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14. FEBRUAR 2019 (Donnerstag)

14.02.2019 | Tageskommentar

Glasharfe – derzeit an der Wiener Staatsoper im Einsatz. Foto: Hans Winkler

RICHTIGSTELLUNG: KEINE GLASHARMONIKA FÜR LUCIA

Das „Instrument“ das derzeit immer im Orchestergraben der Staatsoper während der Vorstellungen der LUCIA zu sehen und als Begleitung der Peretyatko in ihrer Wahnsinnsarie zu hören ist, ist eine Kombination zweier GLASHARFEN und keine Glasharmonika, wie überall fälschlich zu lesen ist! 

Letztere, die GLASHARMONIKA, ist jenes mit den drehbar auf einer horizontalen Achse befestigten gläsernen Halbschalen und wurde bereits im 18.Jhdt. von Benjamin Franklin entwickelt. Mozart hat schon für dieses Instrument Stücke komponiert. Übrigens klingt so eine Glasharmonika weitaus feiner, filigraner, intimer, für unser großes Haus allerdings zu wenig durchschlagskräftig. 

Hier in der Staatsoper, besteht diese Instrumentengruppe aus einer Kombination zweier Glasharfen, dem Idiophon und dem Verrophon: Das IDIOPHON (=Selbsttöner) wird aus aufrecht stehenden, auf einem Brett befestigten gewöhnlichen Trinkgläsern hergestellt, die eine, ihrer Tonhöhe entsrechende Größe aufweisen. Sie erklingt durch bestreichen der Gläser mit der Hand. (Während die Franklinschen Halbschalen mit dem Geigenbogen gestrichen werden. Die Tonhöhe kann durch entsprechende Wasserfüllung beeinflusst werden.

Der zweite, auf dem Foto zu sehende Teil dieses Instrumentes besteht aus (in unserem Fall) stehenden, an beiden Enden offenen Glasröhren und wird VERROPHON genannt. (nach dem französischen Wort Glas = verre). Die Tonhöhe wird durch die Länge der Röhren bestimmt. Durch seine Lautstärke narürlich ideal für große Räume. Die Tonerzeugung erfolgt ebenfalls mit der Hand. (Peter Skorepa).

Drei Kritiken über die zweite Vorstellung gingen gestern online. „Offizieller“ Berichterstatter war Dr. Manfred A. Schmid: Kenner behaupten ja, dass erst ab der zweiten Aufführung eine geeignete Grundlage für eine kritische Bewertung einer Neuinszenierung vorhanden ist. Hohe Erwartungen und Nervosität beeinträchtigen tatsächlich oft die Leistungen bei der Premiere, zudem werden aus den Erfahrungen der ersten Nacht oft schon erste Konsequenzen gezogen und allfällige Abschleifungen und Retouchen vorgenommen. Die Vorbereitungszeit war ja ohnehin meist zu knapp, so dass man sich erst allmählich aufeinander einspielen und abstimmen kann. Und dieser Prozess geht dann auch später noch weiter. Nicht zuletzt deshalb hat sich ja der Online Merker zum Ziel gesetzt, möglichst viele der Folgevorstellungen einer Serie kritisch zu begleiten. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen…

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Dominik Troger (www.operinwien.at) hat auch die Premiere, somit beide Vorstellungen gesehen und kann dadurch vergleichen.

Die zweite Vorstellung der neuen Staatsopern-„Lucia“ hinterließ einen günstigeren Eindruck als die Premiere. Trotzdem ist diese Neuproduktion „gewöhnungsbedürftig“. Wer noch die alte Staatsopern-„Lucia“ positiv im Ohr und vor den Augen hat, vermeide tunlichts allzukritische Vergleiche…

Zum Bericht von Dominik Troger

Gewohnt besonders kritisch äußerst sich Thomas Prochazka auf www.dermerker.com:

