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13. JUNI 2020 – Samstag

13.06.2020 | Tageskommentar

Wiener Staatsoper verschiebt Kartenverkauf für den Septemer um 14 Tage!

Der Verkaufsstart für den gesamten Monat September 2020 ist vom ursprünglich vorgesehenen Termin 15. Juni auf den 6. Juli 2020 (ab 8 Uhr) verschoben worden, für alle Verkaufsarten – online, telefonisch und an den Bundestheaterkassen. Dadurch können mögliche neue Regelungen für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs ab September 2020 berücksichtigt werden.

Bestellungen für die Saison 2020/21 sind seit 29. April 2020 möglich und können auch weiterhin mit dem Bestellformular an kartenvertrieb@wiener-staatsoper.at sowie über das Online-Bestellformular auf wiener-staatsoper.at an das Service Center der Wiener Staatsoper gerichtet werden.

SERVICE CENTER*
kartenvertrieb@wiener-staatsoper.at

Opernring 2, 1010 Wien
Fax         +43 1 51444 2969

Die Verschiebung ist an sich ein gutes Zeichen, weil sie besagt, dass man ernsthaft um Lösungen bemüht ist. Auch kann der Direktor für sich noch einige Szenarien durchspielen, aber bitte kein Corona-Programm in Erwägung ziehen. Wer das macht, fällt anderen in den Rücken.

Derzeit sieht es aus, als würde – bedingt durch den „Sicherheitsabstand – nur jeder zweite Platz besetzt werden können. Das ist zwar einer Wiener Staatsoper unwürdig und aus vielerlei Sicht ein Stumpfsinn, aber eine völlige Freigabe würde bedeuten, dass unsere Politiker zuvor maßlos übertrieben haben – und das werden diese sich nicht gefallen lassen. Außerdem glaube ich, dass das Opernhaus nicht mehr so gestürmt werden wird, wie sich das „Opernnarren“ vorstellen. Mit uns ist etwas passiert – Schreckliches! Wir nehmen andere Menschen als Bedrohung wahr – und das ist ungesund. Die obskuren Politiker-Auftritte speziell bei uns in Österreich haben Schäden in uns hervorgerufen, die bei sehr vielen Menschen irreparabel sind. Darüber wird noch zu einer Zeit zu sprechen sein, in der wir wieder vernünftig miteinander reden können. Was mich betrifft, war ich über Gesprächsverläufe entsetzt.

Was würde ich als Direktor tun? Ich würde einen Deal vorschlagen. Im September würde ich noch das Spiel mitspielen (50 % Auslastung, vielleicht ein „Alzerl“ mehr), aber ab Oktober müssten dann – vorausgesetzt es passiert in unseren Theatern nicht Dramatisches, was ich aber ausschließe – schon wieder normale Zustände herrschen. Und vor allem – die Politiker müssten Entwarnung geben. Werden die das aber tun?

Damit hülfe die Regierung sogar dem Operndirektor mit seiner Quote. Auslastung ist nicht die tatsächliche Besucherzahl, Auslastung (Quote) misst man an der Zahl der verkauften,  also tatsächlich in den Verkauf gelangenden Karten. Da schließe ich bei völliger Freigabe 99,02 % „Vorgängermarke“ aus, mit der neuen Regelung könnte man dieser Zahl nahe kommen. Wenn es nicht gelingt, mit reduziertem Platzangebot die Oper zu füllen, dann kann man auch darauf reagieren. Im September kann das Opernhaus auch die Vorstellungen an die Außenfront „outdoor“ übertragen – auch das wird ein Gradmesser sein!

Ich bin gespannt – und eher nicht euphorisch. Die Sänger müssen und werden ihr Geld bekommen (da hört sich schon einmal dieses Lamento auf), für das zu erwartende höhere Defizit muss ohnedies „der Staat“ – also wir Steuerzahler –  aufkommen.

Warten wir also den Beschluss des Weisenrats ab!

