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14. JUNI 2020 – Sonntag

14.06.2020 | Tageskommentar

Wiener Staatsoper: Verleihung des Titels „Kammersänger“ an Ain Anger und Peter Rose. (Credit: Wiener Staatsoper/Ashley Taylor)

Im Gustav Mahler-Saal der Wiener Staatsoper wurden am Freitag, 12. Juni 2020, die beiden Künstler Ain Anger und Peter Rose mit dem österreichischen Berufstitel „Kammersänger“ ausgezeichnet.

Die Verleihung an die aus Estland bzw. England stammenden Bassisten erfolgte durch Mag. Christian Kircher, Geschäftsführer der Bundestheater-Holding und Staatsoperndirektor Dominique Meyer. Zu den Gästen und Gratulanten (der auf Grund der aktuellen Bestimmungen in kleinem Rahmen stattfindenden Ehrung) zählten u. a. die SängerInnen Stephanie Houtzeel, KS Adrian Eröd und Thomas Ebenstein, der ehemalige langjährige Staatsopernorchester-/Wiener Philharmoniker-Konzertmeister Rainer Küchl und ORF III-Moderatorin Teresa Vogl.

Endlich wieder in der Oper sein! „UNA FURTIVA LAGRIMA“ – Ensemblemitglieder singen Belcanto-Stücke. Wiener Staatsoper/12.6.


Das Ensemble vor dem „Eisernen“. Man schämt sich auch nicht des „Eisenmengers, in Notzeiten wie diesen. Foto: Michael Pöhn

Kein streaming als Notfalls-Programm daheim auf der Couch, aber auch kein Flanieren durch dieses zauberhafte Haus am Ring, keine Pause, kein Anstellen am Buffet – wie sehr hat man das vermisst! Vor der Vorstellung herrscht eine ungewöhnliche Stille, ohne letztem Plaudern und ohne Orchester, das sich einstimmt. Die eigene Spannung ist – wie immer – spürbar, aber von den Nachbarn ist nichts zu fühlen: sie könnten gar nicht nebenan sitzen, da die Sitze im Parkett entfernt wurden. Es erschließt sich einem nicht, warum in diesem riesigen Haus nicht mehr Zuhörer als exakt 100 Gäste erlaubt sein dürfen; zumindest eine Person pro Loge und die Öffnung von Galerie und Balkon mit den entsprechenden Abstandregeln würde infektionsbedingt völlig ungefährlich sein…

...Wahrscheinlich sind alle opernbegeisterten Menschen überglücklich, diese schmerzfreie, ungefährliche „Krankheit“ wieder live spüren und fühlen zu dürfen…

Zum Bericht von Susanne Lukas

INTERVIEW MIT WIENS DESIGNIERTEM STAATSOPERNDIREKTOR

Bitte untenstehenden Link anklicken.

Zu Facebook

Morgen/ 15.6. an der Wiener Staatsoper: Liederabend Camilla Nylund – auch als Stream zu erleben

Helmut Deutsch begleitet die Sopranistin bei Werken, von Sibelius, Schumann, r. Strauss u.a.

Ursprünglich war an diesem Tag die „Maskenball-Premiere geplant! Die fällt bekanntlich Corona zum Opfer. Dafür fallen in Österreich die Masken! Kein schlechter Tausch, meine ich!

Berlin/ Parkdeck der DOB: Das Rheingold

Annika Schlicht, Derek Walton. Foto: Bernd Uhlig

Über solch einen Openair-Platz zu verfügen, ist in dieser „Immer-noch-Corona-Zeit“ ebenfalls ein Glück. Kulturtempel, die so etwas besitzen, können jetzt loslegen, endlich wieder spielen und die Fans mit live-Darbietungen beglücken.

Zwar wie jetzt die Deutsche Oper aus Gründen der Abstandswahrung nur in reduzierter Form, doch das ist weit besser als gar nichts. Die Akustik auf dieser Freifläche ist übrigens erstaunlich gut, und sie dient nicht das erste Mal als Ersatzspielort. Die Gebäude drum herum lassen den Schall nicht in alle Winde davonflattern…

Zum Bericht von Ursula Wiegand

Salzburgs Festspielintendant Hinterhäuser: „Wir sind nicht in Gefahr“
Aber die Situation sei nicht ungefährlich, so Hinterhäuser über die Situation des Salzburger Festivals.
Kurier

Dazu haarscharf passend der heutige Kommentar von Renate Wagner

 

Das Lesen der Journale

„Die Situation ist nicht ungefährlich“, lässt Festspielintendant Markus Hinterhäuser die kulturell interessierte Mitwelt wissen. Zumindest, wenn man sich bei orf.at informiert. Greift man auf die APA zurück, von der die meisten österreichischen Medien ihre Informationen beziehen, wenn sie zu faul sind, selbst zu recherchieren, heißt die Schlagzeile anders. „Salzburger Festspiele laut Hinterhäuser ‚nicht in Gefahr’.“

Also, was jetzt? Gefahr oder nicht Gefahr? Der zitierte Satz lautet dann (in beiden Medien): „Wir sind nicht in Gefahr, aber die Situation ist nicht ungefährlich“, sagte Salzburgs Festspielintendant Markus Hinterhäuser im Ö1-Mittagsjournal. Vielleicht sollte man nicht in einen Satz gleich zwei widersprüchliche Aussagen packen. Andererseits – wie immer es ausgeht, nachher kann man auf jeden Fall sagen, man hätte „es ja gesagt“. Absicherung pur.

