Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

13. MÄRZ 2021 – Samstag

13.03.2021 | Tageskommentar

 

Marlis Petersen, Christof Fischesser und Samantha Hankey
Szenenfoto aus dem neuen Münchner „Rosenkavalier“: Marlis Petersen, Christoph Fischesser, Samantha Hankey. Foto: Bayerische Staatsoper/ Wilfried Hösl

SONNTAG 14. MÄRZ: MÜNCHEN/ BAYERISCHE STAATSOPER –  ONLINE-MATINEE zu DER ROSENKAVALIER

MONTAGSSTÜCK X | Bayerische Staatsoper

Im Anschluss kostenlos als Video-on-Demand verfügbar.
www.staatsoper.de/on-demand

Staatsintendant Nikolaus Bachler spricht anlässlich der Einführungsmatinee zu der Neuproduktion von Der Rosenkavalier mit dem designierten Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski, Regisseur Barrie Kosky, Sopranistin Marlis Petersen – sie singt in der Rolle der Feldmarschallin – und Dramaturg Nikolaus Stenitzer.
Musikalisch wird die Matinee von zwei der berühmten Stücken aus dem Rosenkavalier umrahmt: Tenor Galeano Salas (Sänger), begleitet von Vladimir Jurowski am Klavier, Jakob Spahn (Cello) und Paolo Taballione (Flöte), interpretiert „Di rigori armato il seno“ aus dem ersten Akt der Oper. Das Duett zwischen Sophie und Octavian, „Mit ihren Augen voll Tränen“, aus dem 2. Akt singen Sopranistin Katharina Konradi und Samantha Hankey. Sie werden ebenfalls von Vladimir Jurowski am Klavier begleitet.

ONLINE-MATINEE: DER ROSENKAVALIER
So, 14. März 2021, 11.00 Uhr
Kostenfreier Stream
www.staatsoper.tv

So ganz sehe ich bei den neuen Corona-Verordnungen in Deutschland nicht durch. Klar ist, dass die „Rosenkavalier“-Premiere am 21. März noch ohne Publikum stattfinden wird müssen, bei Folgevorstellung aber bereits Zuschauer zugelassen sein könnten/ werden. Sind da 50 angedacht? Oder 100? In jedem Fall ist das eine „Augenauswischerei“.

In diesem Zusammenhang wirft „MRadema 796“ in unserem Forum eine interessante Frage auf: 

Hallo zusammen,

der Münchner Merkur meldet, für eine Rosenkavalier-Vorstellung vor Publikum (evtl. bereits am 23.3.) seien nach der On-Premiere am 21.3. Extra-Proben notwendig.

Das finde ich interessant. Was müsste dann geprobt werden? Der Schlussapplaus? Die Steuerung der Saalbeleuchtung? Das Corona-Schnelltestverfahren? Eine Tonverstärkung im Saal??? Oder bekommen wir im Stream nur einen Torso, in dem nicht richtig gesungen oder nur für die aktuelle Kameraeinstellung ausgeleuchtet wird? (Zitat Ende).

So ganz kenne ich mich auch bei der Gültigkeit der Testung nicht aus. Da in Deutschland diskutiert wird, wer den „Schnelltest bezahlt, gehe ich davon aus, dass die Theater den Test durchführen dürfen (natürlich unter Beiziehung und zusätzlicher Bezahlung geschulten Personals). In Österreich geht man davon aus, dass man beschummelt wird (altes Sprichwort: „Wie der Schelm denkt, so ist er“) und erkennt nur Tests von Ärzten, Apotheken oder staatlich ausgebildeten und womöglich vereidigten  „Test-Heinis“ an. 

