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13. FEBRUAR 2018

13.02.2018 | Tageskommentar

Faschingsdienstag an der Wiener Staatsoper: Dreiteiliger Ballettabend. „Blanc“: Eno Peci, Ketevan Papava. Foto: Wiener Staatsballett/Ashley Taylor

Am heutigen Dienstag, 13. Februar 2018 nimmt das Wiener Staatsballett den dreiteiligen Abend Balanchine | Liang | Proietto an der Wiener Staatsoper wieder auf:

In Symphonie in C (Choreographie: George Balanchine, Musik: Georges Bizet) sind u. a. Maria Yakovleva und Jakob Feyferlik bzw. Natascha Mair* und Masayu Kimoto* (I. Satz), Liudmila Konovalova und Roman Lazik bzw. Olga Esina* und Vladimir Shishov* (II. Satz), Kiyoka Hashimoto und Denys Cherevychko bzw. Nikisha Fogo* und Richard Szabó* (III. Satz) sowie Alice Firenze bzw. Anita Manolova* und Dumitru Taran/Robert Gabdullin (20. Februar) (IV. Satz) zu erleben.

In Murmuration (Choreographie: Edwaard Liang, Musik: Ezio Bosso) tanzen u. a. Roman Lazik und Nina Poláková, Nikisha Fogo und Mihail Sosnovschi bzw. Madison Young* und Andrey Teterin*, Ioanna Avraam und Jakob Feyferlik, Alice Firenze und Dumitru Taran.

Blanc (Choreographie: Daniel Proietto, Musik: Mikael Karlsson, Frédéric Chopin) gestalten u.a. Andrey Kaydanovskiy als Poet (Sprecher), Ketevan Papava als Frau/Sylphide, Eno Peci als Schatten/Poet und Natascha Mair als Sylphide.

Reprisen: 17., 20., 21.*, 23.* Februar 2018

BERLIN/ Staatsoper: TRISTAN UND ISOLDE . „Tristan liest Schopenhauer“, „Heiteres Sterberaten“ oder „Mit Wodka zur „GroKo“?
Andreas Schager und Ensemble. Foto: Monika Rittershaus

Für den „Online-Merker“ schreibt Ursula Wiegand: Schon während des fabelhaften Vorspiels, das Daniel Barenboim mit der Staatskapelle Berlin wunderbar entwickelt und langsam anschwellen lässt, schaut das Publikum – hoffentlich nicht zu sehr abgelenkt – in den Salon einer Luxusyacht. Männer auf Bürosesseln sitzen plaudernd bei Wein und Champagner um einen großen ovalen Tisch. Einer diskutiert mit erhobenen Händen. Das ist Tristan (Andreas Schager), der auf dem Schiff als Brautbringer das Sagen hat.

Abgeschirmt von den anderen befinden sich Isolde (Anja Kampe) und ihre Dienerin Brangäne (Ekaterina Gubanova) in einem eigenen Raum. Auf einem Video (Tieni Burkhalter) das ein Fenster imitiert, ist Tristan draußen auf dem Schiff zu sehen. Isolde ist unglücklich, Brangäne will sie trösten, erfährt erst jetzt von Isoldes Liebe zu Tristan…

Zum Premierenbericht von Ursula Wiegand

Julia Spinola erklärt uns in der Neuen Zürcher Zeitung“ den „Tristan“:

Der Meister selbst erklärte fünf Jahre vor der Vollendung seiner Partitur, er wolle mit «Tristan und Isolde» der Liebe, dem «schönsten aller Träume», ein «Denkmal setzen». Aber Wagner war nicht Beethoven. Auch wäre es nicht das erste Mal in der Musikgeschichte, dass ein Komponist mit seinen Äusserungen eine falsche Fährte legte. Der russische Regisseur Dmitri Tcherniakov, einer der grossen Seelendeuter seiner Zunft, ist der Mär von der Liebesgeschichte jedenfalls nicht auf den Leim gegangen. Wie ein Psychoanalytiker legt er in seiner Berliner Neuinszenierung die Beziehungsmechanismen bloss, die Tristan und Isolde zum Verhängnis werden, und führt sie im letzten Aufzug überraschend auf ihren Kern, auf unverarbeitete Kindheitstraumata, zurück.