…Was spricht dagegen, Lucia di Lammermoor so aufzuführen, wie Donizetti das Werk notierte? Unsere Hörgewohnheiten der letzten 60 Jahre? Oder die seit Donizettis Zeiten üblichen Usancen großer Sängerinnen, ebendiese Spitzentöne und Verzierungen als Beweis ihrer Fertigkeit dem Publikum zu präsentieren? (Immerhin hält die Partitur für die Sängerin der Titelpartie eine Reihe hoher ›b‹, ›h‹ und ›c‹ sowie einige Läufe über den ganzen Stimmumfang bereit.)…

Zum Bericht von Thomas Prochazka

Und was wird im 150 km entfernten Budapest gespielt? Richtig: „Lucia di Lammermoor“. Und wer singt dort? Nochmals richtig: Edita Gruberova

Markus V. war bei der Wiener Premiere und nun in Budapest: Ich schreibe als jemand, der in der ‚Lucia‘-Premiere in Wien und heute in Budapest war. Was Edita Gruberova heute als Lucia im – hässlichen – Erkel-Theater geleistet hat, sollte sich nach Wien durchsprechen (es waren auch viele Wiener anwesend). Eine Rezension traue ich mir nicht zu, aber ich würde behaupteten, dass Gruberova nahezu jeden Ton getroffen hat. Und: Sie hat berührt, im Gegensatz zu Peretyatko. Da macht es gar nichts, dass Edgardo 30-40 Jahre jünger ist.
Ich schätze den Applaus auf 20 Minuten, Transparente wurden entrollt, ‚Mille Grazie‘ wurde gerufen. Ein Opernabend aus dem Bilderbuch.

Ehrlich, ich habe nicht gewusst, dass die Gruberova eine „Gegenveranstaltung“ in Budapest organisiert hat. Auf diese Idee muss man erst einmal kommen!

GRAZ: PREMIERE AM VALENTINSTAG: KROL ROGER von Karol Szymanowski

Copyright: Oper Graz

Der musikalische Leiter Roland Kluttig schwärmt über Szymanowskis Klangsprache: „Trotz all dieser sehr starken und spürbaren Einflüsse ist Szymanowkis Klangsprache unverwechselbar eigenständig und kraftvoll. Ein wesentliches Moment ist die Unvorhersehbarkeit, viele Verläufe entsprechen nicht dem gängigen Muster. Wo Wagner einstündige Aufzüge benötigt, um gewisse Szenen vorzubereiten, genügen Szymanowski fünf Minuten.“
Für Regisseur Holger Müller-Brandes präsentiert das Werk „den Herrscher als Symbolfigur für ein modernes Individuum. Und eine zentrale Frage dreht sich dabei um dessen Autonomie und Macht vor dem Hintergrund zerfallender Ideologien und Wertesysteme.“
Berlin/ Staatsoper: Die Dirigentin der neuen „Zauberflöte“, Alondra de la Parra,  kommt mit zwei Kleinkindern und „Nanny“ zur Probe

„Zauberflöte“ mit fliegenden Figuren

Mozartoper als riesiges Marionettentheater: Der amerikanische Regisseur Yuval Sharon probt „Die Zauberflöte“ an der Staatsoper
Berliner Morgenpost
Ihre Chance
Die Dirigentin Alondra de la Parra springt bei der „Zauberflöte“ in Berlin ein. Was für eine Karriere!
https://www.sueddeutsche.de/kultur/musik-ihre-chance-1.4328297

Berlin/ Deutsche Oper: La Rondine
Charles Castronovo und Ermonela Jaho lassen Puccinis Sorgenkind La Rondine glänzen. In solcher Besetzung macht diese Oper doppelt Spaß. Auch die weiteren Rollen sind erfreulich gut besetzt. Am Pult findet John Fiore die Mitte aus nicht zu tiefem Gefühl und nicht zu operettenhafter Leichtigkeit. Über Rolando Villazóns betuliche, anbiedernde Inszenierung aus dem Jahre 2015 verlohnt es sich indes kaum zu sprechen.
https://konzertkritikopernkritikberlin.wordpress.com/2019/02/13/deutsche

