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12. NOVEMBER 2020 – Donnerstag

12.11.2020 | Tageskommentar

Corona-Hilfe: 18,5 Millionen für Bundesmuseen und Bundestheater
Museen erhalten 13,1 Millionen, Theater 5,4 – zur Aufrechterhaltung des Betriebs und zur Sicherung der Jobs.

Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer hat heute die Höhe der noch ausständigen Covid-bedingten Sonderzahlungen an die Bundesmuseen und Bundestheater für das Jahr 2020 bekanntgegeben. Die Bundesmuseen erhalten insgesamt weitere 13,1 Mio. Euro aus dem Covid-19-Krisenbewältigungsfonds der Bundesregierung, die Bundestheater 5,4 Mio. Euro.

Zusammen mit den bereits im Sommer erfolgten Zahlungen (10 Mio. Euro für die Bundesmuseen und 5 Mio. Euro für die Bundestheater) hat die Bundesregierung damit insgesamt 33,5 Mio. Euro für die Krisenbewältigung in den bundeseigenen Häusern zur Verfügung gestellt. Diese Zahlungen sind zu unterscheiden vom regulären Kulturbudget für 2021, in dem einige Sondermittel für Sanierungen in den betreffenden Häusern vorgesehen sind.

Kurier

5,4 Millionen, aufgeteilt auf sämtliche Bundestheater, sind keine Summe, die mich in Ehrfurcht erstarren lässt. Sie sind aber auch nur als Zuschuss zur regulären Förderung zu sehen.

Mit anderen Worten: Kunst und Kultur kosten dem Steuerzahler eine Menge Geld. Bis auf Martin Kusej, der vor kurzem regierungskritische Töne von sich gegeben hat, halten die anderen Chefs still. Sie haben wohl keine andere Chance und müssen derzeit sogar über die verordnete Publikumsreduzierung froh sein, wenn sie denn im Dezember wieder käme (was ich keineswegs als sicher erachte). Den Menschen ist derzeit nicht nach stürmen von Theatern zumute. Was ich wiederum voll verstehe!

Arcadia Shop in der Wiener Staatsoper

Der Arcadia-Shop ist ab 31.12. Geschichte, derzeit läuft ein Abverkauf (Arkadia in der Arkade der Staatsoper). Einige Waren werden bis zu 50 % verbilligt abgegeben. Alles muss raus! Leider auch die Mitarbeiter

OPER! AWARDS 2020 – goes digital !

 

Preisträger-Bekanntgabe am 30. 11. 2020 über Social Media und im Internet

Berlin – Aufgrund des erneuten Lockdowns werden die OPER! AWARDS in diesem Jahr nicht als Live-Veranstaltung im Renaissance-Theater Berlin stattfinden, sondern digital. Der ursprünglich geplante Termin jedoch bleibt. Am 30. November 2020 werden ab 19.30 Uhr die Preisträger der OPER! AWARDS 2020 auf der Website www.oper-awards.com sowie über folgende Social Media Kanäle bekanntgegeben:
www.twitter.com/opermagazin
www.instagram.com/opermagazin
www.facebook.com/OperMagazin

Deutschland verfügt über die höchste Dichte an Opernhäuser weltweit, bis zur Gründung der OPER! AWARDS im Jahr 2019 aber über keinen Preis, der die Besten der internationalen Opernbranche öffentlich und im Rahmen einer Preisverleihung auszeichnet. Die OPER! AWARDS werden von einer Journalisten-Jury vergeben.
Nähere Informationen unter www.oper-awards.com

Das österreichische Gegenstück zum deutschen „Award“ weist strukturelle Schwächen auf (die aber durch den „Übervater“ Wiener Staatsoper bedingt und nicht Schuld der Initiatoren sind). Dennoch halte ich unseren „Schikaneder“ für sinnvoller, da er die Leistungen im Land berücksichtigt. Was ein weiterer internationaler Preis soll und was der mit der Theaterdichte in Deutschland zu tun hat, erschließt sich mir nicht.
Aber soll sein, die Juroren lassen sich eben digital abfeiern. Solche Preise sind in erster Linie für die Jury da!

OPER FRANKFURT: FRANK MARTIN: LE VIN HERBÉ (DER ZAUBERTRANK). Erste Fotos, aber noch kein Premierentermin

Der neue Premieren-Termin wird baldmöglichst bekanntgegeben.

