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Die internationale Kulturplattform

14. FEBRUAR 2022 – Montag

14.02.2022 | Tageskommentar

„Anna Bolena“: Nicholas Brownlee, Diana Damrau. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

 Über die bIsherigen Neuproduktionen der noch jungen, von der Pandemie in ihren Möglichkeite gewiss arg eingeschränkten Direktionszeit von Bogdan Roscic kann man geteilter Meinung sein. Geboten werden in erster Linie eingekaufte Inszenierungen aus dem Fundus des europäischen Regietheaters, die zum Teil schon recht museal wirken. Was vor 25 Jahren „modern“ und revolutionär war, ist heute oft schon überholt, wie man es etwa bei Die Entführung aus dem Serail des verdienten, jüngst verstorbenen Hans Neuenfels konstatieren konnte. Zu den Pluspunkten zählt hingegen die eindrucksvolle Zahl an Wiederaufnahmen in meist adäquaten bis hervorragenden Besetzungen: In letzter Zeit wurden u.a.  Pique Dame, Die Tote Stadt, Peter Grimes, Der Fliegende Holländer, Manon Lescaut u.a. aus ihrem Dornröschenschlaf wachgeküsst: Erfreuliche bis hinreißende, dankbar erlebte Wiederbegegnungen.

Nun kommt Donizettis Tragedia lirica Anna Bolena an die Reihe, die zuletzt, wenn die Erinnerung nicht trügt, 2015 an der Staatsoper zu sehen war – mit Anna Netrebko und dann auch mit Gruberova in der Titelpartie…

…Der Dirigent Giacomo Sagripanti wird in Wien von der Kritik noch nicht so geschätzt, wie es ihm zustehen könnte, hat aber durchaus das Zeug, im italienischen Fach zu einer wichtigen Stütze zu werden. In Donizettis großer Oper zeigt er vor allem in den genial komponierten Gesangsensembles – es gibt drei Duette, ein Terzett, ein Quintett sowie ein kurzes Sextett  im ersten Finale –  seine Fähigkeit, den Überblick zu bewahren und ein Maximum an individueller Seelenzeichnung und dramatischer Gruppendynamik herauszuarbeiten…

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

HEUTE STREAM „DIE TOTE STADT AUS DER WIENER STAATSOPER ABGESAGT!!

Umbesetzungen

Norbert Ernst singt heute, 14. Februar, in der Toten Stadt den Paul (von der Seite), die Rolle wird von Wolfgang Schilly gespielt. Patricia Nolz singt die Partie der Lucienne, Angelo Pollak den Victorin.
Yoel Gamzou dirigiert die Vorstellung.

Zum Bericht über die dritte Vorstellung am 11.2.2022 (Walter Nowotny)

Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Link zu „Die tote Stadt Stream“ am 14.2. https://play.wiener-staatsoper.at/

Wien/ Theater an der Wien
Theater an der Wien: Teures Dilemma der hohen Reputation Bezahlartikel
Intendant Roland Geyer bot viele herausragende Opernproduktionen an. Zum Abschied kritisiert der Stadtrechnungshof extrem hohe Kosten.

Langsam endet die Intendanz von Roland Geyer im Theater an der Wien: Sein Vertrag läuft zwar noch bis August, aber bereits am 19. Februar hat die letzte Neuproduktion – „Jenufa“ von Leoš Janácek in einer Inszenierung der designierten Volksoperndirektorin Lotte de Beer – Premiere. Denn ab März wird das Barocktheater um rund 60 Millionen Euro saniert.
Kurier.at

GRAZ: „MORGEN UND ABEND “ von Georg Friedrich Haas

„Morgen und Abend“ von Georg Friedrich Haas ist eine fordernde Oper, die gerade aus ihrer Expressivität eine Strahlkraft entfaltet.. Foto: Oper Graz

Georg Friedrich Haas ist einer der international gefragtesten zeitgenössischen Komponisten und Träger des Österreichischen Staatspreises für Musik. Die Grazer Oper zeigt sein Werk „Morgen und Abend“, das Geburt und den Tod in den Fokus rückt.

