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13. DEZEMBER 2021 – Montag

13.12.2021 | Tageskommentar

 

Wiener Staatsoper eröffnet heute wieder „DON GIOVANNI – Premiere vor Publikum

Am 13. Dezember haben wir eine zusätzliche Vorstellung, die Premiere vor Publikum, in den Spielplan aufgenommen. Karten für diese, aber auch für die restlichen Vorstellungen der Serie, können Sie ab sofort hier buchen.

Foto: Wiener Staatsoper/ Pöhn

Don Giovanni: 13., 14., 17., 20. Dezember 2021

Neidvoll blicken wir aber auf die vollen Opernhäuser in Mailand und London, damit kann Wien derzeit nicht aufwarten!

Interview mit Scala-Chef Dominique Meyer: „In Wien mischt man sich gern ein“
Dominique Meyer konnte vergangenen Dienstag mit Verdis „Macbeth“ seine zweite Saison an der Scala eröffnen – vor Publikum. Wir trafen den 66-jährigen Franzosen, der zuvor Intendant der Wiener Staatsoper gewesen war in Mailand.

…Meine erste Wahrnehmung in Mailand war, dass Chor, Orchester und Ballett hier erstklassig sind. Auch die Werkstätten arbeiten großartig. Nur die Organisation und Administration sind nicht mehr zeitgemäß. Arturo Toscanini hat einst gesagt, man kommt in die Scala herein und geht nie wieder weg. In übertragenem Sinn gilt das auch heute, denn die Scala ist ein sehr autoreferenzielles Opernhaus. Viele Menschen, die hier seit langem arbeiten, nehmen gar nicht wahr, dass es rundherum auch noch eine andere Welt gibt. Es gibt sehr viele unnötig komplizierte, spezifische Abläufe.

Zum Beispiel? Es betrifft die Logistik, EDV und Verwaltung. Ich habe daher ein Modernisierungskonzept entwickelt. Dann möchte ich, wie schon in Wien, eine Streaming-Plattform aufbauen und Tablets für die Untertitel an den Sitzplätzen installieren. Das ist aber komplex, weil wir gleichzeitig die Akustik verbessern müssen. Die Sitze gehören nämlich modifiziert, weil sie viel vom Klang schlucken. Und schließlich wird auch die Website mit dem Kartenverkauf neu gestaltet…

Was denken Sie über die Arbeit Ihres Nachfolgers in Wien, Bogdan Roscic?
Ich bin der Letzte, der dazu Kommentare geben will, denn ich habe einen Teil meines Herzens in der Wiener Staatsoper und bei den Wiener Philharmonikern gelassen, und ich stehe zum Haus.

Aber würden Sie – wie Roscic – bestehende Produktionen an Ihr Haus übernehmen?
Nein.

Bleiben Sie Wien und Österreich weiter verbunden?
Ich komme weiterhin gern nach Wien, denn ich habe dort zehn sehr glückliche Jahre verbracht und werde immer noch mit offenen Armen empfangen…

KleineZeitung.at

Die Politik soll sich – laut Meyer – in Wien weit mehr als in Mailand in die Abläufe einmischen – was ich mir bei den derzeit in Wien werkelnden Politakteuren eigentlich nicht vorstellen kann. Auch angesichts der derzeitigen Situation, denn die haben wahrlich andere Sorgen, hoffentlich. Aber Meyer spricht ja „von seiner Zeit“ mit anderen Politakteuren. Irgendwie klingt immer noch Bitterkeit über seinen Abgang durch. Dabei scheint es, als hätte er in Mailand das große Los gezogen!

HEUTE MONTAG LIVE STREAM AUS DER BAYERISCHEN STAATSOPER

https://operlive.de/

Livestream des BMW Benefizkonzerts am 13. Dezember 2021 um 19.00 Uhr aus dem Cuvilliés-Theater
BESETZUNG
Musikalische Leitung Speranza Scappucci
Chor Stellario Fagone
Solisten Pavol Breslik, Günther Groissböck, Giorgi Gvantseladze
Orchester Bayerisches Staatsorchester