Derweil gibt der Staatsoperndirektor Interviews

INTERVIEW MIT WIENS DESIGNIERTEM STAATSOPERNDIREKTOR

Bitte untenstehenden Link anklicken. Kurz und bündig, durchaus eloquent

Zu Facebook

Wiener Staatsoper verschiebt Vorverkauf für September
Um mögliche neue Regelungen für Publikumveranstaltungen berücksichtigen zu können.
Kurier

Österreich
Andrea Mayer: „Noch kein Normalbetrieb ab Herbst“
Die Kunststaatssekretärin über ihre ersten, turbulenten Wochen im Amt und die weitere Krisenbekämpfung.
Wiener Zeitung

Wien
Kultur-Neustart: Auch die Volksoper spielt wieder
Das Haus bietet an den letzten drei Wochenenden vor der Sommerpause Konzerte.
Wiener Zeitung

HEUTE: The Met Opera Presents AT-HOME GALA: Encore Screening, 12-13 Jun 2020

 

Und wer vom Streaming-Zeugs noch immer nicht genug hat, die Met-at-Home-Gala ist für 2 Tage nochmal komplett online.

Und die Sänger bekommen diesmal sogar etwas Geld dafür…bescheiden, aber zumindest eine Geste.

https://www.broadwayworld.com/bwwopera/article/The-Met-Opera-Presents-AT-HOME-GALA-Encore-Screening-12-13-Jun-2020-20200611

BERLIN / Deutsche Oper: OPEN OPERA –  DAS RHEINGOLD AUF DEM PARKDECK; Premiere war am 12.6.

Andrew Harris, Thomas Blondelle, Tobias Kehrer, Padraic Rowan. Foto: Bernd Uhlig

Dr. Ingobert Waltenberger war dabei: Wir wagen es, unser Rheingold zurückzuerobern, wenn auch zunächst in einer kleineren und damit der aktuell möglichen Form! Am 12. Juni um 19.30 Uhr laden wir Sie zu einer halbszenischen 110-minütigen Fassung des Werks auf das Parkdeck der Deutschen Oper Berlin ein, die auf der Basis einer Kammerfassung des britischen Komponisten Jonathan Dove mit 22 Musiker*innen und 12 Sänger*innen erarbeitet wird…

Die halbszenische Produktion erinnert ein wenig an eine Studentenabschlussklasse an einer Musikuni, wo wegen Geldmangels auf den hintersten Fundus eines Theaters zurückgegriffen werden muss.  Und dennoch wartet die szenische Einrichtung durch Nell Barry Moss mit viel Witz, guter Personenregie (die unaufgeregt immer auch das Abstandsgebot im Auge hatte) und einem Nutzen des gesamten Raums bis zu einem Fenster in dritten Stock der Werkstätten auf, wo Alberich sein Gezeter vom Stapel lassen darf. Wenn man dazu bedenkt, dass erst 10 Tage vor der Premiere die behördliche Genehmigung erfolgt ist, Hut ab!…

Als mehr oder weniger improvisierte Übung ist die Aufführung voll gelungen und vor allem sängerisch untadelig. Der doch zu dünne Klang des Kammerorchesters hat mich persönlich enttäuscht. 

Zum Bericht von Ingobert Waltenberger

Über das Procedere des Kartenkaufs gibt dieser Bericht auch Auskunft

München/Gärtnerplatztheater – Corona-Spielplan 12. Juni 2020

„Einmal König sein!“

Hurra, Ihr lebt noch! – Das war picobello!

Konzert als exklusives Vergnügen für nur 4 Medienvertreter: Süddeutsche, Abendzeitung, Merkur/TZ, Online Merker!

„Nehmen Sie exklusiv Platz in einer unserer fünf Logen, die normalerweise nicht im Verkauf sind. Eine kleine Gruppe von Besucher/innen darf ganz königlich aus unseren Proszeniums- und unserer Mittelloge einem Konzert lauschen!“

Mit der Ankündigung und persönlicher Einladung für 4, bei weiteren Vorstellungen 16 Besuchern, erfüllten 2 x 25 Minuten (2 unterschiedliche Programme!) exklusiv Besonderes.

Teil 1: Ekaterina TarnopolskajaLevente PállMária CélengCornelius RinderleMatija MeićClemens Weigel © Marie-Laure Briane

Im Gärtner-Platz starten erste Schritte zur Postpandemie, Impulse als Leistungsschau sängerisch/musikalischen Wunderwebens im kleinsten Format. Fast alle Formate im Juni sind ausverkauft (https://www.gaertnerplatztheater.de/de/spielplan/programm.html).

