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15. FEBRUAR 2020 – Samstag

15.02.2020 | Tageskommentar

Umbesetzung bei der „Così – Premiere im Mai: Mariaangela Sicilia. Foto: Facebook

Besetzungsänderung in „Così fan tutte“ (PREMIERE) an der Wiener Staatsoper

Genia Kühmeier musste leider aus persönlichen Gründen ihre geplante Mitwirkung in der anstehenden Premierenproduktion von Mozarts „Così fan tutte“ an der Wiener Staatsoper absagen. An ihrer Stelle wird Mariangela Sicilia die Fiordiligi singen und damit ihr Debüt im Haus am Ring geben.

Die italienische Sopranistin studierte Gesang und Klavier u. a. in ihrer Heimatstadt und ist Preisträgerin mehrerer Wettbewerbe. Internationale Auftritte führten die Sängerin u. a. an die Opéra National de Paris, das Teatro Real Madrid, die Deutsche Oper Berlin, zu den Salzburger Festspielen, nach Sydney, Amsterdam, Monte Carlo, Valencia sowie an namhafte italienische Opernhäuser mit Partien wie Turandot, Musetta (La Bohème), Lauretta (Gianni Schicchi), Contessa d’Almaviva (Le nozze di Figaro), Pamina (Die Zauberblöte), Euridice (Orfeo ed Euridice), Violetta (La traviata).

In der Premierenproduktion von „Così fan tutte“ unter der musikalischen Leitung von Mestro Riccardo Muti und in der Inszenierung seiner Tochter Chiara Muti sind weiters Marianne Crebassa als Dorabella, Alessio Arduini als Guglielmo, Giovanni Sala als Ferrando, Julie Fuchs als Despina sowie Marco Filippo Romano als Don Alfonso zu erleben.

Premiere: 22. Mai 2020. Reprisen: 24., 26., 28. Mai 2020

Eine Besetzung von Genia Kühmeier ist eine Risiko-Aktion. Gewiss, die Sängerin hat persönliche Schicksalsschläge hinnehmen müssen, aber sie sagt schon sehr oft „aus persönlichen Gründen ab. Mit der Inszenierung wird es diesmal wohl nichts zu tun haben, denn von Chiara Muti steht da eher nichts Provokantes zu befürchten. Zum Glück für die Staatsoper erfolgte die Absage aber so zeitig, dass eine offenbar problemlose Umbesetzung möglich war. Zumindest das war sehr professionell.

WIENER STAATSOPER: HEUTE STREAM „ELEKTRA“

Internet-Übertragung von „Elektra“ beginnend am 15. 2. um 19:30 CET (+ 71 Stunden) aus der Wiener Staatsoper

„Elektra“. Waltraut Meier, Norbert Ernst, Markus Pelz. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Nachstehend finden Sie die Gebrauchsanweisung der Wiener Staatsoper zur Übertragung.  Diese klingt ungemein technisch und somit sehr kompliziert, verschreckt somit ältere und technisch wenig versiete Opernfreunde. Gar so kompliziert ist die Sache aber auch wieder nicht, Techniker müssen scheinbar ihr ganzes Technik-Vokabular in die Waagschale werfen, damit wir erkennen, welch Kapazunder sie sind. Ob das verkaufstechnisch gescheit ist, ist eine Frage, die sich die Anbieter stellen müssen. Als „technische Flasche“ habe ich das Gefühl, dass ich vollends in die Arme einer Firma getrieben werden soll. Da spiele ich nicht mit – ich spiele nach meinen Regeln. Die funktionieren auch, glauben Sie mir. Lassen Sie sich nicht verwirren!

*) Bitte bedenken Sie, dass die Vorstellung je nach Zeitzone zeitversetzt übertragen wird. Sie können Ihre Buchung und damit den genauen Übertragungsbeginn gerne jederzeit auch unter http://www.staatsoperlive.com prüfen. Die Übertragung beginnt immer 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn mit einem Vorprogramm. Wenn Sie die Übertragung mit einem Monats- oder Jahresabo sehen, steht sie live und für drei weitere Tage jederzeit zur Verfügung.