Morgen und Abend“ in Grazer Oper
https://steiermark.orf.at/magazin/stories/3142836

Nachtkritik: Neuerlicher Triumph für Oper von Georg Friedrich Haas
Kleine Zeitung

Die ganz andere Winterreise in der Oper Graz
„Morgen und Abend“ von Georg Friedrich Haas wirkte bei seiner umjubelten österreichischen Erstaufführung nur musikalisch verstörend.
https://www.diepresse.com/6098776/die-ganz-andere-winterreise-in-der-oper-graz

PREMIEREN-REIGEN:

Staatsoper Berlin: Premiere von Sache Makropulos mit Petersen und Rattle  

Die umjubelte Inszenierung von Claus Guth setzt die Geschichte von der ewig jungen Emilia Marty mit aufregender Akribie um. Das Bühnenbild zeigt hohe, holzgetäfelte Räume. Als Marty überzeugt Marlis Petersen als schnippisches blondes Biest. Am Pult führt Simon Rattle sein leidenschaftliches Engagement für Janáček fort. 
konzertkritikopernkritikberlin/a.schlatz.de

Innsbruck: SALOME: Spannungsvoll und fesselnd (12.2.)

Jacquelyn Wagner (Salome), Florian Stern (Herodes) © Birgit Gufler

Richard Strauss’ „Salome“ (1905) in der Inszenierung von Angela Denoke feierte am Tiroler Landestheater eine umjubelte Premiere. Allein das Bühnenbild von Timo Dentler und Okarina Peter, die auch für die anspielungsreichen Kostüme verantwortlich zeichnen, ringt Bewunderung ab. Die Terrasse im Palast des Herodes und das Innere des Gebäudes, in dem sich auch Jochanaans Gefängniszisterne befindet, werden durch eine steil nach oben verlaufende breite Wendeltreppe angedeutet, die sich mehrfach in einem kreisrunden Wölbspiegel im Hintergrund bricht, was dem Bühnenraum nicht nur Tiefe verleiht, sondern auch die förmliche Verstiegenheit der Handlung und ihrer Figuren symbolisiert. Durch geschickte Beleuchtung und verzerrte Spiegelung der Handelnden in ihren farblich dezent aufeinander abgestimmten Kostümen entsteht streckenweise der Eindruck, das Geschehen würde sich in einer Glaskugel, die zugleich den im Text mehrfach genannten Mond einer schaurigen Nacht darstellen könnte, abspielen. Die daraus entstehende Atmosphäre öffnet Räume der Vorstellungskraft und Spielräume der Regie, um die tiefenpsychologischen Seiten der Bühnengestalten und ihrer Leidenschaften – Begehren, Wollust, Abweisung, Hass, Eifersucht, Machtgier, Sadismus, Glaubenswahn – auszuloten.

Die somit raffinierte, andererseits aber rationelle Bühne will mit Leben und Spannung erfüllt werden. Eine erstklassige Besetzung der Premiere vermochte diesbezügliche Intentionen der Regisseurin wie auch ihrer Choreografin Martine Reyn glänzend umzusetzen.

Zum Premierenbericht von Thomas Nußbaummer

Zürich: DIALOGUES DES CARMÉLITES am 13.2.

Foto: Herwig Prammer

...Regisseurin Jetske Mijnssen erzählt, das zeigt gleich der erste Vorhang mit der einsamen Blanche de la Force im väterlichen Palast, die Geschichte der Karmeliterinnen aus der Warte der Hauptfigur als Flashback kurz vor ihrer Hinrichtung. Mijnssen, von dem am Abstimmungs-und Wahlsonntag eher spärlich erschienen Publikum begeistert akklamiert, arbeitet eng am Libretto, zeigt dabei die Figuren in Rokoko-Ambiente (Bühnenbild: Ben Baur) seltsam distanziert. An diesem Abend bleiben die Ängste für den Zuschauer nur nachvollziehbar, aber nicht fühlbar. Die prachtvollen, höchst ästhetischen Kostüme hat Gideon Davey geschaffen, die Lichtgestaltung stammt von Franck Evin. Die Choreographie der Tanzenden (Ana Sánchez Martinez, Sarah Schoch, Liliana Torres, Manuel von Arx, Francesco Guglielmino und Christian Waespi) hat Lillian Stillwell besorgt…

Zum Premierenbericht von Jan Krobot

 

Weimar/ Deutsches Nationaltheater: CALIGULA von Detlev Glanert – „Die Menschen sterben und sind nicht glücklich“ (12.2.)

