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13. SEPTEMBER 2021 – Montag

13.09.2021 | Tageskommentar

Michaela Schuster, Elena Stikhina, Wolfgang Ablinger-Sperrhacke. Foto: Paul Leclaire

OPER ZÜRICH: SALOME. Premiere

Die Schockwirkung, die Richard Strauss‘ Oper „Salome“ bei ihrer Uraufführung im Jahre 1905 in Dresden auslöste, hat merklich nachgelassen. Doch auch in Zürich lehren den Zuschauer manche Sequenzen immer noch das Gruseln. Die Inszenierung von Andreas Homoki (Bühnenbild: Hartmut Meyer; Kostüme; Mechthild Seipel) zeigt einen weithin abstrakten Bühnenraum, in dessen Mittepunkt sich ein Halbmond befindet. Doch die mystischen und mythologischen Elemente werden leider ausgeblendet. Auf der drehbaren Bühne befindet sich ein Rondell, auf dem man einen Früchteteller erkennt. Doch es sind verdorbene Früchte, die das Geschehen dabei kennzeichnen. Zwar versucht Salome den Propheten Joachanaan immer wieder zu verführen, doch es gelingt ihr nicht…

Zum ersten Premierenbericht (Alexander Walther)

ZÜRICH: „L’INCORONAZIONE DI POPPEA“  in der Inszenierung von Calixto Bieito – öffentl. Generalprobe . Fotos

„Es wird leidenschaftlich geliebt, gemordet und phantastisch gesungen“

Copyright: Monika Rittershaus/ Oper Zürich

Unter dem Motto „Mit Lust zur Macht“ übertitelt das Opernhaus Zürich mit diesen Worten seine Präsentation zur Wiederaufnahme der Opera musicale von Claudio Monteverdi „L’incoronazione di Poppea“ – und sie hätte keinen stimmigeren Titel finden können. Denn was man in über drei Stunden in der Inszenierung des Katalanen Calixto Bieito aus dem Jahre 2018 erlebt, das ist an – auf der Opernbühne für heutige Verhältnisse noch akzeptabler – Offenheit und Direktheit, auch in erotischer Hinsicht, kaum zu überbieten. Und steht dennoch vollkommen in der Werkaussage dieser Barockoper über die grausame Regentschaft des römischen Kaisers Nero….

Zum Bericht von Klaus Billand

Wiener Staatsoper/ Streams

Neueste Info: Die Staatsoper hat in Instagram bei einem Foto von Florez angemerkt, dass ein Stream von Barbiere geplant ist und dass die Informationen dazu „bald“ bekannt gegegeben werden.

Wien/ Volksoper
Zwischen den Zeiten: „Roxy“ in der Volksoper
Steckt mit einem Fuß noch in der alten Volksopernwelt: Paul Abrahams Fußballoperette „Roxy und ihr Wunderteam“
Der Standard.at

Oper Frankfurt: Erster Liederabend der Saison: Martin Mitterrutzner (Tenor) anstatt Sabine Devieilhe (Sopran) 

Martin Mitterrutzner (Tenor). Copyright: Barbara Aumüller

wird aus familiären Gründen nicht von der französischen Sopranistin Sabine Devieilhe gestaltet, sondern von dem Tiroler Tenor Martin Mitterrutzner, der von 2011 bis 2018 zum Ensemble der Oper Frankfurt gehörte. Zusammen mit dem Pianisten Gerold Huber bringt er den Liedzyklus Die schöne Müllerin op. 25, D. 795 von Franz Schubert (1797-1828) zu Gehör.

Zu Mitterrutzners letzten Frankfurter Aufgaben gehörte u.a. 2018/19 die Partie des Grimoaldo in Händels Rodelinda. An der Bayerischen Staatsoper gastierte er jüngst als Arbace in Mozarts Idomeneo. In der Spielzeit 2021/22 wird er als Mozarts Belmonte (Die Entführung aus dem Serail) und Tamino (Die Zauberflöte) sowie als Don Ramiro in Rossinis La Ceneretola an die Dresdner Semperoper zurückkehren. Kürzlich erschien seine aktuelle CD Heut’ ist der schönste Tag mit Tenorschlagern der 1930er Jahre bei SWR Music.

Karten zum Preis von € 15 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf) sind bei den üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.

Weitere Informationen finden sich unter www.oper-frankfurt.de.

