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14. JUNI 2018

14.06.2018 | Allgemein, Tageskommentar

Heute im TV: „Gemma Schager schaun“. Ab 22,30 h

Es ist fast schon Kult, was sich um diesen österreichischen Tenor abspielt, der Termin des Studiogesprächs bei Oe1 im Funkhaus Argentinierstraße (gestern) musste geheimgehalten werden, weil bereits zu viele Anmeldugen vorgelegen sind. Heute um 22,3o h ist der neue Star im Fernsehen zu bewundern – in der Wiener Freischütz-Inszenierung.

Von dieser gibt es einen ersten medialen Hoffnungsschimmer: Im „Standard schreibt Ljubisa Tosic: Wer weiß: Vielleicht wird diese ausgebuhte Inszenierung noch ein trashiger Hit. Es ist nicht alles verloren und zumindest nicht zu spät für das Staatsopernorchester und Dirigent Tomás Netopil. Sie könnten die vitalen und bisweilen schillernden Momente noch einer Verfeinerung unterziehen.

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Auch die internationale Presse befasst sich mit dem Freischütz, zum Beispiel „bachtrack“: Das Staatsopernpublikum sieht sich häufig dem Vorwurf ausgesetzt, es sei zu konservativ und habe wenig Verständnis für neue Lesarten von Altbekanntem. In dieser Einschätzung steckt wohl ein Körnchen Wahrheit, auch wenn Josef E. Köpplingers Inszenierung von Dantons Tod zuletzt für allgemeine Begeisterung sorgte. Als Ausrede für Fehlleistungen aller Art sollte der Publikumsgeschmack jedoch nicht herhalten müssen.

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bachtrack

Ich möchte den Wiener „Freischütz“ an dieser Stelle nicht zelebrieren, „Glücklich ist, wer vergisst“ – und im Normalfall redet über eine Opernpremiere nach wenigen Tagen kein Mensch mehr. Aber nach dieser Produktion drängen sich Fragen über Fragen auf, denn die Übergabe an die neue Direktion erfolgt bereits in zwei Jahren und die Neuinszenierungen werden wohl oder übel übernommen werden müssen. Peter Skorepa macht sich darüber Gedanken:

Sollte bei einem Neubau der Bauherrenvertreter (Architekt, Statiker etc)  aus Unvermögen etwas übersehen, was zu einer Katastrophe führt (Einsturz) so ist dessen Schicksal besiegelt. Ein Operndirektor, der eine Fehlleistung nicht rechtzeitig erkennt und das Werkl laufen lässt, verschwendet Steuergeld! Der darf sich nicht auf die unantastbare künstlerische Freiheit berufen, sondern hätte alles zu unternehmen, um Konsens der Vertragspartner herzustellen.

Wer hat die Fixkosten der vermurksten Macbeth-Inszenierung der Vera Nemirova, die gerade einmal die Premieren-Serie schaffte, bezahlt? Wer zahlt die jetzige FREISCHÜTZ-Inszenierung, die mit Sicherheit so nicht in die neue Direktion die Übernahme schaffen wird? Na der Steuerzahler zahlt das alles, weil die mit Vergabe und Kontrolle von Vertragsleistungen, nämlich die jeweiligen Direktionen überfordert waren. Wer hat die SAMSON-Regisseurin nicht davor gewarnt und hat sie mitten auf der Bühne die blöde Badewanne aufstellen lassen, wo doch schon ein Brausebad einmal eine „Katastrophe“ ausgelöst hat. Katastrophe kann man das nicht nennen? Oh doch, denn damit verbrannte Steuergeld!

Steuergeld, das womöglich dann kleinen Bühnen fehlt.

Daher in meinem Feuilleton-Betrag die theoretische Annahme, die alte Direktion „unter Kuratel“ zu stellen und sicherzustellen, dass alle weiteren Leistungen auch für zukünftiges Repertoire nutzbar bleibt. Die Nachfolgedirektion von Direktor Meyer wird sich jedoch über viel Brennholz freuen können.

Natürlich ist der Vorschlag von der „unter Kuratel-Stellung“ einer Direktion nur ein fiktiver, soll jedoch ein besonderer Hinweis auf die angeschlagene Situation der jetzigen Direktion und einiger Mitarbeiter sein und den Ernst der Situation unterstreichen, die die kommende Amtsübergabe darstellt. Oder hat designierte Direktor bei der Premierenfeier freudig mitapplaudiert zum Eigenlob des Hauses und sich über ein schönes neues Repertoire-Stück gefreut?

Zum Glück hat die Staatsoper noch eine Menge jahrzehntealte Inszenierungen auf Lager, die derartige Fehlleistungen ausbügeln helfen, wenn deren altvordere Kulissenpracht noch genug Geld einspielen!