Hamburg/Elbphilharmonie: Jonas Kaufmanns Dirigent versenkt den nächsten Abend
Jochen Rieder und das London Philharmonic Orchestra zeigten sich uninspiriert. Martina Gedeck rettete, was zu retten war.
Hamburger Abendblatt

Berlin/ Staatsoper: Barenboim sagt Aufführung an der Staatsoper wegen OP ab
Der Dirigent Daniel Barenboim muss wegen einer kurzfristig angesetzten Operation am rechten Auge ein Konzert am 9. März absagen.
Berliner Morgenpost

Dubai: Das „Juwelierkonzert“ (man beachte den Schmuck von Anna Netrebko“ war gesteckt voll (im Gegensatz zu „Wagner in Abu Dhabi“ : 

 

„Juwelierkonzert“? Man beachte die „Klunker“

ZUM VIDEO (Beweisstück)

Santa Cruz de Tenerife: TRISTAN UND ISOLDE als Ballett


Foto: Gregory Batardon

Zum Bericht von Klaus Billand

HEUTE PREMIERE im Theater in der Josefstadt:“Glaube und Heimat“ von Karl Schönherr

Ljubisa Lupo Grujic, Michael König, Lukas Spisser, Susanna Wiegand, Michael Schönborn, Copyright: Barbara Zeininger

Schönherrs Stück, uraufgeführt 1910, wurde von der Vertreibung der Zillertaler Protestanten im Jahr 1837 angeregt. Durch die Verlegung der Handlung in die Zeit der Gegenreformation zeigt Schönherr anhand des Glaubenskonfliktes exemplarisch, wie „anders“ und „falsch“ zu Synonymen werden, wenn eine Überzeugung zur Verblendung wird. „Glaube“ und „Heimat“ sind zwei das Leben bestimmende Begriffe, die von Natur aus keine Gegensätze bilden. (Quelle: Theater in der Josefstadt)

HEUTE beim Online-Merker:

 

Dr. Ulrike Messer-Krol arbeite viele Jahre für den ORF  am Opernball und erzählt heute darüber – mit vielen Videoausschnitten!

ORF Live-Übertragung 10. Februar 1994
Kleid Atelier Jacques Fath – Paris
Foto orf/andreas friess

Sekt ist genügend vorrätig – Sie sind herzlich eingeladen!

Übrigens: Sie haben die Chance, mein Nachbar zu werden.

Im Sommer ist Schluss mit Baustelle in der Zeleborgasse (dafür werden in der Sechtergasse, der Pachmüllergasse und der Rauchgasse in unmittelbarer Umgebung prächtige Neubauten errichtet. Meidling boomt – speziell in dieser von der Infrastruktur verwöhnten Gegend). Jetzt mache ich mir Sorgen, wer mein vis a vis-Nachbar wird (Geschäftseingang gegenüber der Online-Galerie). Das Geschäftslokal ist noch nicht verkauft, also habe ich mich informiert. Es ist ein kleines Ecklokal (Ecke ist immer wichtig, direkter Blick auf den Eingang zum Online-Merker nicht minder!) 70 Meter von der Meidlinger Hauptstrasse/Fußgängerzone entfernt. Die 38 m2 werden nur als Eigentum verkauft, Verhandlungsbasis € 125 000.-

Bevor ich dort eine Döner-Bude reinbekomme, kaufe ich selbst. Aber vielleicht wissen Sie einen Interessenten!

Darf man einen Opernkritiker „LAIENLABERER“ nennen?

Nun, wenn dieser zum Beispiel in einer Kritik die Lebenspartnerin des „Kritiker-Kritikers“ als „Quietschente“ (nur ein Beispiel) bezeichnet hat, dann hätte ich Verständnis dafür!

Selbiges geschah nicht beim Online-Merker, das halte ich einmal fest!

Freunde, regt Euch nicht auf, bleibt friedlich und lasst den „Kadi“ aus dem Spiel! Es interessiert sich ohnedies kaum jemand für unser Minderheitenprogramm.

Ich wünsche einen schönen Tag!
 Anton,  der Friedfertige!

 

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