Der faule Zauber namens Persönlichkeit
In Dmitri Tcherniakovs «Tristan»-Inszenierung brechen alle Dämme: Zusammen mit Daniel Barenboim zeigt der russische Regisseur eine Wagner-Deutung, die konsequent der metaphysischen Auflösung entgegenströmt.
Neue Zürcher Zeitung
Tristan liest Schopenhauer
Wie viel Philosophie steckt in Richard Wagners vertontem Liebesrausch? Sehr viel, jedenfalls in der Berliner Inszenierung des Russen Dmitri Tcherniakov, die am Sonntag in der Berliner Staatsoper Premiere feierte. Er zeigt das Musikdrama als Buddhismus-Meditation. Für den Regisseur gab es teils heftige Buhrufe, aber auch Dirigent Daniel Barenboim musste sich einiges an Protest anhören.
BR-Klassik
Schlag nach bei Schopenhauer
Daniel Barenboim und Dmitri Tcherniakov mit „Tristan und Isolde“ an der Berliner Staatsoper.
Wiener Zeitung
Sehnsucht und Liebe sehen anders aus
Große Premiere: Tristan und Isolde
Berliner Morgenpost
Heiteres Sterberaten
https://www.cicero.de/kultur/tristan-isolde-wagner-oper-berlin-premiere-kritik
Mit Wodka zur GroKo
https://kurier.at/kultur/tristan-premiere-mit-wodka-zur-groko/310.665.068
Kann denn Irrsinn Liebe sein
Sueddeutsche Zeitung

WIEN/ Staatsoper: LE NOZZE DI FIGARO – keine Mozart-Sternstunde (12.2.)


Simon Keenlyside (Graf). Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Zum Bericht von Karl Masek

Aachen: DON GIOVANNI – einen Jux will er sich machen!

Nach nur sieben Jahren ein neuer „Giovanni“? Die Entscheidung soll von Generalintendant Michael Schmitz-Aufterbeck getroffen worden sein, welchem die damalige Inszenierung (von der hochrenommierten Eva Maria Höckmayr – vor kurzem „Poppea“ an der Berliner Staatsoper) offenbar nicht gelungen vorkam. Ob er jetzt nicht vom Regen in die Traufe geraten ist? Denn was JOAN ANTON RECHI bietet, wäre – ähnlich wie beim aktuellen Bonner „Figaro“ des Aron Stiehl – mit dem Nestroy-Titel „Einen Jux will er sich machen“ noch einigermaßen gnädig umschrieben…

Zum Premierenbericht von Christoph Zimmermann

Bielefeld: „BENZIN“ von Nikolaus von Reznicek. Eine Tankfüllung als Liebesbeweis
Copyright: Bettina Stöss

Wenn überhaupt , dann nur bekannt durch die Ouvertüre zu seiner Oper „Donna Diana“ komponierte Emil Nikolaus von Reznicek im Jahre 1929 ein „heiter-phantastisches Spiel mit Musik“ unter dem Titel“Benzin“ Frei nach einer Komödie von Calderón, die wiederum auf der Circe-Episode aus Homers „Odyssee“ basiert, versetzte  Reznicek  im selbstverfaßten Text den antiken Mythos  in seine Zeit. So wurde aus Odysseus der Kommandant des Zeppelins Z69 namens Ulysses Eisenhardt, der wegen eines Lecks im Benzintank  auf einer in keiner Karte verzeichneten „ungenannten Insel“ notlanden mußte. Dort gab es genügend Benzin, aber Gladys Thunderbolt, die Beherrscherin der von ihr und ihren Freundinnen bewohnten Insel, hatte die Angewohnheit, Besucher der Insel dergestalt zu hypnotisieren, daß sie sich als Tiere fühlten, von Gladys verkleidet sich  auch so benahmen und auch  vom Orchester unterstützt tierische Laute  wie Kikeriki oder i-a sangen (Choreinstudierung Hagen Enke) Einzig bei Kapitän Eisenhardt mißlang ihre Verführungskunst. Aus Wut über diese Niederlage und um ihn zu halten, rückte sie kein Benzin heraus. ..

Zum Bericht von Sigi Brockmann

LINZ/ Black-Box Musiktheater: Opernrarität LA ESMARALDA von Louise Bertin. Konzertant am 11.2.

Das Musiktheater Linz brachte am 11. 2. 2018 in der Blackbox-Lounge im Rahmen der Reihe „Oper am Klavier“ in einer konzertanten Vorstellung die Oper „La Esmeralda“ von Louise Bertin erstmals in Österreich zur Aufführung. Das Libretto des vieraktigen Werks verfasste Victor Hugo nach seinem Roman Notre-Dame de Paris, die Uraufführung der Oper fand im Jahr 1836 in Paris statt, wobei Hector Berlioz die Proben leitete und Franz Liszt den Klavierauszug anfertigte.