Foto: Candy Welz

Mit diesem Schrei endet auch die Oper, die musikalisch von der Staatskapelle unter der Leitung des 1. Kapellmeisters Andreas Wolf gut umgesetzt wurde. Allerdings hätte ich mir eine größere Balance zwischen der Staatskapelle und dem Opernchor gewünscht, der zu Weilen etwas leise unter der düsteren Musik wirkte. Oleksander Pushniak setzte mit der Titelrolle Caligula großartige sängerische Maßstäbe. Ihm gelang ein fulminantes Rollenporträt. Bravo! Auch der Countertenor Gerben van der Werf zeigte eine herausragende Leistung. Avtandil Kaspeli ist sehr überzeugend mit seinem vollen Bass und Uwe Schenker-Primus ist auch in kleineren Roller immer sehenswert. Deutlich schwächer waren leider Jelena Kordić und Johanna Jaworowska. Daniel Nicholson sang die Rolle von Lepidus. Die Sänger*innen des Opernchores unter der Leitung von Jens Petereit waren mit großer Spielfreude dabei und überzeugten mit ihrem a capella.

Insgesamt ist es eine großartige und sehr sehenswerte Oper, die nicht nur den anwesenden Komponisten Detlev Glanert erfreute. Das Publikum dankte es mit starkem Applaus. Auch eine moderne Oper kann so überzeugend und musikalisch überwältigend sein.

Zum Premierenbericht von Olaf Schnuerpel

Konzertgänger in Berlin“
Rappelruhigend
Aus einer „Vibration der Stille“ entstehe die Musik von Konstantia Gourzi, erklärt der Pianist William Youn. Gemeinsam mit dem Bratschisten Nils Mönkemeyer geben die beiden im Pierre-Boulez-Saal ein leises, konzentriertes und doch abwechslungsreiches Konzert, von dem man – klänge es nicht so kitschig – sagen möchte, dass es dem Hörenden tiefe, doch schillernde Ruhe schenkt.
https://hundert11.net/rappelruhigend/

Kassel
„Freischütz“ am Staatstheater Kassel: Teufel in Weiß
„Der heftigste Regieeinfall: Der Einsatz von Waldarbeitsgeräten, Motorsägen, Astschredderern. Für einige Minuten ist auf der Bühne die Hölle los, die wahre Hölle, grauslig für die Ohren, aber in diesem Moment ist das Drastische, das hier die ganze Zeit über bloß behauptet wird, wenigstens wirklich da.“
FrankfurterRundschau.de

LEIPZIG: Meisterklasse für Gesang mit KS. BERND WEIKL – 14.-19. Mai 2022

Der Richard-Wagner-Verband Leipzig e.V. mit Unterstützung der Kulturstiftung Leipzig bietet vom 14. bis 19. Mai 2022, in der Wagner-Aula der Alten Nikolaischule einen
Meisterkurs für Gesang unter der Leitung von Kammersänger Professor Dr. Bernd Weikl an.
Kursthema ist das italienische Fach

Anmeldeschluss ist der 15. März 2022. Bis Mitte April erhalten die Bewerber/innen Rückmeldung über die Zulassung zur aktiven Teilnahme. Es werden 6 aktive Bewerber/innen zugelassen. 
Information: Richard -Wagner -Verband Leipzig e.V., Postanschrift: Richard-Wagner-Platz 1, 04109 Leipzig, 
E Mail: gs@wagner-verband-leipzig.de

ORF „kulturMontag“: Sartres „Geschlossene Gesellschaft“ an der Burg, Klimts Meisterwerk als NFT und das Comeback der Berlinale

 Am 14. Februar um 22.30 Uhr in ORF 2, danach: „In memoriam Gerhard Roth: Schreiben ist Leben – Gerhard Roth“

 Der von Peter Schneeberger präsentierte „kulturMontag“ berichtet am 14. Februar 2022 um 22.30 Uhr in ORF 2 u. a. über Klimts Meisterwerk „Der Kuss“ als NFT im Wiener Belvedere und das Comeback der Berlinale. Anlässlich Martin Kušejs Inszenierung des Sartre-Klassikers „Geschlossene Gesellschaft“ an der Burg ist Tobias Moretti live zu Gast im Studio. In memoriam Gerhard Roth steht danach die Dokumentation „Schreiben ist Leben – Gerhard Roth“ (23.30 Uhr) auf dem Programm.