José Carreras denkt über das Ende seiner Karriere nach
Startenor José Carreras denkt über das Ende seiner Karriere nach: „Der Moment wird kommen. Ich werde nach und nach aufhören und höchstens noch drei Jahre lang beruflich auftreten“, sagte er im dpa-Interview. Noch nutzt er aber seine Popularität, um sich im Kampf gegen Leukämie zu engagieren, an der er 1987 erkrankte. Am Donnerstag wirbt er in Leipzig bei der alljährlichen „José Carreras Gala“ (ab 20.15 Uhr im MDR) um Spenden für die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung.
11.47 Uhr, 12. Dezember 2021
KleineZeitung.at

In meiner Naivität habe ich geglaubt, dass José Carreras seine Karriere mit dem Wien-Konzert beendet hat (gut, auf seiner Benefizgala kann er auftreten, so lange er kann und will, denn dort ist er das Aushängeschild), aber anscheinend will er noch drei Jahre anhängen!

Freddie deTommaso: What an incredible day.

I am so happy to have sung Cavaradossi @royaloperahouse alongside the incredible @anna_pirozzi_soprano and @claudiosgura under the baton of @oksana.lyniv

 

ZU INSTAGRAM

Meiningen
Im Stehen sterben – Markus Lüpertz malt in Meiningen eine Oper: Puccinis La Bohème
NeueMusikzeitung/nmz.de

Liebenswert anachronistisch: Markus Lüpertz inszeniert „La Bohème“ am Staatstheater Meiningen
mdr.de/kultur

Augsburg
Kritik – Schostakowitschs „Moskau, Tscherjomuschki“ in Augsburg. Schmerzhaft heutig
BRklassik.de

Jonas Kaufmann: “If this goes on much further we will soon have to close theatres’
TheGuardian.com

Philip Glass: Songs – World Premiere Recording
Diese Weltersteinspielung lässt aufhorchen!

 

PHILIP GLASS – SONGS
Ersteinspielung des Liederzyklus «Songs of Milarepa»
Künstler:
Martin Achrainer, Bariton martinachrainer.com
Maki Namekawa, Klavier makinamekawa.com
Veröffentlichung:
17.12.2021 Streaming Dienste
28.1.2022 CD im Fachhandel
UPC 801837016024
OMM0160

Unser musikalischer Adventkalender Nr. 9
zusammengestellt von TTT
Ray Charles – „The Little Drummer Boy“
von Katherine Kennicott Davis / Henry Onorait / Harry Simeone (SA oder SATB Chor und Keyboard) 1958, Ray Charles (* 1930 † 2004 ) Sänger, Songwriter, Komponist, „Hohepriester des Soul“, blind

ZUM VIDEO

WIEN / Burgtheater – Vestibül:  MONSTER von David Greig
Premiere:  12. Dezember 2021 

Copyright: Susanne Hassler-Smith

Wenn man es genau betrachtet – aber wer tut das schon? -, dann hat der schottische Autor David Greig, von dem man in Wien schon einiges gesehen hat (ohne bis dato von ihm tief beeindruckt zu sein), mit seinem Stück „Monster“ ein berührendes Sozialdrama geschrieben. Verkauft wird es allerdings, zuerst von ihm, mehr noch von den Interpreten, als schrill-grell-lustiges Jugendstück. (Und man muss dem Burgtheater des Martin Kusej einräumen, dasss gerade auf diesem Gebiet in diesem Haus viel geschieht)

Dass eine 16jährige für ihren Vater nach dem Tod der Mutter (den er bei einer Biker-Rennfahrt mehr oder minder verschuldet hat) stillschweigend die Verantwortung für den körperlich und seelisch aus der Bahn geworfenen Mann übernimmt, ist eigentlich nicht lustig. Papa, der sich und die  Tochter offenbar von einer Behindertenrente ernährt (er hat multiple Sklerose, der letzte Schub führte zu Blindheit), ist keineswegs ein Musterbürger. Dennoch könnte Tochter Duck es nicht ertragen, wenn die Beauftragte vom Jugendamt, die ihren Besuch angekündigt hat, sie dem Vater wegnehmen und in ein Heim stecken würde…

Worauf sich die „Monster“ des Titels genau beziehen, weiß man zwar nicht, aber monströs genug war die reichlich mit überlauten Pop-Klängen versehene Geschichte allemale. Viel Beifall bei der Premiere und vermutlich bessere Laune im Zuschauerraum als am Christkindlmarkt dem Haus gegenüber, wo die Menschen in langen Schlangen werten mussten, bis ihre Grünen Pässe kontrolliert waren…

