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14. JUNI 2022 – Dienstag

14.06.2022 | Tageskommentar

Deutsche Oper Berlin: Die Meistersinger von Nürnberg. Foto: Thomas Aurin

Berlin/ Deutsche Oper/ „Die Meistersinger von Nürnberg
Vexierbild zum Mitraten
Hans Sachs ist an der Deutschen Oper überraschenderweise ohne Schuhe unterwegs und rät zu Massagen und Yoga. Das überzeugte das Publikum dieser „Meistersinger“-Premiere nicht vollends. Das Team um Regisseur Jossi Wieler hinterließ mit intellektuellen „Pirouetten“ Fragezeichen.

…Ein Schuster, der selbst grundsätzlich barfuß unterwegs ist und allen anderen erst mal eine Fußreflexzonen-Massage und orthopädische Lockerungsübungen verpasst, statt ordentliche Schuhe, der dürfte es auf dem freien Markt schwer haben. Also hat sich dieser Hans Sachs mehr oder weniger vom Geschäft verabschiedet und sich als Musikprofessor für Schlagzeug an einer Musikhochschule engagieren lassen. Den Fotos im Programmheft nach zu urteilen ist es die Münchner, wo bekanntlich früher mal die Nazis ihre Parteizentrale hatten….
BR-Klassik.de

„Meistersinger“ an der Deutschen Oper Berlin: Ein Abend, den man besser schnell vergisst
Diesem lange erwarteten Premieren-Abend war im Vorfeld bereits der Dirigent abhanden gekommen. Hausherr Donald Runnicles musste krankheitshalber den Stab an Markus Stenz abgeben. Mit dessen Leistung, vor allem der geglückten Koordination von Solisten, Chor und dem Orchester konnte man durchaus zufrieden sein.

Mit Hans Sachs, der zentralen Figur des Stückes betraute man Johan Reuter, der am Haus schon in verschiedenen Rollen erfolgreich aufgetreten war. Sein runder, warm timbrierter Bass ist für den Sachs bestens geeignet, nur im letzten Bild geriet er doch deutlich hörbar an die Grenzen seiner stimmlichen Kapazitäten. Das konnte Klaus Florian Vogt nicht passieren, der sich mit seinem sehr gewöhnungsbedürftigen, timbrelosen Stolzing unbekümmert durch die anspruchsvolle Partie sang.

Ihm zur Seite die Eva Heidi Stobers, der es trotz ansprechenden Timbres nicht gelang, ihrer Figur Profil zu geben, sie blieb zu blass und unauffällig. Auch die bewährte Annika Schlicht konnte als Magdalene nicht das von ihr gewohnte Niveau halten. Weitgehend unpersönlich und flach geriet ihre Interpretation. Lichtblicke in der Rollengestaltung waren der David des chinesischen Tenors Ya-Chung Huang, der bereits als Mime im Siegfried eine gute Figur gemacht hatte, und der Beckmesser von Philipp Jekal, der den negativen Charakter dieser Figur höchst glaubwürdig verkörperte.

Klassik-begeistert.de

Meistersinger-Premiere: Sex im Konservatorium
Die Premiere von Richard Wagners „Meistersinger von Nürnberg“ fiel in der Deutschen Oper auf geteilte Meinungen.

Ritter Stolzing knutscht mit der Eva in Dr. Pogners Privat-Konservatorium
Dabei ist es eine raffiniert auserzählte und dramaturgisch stimmige Inszenierung von Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“, die am Sonntag in der Deutschen Oper ihre Premiere erlebte. Aber sie spielt weder Mitte des 16. Jahrhunderts in Nürnberg, noch hat sie viel mit deutschtümelnden Zünften am Hut. Der verarmte fränkische Ritter Walther von Stolzing himmelt Eva im ersten Aufzug auch nicht in der Katharinenkirche an, sondern knutscht sich mit ihr durch einen holzgetäfelten Saal. Der gehört zu Dr. Pogners Privat-Konservatorium.

BerlinerMorgenpost.de

Ovationen und Buhs für die „Meistersinger“ in Berlin
SalzburgerNachrichtenat

Fragen an Heidi Stober (Eva der Meistersinger-Produktion

Foto: Simon Pauly

https://deutscheoperberlin.de/de_DE/fragen-an-heidi-stober

Innsbruck/ Tiroler Landestheater: „TOSCA“ 11.6.2022 (Premiere)das erwartete Opernfest blieb aus

Aurelia Florian (Tosca) und Alexander Roy (Cavaradossi). Copyright: Birgit Gufler/Landestheater