Leeds: Alcina — Handel’s warning to men gets a gender-swapping twist (Subscription required) Opera North’s production does a classic story proud
Thetimes.com

New York: Matsuev delivers depth and nuance along with the power in a remarkable night at Carnegie Hall
newyorkclassicalreview.com

Boston
Interview: Blomstedt Expounds on Bruckner 4
https://www.classical-scene.com/2022/02/12/blomstedt-expounds-on-bruckner-4/

Houston
Houston Grand Opera fetes Carlisle Floyd as composer, mentor and friend
texasclassicalreview

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • Frank-Walter Steinmeier wird zum deutschen Bundespräsidenten wiedergewählt: Mit 1045 von 1437 abgegebenen Stimmen ist der Sozialdemokrat Frank-Walter Steinmeier mit absoluter Mehrheit in seinem Amt bestätigt. Dass er ein Brückenbauer sei, war nicht nur von seinen eigenen Parteigenossen zu hören, sondern auch aus den Reihen von FDP, CDU und den Grünen. Seine Gegenkandidaten hatten kaum Chancen.
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  • 41 Festnahmen und drei Verletzte nach unbewilligter Demonstration in Zürich: Am Samstag ist es in Zürich bei unbewilligten Demonstrationen vor allem linksautonomer Gruppen zu Ausschreitungen gekommen. Drei Polizisten wurden leicht verletzt, drei Personen wurden der Staatsanwaltschaft zugeführt, 38 Personen sind inzwischen wieder auf freiem Fuss.
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  • Die Los Angeles Rams haben den Super Bowl gegen die Cincinnati Bengals gewonnen: Im zweiten Jahr in Folge gelang es einer NFL-Franchise, im eigenen Stadion den Super Bowl zu gewinnen. Die Los Angeles Rams belohnten sich mit dem erdauerten 23:20-Sieg über die Cincinnati Bengals auch für eine aggressive Transferpolitik.
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  • 79,1 Prozent der Schweizer Stimmbevölkerung haben gegen ein Tier- und Menschenversuchsverbot gestimmt: Seit sechs Jahren wurde keine Initiative mehr so deutlich abgeschmettert wie das Verbot von Tierversuchen. Gleichentags erteilte Basel-Stadt der Initiative für Primaten-Grundrechte eine Abfuhr. Doch der Tierschutz bleibt auf der Agenda.
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Österreich
Nehammer rückt von Impfpflicht ab, Impflotterie abgesagt
Statt einem Bonus für Impfwillige schwebt dem Kanzler nun Geld für Leistungen in der Pandemie vor. Die Aufregung um das „Gsindl“-SMS von Landeshauptfrau Mikl-Leitner nennt er scheinheilig.
Die Presse.com

Jetzt wackeln alle Coronaregeln
Impfpflicht, 2G und Quarantäne: Öffnungsgipfel könnte Lockerungswelle bringen. Vieles steht auf wackeligen Beinen. Die Impfpflicht könnte gelockert werden, die Impflotterie ist abgesagt. Ein ähnliches Schicksal droht der 2G- und 3G-Regel, wie Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) im Vorfeld zum Lockerungsgipfel erklärt, der für Mittwoch angesetzt ist
https://www.vol.at/jetzt-wackeln-alle-coronaregeln/7290982

Paris
Konvoi in Paris Protest mit politischem Zündstoff
In Paris sind etwa 7000 Polizisten im Einsatz, um einen Protestkonvoi davon abzuhalten, die ganze Stadt lahmzulegen. Acht Wochen vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl birgt die Aktion Zündstoff.
https://www.tagesschau.de/ausland/frankreich-konvois-paris-101.html

Ich wünsche einen schönen Montag

A.C.

 

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