Am heutigen Montag jährt sich zum 92. Mal der Geburtstag des legendären bulgarischen Bassisten Nikolai Ghiaurov.
(Ghiaurov wurde am 13.09.1929 geboren)

Dies nimmt seine Geburtsstadt Velingrad zum Anlass für ein Galakonzert im dortigen Theater. Es singen die Koloratursopranistin Marena Balinova, die ebenfalls aus Velingrad stammt und die musikalische Leitung innehat, und die in Wien lebende japanische Mezzosopranistin Taeka Hino sowie der bekannte italienische Bariton Mauro Augustini, der bei dieser Gelegenheit für sein Lebenswerk geehrt wird.

 

Aus den Weiten des Internet melden sich der für seine Wagnerrollen berühmte amerikanische Bassist Eric Halfvarson sowie die jahrzehntelang für die Pariser Oper unverzichtbare französische Mezzosopranistin Jane Berbié, die selbst soeben ihren 90. Geburtstag feierte, und plaudern über ihre Begegnungen und Erlebnisse mit Nikolai Ghiaurov.

In Zukunft soll dieses Event alljährlich stattfinden und auch eine Plattform für den bulgarischen Sängernachwuchs bieten; für den Anfang wird diesmal der erst 19-jährige Bass Todor Karshev in die Fussstapfen seines grossen Landsmannes treten.

https://www.marica.bg/region/pazardjik/svetovni-operni-zvezdi-shte-peqt-v-pamet-na-nikolay-gqurov

WHAT’S OPERA DOC: Thielemann bei Elisabeth Kulmann auf deren Opern-Kanal

 

Ein informatives Video, etwa 40 Minuten lang

https://www.youtube.com/watch?v=4Lsit-kxBms

Linzer Klangwolke: Musikalisch-visuelles Feuerwerk über der Donau
Robert Dornhelm inszenierte das Himmelsspektakel – erstmals mit einer umweltfreundlichen Laser-Show anstelle des Feuerwerks
Der Standard.at

Linzer Brucknerfest mit politischen Appellen eröffnet
Altbundespräsident Fischer kritisierte in seiner Festrede Afghanistan-Abschiebungen, Kulturminister Kogler prangerte „altes Denken“ an.
Die Presse.com

Linz
Ars Electronica: Leuchten der musikalischen Landschaft Bruckners
Als sich die Dämmerung über den JKU-Campus senkte, begann am Freitagabend die Große Konzertnacht im Rahmen des Ars Electronica Festivals. Sie wurde vom Bruckner Orchester, einem Chor und experimentellen Musikern ausgerichtet. Eindrucksvoll wurde Bruckners 9. Sinfonie mit einem Werk von Ligeti verwoben.
https://www.krone.at/2504709

Wien/ Volksoper
Zwischen den Zeiten: „Roxy“ in der Volksoper
Steckt mit einem Fuß noch in der alten Volksopernwelt: Paul Abrahams Fußballoperette „Roxy und ihr Wunderteam“
Der Standard.at

Ist „Black“ in Europa noch „Beautiful“?
Die Staatsoper zeigt demnächst wieder Verdis „Otello“ in einer Inszenierung ohne Blackfacing. Eine in den USA geborene Sensibilisierung der Gesellschaft treibt mittlerweile auch im europäischen Kulturleben die erstaunlichsten Blüten.
https://diepresse.com/6032600

Interview
Mariam Battistelli: „Ich fühle mich nicht eigenartig, wenn eine weiße Sängerin die Aida singt“ (Bezahlartikel)
Blackfacing sei „keine ganz einfache Sache“, sagt Mariam Battistelli, italienische Sopranistin mit äthiopischen Wurzeln. Man könne es aber auch respektvoll angehen.
Die Presse.com

WIEN / Leopold Museum:
DIE SAMMLUNG SCHEDLMAYER
EINE ENTDECKUNG!
Vom 10. September 2021 bis zum 20. Februar 2022

 

Als alles „Kunst“ sein sollte

Der Name „Schedlmayer“ ist m Zusammenhang mit Otto Prutscher nachdrücklich im Jahr 2017 aufgetaucht. Damals kam es zu einer großen Schenkung von Werken dieses Künstlers an das MAK, das danach auch eine Ausstellung über diesen in der Erinnerung vernachlässigten und doch so hochrangigen künstlerischen Allrounders brachte. Hermi Schedlmayer (1941-2018) hatte sich damals von 139 Entwürfen, Objekten und Möbeln Prutschers getrennt, die sie mit ihrem Gatten Fritz Schedlmayer (1939-2013) zusammen getragen hatte. Nun haben die drei Kinder und Erben des Ehepaars dem Leopold Museum gut 200 Stücke von dem, was ihnen noch aus dem elterlichen Wohnsitz, der Villa Rothberger in Baden bei Wien, geblieben ist, für eine bestrickend schöne Ausstellung zur Verfügung gestellt.