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

STARA ZAGORA/Bulgarien: Buchpräsentation „My Wagner“

Ognian Draganoff, Direktor Opera Stara Zagora, Klaus Billand, KS Vesselina Kasarova, Plamen Kartaloff. Foto: Billand

Im Zeitraum von 2010 bis 2017 hat der Generaldirektor der Oper Sofia and Ballett, Prof. Plamen Kartaloff, in enger Zusammenarbeit mit dem deutschen Musikprofessor Richard Trimborn, äußerst beachtliche und über die Jahre viel internationales Publikum anziehende Neuinszenierungen von Richard Wagners Musikdramen „Der Ring des Nibelungen“, „Tristan und Isolde“ und „Parsifal“ an der Oper Sofia herausgebracht. Es waren in allen drei Fällen erste rein bulgarische Inszenierungen und im Falle von „Tristan und Isolde“ und „Parsifal“ gar bulgarische Erstaufführungen. Man kann also durchaus von einer ungewöhnlich umfassenden und, was die damit intensivierte Wirkung des Wagnerschen Oeuvres in Bulgarien betrifft, auch visionären Leitung sprechen. Da war es naheliegend, dass Kartaloff die mit dieser Arbeit gemachten Erfahrungen und Überzeugungen sowie die gewählten Regiekonzepte in einem Buch zusammenfasste, welches über 1.000 Seiten umfasst. Dieses ist bereits im Mai diesen Jahres unter dem Titel „My Wagner“ in Sofia auf Bulgarisch erschienen. Am 31. Mai konnte ich auf Einladung Kartaloffs das Buch an der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften erstmals einem größeren, vorwiegend akademischen Publikum präsentieren. Ein Bericht dazu steht ebenfalls im online merker 2021…

Zum Bericht von Klaus Billand

Die Walküre, die es wirklich gab
1878 wurde auf einer Schäreninsel das Grab eines Wikingerkriegers entdeckt. 2017 ergab eine DNA-Analyse: Der Krieger war eine Kriegerin. Die Archäologin Nancy Marie Brown hat nun versucht, ihr Leben zu rekonstruieren. Sie glaubt: Lange bevor sie Mythos wurden, waren Walküren Wirklichkeit.
Die Welt.de

„Denken/Denkfehler“
Zwischen Wahrnehmung und Intuition, zwischen automatischem und kontrolliertem (analytischem) Denken wird unterschieden. s. Fehleinschätzung, Irrtum, falsche Schlussfolgerung unabhängig von Beobachtungsfehlern, falschen Interpretationen.
TTT’s Hinweise auf Psychosoziales (soziale Gegebenheiten, die unsere Psyche beeinflussen) haben immer deutlich relevantes „Gewicht“ für gegenwärtiges Theater.
https://www.imageberater-nrw.de/ib-kompetenzbereiche/psychologie/hintergrundwissen-denken-denkfehler/

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • Julian Assange hatte angeblich vor zwei Monaten einen Schlaganfall: Der Wikileaks-Gründer soll Ende Oktober im Gefängnis einen leichten Schlaganfall erlitten haben. Laut einer britischen Zeitung mache seine Verlobte Stella Moris dafür den Stress verantwortlich, den der Kampf gegen die Auslieferung in die USA verursacht habe. Der 50-Jährige habe seither mehrere gesundheitliche Probleme. Zum Bericht
  • Grossbritannien will die ganze Bevölkerung ab 18 Jahren bis Ende Dezember boostern: Um die Ausbreitung der zuerst aus Südafrika vermeldeten Omikron-Variante des Coronavirus zu verlangsamen, sollen in Grossbritannien bis zu einer Million Booster-Impfdosen pro Tag an mindestens volljährige Personen verabreicht werden, deren Zweitimpfung drei Monate oder länger zurückliegt. Am Sonntagabend teilte das Präsidialamt von Südafrika mit, dass sich Präsident Cyril Ramaphosa mit dem Coronavirus angesteckt hat. Zu den neusten Entwicklungen weltweit
  • Belinda Bencic und Marco Odermatt sind die Schweizer Sportler des Jahres: Die Tennis-Olympiasiegerin Bencic und der Skirennfahrer Marco Odermatt schwingen an den Sports Awards obenaus. Die weiteren Preisträger an der TV-Gala des Schweizer Sports sind die Fussball-Nationalmannschaft (Team des Jahres), Edi Telser (Trainer des Jahres / Mountainbike), Marcel Hug (Paralympischer Sportler des Jahres) und Yann Sommer (MVP des Jahres). Zum Bericht

Max Verstappen wird überraschend Formel-1-Weltmeister – Mercedes protestiert erfolglos

Bei 1293 Runden einer Formel-1-Saison, wie es sie vielleicht noch nie gegeben hat, fiel die Titelentscheidung im Grand Prix der Vereinigten Arabischen Emirate erst im letzten Umlauf. Alles deutete auf den achten Weltmeistertitel für den Briten Lewis Hamilton hin – doch der Triumph gehörte dem 24-jährigen Niederländer Max Verstappen. Zum Bericht

Mit seinem Sieg hat der Red-Bull-Fahrer Verstappen die jahrelange Vorherrschaft von Hamilton und Mercedes beendet – wenigstens unter Vorbehalt. Denn eine fragwürdige Entscheidung des Rennleiters, der offenkundig ad hoc die bisher gültigen Regeln verändert hatte, gab lange zu reden. Am späten Sonntagabend wiesen die Kommissare jedoch zwei Proteste von Mercedes zurück – das Unternehmen behält sich eine Berufung vor.
Das ist der neue Formel-1-Weltmeister: Der neue Champion Verstappen tut sich zuweilen noch immer schwer mit dem Respekt vor anderen Fahrern. Seinen Erfolg verdankt er dem Umstand, dass er beständig ans Limit geht – auch gegen sich selber.
Zum Porträt

Dass Mercedes diesmal nicht Weltmeister wurde, ist ein weit geringerer Imageschaden als das Verhalten von Toto Wolff und Co, der bereits erfolgslos protestiert hat, aber dennoch vor das oberste Sportgericht, die FIA, gehen will. Die teuersten Anwälte werden aufgeboten, jedes Mittel ist recht (es heißt ja auch „Rechtsmittel“).

Dabei ist die Situation klar: Hat der Rennleiter seine Kompetenzen überschritten, dann wäre das gesamte Rennen als ungültig zu werten – und der Weltmeister hieße trotzdem Max Verstappen (bei Punktegleichheit die höhere Anzahl der Siege). Dazu braucht man keine Staranwälte, das sagt einem die Logik oder eben einer, der unzählige Proteste beim Fußball ausgefochten und die meisten auch gewonnen hat. 

Hamilton/ Mercedes wollte doch tatsächlich hinter dem Safety-Car (also in einer Phase, in der Überholen verboten ist) Weltmeister werden. Der Rennleiter hat das Rennen aber in der letzten Runde freigegeben – und da hat der siebenfache Champion offenbar geschlafen.

Was mich betrifft, schäme ich mich ob des Verhaltens von Mercedes, weil ich in meinem frühen Jahren einmal ein Auto dieses nunmehr „Türken-Transporters“ gefahren bin. Ich kenne das aus meiner Meidlinger Wohngegend – nicht zu verwechseln mit der Online-Galerie –  denn ich wohne in Schönbrunn-Gegend und in der Ruckergasse ist ein riesiger Alt-Gemeindebau, in den sich keine „echten Wiener“ auch nur trauen. Dort sind die Rollen klar verteilt: Türken fahren Mercedes, Südslawen BMW) . Aber ein Mercedes für mich – das wird nie mehr vorkommen!

Wien
Maske auch daheim – Wien verschärft Schul-Regeln
Die Bundeshauptstadt zieht kurz vor den Lockdown-Öffnungsschritten bereits wieder die Notbremse. Auf Schulen und Kindergärten kommen harte Regeln zu.
Heute.at

Christkindlmarkt am Wiener Rathausplatz: Irrtümliche Kontrollen auf 2G-plus
Am Vormittag wurden Besucher auf 2G-plus kontrolliert, von ihnen also neben dem Geimpft- oder Genesenen-Status auch ein gültiger PCR -Test verlangt.
Vienna.at

Denn sie wissen nicht, was sie tun (dürfen). Corona-Chaos pur!

Zur Lage der Nation –
Kamingespräch mit Roland Düringer, Günther Groissböck und Reinhard Jesionek
ZUM VIDEO (1 Stunde und 20 Minuten)

Ich wünsche eine schöne Woche!

A.C.

 

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