Weltliches Oratorium (1938/1941) von Frank Martin
nach drei Kapiteln des Romans Tristan et Iseut (1900) von Joseph Bédiers
In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikalische Leitung: Markus Poschner
Inszenierung: Tilmann Köhler

Iseut, die Blonde: Eleonore Marguerre. Foto: Barbara Aumüller/ Oper Frankfurt

Iseut, die Blonde: Eleonore Marguerre
Iseut, die Weißhändige: Marvic Monreal
Tristan: Ian Koziara
Branghien: Bianca Tognocchi
König Marc: Kihwan Sim
Kaherdin: Theo Lebow
Die Mutter von Iseut der Blonden: Judita Nagyová
Herzog Hoël: Anthony Robin Schneider

Die Oper Frankfurt veröffentlicht bereits erste Produktionsfotos, weiß aber noch keinen Premierentermin.

Verrückte Zeiten!

Semperoper Dresden: Mozarts „Oper aller Opern“ als flammende Höllenfahrt in d-Moll
In das Potpourri der verschiedenen musikalischen Stile, mit denen Mozart in seinem Dramma giocoso spielt, mischt sich an diesem letzten Abend im Oktober der bittere Beigeschmack der Wirklichkeit, die flammenlodernde Höllenfahrt des Don Giovanni ist umrahmt von einer abermaligen Schließung der Theater und Kultureinrichtungen.
Pauline Lehmann berichtet aus der Semperoper Dresden
Klassik-begeistert

Sommereggers Klassikwelt 61: Der (fast) vergessene Anton Rubinstein
Der Monat November bietet sich dafür an, an den russischen Pianisten, Dirigenten und Komponisten Anton Grigorjewitsch Rubinstein zu erinnern. Sowohl sein Geburtstag (28. 11. 1829) als auch sein Todestag (20. 11. 1894) fallen in diesen Monat.
Peter Sommeregger berichtet aus seiner Klassikwelt
Klassik-begeistert

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK 12. – 18. NOVEMBER 2020

 

14.11. IL VIAGGIO A REIMS (aus Amsterdam, Aufnahme v. 20.1.2015) Radio 4Hilversum-19 Uhr
DON CARLO (aus Tokio, Aufnahme v. 2.9.1967) RNE Classica Madrid-19 Uhr
EUGEN ONEGIN (aus Wien, Aufnahme v. 31.10.2020) Deutschlandradio-19.05 Uhr
IL TROVATORE (aus Stockholm, Aufnahmwe v. 6.3.1960) ORF Ö1-19.30 Uhr
TANCREDI (aus Paris, Aufnahme v. 22.7.2017) BBC 3-19.30 Uhr
ROBERTO DEVEREUX (aus Venedig, Aufnahme v. 15.9.2020) RAI 3-20 Uhr
HYPPOLYTE ET ARICIE (Live aus Paris) France Musique-20 Uhr
TANCREDI (aus Paris, Aufnahme v. 22.7.2017) HR 2-20.04 Uhr
15.11. TANNHÄUSER (aus Berlin, Aufnahme v. 5.5.2012) SWR 2-20.03 Uhr

Fernsehaufzeichnung im Stille-Nacht-Ort Oberndorf bei Salzburg für die Weihnachtssendung; hier Jonas Kaufmann bei der Probe.

 

Foto Instagram

Die „Top 50“ der Opernwelt haben zwar derzeit mehr Auftrittsmöglichkeiten als weniger bekannte oder weniger gut vernetzte Kollegen, aber sorgenfrei sind sie auch nicht. Immerhin ist die „beste Zeit“ auch beschränkt, und derzeit gehen einige Monate davon ab, werden bereits fixierte Auftritte abgesagt. Zu beneiden ist derzeit niemand in der Branche.

STUTTGART: Junge Oper im Nord (JOiN) und Reinhold Otto Mayer Stiftung kooperieren für Uraufführung 

Die Junge Oper im Nord (JOiN) der Staatsoper Stuttgart kooperiert in der kommenden Saison mit der Reinhold Otto Mayer Stiftung für eine Uraufführung im Bereich Musiktheater. Die Zusammenarbeit bildet den Auftakt für einen neuen, mit 50.000 € dotierten Wanderpreis, den die Stuttgarter Stiftung zukünftig alle zwei Jahre für ein herausragendes neues Werk im Bereich Musiktheater und Schauspiel vergeben wird. Damit soll die Schaffung von neuen deutschsprachigen Werken initiiert und gefördert werden. Die Auszeichnung wird erstmals im Sommer 2021 verliehen, das neue Stück Ende der Spielzeit 2021/22 in der Jungen Oper im Nord uraufgeführt. „Es ist ein unheimlich starkes Signal der Reinhold Otto Mayer Stiftung in der jetzigen Zeit, einen Kompositionspreis auszuloben. In einer Zeit, in der freischaffende Künstler*innen durch die Maßnahmen der Corona-Krise so hart getroffen wurden. Wir sind sehr stolz darauf, dass die Staatsoper Stuttgart der erste Kooperationspartner dieses hochdotierten Preises ist“, so die künstlerische Leiterin der Jungen Oper im Nord, Elena Tzavara.

