Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

14. MÄRZ 2020 – Samstag

14.03.2020 | Tageskommentar

Jetzt werden allerorts die Streams ausgegraben – Wien bietet ein volles Programm an.

Keine Angst, wir werden nicht alte Streams rezensieren, das entspricht nicht unserer Philosophie.

Berlin soll mit seiner „Carmen ohne Publikum“ 160 000 Besucher erreicht haben – und soviel ich weiß steht der Stream noch online. Ich höre ihn mir zur Stunde als Hintergrundmusik an – obwohl das eigentlich ein Frevel ist. Oper ohne Publikum ist auch nicht das Wahre, irgendwie spürt man das. Über das Publikum wird ständig gelästert – weniger von den Opernhäusern oder Künstlern – meist vom Publikum selbst. Aber wenn es einmal nicht da ist, fehlt es – nicht nur im Kassenreport. Ein Tipp: Heute auf TV: rbb , 20:15

Lieses Klassikwelt 25: Ohne Publikum
Was, wenn solche Notlösungen Schule machten und aus Sicherheitsgründen in Zukunft nur noch solche – nennen wir sie mal Online-Aufführungen – im Angebot stünden? Wenn echte Aufführungen mit Publikum auf einmal für immer der Vergangenheit angehören würden?
Kirsten Liese berichtet aus ihrer Klassikwelt
https://klassik-begeistert.de/lieses-klassikwelt-25-ohne-publikum-klassik-begeistert-de/

Was für eine Geisteroper!
Weil in Berlin alle Opern und Theater dicht sind, überträgt der rbb „Carmen“ auf youtube. Das irritiert – und bringt zugleich ganz neue Einsichten.
https://taz.de/Kultur-in-Zeiten-des-Coronavirus/!5668355/

Staatsoper Berlin: Carmen
Nun, da die Stimmen verstummen, die Instrumente schweigen und die Häuser schließen noch ein letzter Bericht aus der Berliner Staatsoper. Anita Rachvelishvili als vokal und szenisch üppige, mit Nuancen und feinen Freiheiten begeisternde Titelheldin, Michael Fabiano als schüchternscheuer, etwas neutraler José mit traumhaft fester Mittellage und Problemen in der Höhe, Lucio Gallo als selbstironisch souveräner, sängerisch aber nicht immer befriedigender Escamillo, Christiane Karg als überraschend makellose Micaëla und Barenboim als feuriger Impuls- und Input-Geber führen zu einer alles in allem aufregenden Carmen-Vorstellung Unter den Linden. Die besuchte Vorstellung war die vorletzte öffentliche vor der allgemeinen Schließung.
https://konzertkritikopernkritikberlin.wordpress.com/2020/03/12/

Die Wiener Staatsoper hat nun ziemlich überrschend ein Stream-Angebot gemacht:

In der schwierigen Situation öffnet nun das Haus am Ring seine Livestream-Archive, damit MusikfreundInnen in aller Welt dennoch nicht auf Oper und Ballett verzichten müssen. Beginnend mit Sonntag, 15. März 2020 zeigt die Wiener Staatsoper über ihre Streaming-Plattform www.staatsoperlive.com täglich Aufzeichnungen früherer Opern- und Ballettvorstellungen – weltweit und kostenlos. Dabei kann dieses Online-Programm mit wenigen Ausnahmen sogar dem ursprünglich geplanten Spielplan folgen. Die Streams beginnen um 19.00 Uhr bzw. 17.00 Uhr MEZ (Die Walküre, Siegfried, Götterdämmerung) und sind jeweils für 24 Stunden verfügbar.

Zu Hause zu erleben sind hochkarätige Aufführungen mit namhaften SängerInnen und großen DirigentInnen in unterschiedlichen Besetzungen. Auf dem Programm stehen u. a. die gesamte Ring-Tetralogie unter der musikalischen Leitung von Adam Fischer, Simon Rattle und Axel Kober mit KS Tomasz Konieczny (Wotan/Wanderer), KS Stephen Gould (Siegfried), Evelyn Herlitzius bzw. Iréne Theorin (Brünnhilde); zwei Falstaff-Aufnahmen unter James Conlon bzw. Zubin Mehta mit KS Carlos Álvarez bzw. Ambrogio Maestri in der Titelpartie, KS Simon Keenlyside bzw. Ludovic Tézier als Ford; gleich drei unterschiedlich besetzte Tosca-Aufführungen, Tri Sestri, Roméo et Juliette mit KS Juan Diego Flórez und Aida Garifullina in den Titelpartien, die Jubiläumsproduktion von Die Frau ohne Schatten unter Christian Thielemann mit KS Stephen Gould (Kaiser), KS Camilla Nylund (Kaiserin), Wolfgang Koch (Barak), KS Nina Stemme (Färberin) und Evelyn Herlitzius (Amme) sowie das Ballett Peer Gynt.

Nach der Registrierung auf www.staatsoperlive.com ist das Abonnement bis auf weiteres kostenlos buchbar. AbonnentInnen von www.staatsoperlive.com bzw. KundInnen, die bereits Einzeltickets für die für die Zeit der Schließung geplanten Livestreams gekauft haben, werden direkt kontaktiert. Kontakt für alle Fragen zu diesem Angebot: help@staatsoperlive.com

PARIS: NATÜRLICH AUCH OPERNSPERRE: „MANON“ TROTZDEM AM DIENSTAG IN DEN KINOS (?)