ACHTUNG: SAMSUNG hat mit der Gerätegeneration 2015/16 ein vollkommen neues SmartTV Betriebssystem Eingeführt – es heisst TIZEN – und bietet seit 2019 keinen technischen Support mehr für ältere Geräte an. Die Staatsoper hat eine neue App für TIZEN entwickelt und kann ältere Geräte leider nicht mehr unterstützen.

Sollten Sie ein solches Gerät nützen, hoffen wir, dass Sie ein anderes Gerät (zB einen Computer, ein Mobilgerät, AMAZON Fire Box oder Apple TV) mit Ihrem Fernseher verbinden und für die Übertragung aus der Wiener Staatsoper nützen können…

Das ist noch nicht alles an Erklärungen, in unseren „Infos des Tages“ werden Sie weiter aufgeklärt!

Dijon: „STRAFEN“ von Brice Pauset an der Opéra de Dijon – 12 02 2020 – Uraufführung einer großen Oper nach „Strafen“ von Kafka – auf Prager Deutsch!

Der darstellerische Höhepunkt des Abends: Emma Posman sieht als liebe Schwester Grete in der „Verwandlung“ wie ihr Bruder Gregor (Allen Boxer) als Käfer herumklettert. Foto-c: Gilles Abegg

Waldemar Kamer schreibt als Einleitung seiner Besprechung: Wir sind nun wirklich im 21. Jahrhundert angelangt. Man sieht es an den vielen Texten des 20. Jahrhunderts, die nun vertont werden. Denn Opernkomponisten scheinen seit quasi Beginn der Opernform eine Vorliebe zu haben für Stoffe, die ungefähr 100 Jahre alt sind. Letztes Beispiel: „Orlando“ nach Virginia Woolf an der Staatsoper im Dezember. Auch wenn die beiden Stücke sich musikalisch (Pauset komponierte für ein großes „Bruckner-Orchester“) und szenisch (in Frankreich hat sich das „Regie-theater“ nicht durchgesetzt) überhaupt nicht vergleichen lassen, ist der Ansatz doch ähnlich. Denn beide Komponisten wählen Texte, die nicht für die Bühne vorgesehen sind, in denen sie offensichtlich Parallelen spüren zu den vielen Identitäts-Spaltungen unserer heutigen Zeit.

Der französische Komponist Brice Pauset (1965) wählte drei Erzählungen von Franz Kafka: „Das Urteil“ (1913), „Die Verwandlung“ (1916) und „In der Strafkolonie“ (1919), die Kafka in einem Buch bündeln wollte mit dem Titel „Strafen“ (was erst lange nach seinem Tode geschah). Pauset spricht fließend Deutsch, ist seit 2008 Professor für Komposition an der Hochschule für Musik in Freiburg und in Deutschland viel bekannter als in Frankreich. Er hat ursprünglich auch Philosophie studiert und begründet seinen Ansatz brillant im Programmheft, dass man gerade solche Texte als Oper vertonen sollte, weil man sie so „polyphonisch hören“ und „aus verschiedenen Perspektiven belauschen“ kann…

Brice Pauset schreibt bezeichnenderweise „Erzählform“, im „Sprechgesang“. Der Opernabend bestand beinahe ausschließlich aus einem dramatischen Rezitativ, ähnlich wie das „recitar cantando“ Monteverdis, mit nur drei kleinen „Arien“. Das scheint anscheinend jetzt die gängige (vorgesetzte?) Opernform zu sein, denn das ist genau der Vorwurf, den ich meiner letzten rezensierten Opern-Uraufführung gemacht habe: „Le Silence des Ombres“ (Das Schweigen der Schatten) von Benjamin Attahir in Brüssel (Merker 10/2019). Pausets Musiksprache ist meines Erachtens um Einiges interessanter als die von Attahirs erster Oper, denn orchestrieren kann er absolut. Ich wundere ich mich also, warum er er für sein erstes großes Bühnenwerk quasi gänzlich auf Melodie verzichtet und „nur“ ein Melodram für Sänger und Orchester komponiert. In Brüssel war der Abend „langweilig“ und verließen schon nach 5 Minuten die ersten Besucher den nach der Pause weniger als halbleeren Saal. In Dijon blieben alle bis zum Schluss, wurde der Abend jedoch nach der Pause spürbar „lang“ für Alle – auch weil die quasi handlungslose „Strafkolonie“ fast nur aus einem ellenlangen Monolog des Offiziers besteht…

