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14. AUGUST 2014 – Samstag

14.08.2021 | Tageskommentar

 

Grafenegg: Verdis Requiem ohne Chor wird als „geringfügige Änderung des Programms“ bezeichnet.

Was hätten die Veranstalter machen können und sollen? Die Besucher wieder wegschicken oder gar nicht erst kommen lassen (Donnerstag wusste man schon vom Problem). Die Gagen auszahlen? Da waren Stargagen darunter!

Die Macht des Schicksals: Festival Grafenegg wegen Covid-Falls ohne Chor
Ein Mitglied des Wiener Singvereins wurde positiv getestet. Nun musste Verdis Requiem ohne Chor aufgeführt werden.

Es war alles bis ins letzte Detail durchgeplant, damit das Festival Grafenegg in traditionellem Glanz über die Bühne gehen kann. Inklusive eines engmaschigen Präventionskonzepts, um Corona fernzuhalten. Und dann passierte es bei der letzten Probe vor der Eröffnungsgala, dass ein Sänger des Wiener Singvereins positiv auf Covid-19 getestet worden ist – trotz zweifacher Impfung.

Die Folgen: Der Wiener Singverein konnte nicht auftreten, obwohl fast alle Mitglieder einen vollkommenen Immunstatus haben. Für die Veranstalter ist das bitter, weil das Requiem von Giuseppe Verdi aufgeführt wird und dabei der Chor eine entscheidende Rolle spielt.

Deswegen tagten die Verantwortlichen am Donnerstag noch bis spät in die Nacht. Einen neuen Chor aufzutreiben, war unmöglich. Die Alternative: Das Eröffnungsprogramm geringfügig abzuändern. Das Requiem von Verdi bildet dennoch den Mittelpunkt der Eröffnungsgala – nur eben ohne den Chor.

Kurier.at

Dass das Fehlen des Chores beim Verdi-Requiem eine „geringfügige Änderung“ darstellt, kann wohl nicht vom Veranstalter so formuliert worden sein, dieser Satz ist schon auf dem Mist einer unbedarften Presse gewachsen. Oder er kommt vom ORF III Team? Die müssen das Produkt an Mann /Frau bringen? Die abendliche Veranstaltung ist ja durch.

Am 17.8. wird das „Experiment“ im ORF gezeigt und wir können nur positiv überrascht werden.

Grafenegg Festival 2021 im ORF: Eröffnungskonzert am 17. August in ORF 2, am 15. August in Radio NÖ

OTS-Pressemeldung

Grafenegg
Festival Grafenegg: Corona-Fall verhindert Auftritt des Chors
Ein Mitglied des Wiener Singvereins wurde positiv getestet. Nun muss Verdis Requiem ohne Chor aufgeführt werden.
Kurier.at

Programmänderung bei Grafenegg nach Coronafall
Der Chor entfällt wegen der Infektion eines Sängers, das Verdi-Requiem wird in gekürzter Form aufgeführt.
Wiener Zeitung.at

Viel nachdenklicher stimmt mich, dass alle Mitglieder des Chores und wohl auch des Orchesters als „voll immunisiert“ gelten. Ist die volle Impfung doch nicht der Spielgewinner, als der er dargestellt wird? War das Versprechen, dass mit zwei Stichen das Problem Corona praktisch erledigt ist, ausgesprochen kontraproduktiv und eine Art Freibrief, der sich rächen könnte?

Meine Familie und ich sind auch „vollimmunisiert“ – nicht aus Überzeugung (vorliegender Fall gibt uns in diesem Punkr Recht), sondern aus Rücksichtnahme und Solidarität – und wohl auch, um nicht ständigen Vorwürfen und Verdächtigungen ausgesetzt zu sein.

Wir schützen uns aber selbst, dazu brauchen wir keine Politiker und schon gar nicht die von der Krise finanziell profitierenden „Staatsvirologen“! Müsste diese unverhofft eine Blütezeit erlebende Truppe nicht schon längst ausgetauscht werden? Wirklich „rund“ läuft es ja nicht!

KulTOUR MIT HOLENDER – HEUTE TEODOR CURRENTZIS

ZUM VIDEO (etwa 35 Minuten)

Currentzis ist in aller Munde und polarisiert. In den Sprechpausen von Ioan Holender erfahren wir auch von Teodor Currentzis einiges, das uns interessieren sollte!