Instrumentalisten und Singende sind Qualitätsmuster der „Gärtnerplatz“- 1. Liga. Es war ausnehmend sehr gut! Wobei – alle Sänger waren miserabel angezogen. Da sollte man nachbessern – diese Anzüge …!

Dieses Urteil ist keine Lobhudelei.  Bei aktuellen Opernstreams schaut TTT weltweit keine Musiktheater – Boliden sondern „kleinere“ Häuser. Gestern die „Butterfly“ aus Stockholm 2014 mit der heute prominenten Asmik Grigorian. Keiner der dort Singenden kann im Vergleich bestehen, auch die damaligen Möglichkeiten der „Grigorian“ nicht. Im Gärtnerplatz-Theater haben einige Singende Weltformat!

Ein wenig leuchtete der Kulturauftrag durch, aber im Wesentlichen war es Schwelgen im Kulinarischen und das tat gut…
Tim Theo Tinn war einer der „vier Glücklichen“ im Gärtnerplatztheater – auf einer Stufe mit den prominenten „Platzhirschen“!

Zum Bericht von Tim Theo Tinn

Das große Schweigen der französischen Kulturverantwortlichen: 

 

Einer unserer Mitarbeiter hat deser Tage Frankreich besucht und sich für die Situation interessiert. Da er weiter nach Frankreich einreisen will, behalte ich die Identität für mich:

Fragen werden freilich kaum beantwortet:  « ja was sollen wir denn sagen ? – Das wir nicht wissen wann es wieder losgeht ? ». Die End-Verantwortung der aktuellen kulturellen Katastrophe liegt natürlich bei der Französischen Regierung, die deutlich gesagt hat, dass Kultur zur Zeit keine Priorität ist und erst „ab Mitte Juli über etwaige Wieder-Eröffnungen nachgedacht werden wird ». Dann wird mit beinahe absoluter Sicherheit der jetzige Minister für Kultur Franck Riester ausgewechselt werden, der zwar ohnedies der Falsche ist, aber auch gleichzeitig keine Handlungsmöglichkeiten hat, weil Macron zum Beispiel alle wichtigen Posten selbst ernennen will – was zum Beispiel dazu geführt hat, dass die Ernennung des neuen Direktors der Pariser Oper sich mehr als ein Jahr über den gesetzlichen Termin hingezogen hat und Marcon Lissner, dessen Vertrag er erst nicht verlängert hatte (ein Affront für Lissner !), dann noch bitten musste,  doch noch ein Jahr länger zu bleiben.

Also so wie es jetzt aussieht : der grosse « Ring » und alle Neuproduktionen scheinen definitiv abgesagt und ab Mitte November wird es wahrscheinlich drei Wieder-Aufnahmen in der Bastille geben (die hässliche « Traviata“ und die abgespielte « Carmen »  – beide auch in Wien zu sehen) und zum Jahresende die schöne « Bayadère » von Noureev. Das Palais Garnier bleibt bis Silvester geschlossen, mit vielleicht einigen Konzerten vor geschlossenem Vorhang in der Weihnachtszeit…

Und der „arme Monsieur Lissnér“, der von Corona ab Dezember aus Paris vertrieben wird? Wenn ich das schreibe, was ich von Herrn Lissnér halte, habe ich seine Anwälte am Hals!

Die Pariser Oper wird wahrscheinlich im Dezember keine Reserven mehr haben und ab Januar dann vielleicht auch keine Gehälter mehr aushalten können

Deswegen geht Lissner Ende Dezember – und lässt sich bis dann sein anscheinend sehr beträchtliches Gehalt voll auszahlen

Es hätte Format gehabt, um entweder jetzt sofort zu gehen (und nicht am 31. Dezember), oder mindestens sein eigenes Gehalt bis dann zu kürzen (wie zum Beispiel Peter Gelb an der Met).

So schaut es aus an der Pariser Oper!