München
Vorhang auf und viele Fragen offen
Die Theater würden gerne bald öffnen. Aber so einfach ist das nicht.
https://www.abendzeitung-muenchen.de/kultur/vorhang-auf-und-viele-fragen-offen-art-712863

Und in Berlin: Die neue Test-Kultur

Von Manuel Brug
Nach einem Jahr Kultur-Lockdown gibt es erste Anzeichen für Lockerungen. Berlins Kultursenator kündigt ein zeitlich begrenztes Pilotprojekt an. Philharmoniker und Staatsoper dürfen spielen – vor negativ Getesteten mit Masken. Das klingt besser, als es ist.

Alle Besucher müssen im Vorverkauf ab 15. März ein personalisiertes Ticket erwerben und mit einem Link und Selbstbuchung am Tag der Veranstaltung einen kostenfreien Schnelltest in einem der teilnehmenden Testzentren durchlaufen. Bei Eintritt weisen sie ihr tagesaktuelles negatives Testergebnis, ihr personalisiertes Ticket sowie ihren Personalausweis vor.

Ein Smartphone ist notwendig, weil auch mit QR-Codes gearbeitet wird. Während der Veranstaltung sind das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes oder einer FFP2-Maske sowie die Einhaltung der geltenden Hygieneregeln vorgeschrieben. Und auf und hinter der Bühne sind natürlich auch alle getestet.

Das soll dann wirklich die neue Kulturrealität sein? Wir gehen testfrei einkaufen und bisweilen auch zum Arbeitsplatz, wir sitzen zudem gleich zweimal in Bussen und U-Bahnen, um zum Testcenter und dann in die Oper zu fahren. Und können uns natürlich theoretisch zwischen Schnelltest und Aufführung schon längst wieder anstecken.

Die Welt.de

SALZBURGER OSTER-FESTSPIELE FÜR HEUER ABGESAGT?

Anna Netrebko postet:

anna_netrebko_yusi_tiago Целый Год 🤦🏻‍♀️ прошёл..а во многих театрах мира так и не зазвучала музыка… к сожалению наш Русский тур опять переносится на неопределенное время😔, Зальцбургский пасхальный фестиваль отменён вообще… да и погода полное 💩 ну что?!?!? Что делать? – ныть? пить?..или бить посуду?… нет… пойду куплю желтых цветов🌼🌼🌼 It’s Hard to believe what ONE Year past… and many theaters are still dark and silent…😔 Our Russian tour concert are postponed again.. and Salzburg Easter Festival is cancelled 😞… and the weather is 💩… 😂 will go to get yellow flowers 🌼🌼🌼 …they smell like Spring! (Zitat Ende)

Noch ist offiziell nichts abgesagt, aber Zuschauer wird es kaum geben dürfen und Thielemann hat bereits angedeutet, dass Osterfestspiele ohne ein Mindestmaß an Besuchern ein Unding wären.

Ausnahmen für Salzburg wird es nicht geben, da steht bereits die österreichische Neidgenossenschaft bevor: „Warum dürfen die und nicht wir?

Also wird sie wieder einmal recht haben, die gute Anna! Wie gesagt, ich kann mich nur auf diesen Instagram-Eintrag berufen, die Festspiele mögen sich mit Geschäftsstörungsklagen an „Anna, Yusi und Tiago“ wenden. Besonders bei Tiago wird eine Klage vielversprechend sein!

Österreich: Florestan-Initiative reicht Verfassungsklage ein

Wien (OTS) – Die von der Florestan-Initiative aufgeworfene Fragestellung, ob die undifferenzierten Schließungen der Kulturstätten verfassungskonform waren und sind, bleibt heute so aktuell wie zum Start der Initiative im November vergangenen Jahres.

Deswegen wurden die angekündigten Individualanträge beim Verfassungsgerichtshof am Dienstag, 9. März 2021 eingereicht.

   Unter den Individualantragsteller*innen finden sich Nina Proll, Angelika Kirchschlager, Alfred Dorfer, Georg Breinschmid, Gernot Plass, Dr. Otto Brusatti, Harald Stampfer, Eduard Angeli sowie die Politikwissenschaftlerin Univ.-Prof. Dr. Ulrike Guérot.