Salzburger Festspiele: Der Sound von „Fridays for Future“

Patricia Kopatchinskaja. Foto: Marco Borggreve/ Salzburger Festspiele

Die letzten Besucher suchen noch ihre Plätze in der Kollegienkirche, schon scheppert es. Ein hohles Pochen wie ein mühseliger Herzschlag ist zu hören, schroffes Brummen kündet von der Zerstörung von Klang. Giacinto Scelsis Klanginstallation „Okanagon“ eröffnet ein bemerkenswertes Konzert, zu dem man sich zu später Stunde in der Kirche einfindet wie ein verschworener Haufen. Dann stürmt Patricia Kopatchinskaja mit einer Schar junger Musiker aufs Podium im Altarraum, reißt die Geige hoch wie ein Fanal und es hebt an ein Sturm ungebändigter Barockmusik.
https://www.sueddeutsche.de/kultur/patricia-kopatchinskaja-salzburger-festspiele-dies-irae-1.5367430

Die „wilde Geigerin“ ist in Sachen Klimaschutz unterwegs, dieses Projekt kommt gleich nach der Bewältigung der Coronakrise dran. Die Lösung heißt in beiden Fällen „persönlicher Verzicht“. Darunter versteht man, dass alle anderen verzichten sollen, nur man selbst nicht.

SALZBURG: BÜHNE FREI FÜR DIE ORPHEUM NEXT GENERATION MOZART SOLOISTS

Parallel zu den Salzburger Festspielen findet nun die letzte Einspielung für das größte Förderprojekt in der 30-jährigen Geschichte der Orpheum Stiftung statt. Innerhalb der nächsten 5 Jahre werden erstmalig alle 34 Instrumentalkonzerte Mozarts von herausragenden Jungtalenten auf 11 CD’s eingespielt, die erste CD erscheint im kommenden Frühjahr und wird von Konzerten mit ausgewählten Solist*innen des Projekts begleitet. Bisher waren beispielsweise Aaron Pilsan, Melodie Zhao oder Claire Huangci beteiligt.

In der letzten Einspielung, die vom 16. August – 19. August mit dem Mozarteumorchester unter der Leitung von Howard Griffiths im Odeion der Waldorfschule in Salzburg stattfindet, wird David Castro-Balbi das anspruchsvolle Violinkonzert Nr. 5 A-Dur KV 219, die Geschwister Veriko und Sofiko Tchumburidze das erste Concertone C-Dur KV 190 und Alexandre Zanetta das Hornkonzert Nr. 2 Es-Dur KV 417 einspielen.

Das Jahr 2021 steht für die ORPHEUM STIFTUNG zur Förderung junger Solisten ganz im Zeichen Mozarts. Am 18. März 2021 fiel der Startschuss für das größte CD-Projekt ihrer 30-jährigen Stiftungsgeschichte: Die Aufnahme aller Instrumentalkonzerte Mozarts. Das sind 34-Werke an der Zahl auf 11-CDs verteilt – von den frühen Klavier- und Violinkonzerten des Teenagers bis hin zu seinem letzten Instrumentalkonzert, dem berühmten Klarinettenkonzert KV 622.


Vom 16. – 19. August 2021 findet in Salzburg im Dorothea Porsche Saal im Odeion die nächste Aufnahme für die MozartCD Edition, statt. Bei den Aufnahmen dabei sind diesmal: Veriko und Sofiko Tchumburidze (beide Violine), David CastroBalbi (Violine) und Alexandre Zanetta (Horn) sowie Howard Griffiths, der das MOZARTEUMORCHESTER SALZBURG dirigiert. Auf dem Programm stehen Werke des jüngeren Mozart: das Violinkonzert Nr. 5 A-Dur KV 219, das Hornkonzert Nr. 2 in Es-Dur KV 417 und Concertone für zwei Violinen in C-Dur KV 190. Die Konzertkadenzen stammen von den Solisten.

