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14. JÄNNER 2020 – Dienstag

14.01.2020 | Tageskommentar

BAYERISCHE STAATSOPER: JUDITH – Konzert für Orchester / Herzog Blaubarts Burg
 
Mit Judith feiert am 1. Februar 2020 eine außergewöhnliche Neuproduktion Premiere auf der Bühne der Bayerischen Staatsoper. Regisseurin Katie Mitchell führt darin Béla Bartóks Konzert für Orchester und seine einzige Oper Herzog Blaubarts Burg zu einer völlig neuen Geschichte zusammen. Nina Stemme gibt als Judith ihr Münchner Rollendebüt, John Lundgren singt zum ersten Mal Herzog Blaubart. Oksana Lyniv steht am Pult des Bayerischen Staatsorchesters.
 
Die Vorstellung am 7. Februar 2020 wird live auf STAATSOPER.TV übertragen und ist ab dem 9. Februar 30 Tage als Video-on-Demand abrufbar.

Wiener Staatsoper: Die zweite Vorstellung „Lohengrin“ hat Piotr Beczala am Sonntag gesungen

Probenfoto mit Cornelia Beskow, Piotr Beczala und der Spielleiterin. Foto Instagram

Da es nur Fotos aus der ersten Vorstellung gibt, fiel Piotr Beczala um sein Lohengrin-Szenenfoto um. Deshalb bieten wir nur dieses Probenfoto-Foto auf

Karl Masek: Die aktuelle Vorstellungsserie sollte das mit Spannung erwartete Wiener „Lohengrin“-Rollendebüt des Piotr Beczala  bringen. Eine Erkältung (ein grippaler Infekt?) machte da bei der 1. Aufführung der geplanten Serie durch Absage  einen Strich durch die Rechnung. Beim zweiten Anlauf gab‘ s eine Ansage:  Piotr Beczala sei von seiner Erkältung noch nicht ganz wieder hergestellt, der Sänger werde die Vorstellung singen, er  bittet  allerdings um Nachsicht …

„Nun sei bedankt, mein lieber Schwan“ kam noch erwartungsgemäß vorsichtig. In der unbequem liegenden, ja zusammengekrümmten  Position im Nachthemd, wie es das Homoki-Regiebuch verlangt, naturgemäß mit etwas gequältem Ausdruck. Aber ab „Heil, König Heinrich…“ schien gesundheitliche Unbill hinter sich gelassen…

Zum Bericht von Karl Masek

Die Wiener Staatsoper trauert um Giorgio Merighi

 

Die Wiener Staatsoper trauert um den italienischen Tenor Giorgio Merighi, der am Sonntag, 12. Jänner 2020 im Alter von 80 Jahren in der mittelitalienischen Stadt Jesi verstorben ist.

Giorgio Merighi erhielt seine Ausbildung am Konservatorium in Pesaro und sang in den folgenden Jahrzehnten zahlreiche Tenorpartien des italienischen Fachs an den bedeutendsten Opernhäusern Europas. Neben der Deutschen Oper Berlin, der Mailänder Scala und dem Royal Opera House Covent Garden reüssierte Merighi auch an der Wiener Staatsoper, wo er 1967 sein Debüt als Pinkerton in Madama Butterfly gab. Bis 1989 sang Merighi 40 Vorstellungen in zehn verschiedenen Rollen an der Wiener Staatsoper, darunter Cavaradossi (Tosca), Enzo Grimaldo (La Gioconda), Turiddu (Cavalleria rusticana), Don Alvaro (La forza del destino), Radamès (Aida) und Duca di Mantova (Rigoletto).

Im Anschluss an seine internationalen Erfolge leitete Giorgio Merighi von 1992 bis 1994 als künstlerischer Direktor das Theater Pergolesi in Jesi.

WIENER STAATSOPER HEUTE VOR FÜNFZIG JAHREN – RIESENWIRBEL BEI „DON CARLOS“
(Heinrich Schramm-Schiessl)

Es begann recht harmlos. Am Nachnittag des 14.1.1970 rief mich ein Freund an und teilte mir mit, dass er zwei Freikarten für die abendliche „Don Carlos“-Vorstellung hat und ob ich mit ihm gehen wolle. Ein Blick auf die Besetzung ließ mich, da ich auch sonst nichts vor hatte, zusagen. Ich konnte da noch nicht wissen, dass ich unfreiwilliger Zeuge eines Riesenwirbels werden sollte.