Es ist erstaunlich, mit welchen Einfällen und Neudeutungen einem Selbstläufer wie „Tosca“ heutige Regisseure beizukommen versuchen. In den letzten Monaten war Puccinis Opernkrimi und Dauerbrenner mehrmals im Fernsehen in aktuellen Inszenierungen zu erleben und der interessierte Zuseher konnte einiges dazulernen: a) dass Scarpia Toscas Tötungsversuch überlebt (!) und diese dann eigenhändig per Schusswaffe tötet sowie Kinderkiller (!) Cavaradossi ins Jenseits befördern (Salzburg) und b) dass die eindeutig in Rom angesiedelte Handlung und Räume auch in einer Schneelandschaft (!!) gespielt werden können (Wien). Regisseur Thilo Reinhardt und sein Team (Johann Jörg / Bühne, Katharina Gault / Kostüme) setzten diesen Trend fort, pfiffen auf Orts- und Zeitvorgaben und bescherten dem Publikum eine Neuproduktion voll von fragwürdigen (auch textlichen) Eingriffen. Reinhardts Idee, das Thema „Künstler in den Fängen der politischen Macht“ gibt eigentlich schon die literarische Vorlage her und bedarf keiner verkrampften Neudeutung. Akt 1 findet laut ihm nun „im Atelier Cavaradossis in einem Museum“ statt. Interessanterweise wird in diesen Räumlichkeiten zu Aktschluss ein bombastisches „Te Deum“ unter Mitwirkung von Hoher Geistlichkeit und Burschenschaft samt einer Bücher- und Bilderverbrennung (!!) gefeiert. Für Akt 2 erdachte sich Reinhardt „Scarpias Verhörzentrale“, einem TV-Studio nicht unähnlich. Natürlich wird ein Kamerateam (Castorf lässt grüßen!) bei Cavaradossis Befragung und Folterung sowie der Auseinandersetzung Tosca – Scarpia hautnah dabei sein. Tosca erwehrt sich Scarpias Angriffen mittels Pistole, diese jedoch scheint Ladehemmungen zu haben (oder die Diva verliert den Mut zum Abdrücken). Trotzdem grapscht er am Objekt seiner Begierde weiter, muss aber dummerweise vom „Ersticken im Blut“ singen. Gerade rechtzeitig zu Aktschluss ereilt ihn dann doch die gerechte Strafe mittels Schüssen von außen…

…Mit viel Jubel für Sänger und Musiker, jedoch massiver Ablehnung für das Regieteam, ging der fast 3stündige Opernabend zu Ende. Im Haus und vor dem Haus wurde noch lange über das Erlebte debattiert, wobei die negativen Stimmen eindeutig die Oberhand behielten. Eine „Tosca“ mehr ….!

 Zum Premierenbericht von Dietmar Plattner

Roscic bleibt bis 2030 Direktor der Staatsoper
Der Vertrag von Staatsoperndirektor von Bogdan Roscic, der aktuell bis 2025 läuft, wird um weitere fünf Jahre bis 2030 verlängert. Das gab Grünen-Kunst- und -Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer heute bekannt.
https://wien.orf.at/stories/3160489/

And the winner is: Bogdan R.
And the losers are: The Audience.

Sein Kampf um sein Publikum ist heroisch und manchmal unkonventionell. Ein Informant aus dem Haus: „Lass Dir bitte aus dem Haus bestätigen, was ich seit geraumer Zeit weiß „

Klar, mache ich. Aber vorher halte ich besser still!

Tri tra trallala in der Wiener Staatsoper: Monteverdis Orfeo ist da!
Oper wie Kindergeburtstag: Die Wiener Staatsoper verspielt sich drollig bunt mit dem Musiktheater-Initialstück „L’Orfeo“.
Tiroler Tageszeitung..at

Berlin/ Bebelplatz/ Staatsoper für alle
Daniel Barenboim kehrt an das Pult zurück
Die Staatskapelle spielt unter Daniel Barenboims Leitung bei „Staatsoper für alle“ auf dem Bebelplatz Werke von Schumann und Tschaikowsky.
BerlinerMorgenpost.de

Mythos Ot(h)elloErstausstrahlung)
Ot(h)ello – der bekannteste schwarze Theaterheld. Welche Rolle spielten Schwarze in Shakespeares und Verdis Welt? Welchen Einfluss hatte das Kolonialzeitalter auf die Entstehung der Stücke, welchen die Vorstellung „Weißer“ von „Schwarzen“ auf die Interpretation? Jonas Kaufmann und Antonio Pappano sowie die Fußballlegende Jimmy Hartwig spüren dem „Mythos Ot(h)ello“ nach.
https://www.musik-heute.de/24095/mythos-otello/

SERVUS TV: Das musikalische Universum des Matthias Schorn
 | 25:00 Min
Was haben der alt-ehrwürdige Wiener Musikverein und das Festival Woodstock der Blasmusik gemeinsam? Die Frage lässt sich mit einem Namen beantworten: Matthias Schorn!

https://www.servustv.com/volkskultur/v/aa-1zfwjpwd92112/

WIEN: DIE FLEDERMAUS IM „TAG“

 

LEIPZIG: KLAUS BILLAND STELLT SEINE „WAGNER-PLAKATE AUS (ab 17.6.)