Teatro Barocco in Perchtoldsdorf: „La Corona“ von Christoph Willibald Gluck und “Philon und Theone” von Georg Anton Benda (Premiere: 12. 8. 2021)

Göttin Diana als Jägerin mit Elena Sverdiolaité in der Rolle des Meleagro (Foto: Barbara Pálffy)

Das Teatro Barocco feierte am 12. August 2021 seine zehnte Saison mit einem sehr außergewöhnlichen Opernabend in Perchtoldsdorf.  Auf dem Programm standen wieder zwei Meisterwerke der Operngeschichte: die Opernrarität „La Corona“ von Christoph Willibald Gluck sowie die Uraufführung des Melodrams „Philon und Theone“ von Georg Anton Benda. Bei der Begrüßung des Publikums im Neuen Burgsaal von Perchtoldsdorf wies der Gründer und Intendant von Teatro Barocco auf die „verblüffende Koinzidenz beider Werke zur heutigen Corona-Pandemie“ hin…

Zum Bericht von Udo Pacolt

ERL/Tiroler Festspiele: DAS RHEINGOLD – Ein großer Abend im Erler Passionsspielhaus!

Alberich (Craig Colclough) und die Rheintöchter. Copyright: Xiomara Bender/ Tiroler Festspsiele

Klaus Billand hat nun Zeit gefunden, seinen Kurzbericht über die Erler Rheingold-Premiere vom Juli durch einen detaillierten zu ergänzen.

Zum Bericht von Klaus Billand

Österreichischer Heldentenor Peter Svensson ist tot


Peter Svensson (rechts) bei einem Besuch beim Online-Merker . Links im Bild ist Dr. Klaus Billand. Foto: Peter Skorepa

Peter Svensson war Gründer und Intendant der Weinviertler Festspiele. Beim Online-Merker war er öfter zu Besuch. Er war ein „Siegfried“ – auch mit allen Nachteilen dieses Wagner-Helden. Irgendwie zu gutgläubig. Im Vorjahr wagte er sich als Intendant an ein „Riesending, „Wagner im Weinviertel“, besser gesagt jenseits der Grenze zu Tschechien. Wirklich angenommen wurde das kühne Projekt vom Publikum nicht, auch aus Kreisen der engagierten Künstler, die ansonsten eigentlich coronabdingt keine Auftrittsmöglichkeit gehabt hätten, gab es manch schlechte Nachrede. Aber der Tod relativiert wohl alles!

WIEN/ BURGTHEATER: Der erste neue Sitz ist montiert (aus INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer)

Und da steht er nun, der erste der brandneuen und komfortablen Sessel, auf dem neu verlegten, frisch geölten Parkett, das auf einer komplett neuen Unterkonstruktion ruht, die auch das neue Lüftungssystem in sich verbirgt.

Es ist dies ein deutlicher Etappensieg bei den größten Umbaumaßnahmen im @burgtheater seit Ende des 2. Weltkrieges.

 

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Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Filmstart: 12. August 2021 
NAHSCHUSS/ Deutschland  /  2021 
Drehbuch und Regie: Franziska Stünkel
Mit: Lars Eidinger, Devid Striesow, Luise Heyer, Paula Kalenberg u.a.

Die DDR ist noch immer, mehr als 30 Jahre nach der Wiedervereinigung, eine offene Wunde im Bewusstsein der gegenwärtigen Bundesrepublik. Wohl wissend, wie viele „Ossis“ sich mit dem Regime eingerichtet hatten und der neuen Freiheit ohne Freude entgegen sahen, wollte man das Problem kaum angreifen. Leander Haußmann hat sogar ein paar „lustige“ Filme gedreht, die den Eindruck erwecken sollten, die Diktatur sei eigentlich ein Operettenstaat gewesen. Eigentlich hat nur Florian Henckel von Donnersmarck vor 15 Jahren mit „Das Leben der anderen“ das Walten der Stasi im Leben der damaligen Intellektuellen in den Fokus gerückt. Seither ist diesbezüglich kaum etwas geschehen. Dafür trifft der „Nahschuß“ jetzt direkt, nicht nur in den Hinterkopf (so wurde in der DDR hingerichtet), sondern ins Herz und in den Intellekt.