 

Waldemar Kamer berichtet aus Paris: Keine leichten Zeiten für die Kultur, aber wie bleiben treu an unserem Platz und berichten worüber wir noch berichten können :

Wie Sie wahrscheinlich gehört haben, sind alle Vorstellungen an der Pariser Oper in den beiden großen Sälen (über 1000 Personen) bis auf Weiteres abgesagt, aber es wird weiter für den « Ring »  geprobt – in der Hoffnung, dass die « Rheingold »-Premiere am 2. April stattfinden können wird

Pretty Yende und Benjamin Bernheim . Copyright: Julien Benhamou

Wegen den hiesigen Streiks fiel die Première ins Wasser und gab es nur eine Vorstellung mit Benjamin Bernheim am 4. und auch eine zweite am 10. (mit geschlossenen Türen, also ohne Publikum). Es wird Dienstag also keine « live-Übertragung » aus der Pariser Oper sein (wie in Lugner Kino angekündigt), sondern ein Mitschnitt dieser beiden Vorstellungen. Aber das macht ihn nicht weniger sehenswert

Ob es allerdings angesichts der allerneuesten Entwicklung möglich ist, bleibt fraglich. In Österreich werden die Rolläden ab Montag um 15 h runtergelassen, selbst Wirte und Bars müssen sperren und werden damit endgültig ruiniert (als hätte das Rauchverbot nicht bereits gereicht).  Geplant ist die Übertragung jedenfalls im Wiener Lugner-Kino, in Lustenau sowie in acht deutschen Kinos (Liste in unseren Tagesinfos). Die Cineplexx-Kinos haben bereits ihr Programm auf unbestimmte Zeit unterbrochen, Lugner gehört jedoch nicht zu dieser Gruppe.
France TV ist die Chance…..

Zu den Wirten: Welch weiser Philosoph ist da mein „Karl-Wirt“, der zu Weihnachten seinen Laden dichtgemacht hat. „Ich ärgere mich mit diesen Trotteln doch nicht länger rum, sollen sie doch selbst Arbeitsplätze schaffen“ Bingo! Stehende Ovation meinerseits!

Wien: FIDELIO – inszeniert von Christoph Waltz im Theater an der Wien.

Auch das TV zeigt am Freitag (20.3.) keine Vorstellung, sondern einen Zusammenschnitt der Proben!

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

HAMBURG: OTELLO – Schlussbeifall. „Eine emotionale Show – meint José Cura

 

ZU FACEBOOK – Video vom Schlussapplaus Beltrami, Perez, Cura

José Cura auf dem Heimflug. Foto: Facebook

ZU FACEBOOK

 

Anna Netrebko – nachdenklich auf dem Kahlenberg

 

ZU INSTAGRAM

Igor Levit: Tägliches Privatkonzert auf Twitter

Diese Seite ist nicht dazu da, private Süppchen zu kochen, deshalb informiere ich die Leser von dieser Initiative. Privat habe ich zu Herrn Levit meine eigene Meinung!

https://twitter.com/igorpianist?ref_src=twsrc%5Egoogle%7Ctwcamp%5Eserp%7Ctwgr%5Eauthor

Mailand
Coronavirus, morto Luca Targetti ex responsabile del cast alla Scala
Aveva 62 anni e da poco era risultato positivo al Covid-19, era in ospedale. Il ricordo del teatro milanese. Dominique Meyer: «Un mio amico per più di 20 anni»

Diesen Mann wird man doch in Wien wohl kennen : ein guter Freund von Dominique Meyer und sehr geschätzter Sänger-Agent, ex Casting-Chef der Scala. Er starb gestern mit 62 am Covid-19
https://milano.corriere.it/notizie/cronaca/20_marzo_13/coronavirus-morto-luca-targetti

Ausstellungen/ Kunst

10 Museen weltweit virtuell zu besuchen
Vielleicht eine Option für jene denen Corona langweilig ist!
https://www.viajerospiratas.es/revista-de-viajes/10-museos-que-puedes

das spanische Original:
https://www.viajerospiratas.es/revista-de-viajes/10-museos-que-puedes-visitar-desde-casa

Noch nicht abgesagt! Fragen Sie aber heute vorsichtshalber noch nach, die Situation kann sich stündlich ändern!

 

Linz/ Fußball
Eine Absage wäre würdiger gewesen
Die Atmosphäre bei der Manchester-„Gala“ erinnerte an ein Testspiel im Trainingslager. Es wäre aufgrund der aktuellen Situation sowieso angebracht gewesen, das Spiel abzusagen. Und es wäre auch für den LASK besser gewesen, wenn das größte Spiel der Klubgeschichte nicht auf diese Art und Weise ruiniert worden wäre. Denn – und da sind sich alle einig – es ist kaum vorstellbar, dass es das Rückspiel am nächsten Donnerstag in Manchester überhaupt geben wird.
Oberösterreichische Nachrichten

Dieses Spiel hat der LASK gebraucht wie einen Kropf! International ist er nun total „entzaubert“, wozu die bezahlten „Jubelschreiber“ ihren Beitrag geleistet haben. Diese – und nicht die LASK-Spieler und Funktionäre-  haben den Mund in bereits peinlicher Art und Weise (zu) voll genommen.

Natürlich ist man nachher klüger, aber unverschuldet ein Spiel ohne Publikum austragen zu müssen – da hätte ich „einen Baum aufgestellt“ . Vermutlich hätte ich abgesagt – und wäre dann – ähnlich wie die Kulturbetriebe – um Entschädigung eingekommen. Ob es genützt hätte, ist eine andere Frage. Auch ich habe im Rückblick leicht reden!

Soeben lese ich, dass auch die Spiele der untersten Klassen in Wien abgesagt wurden. Diese Spiele werden von maximal 50 Unentwegten und Leidensbereiten besucht – und natür outdoor! Jetzt wird es schön langsam lächerlich!

Haben Sie einen schönen Samstag!

A.C.

 

Diese Seite drucken