Soweit die Meinung von Peter Skorepa. Dominique Meyer hat anfangs seiner Direktionszeit das gefürchtete Wiener Publikum unterschätzt, gemeint, dass er es so nebenbei an seine Seite gezogen hat. Vielleicht war er auch von Journalisten falsch beraten. Sein Problem lag von Beginn an bei den Inszenierungen (bei den Sängerbesetzungen ist ihm meiner bescheidenen Ansicht nach nicht viel vorzuwerfen, viel mehr Stars, als er anbietet, gibt es nicht). Das ist -wie gesagt – meine persönliche Meinung. Aber ist es überhaupt möglich, eine sich abzeichnende Fehlleistung zu verhindern?

Heinrich Schramm-Schiessl hat sich in einer Nachricht an mich mit dem Thema auseinandergesetzt:

Zur Frage, inwieweit der Direktor oder jemand anderer während der Probenzeit noch eingreifen kann: Wenn Du mich fragst, gar nicht. Wenn das nämlich ein Direktor tut, dann wird der Regisseur ziemlich sicher alles hinschmeissen und der Direktor steht mit der fertigen Ausstattung und den engagierten Sängern da. Lässt er die Premiere platzen, kann er die Dekorationen nur wegschmeissen und die Sänger ausbezahlen. Wenn er Glück hat, bieten sich bei denen Ersatzabende an. D.h., in der Regel führt dann ein Abendregisseur das ganze zu Ende, die Premiere findet statt und auf dem Programmzettel steht: „Nach einem Konzept von N.N.“.

Man müßte schon viel früher ansetzen und ich möchte hier einen Vergleich bringen, der in Deine einstige Profession reicht (korrigiere mich, wenn ich da falsch liege):

Wenn jemand zu Dir gekommen ist und und eine Wohnungseinrichtung bestellt hat, dann, so nehme ich an, hast Du Dir zunächst angehört, was er sich so vorstellt und hast ihm dann einen Entwurf nebst Kostenvoranschlag geliefert. Danach habt ihr den Entwurf und den KV besprochen und wenn ihr Euch nicht einigen konntet, kam der Auftrag nicht zustande.

So ähnlich sollte es in der Oper auch gehen: Der Operndirektor wendet sich an einen Regisseur und macht ihm das Angebot in seinem Haus, z.B. den „Freischütz“ zu inszenieren. Jetzt sollte der Regisseur ein Konzept vorlegen, wobei man auf den KV verzichten kann, weil Regisseure in der Regel keine Ahnung von den Kosten in einem Haus haben. Der Direktor sollte nach Vorliegen des Konzepts entscheiden, ob er den „Freischütz“ so will bzw. mit dem Regisseur mögliche Änderungen besprechen. Wenn man nicht zusammen kommt, dann kommt halt der Vertrag nicht zustande und der Direktor sucht sich einen anderen Regisseur. Jetzt sind wir aber dort, wo der Vergleich hinkt: Kein Regisseur, egal ob prominent (die schon gar nicht) oder nicht, würde sich darauf einlassen. Denn im Unterschied im Verhältnis Kunde/Gewerbetreibender gibt es im Verhältnis Direktor/Regisseur noch ein Prinzip, das man immer als Totschlagargument verwenden kann: Die sogenannte Freiheit der Kunst. Zitat H.S.S. Ende)

Lieber Heinz, so einfach liegt die Sache nicht. Völlig richtig ist, dass die „Freiheit der Kunst“ überstrapaziert ist, ständigem Missbrauch unterlegt. Es wird aber sicher nicht passieren, dass ein Regisseur ein fertiges Konzept quasi „zur Ansicht“ und gratis vorlegt – und dies dann etwas abgeändert und billiger von einem anderen Regiekünstler durchgeführt wird. Genau das ist aber in meiner Branche die Regel, wenn das Geschäft nicht zustande kommt, ist die Planungsarbeit und die Kalkulation umsonst gewesen. Der Kunde läuft mit der fertigen Planung zur billigeren Konkurrenz. Darauf lässt sich verständlicherweise kein Regisseur ein.

Als in der Staatsoper Sven Eric Bechtolf groß in Mode war (von dem man wusste, dass er nicht aufregen, aber auch nicht begeistern wird), regten sich alsbald Stimmen nach mehr Abwechslung. Ähnlich verhält es sich bei Herrn Marelli. Ist das Wiener Opernpublikum bereit für einen Tcherniakov? Alvis Hermanis mit seiner bekundeten „altvaterischen Art“ schien eine sichere Bank zu sein – und was ist beim „Parsifal“ rausgekommen.

Es ist also nicht leicht – und Wiener Operndirektor hätte ich nie sein wollen. Seien wir daher nicht total ungerecht!

Aber nun weg, weit weg vom Freischütz. Einige Rezensionen stehen ja noch an, die erwarte ich keineswegs mit großer Vorfreude, Nur „draufhauen“ möchte ich nämlich auch nicht, ich bin ein positiv denkender Mensch!