Es war an sich ein „normal“ besetzter „Don Carlos“. Placido Domingo, damals noch nicht in der Position, die er später einnehmen sollte, sang die Titelrolle, Nikolai Ghiaurov den Philipp und Kostas Paskalis, ein verlässliches Ensemblemitglied den Posa. Dazu kam noch Paul Schöffler als Großinquisitor. Als Elisabeth musste man sich mit Gerda Scheyrer abfinden und als Prinzessin Eboli war ein  Gast – damals noch mit „a.G.“ am Programmzettel vermerkt – namens Claudia Caporale angekündigt.

Die Vorstellung begann so, wie man es sich erwartet hatte. Als jedoch im 2. Bild Frau Caporale mit dem „Schleierlied“ begann, machte sich Unruhe im Haus breit. Leises Gelächter kam auf, weil sie bei jedem hohen Ton die Arme wie ein Bodybilder hochstemmte. Danach gab es ein paar Zischer, aber die Dame war dann Pausengespräch. Ein Besucher meinte nicht unbeduingt charmant: „Bizeps allein genügt nicht!“ Das Unheil begann dann im fünften Bild. Nach einer wunderbar gesungenen Arie von Ghiaurov, einer Dank zweier Persönlichkeiten großartig gestalteten Szene König-Großinquisitor und dem Quartett folgte dann die Arie der Eboli und hier lief die Vorstellung aus dem Ruder. Schon der Mittelteil der Arie, der aus überwiegend falschen Tönen bestand, war von großer Unruhe im Publikum gekennzeichnet und im Finale, wo die Spitzentöne nur irgendwie „angepeilt“  wurden, kam es schließlich zu lauten Zwischenrufen wie „Merda“, „Basta“ und „Forte“ und nach dem letzten Ton zu einem riesigen Buhkonzert. Die Dame war aber so selbstbewußt, dass sie sich sogar allein vor dem Vorhang zeigte.

Am nächsten Tag glühten die Telefonleitungen: „Warst Du gestern in der Oper?“ war die einzige Frage, die gestellt wurde. Claudia Caporale sang nie wieder am Haus.

Soweit H.S.S. Auch ich habe recherchiert. Die Dame sang immerhin 146 Mal an der Metropolitan-Opera, wenngleich meist kleinere Rollen. Auch In Berlin war sie engagiert: Sie trat zuerst unter dem Namen Gladys Kriese auf, dann nach einer Heirat seit etwa 1967 als Gladys Kriese-Caporale, schließlich (unter Italianisierung des Vornamens) als Claudia Caporale.

„Konzertgänger in Berlin“: Rundum beglückend: Leoš Janáčeks „Jenůfa“ an der Deutschen Oper
Was soll man am heftigsten lieben, was ist das größte Glück an dieser Jenůfa von Leoš Janáček, die jetzt an der Deutschen Oper Berlin wiederaufgenommen wurde?
https://hundert11.net/rundum-beglueckend/

London/ Royal Opera House: „La Bohème“ live aus London im Kino! Sonya Yoncheva und Charles Castronovo
Live am 29. Januar.
Alle Kinos und Termine: rohkinotickets.de
https://www.rohkinotickets.de/

Linz/ Landestheater: Oper als Kunst des Unmöglichen
Zur Neuinszenierung von Verdis „Troubadour“ im Musiktheater Linz
https://volksblatt.at/oper-als-kunst-des-unmoeglichen/
Musikalisch grandioser Troubadour aus dem Regietheater-Museum

Oberösterreichische Nachrichten
Liebe und Sehnsucht im Duell mit Rache und Krieg
https://www.krone.at/2076645
Im Verdi-Rausch: „Il Trovatore“ am Landestheater Linz
https://www.pnp.de/nachrichten/kultur/kultur/3570612_Im-Verdi-Rausch-Il-Trovatore