Der Preis richtet sich an Komponist*innen und Librettist*innen aus Deutschland und Europa und wird für ein noch nicht aufgeführtes Musiktheaterwerk in deutscher Sprache verliehen. Thematisch soll sich das neue Stück mit dem Melusinen-Mythos befassen und sich an junge Erwachsene ab 16 Jahren richten. Das Preisgeld wird indirekt und in Verbindung mit Werkaufträgen über die Junge Oper Stuttgart gewährt.

Anbei und unter folgendem Link finden Sie die Ausschreibung zum Reinhold Otto Mayer Preis: https://www.staatsoper-stuttgart.de/join/ausschreibung-rom-preis

Thomas Stipsits bekommt den „Salzburger Stier 2021“
Der Österreicher wird mit einem der wichtigsten Kabarett-Preise im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet.

Der österreichische Kabarettist und Schauspieler Thomas Stipsits gewinnt den „Salzburger Stier 2021“. Für Deutschland geht der traditionsreiche Radio-Preis für deutschsprachiges Kabarett an Stand-Up-Künstler, Bühnenliterat und Kabarettist Moritz Neumeier, für die Schweiz an die Slam-Poetin Lara Stoll. Den „Ehrenstier“ fürs Lebenswerk erhält der Schweizer Kabarettist Joachim Rittmeyer. Der „Salzburger Stier“ ist mit je 6000 Euro dotiert und wird zum 40. Mal verliehen.
Die Presse

Thomas Stipsits hat mich vor einiger Zeit in der Redaktion angerufen, weil er mit einer ihn betrefffenden Formulierung in einer Film-Kritik nicht einverstanden war. Ich muss ihm allerdings bescheinigen, dass er „nicht ungut“ war, sogar Humor hervorblitzen ließ! Also gratuliere ich zum „Salzburger Stier“.

Ausstellungen/ Kunst: Otto-Mauer-Preis geht an Barbara Kapusta
Die Künstlerin erhält den wichtigsten Preis für österreichische Kunstschaffende unter 40 Jahren.
Kurier

Wien: Privatmuseum für die legendäre Horten-Sammlung: Eine Baustelle für den Reichtum der Kunst
Alle Museen sind zu, aber an einer Stelle wird an einem Privatmuseum gebaut – für die legendäre von Heidi Goëss-Horten-Sammlung.
Salzburger Nachrichten

Buchbesprechung

Paul Lendvai
DIE UNGARN. Eine tausendjährige Geschichte
587 Seiten, Verlag Ecowin, 2020

Besuchen Sie Renate Wagners BUCHRUBRIK

Die Selbstdefinition von Paul Lendvai lautet: „ein nach 60 Jahren in Wien zum Österreicher gewandelter gebürtiger Ungar jüdischer Herkunft“. Und dass er Ungar ist, hört man noch immer, den unverwechselbaren Zungenschlag, mit dem diese Nation Deutsch spricht, hat er nicht abgelegt.

Paul Lendvai, geboren 1929 in Budapest, war noch nicht dreißig, als er in der Folge des Ungarischen Aufstands 1956 auf atemberaubender Fluchtroute 1957 nach Österreich kam, wo er eine bemerkenswerte Karriere als Journalist und Autor gemacht hat, ein viel geehrter, anerkannter Kenner Osteuropas aus der Nähe. Er hatte den Nationalsozialismus überlebt und war im kommunistischen Land als sozialdemokratischer Journalist tätig gewesen, unerwünscht als solcher und als Jude.

In tiefer Seele Ungar, ist er auch in seiner neuen Heimat der alten tief verbunden. Sein Buch über „Die Ungarn“ (man merke, es geht um die Menschen mehr als um das im Lauf der Geschichte stets zerrissene Land) erschien erstmals 1999, damals noch mit dem Untertitel „Ein Jahrtausend Sieger in Niederlagen“. 2016 erschien „Orbans Ungarn“, eine gnadenlose Darstellung des ungarischen Ministerpräsidenten, die Lendvai im Land seiner Geburt zur Persona non grata gemacht hat.