KURZER BLICK ZUR MOSKAUER ERÖFFNUNGSGALA DER FUSSBALL-WM

 

https://www.medici.tv/en/concerts/world-cup-gala-concert/?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=20180611_2018%20world%20cup%20gala%20concert

Dazu die Programmfolge des Konzerts

Berlin: Da läuft noch was – nicht nur Fußball
Alle reden von der WM? Nicht in Berlin. Die Kultur fährt am kommenden Wochenende eine beeindruckende Ballung an Konkurrenzveranstaltungen auf
Tagesspiegel

HEUTE / München/ Gärtnerplatztheater: Zum Totlachen
Der Regisseur Peter Konwitschny gibt heute sein Debüt am Gärtnerplatztheater und zeigt die Operette „Der tapfere Soldat“
http://www.sueddeutsche.de/kultur/musiktheater-zum-totlachen-1.4013749

Italienischer Opernsänger Bonaldo Giaiotti gestorben

Foto: Youtube

Der aus Udine stammende Künstler zählte zu den wichtigsten Bässen seiner Generation – und war auch in der Wiener Staatsoper oft zu hören.
Die Presse

BUDAPEST/ Müpa/ Wagner-Tage:

TRISTAN UND ISOLDE   (7.6.) und DER FLIEGENDE HOLLÄNDER (8.6.2018)

 

DER FLIEGENDE HOLLÄNDER :

https://onlinemerker.com/budapest-wagner-tage-der-fliegende-hollaender/

TRISTAN UND ISOLDE

Zum Premierenbericht von Sieglinde Pfabigan

Düsseldorf/ „Schläpfer-Land“: Biederer „Schwanensee“ : Hier macht sich keiner nass

Tutus verpönt! Der neue Weg des klassischen Balletts oder bloß ein Schläpfer-Komplex?

Barfuß unterwegs: Der neue „Schwanensee“, so viel steht nach der Düsseldorfer Premiere der neuen Choreographie von Martin Schläpfer fest, ist tiefste Provinz – Provinz mit Geld.

Auszug aus „Frankfurter Allgemeine“ (immerhin eine allererste Adresse) Der deutsche Tanz leidet nicht an zu vielen Tutus, sondern an zu wenigen. Wie wahr das ist, kann man an der Formulierung „künstliches Flügelschlagen“ ablesen – kaum jemand hat offenbar vor Augen, wie faszinierend die Port de bras der Schwanenballerinen im Original sind, wie mit diesen schwierigen, wunderschönen Armgesten aus Frauen auf Spitzenschuhen geheimnisvolle Wesen einer anderen Welt werden…

...Das alles ist tiefste Provinz, Provinz mit Geld. Man möchte hoffen, dass auch die misogynen Züge und die politische Fragwürdigkeit der Inszenierung der Unbeholfenheit des ganzen Unterfangens geschuldet sind. Siegfrieds fiese Mutter hat offensichtlich ein Verhältnis mit ihrem schwarzen Zeremonienmeister (ganz großartig und würdevoll getanzt von dem phantastischen Chidozie Nzerem).

Odette wird von Siegfried mehrfach so gehoben, dass ihr das Publikum in den Schritt schaut, ein Fauxpas, dessen Abschaffung an dieser Stelle schon vor Jahrzehnten gefordert wurde. Provinz ist, wenn man sich modern fühlt, weil man in „Schwanensee“ die Tutus abgeschafft hat.

Frankfurter Allgemeine

HEUTE (15 h)  IN DER GALERIE DES „ONLINE-MERKER“. IM RAHMEN GELEGENHEIT ZUR BESICHTIGUNG DER AUSSTELLUNG  „WAGNER-POSTER“ (Sammlung Klaus Billand)

 

Dazu passend: Maissau-Oberdürnbach/Stift Zwettl: Gottfried von Einem Fest und eine Festmesse
9. und 10.6.2018

Gottfried von Einem Foto: Wr.Staatsoper

Gottfried von Einem – Mehr als eine Messe wert!

Von Manfred A. Schmid

Im Rahmenprogramm

Ausstellung. Eintritt frei!

Copyright: Barbara Zeitung

operklosterneuburg

 

BUSCHENSCHANK FLEXLEITENHOF
Flexleitengasse 4
3420 Kritzendorf
http://www.flexleitenhof.at/buschenschank/index.php

Eintritt frei!

Heute beginnt die Fußball-WM: 32 Variationen über einen Ball: Die Musik zum Fußball
Fußball und Musik, ein heikles Verhältnis. Engländer sind mit You’ll Never Walk Alone noch gut bedient. Südländische Temperamente können zu Nelly Furtados Força die Hüften wiegen. Die Deutschen freilich sind durch Songs wie Fußball ist unser Leben oder Zeit dass sich was dreht schwer traumatisiert. Was aber können Klassikfans hören?
Na, das hier: Ein deutsches Brasilien-Capricho, eine lappische Deutschland-Motette, ein englisch-niederländisches Lamento und und und – 32 Werke Musikstücke für 32 Teams, von Klassikern bis zu abstrusen Raritäten. Zur Einstimmung vor jedem Spiel. Oder halt statt Fußball. Denn diese ultimative Playlist zur WM 2018 ist auch für Fußballverächter geeignet.
https://hundert11.net/32-variationen-ueber-einen-ball-die-musik-zum-fussball/

Ultimative Playliste zur WM 2018
https://idagio.onelink.me/0uza/4c19977

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

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