Louise-Angelique Bertin, die 1805 in Les Roches geboren wurde und 1877 in Paris verstarb, war seit ihrer Geburt an beiden Beinen gelähmt. Sie wuchs in einem literarischen Milieu auf – ihr Vater war Herausgeber der Zeitung Journal des débats – und beschäftigte sich mit Malerei, Dichtung und Musik. Sie studierte wie Berlioz bei Anton Reicha und brachte bereits mit 20 Jahren ihre erste Oper Guy Mannering zur Aufführung. 1827 folgte die komische Oper Le Loup-garou („Der Werwolf“),1831 am Pariser Théâtre Italien ihre Oper Fausto (nach Goethe) und im Jahr 1836 La Esmeralda…

Zum Bericht von Udo Pacolt

HAMBURG/ Staatsoper: IL BARBIERE DI SIVIGLIA am 11.2.2018

Passte die Dramatik des „Eugen Onegin“ am Samstag perfekt zum trüben Wintergrau, so ließ Gioachino Rossinis „Il Barbiere di Siviglia“ am Sonntag die spanische Sonne in den Gemütern der Zuschauer aufgehen. Rossinis Musik ist von den ersten Klängen der Ouvertüre an bis zum letzten Ton des vor Lebensfreude überschäumenden Finales ein Garant für gute Laune. Das vorwiegend junge Ensemble, darunter nicht weniger als fünf Rollendebütanten, tat ein weiteres. Birgit Kleinfeld berichtet aus der Staatsoper Hamburg.
Hamburgbarbiere/Klassik-begeistert

München/ Gärtnerplatztheater: Heute Premiere MY FAIR LADY

Josef E. Köpplinger hat inszeniert, Andreas Kowalewitz dirigiert. Mit Nadine Zeintl, Cornelia Froboess; Michael Dangl, Friedrich von Thun, Robert Meyer.u.a.

Cornelia Froboess: „Es ist wie ein erstes Mal“
Vor 34 Jahren spielte Cornelia Froboess die Eliza in „My Fair Lady“ am Münchner Gärtnerplatztheater. Jetzt kehrt sie ans Haus zurück und gibt Mrs. Higgins in Josef E. Köpplingers Neu-Inszenierung des Musicals.
Münchner Merkur

Oldenburg: Die verlorene Ehre eines Egozentrikers – Verdis „Rigoletto“
Neue Musikzeitung/nmz.de

Cardiff: LA FORZA DEL DESTINO
Justina Gringytė as the incarnation of Destiny in La forza del destino (WNO)
© Richard Hubert Smith

La forza del destino

WIEN: Das heutige und morgige Konzert von Helene Fischer sind abgesagt!

Finanziell ist das natürlich schlimm, Hallenmiete und der gesamte Tross müssen natürlich bezahlt werden. Aber was solls, passiert so eine Absage in der Oper, wird eben umbesetzt. Das ist hier nicht möglich, die Fans wollen Fischer sehen – und sonst niemand. Aus Jux und Tollerei macht Helene Fischer nicht auf krank.

Filme der Woche
Besuchen Sie Renate Wagners FIMSEITE

Man hat es auch als Kritiker nicht leicht. Da sieht man einen Film, der scheinbar harte Realität und Fantasy so mischt, dass er auf Gefühls- und Argumentationsebene etwa Kindergarten-Niveau erreicht. Und dann liest man, dass dieser Film ein Maximum an Preis-Nominierungen – 13 (!!!) für den „Oscar“ – auf sich vereinen kann und allgemeine Begeisterung erregt? Da kommt man ins Grübeln. Natürlich über das eigene Urteil. Aber auch, warum dieses so vom „Zeitgeist“ – denn von diesem wird ja die „Preiswürdigkeit“ bestimmt – abweicht…

Der Film von Guillermo del Toro wirkt wie auf dem Reißbrett entworfen, schlicht, klischiert, mit klaren Rollenverteilungen in „gut“ und „böse“. Da gibt es als den zentralen Schauplatz eines jener streng geheimen US-CIA-Hochsicherheitslabore, das Occam Aerospace Research Center (in so etwas Ähnlichem, meinen Verschwörungstheoretiker, hielten die Amerikaner wohl die Roswell-Aliens gefangen…) – „böse“. Dieses wird von dem wirklich fiesen, wenn auch im entscheidenden Fall nicht allzu gescheiten Sicherheitschef Strickland geführt (Michael Shannon sieht schon a priori so richtig eklig aus). Glücklicherweise kapiert er nicht alles, was um ihn herum vorgeht, und resolute Frauen können ihn schon auf die Schaufel nehmen. Aber trotzdem: Die „Mächtigen“ sind die „Bösen“, das ist klar…

Sie sind das Thema Nummer eins in Pyeongchang! NORDKOREAS CHEERLEADER

 

http://www.krone.at/1639002 – mit Video

Sehr komplizierte Melodie, sehr komplizierter Text

Aber im Ernst: Nordkorea ist auf Charme-Offensive. Lösen Olympische Spiele ein Problem unserer Welt?

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.