Linden: Entkerntes Beziehungsdrama
Es gelingt eine Aufführung von großer Geschlossenheit und Intensität.
Auch diese Premiere der Berliner Staatsoper konnte bedingt durch die Pandemie nur vor leerem Haus als Lifestream stattfinden. Dankbar greift man auf diese Möglichkeit zurück, besser als gar keine Oper ist das Bildschirmerlebnis allemal.
Offenbar hat sich der Regisseur Damiano Michieletto für das Thema Reduktion als Programm entschieden. Ein Bühnenbild im eigentlichen Sinn gibt es nicht, der Bühnenraum ist durch Milchglaswände begrenzt, auf Sitzbänken und Tischen sind Gegenstände zu sehen, die jeweils einer der handelnden Personen zuzuordnen sind. Bei der Küsterin sind es sakrale Gegenstände und Kerzen.
von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert

Der Chor war im Zuschauerraum platziert, was den Vorteil hatte, dass die Choristen auch für den Schlussapplaus sorgen konnten. Ein Mann am Mischpult kann zwar auch keine Wunder vollbringen, aber zumindest konnte man mit Schlussapplaus dienen.

In München hat man sich die Peinlichkeit erspart!

MADRID: SIEGFRIED – vor Publikum, mit den Harfen in den Logen!

Madrid: Besucherraum in Corona-Besetzung. Foto: Klaus Billand

Zumindest einen „würdigen“ Schlussapplaus brachte man in Madrid zustande. Foto: Klaus Billand

Das Interview mit Lothar Koenigs: Vom Dirigenten zum Essensausfahrer

Von den Opernhäusern in Wien, Mailand und New York ging es für Lothar Koenigs direkt nach Oberursel: Als dem Dirigenten aufgrund der Corona-Pandemie die Engagements wegbrachen, wollte er die Zeit nutzen, um etwas Sinnvolles zu tun. Mit seinem Mini-Job bei „Essen auf Rädern“ hat er am Ende aber auch sich selbst geholfen. ..

...Als er im vergangenen Jahr quasi zum Nichtstun verdammt war, wollte er etwas Sinnvolles tun und ging einen ungewöhnlichen Schritt: Über die Arbeitsagentur suchte er online nach einer passenden Aufgabe und fand einen Job als Fahrer für „Essen auf Rädern“ bei der Arbeiterwohlfahrt.

„Da kam diese Stelle der AWO von der Traute und Hans Matthöfer Stiftung in Oberursel, dass sie einen Fahrer für Essen auf Rädern suchen, und ich hab mich da einfach beworben“, erzählt Koenigs. Sowas habe er vorher noch nie gemacht. Als er zunächst mal keine Antwort bekam, vermutlich weil er als Dirigent überqualifiziert war, hakte er nochmal nach und reichte ein polizeiliches Führungszeugnis ein – mit Erfolg. Er bekam die Stelle auf Basis eines Mini-Jobs von 450 Euro. „Aber es ging wirklich nicht ums Geld zunächst mal. Es ging einfach darum, etwas Gutes zu tun,

https://www.hr-inforadio.de/programm/das-interview/das-interview-mit-lothar-koenigs-vom-dirigenten-zum-essensausfahrer,lothar-koenigs-104.html

Vor den Vorhang, Maestro!

METROPOLITAN OPER: DER STREAM-PLAN bis zum 28. Februar

Week 49
Franco Zeffirelli Week

Franco Zeffirelli. Foto: Wikipedia

Monday, February 15
Puccini’s La Bohème
Starring Angela Gheorghiu, Ainhoa Arteta, Ramón Vargas, Ludovic Tézier, and Oren Gradus, conducted by Nicola Luisotti. Production by Franco Zeffirelli. From April 5, 2008.

Tuesday, February 16
Verdi’s Falstaff
Starring Mirella Freni, Barbara Bonney, Marilyn Horne, Bruno Pola, and Paul Plishka, conducted by James Levine. Production by Franco Zeffirelli. From October 10, 1992.

Wednesday, February 17
Mascagni’s Cavalleria Rusticana and Leoncavallo’s Pagliacci
Starring Tatiana Troyanos, Jean Kraft, Plácido Domingo, and Vern Shinall; Teresa Stratas, Plácido Domingo, Sherrill Milnes, and Allan Monk, conducted by James Levine. Production by Franco Zeffirelli. From April 5, 1978.

Thursday, February 18
Puccini’s Tosca
Starring Hildegard Behrens, Plácido Domingo, and Cornell MacNeil, conducted by Giuseppe Sinopoli. Production by Franco Zeffirelli. From March 27, 1985.

Friday, February 19
Mozart’s Don Giovanni
Starring Carol Vaness, Karita Mattila, Dawn Upshaw, Jerry Hadley, Samuel Ramey, Ferrucio Furlanetto, and Kurt Moll, conducted by James Levine. Production by Franco Zeffirelli. From April 5, 1990.

Saturday, February 20
Bizet’s Carmen
Starring Angela Gheorghiu, Waltraud Meier, Plácido Domingo, and Sergei Leiferkus, conducted by James Levine. Production by Franco Zeffirelli. From March 25, 1997.

Sunday, February 21
Puccini’s Turandot
Starring Maria Guleghina, Marina Poplavskaya, Marcello Giordani, and Samuel Ramey, conducted by Andris Nelsons. Production by Franco Zeffirelli. From November 7, 2009.