Zum Ausstellungsbericht von Renate Wagner

Filme der Woche

AUFZEICHNUNGEN AUS DER UNTERWELT
Österreich / 2021
Drehbuch und Regie: Tizza Covi, Rainer Frimmel
Dokumentarfilm mit Kurt Girk und Alois Schmutzer u.a.

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Sie waren zwei sehr alte Männer, hoch in den Achztigern, als das Filmemacher-Paar Tizza Covi und Rainer Frimmel sie aufstöberte. Mittlerweile sind beide verstorben, der Wienerlieder-Sänger Kurt Girk und jener Alois Schmutzer, den man in den sechziger Jahren einen König der Wiener Unterwelt nannte. Ein schöneres Denkmal als diesen Film hätte man ihnen nicht setzen können.

Dabei geschieht nicht viel mehr, als dass Rainer Frimmel ihnen klug und sensibel Fragen stellte. An irgendwelchen Wirtshaustischen standen sie ihm in aller Gelassenheit Rede und Antwort, schwarzweiß abgefilmt. Auch die Schwester von „Loisl“ Schmutzer kommt zu Wort und noch ein paar ebenso uralte Zeitgenossen, die alle in der Nazizeit Kinder waren und dann im Nachkriegs-Wien ihre „Karrieren“ machten.

Dass sie Gauner waren, bestreitet keiner von ihnen, das illegale „Stoß“-Spiel, womit viel Geld zu machen war, hatten sie fest in der Hand, und wenn sich jemand dagegen stellte, dann kam es auch zu blutigen Schießereien, und die Toten lagen herum. „Was heute die jungen Ausländer tun – damals haben sich die Wiener das selbst gemacht“, stellen sie nüchtern fest…

Zum Filmbericht von Renate Wagner

Die Schmutzer-Brüder wohnten und „wirkten“exakt in „meiner Gegend“. Natürlich kannten meine Vorfahren die Schmutzers – wie wohl alle Meidlinger/ Wilhelmsdorfer – ohne dass sie mit ihnen zu tun hatten. Von „terrorisieren“ habe ich nie gehört. Ich selbst habe nur von den Schmutzer-Brüdern reden hören, zu Angesicht ist mir keiner gekommen. . Den Film muss ich mir daher unbedingt anschauen, da es Ungereimtheiten gibt. Angeblich hatten die Schmutzer-Brüder selbst keine Waffe (bei sich), „Die Zeit“ berichtet aber von einer für Oswald Stanka (mit 70 Vorstrafen „veredelt“) tödlichen Schießerei 200 Meter von meinem Wohnhaus entfernt (Erlgasse, dort wo Kanzler Kurz ins Gymnasium gegangen ist).

Dem Bericht der „Zeit“ zufolge konnte man damals aber eher nicht schießen: 1964 schossen der Markthändlersohn Josef „Notwehr-Krista“ und der ehemalige KZ-Insasse Josef „der G’schwinde“ Angerler in der Ausstellungsstraße neben dem Prater aufeinander: 37-mal, ohne auch nur ein Mal zu treffen. Die beiden Unterweltgrößen einigten sich schließlich auf einen wackligen Waffenstillstand 

https://www.zeit.de/2018/31/wiener-unterwelt-david-schalko-schwere-knochen/seite-2

Bei solchen „Waffenkünstlern“ darf man sich nicht wundern, wenn heute „das Geschäft“ nicht mehr in österreichischer Hand ist!

Laschet vor Bundestagswahl: Wahlsieger wird nicht automatisch Kanzler
Zwei Wochen vor der Bundestagswahl liegt die Union in Umfragen deutlich hinter der SPD. Kanzlerkandidat Armin Laschet betont nun, dass nicht automatisch der Wahlsieger auch ins Kanzleramt einziehen müsse.
Tiroler Tageszeitung

Nach seinem gestrigen Auftritt, bei dem er es schaffte, bei einem „Triell“ gar nur Vierter zu werden, sind diese Erwägungen durchaus seine wohl allerletzte Chance!