Dresdner Semperopern-Ball: Anschuldigungen und Dementis

Hat er nun abgelehnt, mit einer Armenierin aufzutreten – oder hat es gar keinen Vertrag gegeben? Zweiteres behauptet die Semperoper. Selten ist so ein Widerspruch so leicht aufzuklären wie dieser: Gibt es einen Vertrag, dann bitte herzeigen. Dann schaut es um die Glaubwürdigkeit des Herrn Frey nicht gut aus. Kann der Vertrag nicht hergezeigt werden, dann bitte die Behauptung mit Bedauern zurückziehen

Ruzan Mantashyan ist ohnedies bereits Gewinnerin – denn sie hat die Publicity und Teile der Presse auf ihrer Seite.

Dass zwischen Aserbaidschan  und Armenien abgrundtiefer Hass herrscht, kann ich selbst bezeugen. Ich war nahe der Region Berg Karabach, wo der Boden mit dem Blut tausender Gefallener getränkt ist. Auszug aus Wikipedia: Der Bergkarabachkonflikt ist ein Konflikt der Staaten Armenien und Aserbaidschan um die Region Bergkarabach im Kaukasus. Der Konflikt trat in der Moderne erstmals zur Unabhängigkeit der beiden Staaten nach 1918 auf und brach während der Endphase der Sowjetunion ab 1988 neu aus. Infolgedessen erklärte sich die Republik Bergkarabach (seit 2017 Republik Arzach) für unabhängig, wird bisher international aber von keinem Mitgliedstaat der Vereinten Nationen anerkannt.

Link in französischer Sprache

Yusif Eyvazov ne chante pas avec les Arméniens
https://www.forumopera.com/breve/yusif-eyvazov-ne-chante-pas-avec-les-armeniens

Jonas Kaufmann und Lise Davidsen in Tobias Kratzers Neuproduktion von „Fidelio“ live aus dem Royal Opera House am 17. März

Jonas Kaufmann. Foto: Gregor Hohenberg

Ein Höhepunkt im Beethovenjahr und in der Live-Kinosaison des Royal Opera House: Am 17. März wird „Fidelio“ in der neuen Inszenierung von Tobias Kratzer, einem der momentan angesagtesten Opernregisseure, live im Kino übertragen. In den Hauptrollen sind die Opernstars Jonas Kaufmann (Florestan) und Lise Davidsen (Leonore) unter der Leitung von Chefdirigent Antonio Pappano zu erleben. Zahlreiche Kinos zeigen die Vorstellung auch in den Wochen danach.

Die Kinoübertragungen der Royal Opera House bieten dem Publikum den besten Platz im Haus und exklusive Backstage-Aufnahmen und -Interviews. Die Zuschauer sind so nie weit von einer Vorstellung des Royal Opera House entfernt. „Fidelio“ wird in über 1.000 Kinos in 53 Ländern der Welt ausgestrahlt. In Deutschland findet die Live-Übertragung am Dienstag, den 17. März um 20.15 Uhr statt, in vielen Kinos auch als Aufzeichnung in den Wochen danach.

Social Media: #ROHfidelio
Teilnehmende Kinos: www.rohkinotickets.de

Posers Klassikwelt 6: Es darf auch mal Pop, Rock oder Jazz sein!
Es gibt einerseits Liebhaber klassischer Musik. Die hören klassische Musik (die GEMA spricht dabei völlig unverständlicher Weise von „ernster“ Musik) und sonst nichts. Fragt man solche Menschen nach Rock, Pop oder Jazz, offenbaren sich Ablehnung und absolute Ahnungslosigkeit. Man wiegelt ab: „Nein danke, doch nicht so etwas…“
https://klassik-begeistert.de/posers-klassikwelt-6-klassik-begeistert-de-update/

WIEN / Theater der Jugend im Theater im Zentrum: JUGEND OHNE GOTT nach Ödön von Horváth von Petra Wüllenweber
Premiere: 10. Jänner 2020, besucht wurde die Vorstellung am 13. Jänner 2020
Foto: Rita Newman

Von den Romanen des Ödön von Horvath reizt „Jugend ohne Gott“ offenbar besonders zur Dramatisierung. 1937 in der Emigration geschrieben, ist der Beginn des Werks eine politische Parabel, die so aktuell anmutet, dass man sie nicht nur heute, sondern jederzeit anwenden kann. Und zu Beginn des Abends im Theater im Zentrum, den Petra Wüllenweber textlich erstellt und inszeniert hat, ist man auch voll gefesselt.