Und für Leser, die den Journalisten ein bisschen auf die Finger schauen, ein typisches Beispiel dafür, wie man Sachverhalte manipulieren kann. Die einen wollen beunruhigen. Die anderen wollen beruhigen. Wie es halt gerade passt. Wer immer je mit dem „Schreiben“ befasst war, weiß genau, dass alles und dessen Gegenteil möglich ist. (Es ist nicht einmal schwer, wenn man es kann. Nur Meinung darf man keine haben.) Arthur Schnitzler hat es in einem Theaterstück behandelt, das „Fink und Fliederbusch“ heißt und sehr amüsant ist. Im wahren Leben ist es das nicht. Und gerade heute, wo die Situation immer schlimmer wird, muss man kritisch gegen die Manipulationen „anlesen“.

Es muss uns doch klar sein, dass die Medienwelt dieses Spiel ununterbrochen spielt. Und dass man, obwohl man natürlich „das Geschriebene lesen“ muss (weil man es ja im Gegensatz zum Ochs von Lerchenau glücklicherweise kann), gar nicht kritisch genug überprüfen kann, was man da vorgesetzt bekommt. Sich immer fragen muss: Welche Meinung will man mir da verkaufen – und warum?

Es gibt so unendlich viele Möglichkeiten der Manipulation. Verschweigen und Auslassen zum Beispiel. Der neue Held heißt George Floyd, und er ist zweifellos ermordet worden. Aber ein wirklich unschuldiges, makelloses Opfer war er nicht. Wikipedia drückt sich unendlich vorsichtig aus, aber klar wird – er hat Jahre im Gefängnis verbracht, wurde neunmal wegen Straftaten verurteilt, und wer wegen „Raub mit einer tödlichen Waffe“ vor Gericht steht, gehört ja wohl fast in die Kategorie der Schwerverbrecher. Davon hört man allerdings nichts, außerdem ist er ja „brav“ geworden. Aber es wäre korrekter, den neuen Helden – der ein Opfer geworden ist – ehrlich darzustellen.

Zumal, wenn so viele alte Helden von den Sockeln stürzen. Columbus fuhr über den Atlantik und musste nach der Kenntnis seiner Zeit erwarten, am Horizont über den Abgrund zu stürzen – eine ungemein mutige Leistung (vor allem, wenn man sich einmal die drei fragilen Schiffchen angesehen hat, mit denen er die Fahrt ins Ungewisse wagte). Dafür stürzt man sein Denkmal, denn „Kolumbus steht für Völkermord“. Das ist neu.

Und was ist mit Churchill? Immerhin hat dieser Mann England nicht nur durch den Zweiten Weltkrieg, sondern auch zum Sieg geführt. Und der Dank? Man beschmiert sein Denkmal und schimpft ihn einen „Rassisten“. Selbst, wenn er es nach dem heutigen Zeitgeist (der nicht der Zeitgeist seiner Epoche war) gewesen sein mag – setzt das all seine Leistungen außer Kraft? Muss alles vor den Forderungen eines neuen „Tugendterrors“ bestehen (wie es Thilo Sarrazin, der Mann mit den bei Frau Merkel „unerwünschten Meinungen“, schon 2014 in einem Buch genannt hat)? Eines neuen, brutalen Meinungsterrors, vor dem man sich nur entsetzen kann?

Wir können die Vergangenheit nicht umschreiben, nur weil sie uns nicht passt. Wir könnten es nur besser machen. Aber das wäre anstrengende Arbeit. Schreien, demonstrieren, randalieren, und beschuldigen, beschuldigen, beschuldigen,  ist viel einfacher – und man fühlt sich so gut dabei.

Die Welt ist verrückt geworden. Und viele Menschen, die sinnlos brüllend auf die Straße gehen, kommen „vom Lesen der Journale“, wie es im Vorspiel zu Goethes „Faust“ heißt. Und sind nachher „so klug als wie zuvor“. Oder eigentlich – dümmer. Viel dümmer.

Renate Wagner

Ich nehme eine Anleihe bei Renate Wagner. Sie bringt die Dinge auf den Punkt, eckt jedoch weniger an als ich. Sie kann es offenbar besser!
Ich habe mir im Laufe der Zeit meine persönlichen Feinde geschaffen, was vielleicht auch politische Hintergründe hat. Diese „Feinde“ schießen mutig unter Decknamen auf mich.
Mittlerweile kenne ich diese auch namentlich, zumal zumindest einer davon früher auch andere Namen verwendet und sich glorios mit denen verabschiedet hat. So einfach ist das: Anderer Name, andere Person, gleiche Meinung – so kommen gleich viele Kritiker zustande!

