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13. SEPTEMBER 2019 – Freitag

13.09.2019 | Tageskommentar

Wiener Staatsballett: Heute Wiederaufnahme von „SYLVIA“ an der Wiener StaatsoperDenys Cherevychko (Aminta), Nikisha Fogo (Sylvia). Foto: Wiener Staatsballett/ Ashley Taylor

Das Wiener Staatsballett startet am Freitag, 13. September 2019 mit der Wiederaufnahme von Ballettdirektor Manuel Legris’ Sylvia in seine neue Spielzeit an der Wiener Staatsoper. In den vier Vorstellungen der Erfolgsproduktion, die im November 2018 Premiere im Haus am Ring feierte, sind drei alternierende Besetzungen zu erleben: In der ersten Vorstellung der Serie am 13. September tanzen Nikisha Fogo die Titelpartie, Denys Cherevychko den Aminta, Davide Dato den Orion, Géraud Wielick den Eros, Madison Young die Diana und Zsolt Török den Endymion. Elena Bottaro gibt als Najade ihr Rollendebüt.

Wiener Staatsoper: Roščić startet mit zehn Premieren und bringt CurrentzisBezahlartikel
Beim KURIER-Tag gab der künftige Direktor Einblick in seine Pläne: Internationale Produktionen wichtiger Werke werden nach Wien geholt, Stone, Kosky und Welser-Möst kommen auch.
Kurier

Jetzt scheint die Katze aus dem Sack, jeder Direktor braucht eine Zeitung, die für ihn verlässlich das kolportiert, was er unter die Leute gebracht haben will. Dominique Meyer hat sich dafür „Die Presse“ erkoren (befeuert durch Nebenerscheinungen, die aber auch schon wurscht sind), bei Bogdan Roscic scheint das der „Kurier“ zu sein, Gut, soll sein, jeder ist seines Glückes Schmied.

Der frühe Zeitpunkt wundert mich, ich habe Herrn Roscic für einen Taktiker gehalten, der die Spannung nach Möglichkeit bis zum Schluß hält. Ein Plauderwastl hat aber bereits losgetreten, dass Barrie Kosky den Da Ponte-Zyklus machen wird. Damit wird die Muti-Produktion der Così  (Vater und Tochter)  das, was ohnedies die Opernfreunde vermutet haben, der Produktion wird von Haus aus keine Chance auf ein langes Leben gegeben).

Wir bekommen eine neue „Traviata“ und niemand weint der derzeitigen eine Träne nach. Diese neue Traviata hatte aber bereits gestern in Paris Premiere und wir können uns die Szenerie bereits anschauen. Andreas Schnabl hat den Link dazu in unser Forum gestellt

Hier der Link zu den Bildern von der Pariser Traviata-Produktion, die uns anscheinend ins Haus steht:

https://www.operadeparis.fr/saison-19-20/opera/la-traviata#gallery

Mein diesbezüglicher Einwand richtet sich allein gegen den frühen Zeitpunkt der Bekanntgabe. Ich versuche beim Online-Merker eine Spannung aufzubauen und Meldungen richtig dosiert auf die Leser loszulassen, Meister Roscic verschießt sein Pulver vorzeitig.

Jetzt müsste er wohl Sensationelles nachlegen, wenn er uns noch von den Stühlen reissen will!

Eine gute Nachricht für die Opernchefs und Konzertveranstalter

70 Jahre nach seinem Tod: Werke von Richard Strauss ab 2020 gemeinfrei
Am 8. September jährte sich der Todestag von Richard Strauss zum 70. Mal. Ein besonderes Jubiläum, denn 70 Jahre sind eine magische Zahl, was Komponisten angeht: Dann erlischt nämlich das Urheberrecht in Deutschland. Was verändert sich nun konkret bei Strauss-Werken? BR-KLASSIK hat sich bei mehreren Experten umgehört.
BR-Klassik

Dresden/ Wien
Jan Nast: „Niemand hat erwartet, dass ich wirklich weggehe“
Nach 22 Jahren verlässt der amtierende Orchesterdirektor der Sächsischen Staatskapelle seinen langjährigen Wirkungsort und geht nach Wien. Der Zeitpunkt könnte für das Orchester nicht schwieriger sein: nächste Woche könnte es passieren, dass die Musiker aus ihrer österlichen Festspielheimat Salzburg vertrieben werden. Im Gespräch mit Martin Morgenstern zieht Jan Nast nun Bilanz.
Musik in Dresden

In vier Tagen könnten Die Dresdner tatsächlich aus Salzburg ausgeladen werden, die Aufsichtsratssitzung am 17.9. könnte immens spannend werden. Die Strategie ist bis jetzt nicht durchschaubar, die Damen und Herren Entscheider werden aber wohl jetzt schon wissen, was sie eigentlich wollen. Gibt es unter denen auch einen „Maulwurf“, der seinen Mund nicht halten kann? Da wäre es dann jammerschade um die Dramaturgie – von der die Presseberichterstatter leben.