   Mittlerweile untermauern eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien die Wirksamkeit der Präventionskonzepte von Kultureinrichtungen und legen damit eine Öffnung nahe. (z.B. Aerosolstudie Dortmund/Fraunhofer Institut, TU Berlin, Bayrische Staatsoper). Auch praktische Beispiele wie aus dem seit Monaten geöffneten Teatro Real Madrid zeigen auf, dass ein ernstzunehmender gesundheitspolitischer Umgang sich mit Öffnungsszenarien für die Kultur durchaus vereinbaren lässt.

Einige Namen auf der Liste überraschen mich. Hochachtung zolle ich denen, die sich deklarieren. Erbärmliche obrigkeitshörige Duckmäuser haben wir genug!

Morgen veröffentliche ich eine Beitrag, in dem die Angst der Künstler vor ihrem Publikum thematisiert wird. Das Publikum unterstützt ihre „Lieblinge“ (das sind diese ohnedies nur bei Schönwetter) nicht, sie jagt denen sogar Angst ein. Die Angst vor den Blockwarten seitens der Künstler ist durchaus berechtigt. Ich habe in Corona-Zeiten in menschliche Abgründe geblickt und kann zumindest für mich bestätigen, dass nach der Pandemie nichts mehr so sein wird, wie es vor ihr war.

LINZER LANDESTHEATER: EINLADUNG ZUR ERSTEN NETZBÜHNE-PREMIERE | TANZ

LIEBESBRIEFE | TANZABEND VON MEI HONG LIN

COLLAGE AUS MUSIK VON ELENI KARAIDROU, KOLSIMCHA, KRONOS QUARTET, HEITOR VILLA-LOBOS UND ANDEREN

NETZBÜHNE-ONLINE-PREMIERE SA 13. MÄRZ 2021, AB 19.30 UHR, NETZBÜHNE

Yu-Teng Huang in „Liebesbriefe“
Yu-Teng Huang© Vincenzo Laera

Anbei finden Sie Informationen anlässlich unserer ersten Netzbühne-Premiere von der großen Bühne des Schauspielhauses des Landestheaters Linz am 13. März ab 19.30 Uhr. „Liebesbriefe“ist ein sehr persönlicher, stiller und intimer Tanzabend von Tanzdirektorin Mei Hong Lin aus dem Gefühl der Sprachlosigkeit heraus. Die choreografischen Briefe beginnen dort, wo die Sprache aufhört: „… ich kann mit Worten Dir’s nicht sagen“ (Alma Mahler). In collagenartigen Miniaturen sendet Mei Hong Lin eine Botschaft an ihre Mitmenschen, in Zeiten der Krise. Was geschieht in dieser Welt und welche Bedeutungen hat(te) es? Als Reaktion auf Gefühle von Macht- und Hilflosigkeit, konfrontiert mit einer Situation des Stillstands und der Ohnmacht, dem Einschränken von Freiheitsrechten, reagiert Mei Hong Lin mit einer choreografischen Auseinandersetzung.

München/ Gärtnerplatztheater

gä

München
Primadonnen. Die Diven vom Gärtnerplatz
Premiere am Samstag, 13. März 2021 um 19 Uhr als Live-Stream aus dem Staatstheater am Gärtnerplatz, München
Was wäre die Oper ohne die Primadonna? Sie verkörpert Glamour und große Emotionen, königliche Heldinnen und bedingungslos Liebende, ihr beseelter Gesang rührt uns zu Tränen, ihre Spitzentöne bringen den Saal zum Toben. In ihr konzentrieren sich die Sehnsüchte des Publikums. Und so sehr man sie auf der Bühne bewundert, so gefürchtet sind sie hinter der Bühne, sagt das Klischee. Barbara Hauter sprach vor der Premiere mit dem kroatischen Dirigenten Darijan Ivezić, der seit 2019 als Solorepetitor mit Dirigierverpflichtung am Gärtnerplatztheater wirkt und mit „Primadonnen“ seinen ersten großen Einsatz am Pult in Deutschland hat.
Klassik-begeistert.de

