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13. MAI 2018

13.05.2018 | Tageskommentar

Wiener Staatsoper: SAMSON ET DALILA. War es nun der Abend der Elina Garanca oder des Roberto Alagna? Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Gestern Abend an der Wiener Staatsoper: Ein erfolgreiches und mit 14 Minuten Schlussapplaus umjubeltes musikalisches Team der Sänger Graranca, Alagna, Alvarez unter Marco Armiliato prägten diese Premiere.

Mit einer ziemlichen Menge Buhs angereicherter Applaus für die Regie unter Alexandra Liedtke.

Das berichtet Peter Skorepa unmittelbar nach der Premiere in einer Eilmeldung an die Redaktion.

Uns liegen vorerst zwei Premierenberichte vor. In beiden wird die Inszenierung von Alexandra Liedtke zwar nicht vernichtet (dafür hat die Dame wahrlich zu wenig „angestellt“), aber nicht eben positiv hervorgehoben. Uneinig sind sich die beiden Rezensenten in der Frage, wer nun „Sängerin/Sänger des Abends“ war. Bei diesen Leistungen bleibt wirklich die Qual der Wahl.

Heinrich Schramm-Schiessl benennt Elina Garanca: Nun gibt es also nach fast einem Viertejahrhundert wieder einen „Samson“ an der Staatsoper und musikalisch kann man mit dieser Produktion nahezu voll zufrieden sein, auch wenn es natürlich in erster Linie der Abend der Elina Garanca war. Ich gebe ehrlich zu, dass ich diése Sängerin seit meiner ersten Begegnung mit ihr am Beginn ihrer Karriere ungemein schätze und sehr froh darüber bin, dass der nunmehr vollzogene Fachwechsel so gut gelungen ist. Ihr Timbre wird immer samtener und dessen unbeschadet hat sie mittlerweile auch eine ansehnliche Durchschlagskraft entwickelt. Dank ihrer hervorragenden Technik singt sie alle Passagen nahezu mühelos und gestaltet dabei die Rolle ungemein überzeugend. Ihre drei Solostellen waren unzweifelhaft der Höhepunkt des Abends…

Thomas Prochazka teilt diese Ansicht nicht: Es war der Abend des Roberto Alagna. Wie der gebürtige Franzose sich bei seinem inter­nationalen Rollen-Debut mit Stentorstimme der Partie des Samson annahm, mehr oder weniger den Abend trug: Dafür ist ihm uneingeschränkt Respekt zu zollen. Da warf sich einer in die Schlacht ohne Rücksicht auf Verluste.

Ausgefeilte Differenzierung in der Dynamik stand ja nicht zu erwarten. Dafür erzählt Alagnas Stimme stolz von seinen Sängersünden. Allerdings: Wie er den Anführer seines Volkes, den Dalila Begehrenden auch stimmlich zu gestalten weiß, gelingt so mitreißend, daß man ihm die eine oder andere stimmliche Unsauberkeit nachsieht.

Es wurde nicht, wie vielleicht erhofft, der Abend der Elīna Garanča: Immer wieder machte ihre Stimme deutlich, daß ihr die Tessitura der Dalila zu tief liegt. Immer wieder wechselte Garančas Stimme beim Abstieg ins tiefe Register die Farbe, verlor an Volumen. Vor allem im ersten Akt mußte oftmals »nachgedrückt« werden. Die Tessitura von »Mon cœur s’ouvre à ta voix« liegt höher, ebenso die große Scene im dritten Akt. In diesen Passagen spielte Garanča auch jene stimmlichen Trümpfe aus, derentwegen wir sie so schätzen: legato gesungene Linien, hervorragende Phrasierung…

Zum Premierenbericht von Heinrich Schramm-Schiessl

Zum Premierenbericht von Thomas Prochazka

Heute wird SIMONE BOCCANEGRA aus der Wiener Staatsoper per Stream weltweit übertragen. Beginn ist 19 h

Weitere neu eingelangte Rezensionen:

WIEN/ MuTh/Augarten: TULIFANT von Gottfried von Einem und Lotte Ingrisch. Premiere am 12.5.2018

Copyright: Lukas Beck

Zum Premierenbericht von Karl Masek

Wien/ Volksoper: DIE ZAUBERFLÖTE am 12.5.2018

Zum Bericht von Ernst Kopica

KARLSRUHE: SIEGFRIED. Vorstellung vom 10.5.2018


Siegfried: Erik Fenton,  Mime: Matthias Wohlbrecht. Foto Falk von Traubenberg

Zum Bericht von Franz Roos

MÜNCHEN/ Cuvilliestheater: ARTASERSE Johann Adolf Hasse (11.5.2018)

Anja Silja als Markgräfin Wilhelmine, rechts im Hintergrund: Natalya Boeva als Mutter und Kathrin Zukowski als Bruder (Copyright: Jean-Marc Turmes)

Zum Bericht von Udo Pacolt

HEIDELBERG: WRITING TO VERMEER von Louis Andriessen. Premiere am 11.5.2018

Zum Premierenbericht von Friedeon Rosén

Paris: PARSIFAL-Premiere heute

 Die Generalprobe fand  vorgestern (ohne Publikum) statt und verlief schon mal recht gut. Aber zumindest für die Mitwirkenden ist es wohl eine sehr seltsame Premieren

Thomas Quasthoff findet Echo-Preis-Rückgabe dumm
Nach dem Echo-Skandal um Kollegah und Farid Bang gaben mehrere Musiker ihre Preise zurück. Bassbariton-Star Thomas Quasthoff will das nicht tun – aus einem triftigen Grund
Hamburger Abendblatt

Thomas Quastoff ist sicher einer der Intelligentesteten der „Zunft“.

Quasthoff: Ich finde das populistisch, ich finde es dumm. Das würde ich auch Daniel Barenboim so sagen: Ich kann mich öffentlich dazu äußern, aber ich muss doch den Preis nicht zurückgeben.“

Heute Premiere „Die lustige Witwe in Frankfurt

Jurii Samoilov und Marlis Petersen. Copyright: Monika Rittershaus

REGISSEURIN JASMIN SOLFAGHARI INSZENIERT DEN „RING“ IN ODENSE
https://www.google.com/amp/s/www.tv2fyn.dk/amp/235262

„Österreichischer Musiktheaterpreis“: Darf die neue Medienjury auch die Wiener Staatsoper nominieren?

Ich gehe davon aus, dass die Veranstalter dieses Preises ernst genommen werden wollen. Die Wettbewerbsbedingungen sind zwar ungewöhnlich, aber durchaus klar: Die diversen Opernhäuser reichen Nominierungen selbst ein, eine Fachjury entscheidet dann über die Preiszuerkennungen.

Die Wiener Staatsoper hat es abgelehnt, sich selbst zu nominieren. Ich verstehe diese Entscheidung, zumal die Preise ziemlich breit gestreut über alle teilnehmenden Opernhäuser verteilt werden müssen (sonst verlieren diese die Lust an der Teilnahme). Es ist natürlich obskur, wenn der „Österreichische Musiktheaterpreis“ unter Ausschluss der international renommierten Wiener Staatsoper stattfindet, aber es ist so. Die Staatsoper hat sich selbst aus dem Spiel genommen, wenn man die Wettbewerbsregeln genau auslegt. Die Staatsoper will sich zwar nicht selbst nominieren, hat es aber meines Wissens nach nicht abgelehnt, nominiert zu werden. Wenn man die Möglichkeit, dass die Staatsoper nominierbar ist (ohne sich selbst zu bewerben) schafft, erst dann ist es ein „Österreichischer Musiktheaterpreis“.

Nun haben die Organisatoren eine Medienjury heuer erstmals ins Leben gerufen, die die Möglichkeit hätte, Preiswürdige aus Produktionen der Wiener Staatsoper zu nominieren. Die Medienjury kam in der Vorwoche erstmals zusammen und offenbar hat niemand – auch nicht die Vertreter des „Heft-Merker“, eine Nominierung aus dem Kreis der Staatsoper beantragt. Wenn diese Vermutung falsch ist, dann bitte ich um Berichtigung. Dass in einem Kreis von vielen Journalisten kein einziger auf die naheliegende Möglichkeit gekommen ist, mutet etwas seltsam an.

Ich bleibe an der Sache dran und „wart auf Antwurt“!

Wiener Staatsoper: Alma Deutscher „Cinderella“ ist nun, zumindest in dieser Serie, abgelaufen

Die Komponistin Alma Deutscher schreibt eifrig Autogramme. Foto: Esther Hatzi

Lissabon /Eurovisions Song Contest: Israel gewinnt, Österreich auf Platz 3
oe24-Kultur

Und Netta wird’s doch noch
Frankfurter Allgemeine

Netta Barzilai. Foto: Israel21

„Politische Entscheidungen“ waren dem Song-Contest nie ganz fremd. Israels Politiker bejubelten, dass die neue israelische Hauptstadt Jerusalem mit der Großveranstaltung im nächsten Jahr bedacht wird. Ein unverdienter Sieg war es aber dennoch nicht, obzwar auch drei oder vier andere Beiträge gewinnen hätten können – und auch bei denen wäre es nicht unverdient gewesen.

Und unsympathisch ist die Gewinnerin auch nicht. Sie bekennt sich zu Israel und ist stolz auf ihr Land! Ist sie deswegen eine Nationalistin?

Ach ja, Österreich wurde Dritter. Noch vor Deutschland, wie ich vorausgesagt habe. Zwar knapp vor Deutschland, aber immerhin doch!

Unter’m Strich

Neue Erkenntnisse zu sexuellen Übergriffen an der Hochschule für Musik und Theater München im aktuellen SPIEGEL
Neue Musikzeitung/nmz.de

 

Der Hamburger SV. ist aus der Fußball-Bundesliga in Deutschland abgestiegen – erstmals in der Vereinsgeschichte.

Selbst ein 2:1 gegen Gladbach hat nichts geholfen, weil sich Köln gegen Wolfsburg nicht sonderlich angestrengt hat. Jetzt haben die Hamburger zwar eine Elbphilharmonie, aber keinen Bundesligisten. Ob die „Elphi“ ein Trost für die Fußballfans ist?

Haben Sie einen schönen Sonntag

A.C.

 

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