Ob Herr Nast der richtige Stratege auf Seite der Dresdner gewesen wäre, lasse ich mal dahingestellt. Da klingt manches nach beleidigter Leberwurst!

Causa Erl/ Tiroler Festspiele: Die Staatsanwaltschaft muss weiterermitteln
Das Justizministerium verwies den Akt nach Innsbruck zurück und verlangt zusätzliche Vernehmungen
Der Standard

Eine Kommission hatte in ihrem Gutachten festgestellt, dass Kuhn Damen „sexuell belästigt habe. Der ehemalige künstlerische Leiter soll „unerwünschte Aussagen und Berührungen“ getätigt haben. Welcher Art waren die „Berührungen“?  Gustav Kuhn hat auch „sexuelle Berührungen“ gesetzt, die ganz offensichtlich einvernehmlich waren, für die er völlig legal zahlt und die somit das Strafrecht wie auch uns nichts angehen.  Ein sexueller Übergriff ist im strafrechtlichen Sinn aber anders definiert als im Gleichbehandlungsgesetz, betonte der Staatsanwalt gegenüber der Tiroler Tageszeitung. „Nach dem Gleichbehandlungsgesetz gelten auch verbale Äußerungen als sexuelle Belästigung. Nach dem Strafrecht muss es dazu schon zu körperlichen Übergriffen kommen“, so die Staatsanwaltschaft.

Die Anwendung körperlicher Gewalt wird dem ehemaligen Festspielleiter aber nicht vorgeworfen. So ganz weiß ich nicht, was die Staatsanwaltschaft will. Offenbar geht es in Österreich so friedlich zu, dass die Staatsanwälte nicht ausgelastet sind!

Oper Frankfurt: Heute Wiederaufnahme „JULIETTE“ von Bohuslav Martinu


Juanita Lascarro, Aaron Blake.
Foto: Barbara Aumüller

Alexander Prior dirigiert, Florentine Klepper hat inszeniert
Julietta: Juanita Lascarro
Michel: Aaron Blake
Verschiedene Bewohner des Städtchens: Jonathan Abernethy, Iain MacNeil, Alexander Kiechle, Nina Tarandek, Magnús Baldvinsson, Judita Nagyová, Julia Moorman, Kelsey Lauritano, Michael Petruccelli

WIEN/ MINORITENKIRCHE AM SAMSTAG, 14. SEPTEMBER UM 19,30 h: Solisten des Wiener KammerOrchesters – Zykluskonzert B

 

Minoritenkirche

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Das Programm entnehmen Sie unseren „Infos des Tages“

ARD-Musikwettbewerb: Finale Klarinette – Ein Video
Das erste Finale des ARD-Musikwettbewerbs steht im Fach Klarinette an. Drei Musiker aus Portugal, Frankreich und Südkorea spielen mit Solokonzerten von Sándor Veress und Elliott Carter um die begehrten Preise. Begleitet werden sie vom Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Valentin Uryupin.
https://www.br-klassik.de/concert/ausstrahlung-1883028.html

Genf: Theaterzauber: „Einstein on the Beach“ von Philip Glass in Genf
Neue Musikzeitung/nmz.de

Mit Spannung erwartet: Die erste Burgtheaterpremiere unter Martin Kusej

WIEN / Burgtheater: DIE BAKCHEN von Euripides
Premiere: 12. September 2019

Foto: (c) Andreas Pohlmann / Burgtheater

Renate Wagner war bei der Premiere zugegen, um zu rezensieren:

Die Herausforderung war eine totale. Selbst wenn man den Arbeiten des Regisseurs Ulrich Rasche schon einmal begegnet ist (seine gerappten Münchner „Räuber“ vom Berliner Theatertreffen hat 3sat gezeigt), wurde man von seiner Aufführung der „Bakchen“ als Eröffnungspremiere der Ära Kusej am Burgtheater total überfahren. Was war das? Ein Ritual? Ein Oratorium? Eine gigantische Maschine, wie man sie seit dem New Yorker „Ring“ von Lepage nicht mehr gesehen hat? Jedenfalls war es – zumindest im ersten Teil – eine Überwältigung.

„Die Bakchen“, dieses blutrünstige Stück Theater der Grausamkeit aus der Antike – und hier so gewaltsam exekutiert, dass einem der Begriff „archaisch“ geradezu entgegenleuchtet – , ist nicht leicht zu packen. Gott Dionysos auf Rachefeldzug gegen Pentheus, den Herrscher von Theben, der ihn nicht anerkennen will. Dafür stürzt der Gott (Bacchus ist sein alternativer Name) die Bevölkerung der Stadt in einen orgiastischen Rausch, trickst Pentheus mitten hinein und lässt ihn von dessen verblendeter Mutter Agaue höchstpersönlich morden… Schwer für uns, etwas damit anzufangen.