DIE GESCHICHTE EINER WEBSITE.  EIN DRAMOLETT – www.man-impft.irgendwann (von Thomas Prochazka/ www.dermerker.com )

 

 

12. Februar 2021
Von Thomas Prochazka

Ein Besprechungszimmer in einem Kanzleramt in einem der vielen Operettenstaaten dieser Welt. An einem Montagmorgen Anfang Dezember. Um den Tisch sitzen, mit Abstand und FFP2-Masken, der Vizekanzler, ein Sektionschef und eine junge, aufstrebende Web-Entwicklerin. Die Tür öffnet sich.

Der Kanzler (tritt forschen Schrittes ein, wie immer im zu engen, an seine Konfirmation erinnernden Anzug und ohne Maske. Setzt sich ungeniert auf den freien Platz zwischen dem Sektionschef und der Web-Entwicklerin, legt die vom Sektionschef zugereichten Blätter achtlos vor sich auf den Tisch):
Also, worum geht’s?

Sektionschef (in väterlichem Ton):
Es geht um Ihre Idee für die Website mit dem nationalen COVID-19-Impfplan…

Der Kanzler:
Die was?

Der Vizekanzler:
Die Corona-Impfungen… (Schnauft unter der Maske.) Jetzt setz‘ ich das blöde Ding ab! Da kriegt ja kein Mensch Luft!

Der Kanzler:
Was sagt’s denn das nicht gleich? (Blickt die junge Web-Entwicklerin an.) Sie sind doch meine Großkusine, nicht wahr? Die Mama hat gestern etwas in der Art erwähnt… Sie wissen eh: Unter 100.000 müß’ ma nicht ausschreiben. Wenn Sie verstehen, was ich mein’…

Bitte weiterlesen unter:

http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=E6A05FCA-9938-7805-EBE39DD1F1D2AA76

Danke, ich verstehe, Herr Bundeskanzler! Mit Ausschreibungen kenne ich mich aus, da könnte ich sogar Ihnen Tipps geben!

WIEN / Albertina / Tietze Galleries: FACES
MACHT DES GESICHTS
Vom 12. Februar 2021 bis zum 24. Mai 2021

 

So ist es, ist es so?

Mit dem Ersten Weltkrieg war vieles vorbei, auch das Verständnis des Porträts als getreues und möglichst schönes Abbild des gezeigten Menschen, ob gemalt oder fotografiert. Gerade Deutschland, gerade die Weimarer Republik waren Versuchslabore für Neues – und die Künstler stürzten sich mit Begeisterung darauf, alles anders und neu zu machen. Nun hatten sie die Fotografie anstelle der Malerei, und sie hatten den Film dazu, dessen Ideologie und Technik sie übernahmen. Was kann ich mit dem Licht erreichen? Was sagt ein Gesicht und wie kann ich es manipulieren? Warum spiele ich nicht mit der Welt? Was dabei heraus kam, zeigt die neue Foto-Ausstellung der Albertina, „Faces“.

Zum Ausstellungsbericht von Renate Wagner

Ausstellungen/ Kunst: Hungersnot am Mönchsberg? Genderfrage an Bleiburg!
Statt mit lustigen Verlosungen die Welt retten zu wollen, sollten die Museen sich lieber selbst retten. Und sich ums lokale Publikum kümmern.
Die Presse

Jedes Schriftl is a Giftl, jedes SMS a Prozess!

Auszug aus Profil-Morgenpost:

Die Zweite Republik ist reich an gut dokumentierten Skandalen. Wie viele potenzielle Skandale im Verborgenen blieben, darüber kann nur spekuliert werden. Ebenso über die Frage, wie froh so manche Parteigranden a.D. sind, dass zu ihrer Zeit noch keine SMS zwischen Politikern und Wirtschaftsbossen hin- und herflogen. Der Grundsatz „jedes Schriftl, a Giftl“ war vor der Zeit automatischer Backups am Handy oder in Clouds definitiv einfacher zu befolgen.

Worte bleiben nur im Kopf des Empfängers gespeichert, Papier kann man für alle Ewigkeit verbrennen oder schreddern. Wohingegen eine einzige Textnachricht noch Jahre später eine Regierung in ihren Grundfesten erschüttern kann – wie jene des früheren Novomatic-Bosses Harald Neumann an den damaligen ÖVP-Wien-Chef Gernot Blümel aus dem Jahr 2017: „Guten Morgen, hätte eine Bitte: bräuchte einen kurzen Termin bei Kurz (erstens wegen Spende und zweitens bezüglich eines Problemes (sic!), das wir in Italien haben!“

https://www.profil.at/oesterreich/jedes-schriftl-a-giftl-jedes-sms-a-prozess/401187433

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Schweizer Winzer wollen Import von ausländischen Weinen einschränken

Das ist passiert: Die Pandemie bringt auch Winzer in Schwierigkeiten. Nun wittern Verbände und Politiker die Chance, alte Forderungen nach Marktabschottung durchzubringen. Es droht ein Rückfall in dunkle Zeiten.

Zum Bericht

Darum ist es wichtig: Tiefere Importkontingente für Wein würden für die heimischen Winzer höhere Margen und Absatzmengen bedeuten – allerdings auf Kosten der Schweizer Weinliebhaber. Die Folgen der Abschottung wären geringere Auswahl, mehr Mittelmass beim Angebot und höhere Preise. (Zitat Ende)

In Tirol gibt es die geringsten Infektionszahlen. Die Virologen warten auf das Südafrikavirus, weil das Aufmerksamkeit und Grund für Fernsehauftritte auf Monate garantiert. Aber das Virus kommt nicht, kommt nicht, kommt nicht…!
Einfacher Grund. Unsere Fotografin Barbara Zeininger weilt derzeit in Südafrika und hält des Virus dort zurück!

So tragen auch wir zum Erfolg bei!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

 

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