Zum Bericht von Waldemar Kamer/ Paris

„Konzertgänger in Berlin“
Beethovn in Hamburg

 

Unser „Konzertgänger“ Albrecht Selge schreibt auch Romane

Nächste Woche erscheint mein neuer Roman „Beethovn“. Er erzählt von Beethowen, Bethofn und vielen anderen. Wer mehr wissen will, klicke das Buchcover an. Und wer bei der Buchpremiere dabei sein möchte, könnte am kommenden Mittwoch, 19. Februar, in die Hamburger Laeiszhalle kommen. Dort lese nicht nur ich aus dem Roman vor, sondern es spielt auch der hervorragende Pianist Florian Heinisch. Weitere Informationen und Karten gibt es auf der Webseite der Elbphilharmonie.
https://hundert11.net/beethovn-hamburg/

Pforzheim: Ariadne auf Naxos“ – Alle wichtigen Fakten rund um die Oper, die am Samstag im Theater Pforzheim Premiere feiert
https://www.pz-news.de/kultur_artikel,-Ariadne-auf-Naxos-Alle-wichtigen-Fakten-
„Ein Alptraum in rosa“: Regisseur Tobias Materna erzählt, was hinter der Strauss-Oper „Ariadne auf Naxos“ steckt
https://www.pz-news.de/kultur_artikel,-Ein-Alptraum-in-rosa-Regisseur

Lieses Klassikwelt 21: Otello ist das Opfer einer rassistischen Gesellschaft, in der das Wort Rassismus noch nicht existierte
Die Behauptung, Otello sei eine rassistische Oper, ist natürlich völlig absurd. Die Herrschaften, die sich zu solchem Unsinn versteigen, kennen oder verstehen das Stück offenbar nicht, verwechseln zumindest Entscheidendes…

…Aber tatsächlich hat vor einiger Zeit die Deutsche Oper Berlin in ihrer Hauspublikation die Frage aufgeworfen, ob man den Otello– aus meiner Sicht eines der großartigsten Stücke Verdis neben dem Don Carlos  – noch spielen dürfe. Wenn man dann weiterliest, mit welchen Argumenten ein Rassismusforscher diese Frage verneint, könnte man meinen, man habe es mit einer Satire auf das verpönte „Blackfacing“ zu tun. Ginge es nach ihm, dürfte das Werk allenfalls noch mit einem „verpflichtenden Warnhinweis wie bei Drogen oder schädlichen Medikamenten“ aufgeführt werden, da es in ihm eine „tiefe Verbindung zwischen Schwarz und Böse“ gebe.
Kirsten Liese berichtet jeden Freitag aus ihrer Klassikwelt.
https://klassik-begeistert.de/lieses-klassikwelt-21-klassik-begeistert-de/

Krefeld: Orpheus im Zentralkomitee – Eine Polit-Operette
Hinrich Horstkotte verwandelt Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ in eine Satire über die DDR. Am 22. Februar ist Premiere am Theater Krefeld.
https://www.wz.de/nrw/krefeld/kultur/orpheus-im-zentralkomitee-eine

Braunschweig: Die aufgehende Sonne des Skandals
In Braunschweig soll „Madama Butterfly“ aufgeführt werden. Weil eine umstrittene Militärflagge Japans eine zentrale Rolle spielt, protestierten asiatische Künstler.
Die Welt.de

HEUTE AUF DER BÜHNE BADEN bei Wien: „DER KÖNIG UND ICH“

DER KÖNIG UND ICH. Rodgers & Hammersteins THE KING AND I

Darius Merstein – MacLeod, Patricia Nessy. Foto: Lukas Beck/ Stadttheater Baden
15. Februar 2020 bis 28. März 2020 im Stadttheater

WÜRZBURG/ Mainfrankentheater: STATISTEN GESUCHT FÜR „DAS RHEINGOLD“

 – Für die Opernproduktion „Das Rheingold“ in der Regie von Dirk Schmeding, die am 14. März 2020 im Mainfranken Theater Premiere feiert, sucht die Bühne männliche, bewegliche Statisten im Alter von 20 bis 50 Jahren. Das öffentliche Casting findet am Montag, dem 17. Februar, um 16:45 Uhr statt. Treffpunkt ist der Bühneneingang des Mainfranken Theaters in der Ludwigstraße. Der Zeitaufwand beläuft sich auf zirka acht Proben sowie die Vorstellungstermine.