Man erkennt es: Die Schulsituation, der Lehrer, der von schlicht humanistischen Gedanken ausgeht, für den also auch „Afrikaner“ (in Horvaths Roman heißt es noch „Neger“) Menschen sind; die Schüler, ziemlich heutig in ihrer gehässigen Attitüde dem Lehrer gegenüber, sind im Gedankengut des Zeitgeistes so weit eingefärbt, dass sie ihm für seine Humanitätsduselei alle Schwierigkeiten bereiten – und der Lehrer muss sich entscheiden, ob er sich duckt und den Beruf behält, den er schließlich als Lebensunterhalt braucht, oder ob er den Mund hält und seine Empörung in sich hineinfrisst? Er duckt sich, bis zu einer Wendung am Ende…

Bloß: Wie sehr unser Zeitgeist alles umfärbt (!!! – ist das nicht auch das Thema des Stücks, wie man sich duckt?), beweist die Schlußformulierung: Der Lehrer, der in seiner Heimat keine Möglichkeit mehr hat, wird als Entwicklungshelfer nach Afrika gehen – als „Neger“ (Außenseiter) zu Negern, wie es bei Horvath heißt. Ist die zeitgemäße Eindeutschung „als Ausländer zu Ausländern“ sinnvoll oder auch nur einsichtig? Wohl kaum. Nur weil man sich vor einem Wort fürchtet, das hier durchaus im historischen Kontext und keinesfalls diskriminierend erscheinen würde?

Zum Bericht von Renate Wagner

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Eintritt frei! Sie sind zudem unsere Gäste

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Die Galerie des Online-Merker ist ganz einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Der Bahnhof Meidling ist der derzeit angesagteste Verkehrsknotenpunkt Wiens: U6, Schnellbahn, 62 er, Badner Bahn, diverse Autobusse – alle fahren den Bahnhof Meidling (ehemals Philadelphiabrücke) an. Nehmen Sie den Ausgang Wilhelmstraße und gehen Sie die Vivenotgasse 3 Minuten bis zur 2. Kreuzung runter. Dort sehen Sie das beleuchtete Portal des Online-Merker!

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Getränke und Snacks sind reichlich vorhanden!

Im Rahmen des Künstlergesprächs ist auch die noch einige Wochen laufende Ausstellung“ Alberto Shena: The golden pebbles“ zu besichtigen

Zum Ausstellungsbericht

Ab heute: Tickende Zeitbombe
Windows 7: Das Ende naht
Windows 7 hat nach einer Dekade ausgedient. Microsoft will, dass nun endlich auch die restlichen 26 Prozent auf Windows 10 umsteigen und beendet nun endgültig den Windows-7-Support. Das birgt große Risiken für die Nutzer.
https://www.diepresse.com/5751320/windows-7-das-ende-naht

Österreich: „Meister“ wird mit akademischem Titel Bachelor gleichgestellt
Für kleine Reparaturen soll die Mehrwertsteuer gesenkt werden. Überdies war 2019 ein Umsatzrekordjahr für Handwerk und Gewerbe
Der Standard
Aufwertung des Handwerks: „Meister“ darf künftig dem Namen vorangestellt werden und ist somit akademischer Grad
„Grüß Gott, Herr Meister“: Ohne Titel geht in Österreich offenbar gar nichts. Um die duale, berufliche Ausbildung gegenüber der akademischen weiter aufzuwerten, soll die Bezeichnung „Meister“ bzw. „Meisterin“ auf offiziellen Dokumenten dem Namen vorangestellt werden können. Als Titel-Abkürzung ist laut Wirtschaftskammer „Mst.“ im Gespräch.
Kurier

Auf meine alten Tage werde ich somit noch zum Akademiker. Danke, ich verzichte! Selbst auf meiner Parte kann man sich den Titel dereinst sparen!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

 

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