Ich bin ich – und ich bleibe auch ich!

WIEN: Eine musikalische Liebeserklärung an das Publikum! Heute Stream

Lange Zeit gab es in Wien das große Schweigen und die Klänge der Stimmen und Instrumente, welche Wien zu der Weltkulturhauptstadt machten, fehlten.

Uns, den Musikern, ist das stille Warten zu lange geworden, wo wir uns isoliert von unserem Publkum fühlten. Wir träumten daher von einer musikalischen Liebeserklärung an unsere Heimatstadt Wien und wollten nun in dieser Art und Weise uns bei unserem geliebten Publikum herzlich bedanken und zurück melden.

Donka Angatscheva. Copyright. Angatscheva

Bösendorfer Artist Donka Angatscheva hat die Initiative ergriffen und präsentiert einen musikalischen Film: Die Kunst in Österreich lebt weiter!

Alle Künstlerinnen und Künstler des Konzerts sind der Initiative von Donka Angatscheva gefolgt, um die Kunst in Österreich trotz widriger Umstände weiterleben zu lassen. Sie arbeiten als Kollektiv und bekommen für ihre Arbeit kein Honorar. Beiträge des Publikums sind als Spende möglich und erwünscht, das Konzert ist auf www.eleazarfilm.com und Facebook Live frei als Stream zugänglich und wird über die nächsten 14 Tage verfügbar sein.

Wir würden uns über ihre kleine Spende freuen und bedanken uns ganz herzlich!

Eine filmische Liebeserklärung an das Publikum

Sonntag, 14.Juni 2020 um 17.00 (GMT +1)
Stream auf www.eleazarfilm.com/kunst ( link funktioniert über die nächsten14 Tage)
Spenden via https://diekunst.live/spenden

Erleben Sie im livestream am 14.Juni um 17.00

Wien
Doyenne des letzten Stegreif-Theaters gestorben

Emmy Schörg. Foto: Tschauner-Bühne

Emmy Schörg, Urgestein der Tschauner-Bühne, ist im Alter von 90 Jahren gestorben.
Eigentlich wollte sie ja gar nicht mitmachen. Doch dann fiel eine Müllerstochter für Rumpelstilzchen aus, und Emmy Schörg wurde von der legendären Frau Tschauner als Ersatz rekrutiert, war sie doch „in dieser Rolle studiert“. Warum die Kollegen da mit Bleistift um einen Tisch saßen und sich Notizen machten, war ihr unerklärlich.
https://www.diepresse.com/5825653/doyenne-des-letzten-stegreif-theaters

Stegreif-Legende Emmy Schörg gestorben
Stegreif-Fans, die Tschauner Bühne und Ottakring trauern um die Doyenne des Stegreif-Spiels.
Wiener Zeitung

Film/ TV

Uwe Kockischs letzter Fall als Commissario Brunetti: „Es herrschte Abschiedsstimmung!“
„Alles“ liebt der Theaterschauspieler Uwe Kockisch an Venedig. In 26 Folgen war der Deutsche als Donna Leons Commissario Brunetti zu erleben. Nun will er sich vielleicht auf jener Insel ansiedeln, wo der letzte der TV-Krimis spielt.
Die Presse

Österreich: Kritik an von Regierung geplanter Einmalzahlung für Arbeitslose
Die Bundesregierung trifft sich am Montag, um weitere Schritte gegen die Wirtschaftskrise zu beschließen. Die durchgesickerten Pläne sorgen nicht überall für Begeisterung
Der Standard

Österreich
Kritik an von Regierung geplanter Einmalzahlung für Arbeitslose
Die Bundesregierung trifft sich am Montag, um weitere Schritte gegen die Wirtschaftskrise zu beschließen. Die durchgesickerten Pläne sorgen nicht überall für Begeisterung
Der Standard

Der Schlauberger 4: Hilfe, ein Wunder ist geschehen! Da stellt sich die Frage …
Tritt den Sprachpanschern ordentlich auf die Füße! Gern auch unordentlich. Der Journalist und Sprachpurist Reinhard Berger wird unsere Kultur nicht retten, aber er hat einen Mordsspaß daran, „Wichtigtuer und Langweiler und Modesklaven vorzuführen“. Seine satirische Kolumne hat er „Der Schlauberger“ genannt.

Da stellt sich die Frage …
Och nee, nun ist’s aber genug. Da hat sich schon wieder eine Bürgerinitiative gegründet, las ich in der Zeitung. Ein physikalisches Wunder. Denn: Wenn sich die Bürgerinitiative selbst gründen wollte, müsste sie ja erst einmal da sein, um handeln zu können. Wenn sie aber schon da wäre, brauchte sie nicht mehr gegründet zu werden. Wie soll etwas aktiv werden, was es noch gar nicht gibt?
Richtig ist: Sie muss gegründet werden.
https://klassik-begeistert.de/der-schlauberger-4-klassik-begeistert-de/

Verbringen Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

 

 

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