OPER ZÜRICH: STREAMING-REIHE «SOUVENIRS». OFFENBACHS «LA BELLE HÉLÈNE» MIT VESSELINA KASAROVA ab Freitag, 12. März

hel

 

Nach dem Auftakt der Streaming-Reihe «Souvenirs» am Wochenende folgt am Freitag 12.3. eine weitere Hommage an den vor fünf Jahren verstorbenen Dirigenten Nikolaus Harnoncourt. «La belle Hélène» von Jacques Offenbach in einer Aufführung aus dem Jahr 1997 behandelt den Mythos um die schöne Griechenkönigin, derentwegen der Trojanische Krieg ausbrach und karikiert auf satirische Weise die vulgär-dekadente Gesellschaft der Pariser Oberschicht aus Offenbachs tagen. Harnoncourt, damals bereits gefeiert für seine historisch informierten Interpretationen der Musik des Barock und der Klassik, dirigierte das Zürcher Opernorchester mit kleiner Streicherbesetzung, farbenreich ausgeleuchtetem Blech und reichhaltigem Schlagwerk. Vesselina Kasarova in der Titelrolle wartet mit strahlender Erscheinung, erotischem Timbre und sinnlicher Ausstrahlung auf. Die Inszenierung stammt von Helmut Lohner. Für die ausladenden und farbenfrohen Kostüme zeichnete der Modeschöpfer Jean-Charles de Castelbajac verantwortlich.

Die Aufzeichnung ist von Freitag, 12.3., 18 Uhr bis Montag, 15.3., 11 Uhr als Video on Demand auf der Website des Opernhauses kostenfrei abrufbar.

Das Video on Demand und weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.opernhaus.ch/digital/corona-spielplan/la-belle-helene/

«LA BELLE HÉLÈNE»
Jacques Offenbach
Regie: Helmut Lohner
Dirigent: Nikolaus Harnoncourt
Mit (u.a.): Vesselina Kasarova, Carlos Chausson, Deon van der Walt, Orchester der Oper Zürich, Chor der Oper Zürich
Aufgezeichnet im Opernhaus Zürich 1997

In Reichweite – Ein Grammy für die Deutsche Oper Berlin?
In der Kategorie „Best Opera Recording“ kann sich Berlins größtes Musiktheater mit der Märchenoper „Der Zwerg“ Hoffnungen auf die begehrte Trophäe machen.
https://www.dw.com/de/grammy-deutsche-oper-berlin/a-56812379

Ehrenpreis der deutschen Schallplattenkritik 2021: Countertenor Max Emanuel Cenčić ausgezeichnet
BR-Klassik.de

Podcast:Caruso und Co – Warum begeistern Tenöre?
Zum Podcast

Frauen am Dirigentenpult: „Es gibt einfach noch zu wenige Vorbilder“

...Fehlende Vorbilder und fehlendes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten seien die Hauptgründe, warum es immer noch viel zu wenige Dirigentinnen gebe, sagt Larsen-Maguire. Dabei sei das Problem durchaus lösbar. „Wir Frauen müssen uns nur überwinden. Dann merken wir, wir können das genauso gut. Die Studentinnen in diese Richtung zu stupsen, macht mir persönlich wahnsinnig viel Spaß“, erzählt die 1978 in Manchester geborene Musikerin…
https://www.rbb24.de/kultur/beitrag/2021/03/berlin-dirigentinnen-orchester-klassik-frauen.html

Das Salzburger Landestheater wird 2022 um 13 Millionen Euro saniert
Es handelt sich um die größte Sanierung in der knapp 130-jährigen Geschichte. Die Salzburger Festspiele müssen 2022 ausweichen
Kurier.at

ORF in memoriam Peter Patzak: „Kottan ermittelt“, Künstlerporträt, Doderer-Verfilmung und Filmkomödie im TV

Ö1 mit Radioporträt =


Peter Patzak. Foto: Herta Hurnaus

Wien (OTS) – Der ORF ändert in Gedenken an den vorgestern (11. März 2021) verstorbenen österreichischen Filmemacher, Autor und Maler Peter Patzak sein Programm.

rems/ NÖ
„Kottan“-Regisseur Peter Patzak starb nach Herz-OP
Die österreichische Filmwelt trauert um eine ihrer Legenden: Peter Patzak, Regisseur der „Kottan“-Serie, ist am Donnerstag im Krankenhaus in Krems verstorben.
https://www.krone.at/2364194

„Kottan“-Erfinder Peter Patzak tot
Der österreichische Regisseur starb nach einer Herzoperation.
Wiener Zeitung

Ausstellungen/ Kunst: Von London nach Wien – Neuer Direktor der KHM-Gemäldegalerie
Peter Kerber tritt im Juli die Nachfolge von Stefan Weppelmann an. Auch sonst tut sich einiges im KHM-Verband.
Die Presse.at

Literatur/ Buch: Amanda Gorman: Ein weiterer Übersetzer darf nicht
Das Politikum der Gorman-Bearbeitung: Nach der niederländischen Übersetzerin wurde auch dem katalonischen Übersetzer von „The Hill We Climb“ mitgeteilt, er habe das falsche Profil für die Aufgabe.
https://www.diepresse.com/5950238/amanda-gorman-ein-weiterer-ubersetzer-darf-nicht

Die Beurteilung dessen, was hier gespielt wird, überlasse ich Ihnen. Es ist kurios genug, dass Amanda Gorman in die Rubrik Literatur rutscht. Mir ist dieses Thema in diesem Kreis ganz einfach zu heikel!

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Harry und Meghan perfektionieren das royale Geschäftsmodell

Das ist passiert: Nach ihrem Ausscheiden aus der königlichen Familie müssen die beiden selber ihr Geld verdienen. Der Geschäftsstart verlief vielversprechend, mit Millionen von Dollar schweren Verträgen mit Netflix und Spotify. Besonders Meghan Markle kennt sich aus in der Medienwelt. Das hat sie in dem bis ins Detail arrangierten Oprah-Interview bewiesen.
Zum Bericht

Darum ist es wichtig: Die von Meghan Markle vorgebrachten Rassismusvorwürfe gegen die Königsfamilie haben nicht nur die Briten gespalten, sondern nähren auch Zweifel am Zusammenhalt des Commonwealth, einem Pfeiler der globalen Brexit-Strategie Londons. Die Familie von Queen Elizabeth II. findet sich plötzlich im Zentrum eines Kulturkampfes.
Zum Bericht

Die Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen, auch „Königs“ nicht!

Speziell in Corona-Zeiten: Der Nachbar – das Wesen von Nebenan. Der Mensch, den Du ertragen musst

Am Land entkommt man den Nachbarn nicht. Das heißt freilich nicht, dass man ein Herz und eine Seele sein muss. Mauerbach, wo ich mein Wochenendhaus habe, das meine Familie samt Kind und Kegel während der gesamten Woche benützt, ist eigentlich nicht „Land“, sondern „Stadtrand in einer Gegend für betuchtere Beamte“. Die dort herrschende ÖVP hat die halbe Landesregierung (die damals noch in der Wiener Herrengasse waltete) mittels günstiger Grundstückspreise dorthin gelockt und damit ihre politische Macht (Absolute) gleich einbetoniert.