Dennoch hat es den Anschein, die Neuauflage seines „Klassikers“ gilt weniger dem Bedürfnis, die Geschichte Ungarns erneut ins Bewusstsein zu bringen, als sie vielmehr um ihre letzten Jahrzehnte, voran die Ära Orban, zu ergänzen. Denn tatsächlich hat das Land, das politisch schon so gut wie alles erlebt und erlitten hat, hier eine neue Wendung vollzogen…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Wien: Das mumok online erleben

– Bedauerlicherweise musste das mumok aufgrund der Coronakrise ein weiteres Mal vorübergehend seine Pforten schließen.

Unser Team bieten Ihnen weiterhin ein abwechslungsreiches Programm, das sich unter dem Motto #closedbutactive in den digitalen Bereich verlagern wird.

Copyright: mumok

Besuchen Sie das mumok kino online!

  Ab sofort stellen wir für einen bestimmten Zeitraum ausgewählte Programmpunkte des mumok kino per Stream zur Verfügung. Der erste digitale Kinoabend trägt den Titel Feminism Against Family und wird von Rose-Anne Gush und Barbara Kapusta vorgestellt und am 13. November um einen Vortrag von Sophie Lewis ergänzt.

Mehr darüber in den heutigen „Infos des Tages“

Deutschland: Millionen Freiberuflern droht Überschuldung
Für zwei Millionen Solo-Selbstständige, Kleinunternehmer und Freiberufler wird es gerade finanziell sehr eng. Experten erwarten, dass viele ihre Schulden schon bald nicht mehr zurückzahlen können.

Schätzungsweise zwei Millionen Freiberufler und Solo-Selbständige stehen am Rande einer Überschuldung, heißt es im aktuellen Schuldner-Atlas Deutschland 2020, eine Analyse der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Das bedeutet: Sie werden ihre Schulden aus eigener Kraft nicht mehr zurückzahlen können…
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/schulden-coronakrise-deutschland-101.html

Der Lockdown die Spaltung der Gesellschaft und Schäden, die bleiben werden!

Keine Angst, ich greife an dieser Stelle nur auf absolut seriöse Quellen zurück. Dieses Video spricht die Schäden in uns an, in unserem Verhältnis zu unseren Mitbürgern. Die Stimmung wird immer gereizter (auch in den Supermärkten) – und man trifft diese Menschen ja hoffentlich nach der Corona-Krise wieder. Da bleibt dann etwas in der Erinnerung, das man nicht mehr wegbringt!

 

ZUM VIDEO (58 Minuten

Ich behaupte auch nach wie vor, dass die Situation in den Theater wohl auf viele Jahre (wenn nicht für immer) nicht mehr so sein wird, wie sie früher war. Man hätte wohl den gleichen Erfolg in der Krisenbewältigung gehabt, wenn man weniger Menschen zu Misstrauen gegenüber den Mitbürgern erzogen  hätte. Die Blockwartmentalität bereits unter Schülern wird in diesem Bericht behandelt. Das ist ein ganz schreckliches Szenario („vernadern“ – ohne mit seinem Namen einzustehen). Schäbig, äußerst schäbig! Fast wie beim mittlerweile geschlossenen Merker-Forum!

Corona-Chaos: Warum der MedUni-Rektor Anschobers Beraterstab verließ
Zu viele Berater, zu viele Meinungen – aber keine Struktur. Der eigentlich wichtige Oberste Sanitätsrat ist seit Ende 2019 nicht neu besetzt, obwohl er gesetzlich verpflichtend ist.
Kurier

Natürlich kann man von einem Sozialminister, dem die Gesundheitsagenden so nebenbei zugeschlagen wurden, nicht verlangen, dass er medizinisches Wissen einbringt. Aber er soll nicht so gescheit als eigene Erkenntnis verkaufen, was ihm seine Berater vorsagen. Da soll er wenigsten gemeinsam mit den Beratern auftreten, damit wir wissen, von wem die Meinung stammt!

Da sich der Gesundheitsminister aber sehr gerne selbst reden hört, wird er keine „Dazwischenredner“ in seinen Pressekonferenzen dulden. In der Volksschule muss man ja auch brav dem Lehrer lauschen und darf nicht hinterfragen!

Der Schlauberger 24: Fußball-Sprech I, