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13. OKTOBER 2018

13.10.2018 | Tageskommentar

Ioan Holender streut Russland Rosen. Rossija 1 / Screenshot Youtube

Ioan Holender im russischen Staats-TV:

„Krim ist russischer als russisch“

Der Ex-Staatsoperndirektor war für Servus TV auf der von Russland annektierten Halbinsel unterwegs. Im russischen Staatsfernsehen präsentierte er sich Moskau-freundlich.
Die Presse

Wiener Staatsoper: Liederabend Angelika Kirchschlager

Julius Drake, Angelika Kirchschlager. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

„Eine Frau singt die Winterreise!“ Diese zur Sensationsmeldung aufgemotzte Schlagzeile in einem Hamburger Magazin aus dem Vorjahr kam fast ein Dreivierteljahrhundert zu spät. Schon 1941/1942 hatte Lotte Lehman diesen Liederzyklus aufgenommen (die erste Gesamtaufnahme überhaupt!), zahlreiche Kolleginnen – von Christa Ludwig über Brigitte Fassbaender bis Christine Schäfer – sind ihr seither gefolgt. Auch dass dieser aus 24 Liedern bestehende Zyklus am besten von Baritonsängern interpretiert werde sollte, ist zu hinterfragen. Ursprünglich geschrieben wurde diese Folge „schauriger Lieder“, wie sie Schubert nannte, jedenfalls für die Tenorstimme. Daher gilt schon längst: WER da singt – Alt oder Jung; Mann oder Frau; Tenor, Bariton, Bass oder Alt, Mezzosopran, Sopran – ist nicht so wichtig. WIE gesungen wird, das allein ist die entscheidende Frage…

Das alles vermag der wandlungsfähige und ausdrucksstarke Mezzo Angelika Kirchschlagers – an einem guten Tag – zu vermitteln. Nur leider ist es diesmal anscheinend kein so besonders guter Tag, wie das hin und wieder der Fall kann…

Was bleibt: Die Hoffnung, Schuberts Winterreise mit der Kirchschlager demnächst an einem guten Tag erleben zu können. Das wird dann ein wahres Fest sein!

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Wiener Staatsoper: EUGEN ONEGIN – „Schneekugel als Dauerbrenner“- am 10.10.

Was Repertoire im guten Sinn des Wortes bedeutet, erweist sich, wenn ein ambitioniertes Ensemble von Sängerinnen und Sängern, teilweise zu Gast am Ring, teilweise bewährte Kräfte des Hauses, in Ausschöpfung ihrer eigenen musikalischen Qualitäten und getragen von einem meisterhaften und erfahrenen Orchester, das mit den Farben, die es zu gestalten weiß, auch alt gediente Musikfreunde immer wieder aufs Neue in Staunen versetzt, einfach miteinander „Oper“ macht – und sich dabei weder von einem nur mittelmäßig inspirierten Dirigenten noch von einem im Detail dümmlichen, im Großen und Ganzen aber schlichtweg uninteressanten szenischen Konzept stören lässt…

Zum Bericht von Valentino Hribernig-Körber

Heute Umbesetzung: Karl Masek hat sich doch nicht verhört (oder wollte gar Ferruccio Furlanetto in seiner Kritik Böses). Der Bassist musste für heute den „Gremin“ absagen. Dan Paul Dumitrescu wird an seiner Stelle singen!

INTERVIEWS ZUR TROYENS-PREMIERE

ZUR TROYENS-PREMIERE: Interview mit Adam Plachetka online!

Mit Gattin Kateřina Kněžíková und Töchterchen Nummer Eins Adela Foto (C) ihot.cz

In seinem Auftreten scheint der im Sternzeichen des Stieres 1985 auf die Welt gekommene auch tatsächlich jener typische Vertreter jener, in den sogenannten „Festen Sternzeichen“ Hineineborenen: Der tschechische Bariton ADAM PLACHETKA. Das äußert sich – wenn man den Gurus dieser rätselhaften Zunft der Vorhersage Glauben schenken soll – durch Beharrlichkeit, festen Willen und…natürlich für seinen Beruf sowieso sehr wichtig, durch einen „langen Atem“…

Bahn oder Auto (natürlich eines der Marke Skoda) sind die Verkehrsmittel zwischen den Heimaten seiner Familie, Prag und Wien, denn die Bundeshauptstadt ist längst zum Hauptwohnsitz geworden. Und die Zeit ist für sportliche Aktivitäten noch enger geworden seit dem letzten Interview, allerdings um eine Mitgliedschaft reicher: Bei einer New Yorker Volley-Ball Gruppe!

Zum Interview mit Adam Plachetka (von Peter Skorepa)

Weiteres Interview (wir erinnern Sie zur Premiere am morgigen Sonntag hin an die bereits in der Vorwoche  veröffentlichten Interviews)

Rachel FRENKEL – Von Hosenrollen und anderen Leidenschaften
04.10.2018 | Allgemein, Sänger

WIEN/Staatsoper: Gespräch mit Rachel Frenkel


Rachel Frenkel mit Brandon Jovanovich in „Les Troyens (Probenfoto).
Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Zunächst waren es vor allem die Hosenrollen – von Cherubino (Nozze) bis Niklas (Les contes d´Hoffmann) die die aus Israel stammende Mezzo-Sopranistin in ihren Bann gezogen hatten. Kecke und freche, übermütige, ja oft schwer erziehbare junge Männer darzustellen, meint sie lächelnd, habe ihr schon immer gefallen. Vor allem die Opern Rossinis und Mozarts seien voll davon, und viele habe sie wohl schon gesungen. In den letzten Jahren sei sie deshalb viel gereist, u.a. zu den Festspielen in Salzburg, Bregenz, Glyndbourne oder zu Mostly Mozart in New York. Jetzt aber, verheiratet und mit zwei wunderbaren Kindern gesegnet, sei sie dabei, ihre Reisetätigkeit einzuschränken…

Zum Interview Rachel Frenkel (von Manfred A.Schmid)

HEUTE PREMIERE IN DER WIENER VOLKSOPER:“ ZAR UND ZIMMERMANN“

Daniel Schmutzhard (Zar Peter). Copyright: Johannes Ifkovits

Bericht von der Generalprobe von einer sehr kritischen Beobachterin: „Zar und Zimmermann“ ist das Beste, was ich seit Jahr und Tag in der Volksoper gesehen habe, keine Angst vor Windmühlen und Holzschuhen, Delfter Kacheln und Schiffen, das aber mit einer so lockeren Ironie präsentiert, dass es mit der herrlichen Lortzing Musik geradezu mitschwingt. Wunderbar!!!

MÜNCHEN/ Gärtnerplatztheater: DANTONS TOD (Premiere)

Liviu Holender (Herrmann), Alexandros Tsilogiannis (Camille Desmoulins), Mathias Hausmann (Georges Danton), Juan Carlos Falcón (Hérault de Séchelles), Statisterie. Copyright: Christian POGO Zach

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance“, sagt der Volksmund. Mit Einlass entstand ein staunendes Grienen. Heiser gebrüllte Statisten stammelten Büchner-Texte und klebten in nettem Salonanarchismus diese Texte auf roten Zetteln flächendeckend an die Türen, das wirkte unfreiwillig komisch.
Zunächst 2 Filme nach Wahl – Trailer (32 Sekunden) und Stückeinführung (4 Minuten):
https://www.gaertnerplatztheater.de/de/produktionen/dantons-tod.html?m=345

Es wurde eine bildungs-/belehrungsorientierte Inszenierung geboten, die das Lesen und Hören zusätzlicher Texte von Büchner und andern in der Vorstellung oktroyierte…

Zum Premierenbericht von Tim Theo Tinn

„Dantons Tod“, inszeniert von Günther Krämer – die AZ-Kritik
Rumpelmoderne: Gottfried von Einems Oper „Dantons Tod“ in der Inszenierung von Günter Krämer im Gärtnerplatztheater
Münchner Abendzeitung
Gefechtslärm der Geschichte
Der junge Gottfried von Einem, einst selbst Hitler-Anhänger, begeisterte mit dieser aufrüttelnden Oper gegen Diktatur und verblendete Schreihälse 1947 die Salzburger Festspiele. Günter Krämer inszenierte am Münchner Gärtnerplatztheater beklemmend aktuell. Am 11. Oktober war Premiere.
BR-Klassik
Auf dem Schafott
Sueddeutsche Zeitung

WIEN/ Musikprofessor und Philharmoniker zieht seine Klage gegen die Universität betreffs seiner Entlassung zurück

Völlig überraschend wurde der Prozess unmittelbar vor der Verhandlung beendet, da sich die Kontrahenten geeinigt haben. Die Rektorin hat ihr Ziel erreicht, die Entlassung bleibt wirksam. Das erspart dem Philharmoniker und Mitglied eines weltberühmten Quartetts über seine Vermögensverhältnisse Auskunft geben zu müssen. Die Philharmoniker verdienen anscheinend nicht schlecht.

Dem Artikel in der Zeitung „Kurier“ entnehme ich aber einen Satz, der mich stutzig macht: Die Beendigung des Verfahrens dürfte wohl auch im Sinne jener jungen Männer sein, die allen Mut für eine Aussage zusammengenommen hatten.

Bisher habe ich nämlich angenommen, dass Frauen vom Professor in einer Weise belästigt wurden, die eine Entlassung gerechtfertigt hat! Nun aber … machen Sie sich selbst Gedanken über die Situation!

Entlassung bleibt aufrecht
Kolumne Trenklers Tratsch: „Das Verfahren zwischen der Universität und Prof. N. wurde im beidseitigen Interesse beendet.“
Kurier

WIEN/ Museumsquartier: HEIDI – das Familienmusical (auch heute)

Copyright: Agentur Werner

ZUM PREMIERENBERICHT von Ira Werbowsky

„Konzertgänger in Berlin“
Spinnredlich: Berliner Philharmoniker, Hrůša, Zimmermann spielen Dvořák, Martinů, Janáček
Das Repertoire wird besichtigt.
Das 20. Jahrhundert ist rappelvoll von interessanten Violinkonzerten, die Alternativen und Abwechslungen zu den sechs immergleichen Repertoire-Schlachtrössern der berühmten Komponisten B1, B2, B3, M.-B., T. und S. bieten. Die Berliner Philharmoniker machten sich bereits beim Musikfest mit dem selten zu hörenden Werk des Komponisten Z um Repertoire-Erweiterung verdient. Nun ist der mit Bernd Alois weder verwandte noch verschwägerte Geiger Frank Peter Z. zu Gast und spielt das hörenswerte 1. Violinkonzert von Bohuslav M. An einem sehr tschechischen Abend.
https://hundert11.net/spinnredlich/

Staatstheater Karlsruhe: Die Zukunft ist weiblich

„Die Zukunft ist weiblich“, schreibt die neue Schauspielchefin Anna Bergmann im Spielplanheft. Frauen seien heute schon emanzipiert, selbstbewusst, in vieler Hinsicht besser gebildet und erfolgreicher als Männer und würden in naher Zukunft die Erde beherrschen. Mehr „Female Power“ aber ist gut für Gesellschaft, CO2-Bilanz und Kunst, und deshalb wird Bergmann die Jubiläumsspielzeit nur mit weiblichen Regisseuren bestreiten… (Quelle: „Frankfurter Allgemeine“)

Frauenoffensive am Staatstheater Karlsruhe: Ausschließlich Regisseurinnen
Alles muss man selbst machen am Karlsruher Theater
Frankfurter Allgemeine

Dazu hat sich Tim Theo Tinn Gedanken gemacht:

Zu seiner Meinung in „Feuilleton“

WIEN / Theater in der Josefstadt: MARIAS TESTAMENT nach dem Roman von Colm Tóibín
In einer Fassung von Elmar Goerden
Eine Produktion der Hamburger Kammerspiele

Nicole Heesters. Foto: Hamburger Kammerspiele

…Was diese Maria, die sich über die Apologeten und Interpreten so ärgert, die aus ihren Sohn Gottes Sohn machen und die Hinrichtung für selbstverständlich nötig halten, um die „Erlösung“ zu bewirken, wohl dazu gesagt hätte, dass sie ihr am Ende noch eine Himmelfahrt andichten werden? Da hätte sie vermutlich bitter gelacht. Denn Bitterkeit und Ärger sind es, die diese starke Frau auszeichnen, die Nicole Heesters komplett pathosfern auf die Bühne stellt. Ihr Blick auf die Realität ist unbestechlich, ihre Wut auf die Manipulation stark, aber sie tremoliert nie. 95 Minuten vergehen wie nichts, wenn man dieser Frau zusieht, wenn man dieser meisterlich geführten, klar artikulierenden Stimme lauscht, die eine so ganz andere Geschichte erzählt.

Das Publikum war berührt, bewegt, begeistert. Blasphemie war nicht gemeint. Nur ein vernünftiger menschlicher Ansatz.

Zum Bericht von Renate Wagner

„Wiener Wohnen“ muss 220.000 Türschilder ändern

Mitarbeiter von Wiener Wohnen haben in den nächsten Monaten einiges zu tun: Ganz oben auf der To-do-Liste steht das Tauschen von „läppischen“ 220.000 Türschildern. Aufgrund der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) dürfen nämlich keine Namen mehr auf den Gegensprechanlagen stehen. Diese werden daher durch Nummern ersetzt.
https://www.krone.at/1787542
Wien 220.000 Mieter bekommen Klingelschilder ohne Namen
Ein Mieter in der österreichischen Hauptstadt will keinen Namen auf dem Klingelschild und beruft sich auf die Datenschutz-Grundverordnung. Die Stadt gibt ihm Recht, die Hausverwaltung reagiert drastisch.
Der Spiegel

Kasperltheater pur. Die Namensschilder müssen entfernt werden, die Mieter können/dürfen aber selbst (für die eigene Wohnung) diese Schilder wieder anbringen. Hätte man da nicht eine einfachere Lösung finden können? Diese ist zwar rechtens, aber dennoch ein Schildbürgerstreich sondergleichen und zudem teuer! Hat man da wirklich einen Richter gebraucht? Hätte nicht jeder Mieter, der nur „nummeriert“ sein will, sein Namenschild selbst ersetzen bzw. einen Antrag bei „Wiener Wohnen“ stellen können? 220 000 Türschilder sind sind eine Schikane, auf die mit Schikanen geantwortet gehört! 

Diesen „Gesetzestreuen“ würde ich von der Hausbesorgerin auf „Dienst nach Vorschrift“ setzen lassen. Jeder Furz, den er künftig im Stiegenhaus lässt, gehört angezeigt und gerichtlich geahndet, ein kurzfristiges Abstellen von Gegenständen (etwa ein Einkaufssackerl) würde sofort als Besitzstörung erkannt und dem Anwalt übergeben! Bei der Müllentsorgung gehört er genauestens beobachtet und gefilmt, denn irgendwann wird ihm sicher ein Sackerl (in Deutschland heißt das Tüte) runterfallen! Zudem hoffe ich, dass er recht oft von Besuchern, die eigentlich zu anderen „nummerierten“ Hausbewohnern wollen, womöglich aus dem Bett geläutet wird! Hoffentlich braucht er nicht so bald Handwerker in seiner Wohnung. Die täten mir nämlich leid, der „Türschildrebell“ dagegen keine Sekunde lang! Mir fielen da Schikanen ohne Ende ein!

Denn: „Vurschrift is Vurschrift“!

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!

A.C.

 

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