Meine Frau kennt die Nachbarn flüchtig, nicht einmal per Vornamen. Wir haben aber ein Wählerverzeichnis bei uns aufliegen, zumindest über das Alter gibt es da keine Diskussion. Auch nicht über akademische Titel, ob nun zu recht oder unrecht geführt. Wer aber hat das schon?
Ich bin froh, wenn ich die Nachbarn von hinten sehe, wenn ich einem Gruß nicht entkommen kann, dann soll es eben so sein.  Von den Nachbarn kam stets Unangenehmes, von links und rechts, von gegenüber – zum Glück gibt es kein oben und unten. Als ich ein Kind war, hat mein Lieblingshund im Hühnerstall der Nachbarn gewildert, worauf er ins Tierschutzhaus musste und ich tagelang Hühnerfleisch als Essen vorgesetzt bekam (die Nachbarn haben uns die gewilderten Hühner natürlich verkauft). Die Nachbarn habe ich nie mehr gegrüßt, die beiden nachfolgenden „Nachbargenerationen“ dieser Liegenschaft auch nicht, was natürlich ein Blödsinn ist – aber wir Menschen sind eben Gewohnheitstiere.

Was ist heute? Es gibt immer Probleme mit dem Gartenzäunen. Auch Bäume halten sich nicht an strenge Regeln und wachsen, wie sie wollen. Also wird immer diskutiert, wer den Baumschnitt zu bezahlen hat – in 99 % der Fälle sind es wir! Nein, Nachbarn sind zum Ertragen da, nicht zur Freundschaft!

Was ist aber in der Stadt? Auszug aus einem Artikel der „Wiener Zeitung“: „Nachbar, der. Der Mensch, der Dich aushalten muss. Zur Strafe ist es umgekehrt genauso.“*

In der Stadt ist immer ein Nachbar. Mindestens. Meistens hat man ja nicht nur einen Nachbar links und einen rechts, sondern gern auch noch einen oben und einen unten. Mit Pech kommt noch einer links oben und einer rechts unten dazu, von denen rechts oben und links unten wollen wir gar nicht reden. Und die Gegenüber gibt es ja auch noch.

Wenn man also zu einem dieser zahlreichen Nachbarn ein gutes, freundschaftliches Verhältnis aufbauen würde (man lädt einander zum Kaffee ein, bringt Geschenke, tauscht Partner), dann würden sich alle anderen – oben, unten, links, rechts, gegenüber – sofort denken: „Aha, mit mir macht er das nicht, bin ihm also nicht gut genug.“ Und schon hat man statt einem befreundeten Nachbarn, mindestens fünf beleidigte dazu.

Da geht man lieber auf Distanz. Je geringer der räumliche, desto größer der psychische Abstand. Obendrein ist man ja sowieso nie zuhause, weil man ständig im Büro hockt. Normalerweise.

„Nachbar, der. Der Mensch, der Dich aushalten muss. Zur Strafe ist es umgekehrt genauso.“*
Wiener zeitung

In Wien gehört das Mietshaus mir. Eine meiner Mieterinnen ist Opernsängerin, übt den ganzen Tag und gibt zudem Gesangsstunden. Als Opernfreund stehe ich da an ihrer Seite und deswegen bin ich in der diesbezüglichen Rechtssprechung bewandert. Die Dame singt immer noch! Aber nicht zwischen 12 und 14,30 (Zeit für Mittagsschlaf) und nur bis 22 h. Ab 6 h dürfte sie wieder, aber da schläft sie selbst!

Zur Strafe dafür beglückt mein serbischer Hausmeister die Gegend mit Folklore und lässt das Fenster dabei weit offen (auch das Autofenster). Auch der missioniert uns Opernfreunde immer noch, so ist es eben in einem Rechtsstaat! Wir leben mit Kompromissen!

Österreich
Paketdienste schicken nun sogar E-Mails, dass sie nicht kommen
Die Presse.at

Ich weiß, dass diese Paketzusteller so gut wie nichts verdienen und verstehe sie auch. Gleichzeitig ärgere ich mich, wenn ich ein Paket, das (Info für für Meidling-Kundige) an Wilhelmsdorf adressiert ist am Schöpfwerk abzuholen habe. Meine Gegenwehr: Keine Bestellungen mehr bei diversen Anbietern!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

 

 

Diese Seite drucken