Franziska Stünkel, bisher als Dokumentarfilmerin und Fotokünstlerin tätig, hat sich mit innerer Leidenschaft und bemerkenswerter äußerer Kühle (die dem Film sehr gut tut, es wollte ja keine Gefühlsorgie werden) ein reales Schicksal vor genommen, den Wissenschaftler Werner Teske, das letzte in der DDR hingerichtete Opfer des Regimes. Man muss über ihn nicht mehr wissen, als dass es diesen Fall gab – vermutlich genau so oder so ähnlich. Ein Lehrstück…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Ägyptens Willkürjustiz verurteilt Muslimbrüder zum Tode: Fast nirgendwo auf der Welt gibt es derzeit mehr Hinrichtungen als in Ägypten. Die Todesurteile erfolgen oft nach unfairen Prozessen und erzwungenen Geständnissen. Ende Juli verhängte ein Gericht in zwei Verfahren die Todesstrafe gegen 21 Mitglieder der Muslimbruderschaft.
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Litauen setzt Armee an der Grenze zu Weissrussland ein: Nach vielen illegalen Einreisen bewilligt der litauische Präsident Gitanas Nauseda den Einsatz von Soldaten für den Grenzschutz. Der weissrussische Machthaber Alexander Lukaschenko hatte angekündigt, Migranten nicht mehr an der Weiterreise zu hindern.
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Der vergangene Juli war der wärmste je gemessene Monat: Der Juli war nach Messungen der amerikanischen Klimabehörde NOAA weltweit der wärmste Juli seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880. Die Durchschnittstemperatur über Land- und Ozeanflächen habe um 0,93 Grad Celsius über dem Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts von 15,8 Grad gelegen.
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Apple verbessert nach Kritik Massnahmen gegen Kinderpornografie: In eine Datenbank zum Abgleich mit bereits bekannten Missbrauchsbildern sollen nur Inhalte kommen, die von mindestens zwei Kinderschutzorganisationen aus verschiedenen Ländern eingebracht wurden. Damit soll einem möglichen Missbrauch etwa durch autoritäre Staaten ein Riegel vorgeschoben werden.
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WHO-Experte streut Verwirrung über Labor-Ursprung des Coronavirus: Im Februar sagten die WHO-Forscher, es sei «extrem unwahrscheinlich», dass die Corona-Pandemie durch einen Laborunfall verschuldet worden sei. Jetzt weicht der Leiter der Untersuchung, Peter Embarek, etwas von dieser Position ab.
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No, We Can’t: Die Niederlage in Afghanistan wird die Welt prägen
Der Abzug der US-Truppen gerät zum Debakel. Er wird sich in den Köpfen einer ganzen Generation festbrennen – und Joe Bidens Amtszeit bestimmen.
Die Presse.com

Es wundert mich, dass in einer österreichischen Zeitung ein negativer Satz über Joe Biden zu lesen ist. Für Europa ist die gegenwärtige Situation ganz schlecht, in der Folge könnte sie zur Katastrophe werden. Joe Bidens USA werden von Afghanen kaum überschwemmt werden, Europa schon. Abgesehen davon verbreitet unsere „Gefälligkeitspresse“ Infos, die nicht stimmen. Ich informiere mich über ausländische Medien, notfalls mit Google-Übersetzung – was in letzter Zeit bemerkenswert gut funktioniert.Ein Leser macht uns auf ein noch besseres Übersetzungsprogramm aufmerksam:

Da Sie in Ihrem heutigen Kommentar erwähnt haben, dass Sie Google Translate verwenden, möchte ich Sie auf ein weit besseres Übersetzungsprogramm hiweisen: https://www.deepl.com/translator. Gratis im Internet – ich war, als ich es zum ersten Mal ausprobierte absolut sprachlos (was selten vorkommt).Viel Spaß damit und vielen Dank für Ihre Arbeit, CS

Nein, die Provinzhauptstädte müssen gar nicht erkämpft werden, ein Großteil der Menschen heißt die Taliban willkommen (dann werden eventuell doch nicht so viele flüchten). Wie es in Kabul sein wird, bleibt abzuwarten.

Ja, und was Joe Biden betrifft hat sich die gesamte europäische Medienlandschaft mit Jubelmeldungen überschlagen. Es ist Zeit, aus Träumen aufzuwachen!

Wien/Hernals: Den Manner-Umbau mag man eben nicht
In der ehemaligen Manner-Villa entstehen ab September Luxuswohnungen. Wegen drohender Abholzungen am Grundstück attackieren Baumschützer nun den Bauträger
Kurier.at

Ich wünsche einen schönen Samstag
A.C.

 

 

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