Kontakt für weitere Informationen und bei Fragen: mario.delmonaco@stadt.wuerzburg.de.

ORF III: Heute eine geballte Ladung Kirk Douglas

„ORF III Spezial“ widmet sich ab 16.55 Uhr dem filmischen Erbe des am 5. Februar verstorbenen Kirk Douglas und zeigt zwei Western-Klassiker des Schauspielers. Den Anfang macht „Mit stahlharter Faust“ (16.55 Uhr) von Regisseur King Vidor aus dem Jahr 1955 mit Douglas in der Rolle des rastlosen Cowboys Dempsey, gefolgt von Robert Aldrichs „El Perdido“ (18.25 Uhr) aus 1961 mit Douglas als Revolverheld O’Malley.

Film

Führung von Cesar-Akademie trat zurück
Nach Streit um den Filmregisseur Roman Polanski, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, folgt der kollektive Rücktritt.
Kurier

Weinsteins Verteidigerin beschwört Jury
Anwältin hielt Schlussplädoyer, in dem sie Jury aufforderte, nicht mit zweierlei Maß zu messen.
Wiener Zeitung

Unter’m Strich

Österreich/ Burgenland
Doskozils Verlobte wird Referentin im Landeshauptmann-Büro

Die Eventmanagerin Julia Jurtschak soll Sozialmärkte konzipieren und Events betreuen.
Die Presse
Doskozils Personalcoups: „Ein trauriges Sittengemälde“
Der burgenländische Landeshauptmann stellt seine Verlobte im Büro an. Gesetzlich ist das erlaubt. Ethisch bleibt es fragwürdig.
Kurier

Ich kann darin keinen Skandal erkennen, die Dame war auch in ihrer Heimat Event-Managerin, ist also vom Fach! Ein Skandal ist, wenn man mit zweierlei Maß misst!

Neueste Info: Die Verlobte von Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ), Julia Jurtschak, wird den Job als Referentin in dessen Büro nicht antreten. Wie Doskozil am Samstag via Facebook im Namen Jurtschaks mitteilte, fiel die Entscheidung noch am Freitag nach einem gemeinsamen Gespräch. Die 36-Jährige zeigte sich „über viele Reaktionen und veröffentlichte Meinungen enttäuscht und schockiert“.

Österreich
Rendi-Wagner lässt über sich abstimmen. Das ist eine Kamikaze-Aktion

Pamela Rendi-Wagner hat gestern in einer Kamikazeaktion verkündet, dass sie ihrer Partei die Vertrauensfrage stellt. Aus Rendis persönlicher Sicht mag der Zeitpunkt strategisch klug gewählt sein. Ein halbes Jahr vor der Wien-Wahl, bei der es für die SPÖ bekanntlich um alles geht, wird sich die Basis nicht trauen, ihre Parteivorsitzende öffentlich zu de­savouieren. Jedes Ergebnis über 80 % zementiert Rendi-Wagner zumindest für die nächsten Jahre ein. Und Rendi hat scheinbar erstmals das getan, was ihr viele immer vor­geworfen haben: Sie hat ihre Entscheidung diesmal ohne Berater, aus dem Bauch heraus getroffen.
https://www.oe24.at/oesterreich/politik/wolfgangfellner/Das-ist-eine-Kamikaze

Das nenne ich Mut! Habe ich die Dame bisher unterschätzt? Sie geht aufs Ganze und erwischt ihre Gegner damit „auf dem falschen Fuß“. Allerdings ist Frau Dr. Rendi-Wagner abgesichert: Muss sie dem Posten der Parteivorsitzenden räumen, hat sie immer noch das Rückkehrrecht auf einen guten Posten im Ministerium. Sorgen müssen wir uns um sie also keine machen.

Ich wünsche ein schönes Wochenende!

A.C.

 

 

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