Internationale Klassikszene in der Corona-Krise. Werden die Orchester überleben?
Die Corona-Krise trifft die Kultur in jedem Land anders: Viele deutsche Berufsorchester werden öffentlich, staatlich oder städtisch subventioniert oder finanziert, sie sind relativ sicher. Doch andere Orchester und Institutionen in Europa und weltweit sehen sich in ihrer Existenz bedroht und fürchten um eine nachhaltige Beeinträchtigung.
BR-Klassik

Jonas Kaufmann brings exemplary musicianship as Otello
https://www.ft.com/content/adbb4586-a674-11ea-92e2-cbd9b7e28ee6

Arena von Verona stellt Sommersaison vor. Auch Pereiras Theater in Florenz öffnet mit 200 Plätzen
Die Arena von Verona hat zwar wegen der Coronakrise das vom Juni bis September geplante Opernfestival auf Sommer 2021 verschieben müssen, das Operntheater verzichtet jedoch nicht auf Konzerte in den kommenden Monaten. So stellte Intendantin Cecilia Gasdia am Freitag das Programm der Sommeraufführungen vor, die vom 25. Juli bis zum 29. August geplant sind.
Wiener Zeitung

Frau Gasdia finanziert Netrebko und Co., weiß aber zur Stunde noch nicht, ob sich das mit 1000 oder 3000 Besucher ausgehen wird/soll!

Athens & Epidauros Festival 2020. Kommentar zur diesjährigen Ausgabe

Zurück zu den Klassikern

Ein Bild wohl aus besseren Zeiten. Copyright: Athens & Epidauros Festival 2020

Das Athens & Epidauros Festival begann am 5. Juni in Athen eher unbemerkt von einer breiteren Öffentlichkeit. Das Odeion des Herodes Attikus, welches normalerweise ab Anfang Juni Schauplatz zahlreicher Konzerte und Opernaufführungen ist, fungiert für einen Monat als Ausstellungsort.

Odeon of Herodes Atticus @Haris Bilios

Das musikalische und performative Programm des Festivals findet vom 15. Juli bis 15. August statt. Im Odeion des Herodes Attikus werden eine Opernproduktion und diverse Konzertprogramme dargeboten. Claudio Monteverdis „Il ritorno d`Ulisse in patria“ wird unter der Leitung von George Petrou zur Aufführung gebracht…

ORF III am Wochenende: Höhepunkt der Otto-Schenk-Festspiele zum 90. Geburtstag
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200612_OTS0090/orf-iii-am-wochenende

„Verschwindend geringe Last“. Berühmtester Arzt Italiens behauptet: Covid-19 sei jetzt harmlos
https://www.focus.de/gesundheit/coronavirus/beruehmtester-arzt-italiens-behauptet

USA
Christopher Columbus statue debate rises as controversial statues fall across the country – ABC News
Columbus statues were defaced in Virginia and Boston.
https://abcnews.go.com/US/christopher-columbus-statue-debate-rises

Ein Irrsinn, was derzeit auf der Welt geschieht. Angefeuert wird der durch eine total aus den Fugen geratene Medienlandschaft, die Öl ins Feuer gießt, anstatt zu beruhigen.

Und wenn sich ein Schreibender seiner Verantwortung bewusst ist und beruhigend gegensteuern will (wie ich in der Corona-Sache), dann wird ihm doch tatsächlich in Mails an die Redaktion „Beihilfe zum Mord“ vorgeworfen. Was ist mit uns geschehen, was wurde da in den Gehirnen der Menschen angerichtet?  Die Politiker sollen von sich selbst entsetzt sein!

Kommentar: Hilfe und wo sie ankommt
Wo Hilfsgelder wirklich ankommen, zeigt mitunter erst die Bilanz im Nachhinein. Von den 9,7 Millionen Euro an Sonderförderung für die Tageszeitungen gingen 6,6 Millionen an die großen drei heimischen Boulevardmedien: „Kronen Zeitung“, „heute“ und die Mediengruppe „Österreich“. Die Qualitätszeitungen haben den kleinsten Teil vom Kuchen bekommen.
Wiener Zeitung

Alles klar? Der mit dem Dauergrinsen spielt nach wie vor sein tägliches Corona-Bingo und jongliert mit Umfragen, die er hoffentlich selbst nicht glaubt. Wenn mir die Regierung mehrere Millionen gäbe, hätte auch ich „Gut Grinsen“!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

 

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