Dazu Bilder von der gewagten Aufhängung von knapp 150 Plakaten auf einer 18 Meter hohen Betonwand. Ein kleines Abenteuer.

 

Fassadenkletterer bringen die Plakate in luftiger Höhe an.

 

 

HEFT „DER NEUE MERKER/ JUNI 2022 IST FERTIGGESTELLT UND GEHT AN DIE ABONNENTEN

 

Duisburg
Deutsche Oper am Rhein begeisterte mit Giuseppe Verdis „Macbeth“ im Theater Duisburg
DuisburgerRundschau.de

Wien/ Rabenhof-Theater
Sargnagel und Yasmo im Rabenhof Theater
Pandemiebedingt wurde das Rabenhof Theater nur schwach besucht, jetzt hofft man mit einer Uraufführung von Stefanie Sargnagel und einer Produktion von Yasmo (allerdings ohne Klangkantine) die Zuschauer wieder anlocken zu können.

Gratzer: „50 Prozent ist das neue ausverkauft.“

42.000 Zuschauer in 237 Vorstellungen bescherten dem Rabenhof in der abgeschlossenen Saison 2021/22 eine Auslastung von 60 Prozent. Angesichts der 90 Prozent, die man 2019/20 bis zum ersten pandemiebedingten Schließtag eingefahren hatte, kein Grund zum Jubeln – „immerhin haben wir in dieser Spielzeit nur ganz wenige Tage krankheitsbedingt absagen müssen“, sagt Gratzer, der sich heuer vor fast jeder Vorstellung persönlich beim Publikum bedankte und dafür „Super-Feedback bekommen“ hat.

https://wien.orf.at/stories/3160531/

Aktuelles „Neue Zürcher Zeitung“

Umstrittenes Nordirland-Protokoll: Boris Johnson forciert erneut den Brexit-Streit: Die britische Regierung will das 2019 vereinbarte Nordirland-Protokoll unilateral abändern. Dieses sieht vor, dass Nordirland faktisch im EU-Binnenmarkt verbleibt. Das macht zwischen Grossbritannien und Nordirland Zollkontrollen nötig, verhindert aber eine Warengrenze zwischen der britischen Provinz und Irland. Am Montagabend hat Aussenministerin Liz Truss einen Gesetzesentwurf ins Parlament geschickt, der gleich mehrere Vereinbarungen mit der EU über Bord werfen will. Das Vorgehen wirft rechtliche Fragen auf und könnte einen Handelskrieg mit der EU provozieren. Diese ist düpiert, dass London den Vertrag einseitig brechen will.
Zum Bericht
Sewerodonezk fast vollständig von der Aussenwelt abgeschnitten: Die seit Wochen umkämpfte Stadt Sewerodonezk im Osten der Ukraine ist nach der Zerstörung der dritten und letzten Brücke über den Fluss Siwerski Donezk nahezu vollständig von russischen Truppen eingekreist. Die Lage der ukrainischen Truppen sei «schwierig, aber unter Kontrolle», obwohl 70 Prozent der Stadt von Russland kontrolliert würden, erklärte der Gouverneur Serhi Gaidai. Nach ukrainischen Angaben halten sich Hunderte von Zivilisten in Bunkern der Chemiefabrik Asot in der Stadt auf.
Zu den neusten Entwicklungen
Massive Kursverluste an der Wall Street: Nach dem jüngsten Inflations-Schock sorgt die Angst vor strafferer Geldpolitik, einer Rezession und zurückgehenden Unternehmensgewinnen für einen Ausverkauf an den Börsen. Hoch bewertete Wachstums- und Technologiewerte tragen die Hauptlast der Talfahrt. Zu einem Desaster kam es bei den «Krypto-Assets».
Zum Bericht

Zitat Ende „Neue Zürcher Zeitung“

TIROL – Platter zu Rückzug: „Mit 68 Jahren tut man sich das nicht mehr an“
Wirtschaftslandesrat Anton Mattle wird Nachfolger von Günther Platter an der VP-Parteispitze und LH-Kandidat für die kommende Wahl. Für Platter sei der richtige Zeitpunkt für die Weichenstellung gekommen. „Es ist einmal genug“, sagte er. Auch Drohungen gegen ihn und seine Familie hätten eine Rolle gespielt.
Tiroler Tageszeitung.at

Frankfurt
Die Mehrheit von Präsident Macron wackelt gewaltig
Der Linke Mélenchon feiert jetzt schon und will Premier werden.
DiePresse.com

Österreichs neues Fußballwunder relativiert sich. In Dänemark setzte es gestern eine 0:2 Niederlage. Nun segeln wir nicht mehr auf Weltmeisterkurs , aber für ein Viertelfiale sind wir immer noch gut genug. Das heißt, wenn wir vorher nicht auf Dänemark treffen . die liegen uns nämlich nicht!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

 

 

 

 

 

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