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • 95 Minuten Langeweile – zweites TV-«Triell» vor der Kanzlerwahl in Deutschland endet ohne Gewinner: Dass Armin Laschet bei der zweiten grossen TV-Debatte der deutschen Kanzlerkandidaten Boden auf Olaf Scholz gutgemacht hat, ist unwahrscheinlich. Anna Baerbock störte im Grunde, obwohl sie sich gut schlug.
    Zum Kommentar | Zum Wahlprogramm-Quiz
  • Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo will Frankreichs nächste Präsidentin werden: Die 62 Jahre alte Sozialistin hat am Sonntag offiziell ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahl im April 2022 bekanntgegeben. Die in Spanien geborene Politikerin hat sich im Amt den Ruf einer Vorkämpferin im Umweltschutz erarbeitet.
    Zum Bericht
  • Drohende Eskalation im Atomstreit mit Iran abgewendet: Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) soll wieder ihre Geräte zur Beobachtung der Atomanlagen im Land warten dürfen. Allerdings bekommen deren Inspektoren weiter keinen Zugang zu den dort gespeicherten Daten.
    Zu den neusten Entwicklungen
  • US-Drohnenangriff in Kabul tötete statt Terroristen zehn Zivilisten: Vor zwei Wochen meldete das amerikanische Militär, es habe mit einem Raketenangriff ein Attentat der Terrorgruppe IS in Kabul verhindert. Alles deutet jedoch auf einen tödlichen Irrtum hin. Der Fall zeigt, wie fehleranfällig die Terrorbekämpfung aus der Ferne ist.
    Zum Bericht
  • Trauer und Ratlosigkeit auch zwanzig Jahre nach dem 11. September: Am Jahrestag der Terroranschläge von 2001 haben Appelle an die Einheit der Nation, bewegende Reden, Schweigeminuten und das Verlesen der Namen der 3000 Todesopfer nicht über die Risse hinwegtäuschen können, die die USA durchziehen.
    Zum Bericht
  • Novak Djokovic verpasst den Kalender-Grand-Slam: Den historischen Erfolg vor Augen ist der Serbe im Final des US Open gegen Daniil Medwedew chancenlos und verliert 4:6, 4:6, 4:6. Er zerbricht an einem hervorragenden Gegner, mehr aber noch an den eigenen Nerven. Zum Bericht

Ein Skandal war das US-Publikum, das gegen den Russen massiv Stellung nahm. Der lachte über diese Würstchen und ließ dem Serben keine Chance! Auf dieses Publikum komme ich morgen nochmals zurück!

Kuriosität in Argentinien: Politikerin wirbt mit Tanga-Tanz um Stimmen
Cinthia Ferandez ist ein bekanntes argentinisches Model und oft im Fernsehen als Moderatorin zu sehen. Nun will sich die 32-Jährige auch in der Politik versuchen. Derzeit buhlt sie um Stimmen für die Kongresswahlen. Im Finale heizte die Kandidatin noch einmal richtig ein und postete auf ihrem Instagram-Kanal ein Video, in dem sie in einer schwarzen Bluse und in einem schwarzen Tanga vor dem Kongressgebäude tanzt

Sie finden im Artikel ein Video von diesem Tanz! Foto: Istagram
https://www.krone.at/2505187

Die Dame kandidiert in Argentinien und will sich für Frauenrechte besonders einsetzen, nicht in Österreich!

Sprachen: Geschimpft wird immer und überall
Schon die Antike hatte ihr Repertoire an Schimpfwörtern – und das Wienerische steht nicht zurück.

Die Sache mit Caesar zum Beispiel: „Auch du, mein Sohn“, soll er zum Brutus gesagt haben, als der ihn mit einem Dolch traktierte. Im Ernst: Ist das glaubhaft? Cassius Dio, der das so überliefert, war ja ein ziemlicher Münchhausen. Jede Wette, dass Caesar etwas anderes gesagt hat. „Heast, Brutus, Du Nudlaug!“, zum Beispiel, also nicht wörtlich, naturgemäß, eher hat er gesagt: „Brute, mentula es!“ Was aber auf „Heast, Brutus, Du Nudlaug!“ hinausläuft, wienerisch gesprochen, halt.
Wiener Zeitung

Dass er Nudlaug gesagt hat, bezweifle ich. Er wird wohl eher „Bist deppert, Oida“ gesagt haben. Aber das werden wir wohl nie erfahren!

Ich wünsche einen schönen Wochenbeginn!

A.C.

 

 

 

 

 

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