Was tut Regisseur Ulrich Rasche? „Form“ ist seine Spezialität, vor allem in Gestalt von Maschinen. Seine Figuren, die bis auf zwei Szenen im Grunde entmenscht sind, einfach Sprechmaschinen, die ihren Text frontal ins Publikum schreien, stehen auf Laufbändern. (In einem Interview gab der Regisseur die Erklärung, das Leben sei anstrengend, das solle man auch im Theater merken.) Die gewaltige Maschine, die er konstruiert und auf die Bühne gestellt hat, ist ein Meisterstück der Verwandlungs- und Stimmungsmöglichkeiten, die durch raffinierteste Lichteffekte noch verstärkt werden. Und natürlich durch die Musik – ein paar Streicher und eine schier geniale kleine Dame am Schlagwerk sind ohne Unterlass gefordert: ein Abend mit Musik, von Nico van Wersch ausdrucksstark und oft quälend komponiert. Ein „Gesamtkunstwerk“, wie man es sich nur vorstellen kann, Können und Logistik auf dem höchsten Niveau, was sich auch darauf erstreckt, wie Solisten und vor allem die Chöre „da oben“ auf der Maschine geführt werden. Auf langsam laufenden Bändern unter ihren Füßen, so dass sie sich bewegen und doch auf der Stelle bleiben…

...Alles in allem war es ein Abend, der nicht nur die Nerven, sondern auch die Bereitwilligkeit und die Intelligenz der Zuschauer forderte. Man wird sich an manches gewöhnen müssen am Burgtheater von Martin Kusej, zweifellos auch an Überraschungen. Der Einstand, wie ein Donnerschlag, ließ daran keinen Zweifel. Viel Applaus derer, die nicht in der Pause das Weite gesucht hatten.

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

WIEN /HEUTE PREMIERE IM AKADEMIETHEATER: DIE VÖGEL von Wajdi Mouawad

In deutscher, englischer, hebräischer und arabischer Sprache, mit deutschen Übertiteln

Im Lesesaal einer New Yorker Bibliothek treffen Wahida und Eitan aufeinander. Die Begegnung ist der Beginn einer stürmischen Liebe — unter denkbar ungünstigen Voraussetzungen: Denn die Historikerin Wahida ist Tochter arabischer Einwanderer in die USA, der Biogenetiker Eitan Spross einer jüdischen Familie mit Wurzeln in Deutschland und Israel.

Jan Buelow, Deleila Piasko. Copyright: Barbara Zeininger

Wien
Start der Ära Kušej: Die neue Mehrsprachigkeit am Burgtheater

Auf die heutige „Bakchen“-Premiere folgen am Freitag Wajdi Mouawads „Vögel“. Das Stück ist in vier Sprachen geschrieben. Das ist programmatisch gemeint
Der Standard

Wien/ München
Burgtheater und München von Simon Stone-Absagen betroffen
Im Februar geplante Uraufführung von „Die Letzten“ wird auf Spielzeit 2020/21 verschoben
Der Standard

Wien/ Volkstheater
Saison-Fehlstart mit „Die Merowinger“ am Volkstheater
Dieser Wutausbruch ließ völlig kalt. Am Volkstheater wurden zum Saisonauftakt zwar ordentlich Watschen ausgeteilt, Fußtritte gegeben und Hiebe verpasst – künstliche Aufregung allerdings, deren Grund im Dunkeln blieb. Anna Badoras Inszenierung des Doderer-Romans „Die Merowinger“ erwies sich am Mittwoch als Fehlstart in die letzte Spielzeit ihrer Direktion.
Salzburger Nachrichten

Buchbesprechung:

 

Herbert Lackner: ALS DIE NACHT SICH SENKTE
Europas Dichter und Denker zwischen den Kriegen –
am Vorabend von Faschismus und NS-Barbarei
224 Seiten, Verlag Ueberreuter, 2019

Man fragt die Prominenten gerne: Was habt Ihr damals getan? Besonders Dichter sollen Rechenschaft ablegen über ihr Verhalten in schlimmen Zeiten. Auch, wie Autor Herbert Lackner meint, um zu begreifen, wie sich das Unheil in kleinen Schritten genähert hat – und oft auch von Geistesgrößen nicht wahrgenommen wurde. Er hat dafür die schlimmen Jahre zwischen dem Erstem und dem Zweitem Weltkrieg herangezogen, als sich eine fest gefügte Gesellschaft auflöste und der Faschismus mit letaler Bedrohung sein Haupt erhob…

 

Das Ende des Geldes, wie wir es kannten
Heute dürfte klar werden, dass es in Europa noch lange keinen Zins geben wird. Eine Entscheidung, die viele Österreicher direkt spüren werden.
Die Presse

Europäische Union
„Schutz unseres Lebensstils“: Kritik an Name von EU-Migrationsressort
Linke, Grüne und Sozialdemokraten lehnen Namen ab, weil dieser nahelegen, dass Migration gefährlich sei
Der Standard

Dazu äußere ich mich besser nicht, wie Sie merken, halte ich mich in Vorwahlzeiten politisch zurück. 16 Tage werde ich das wohl auch noch aushalten!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

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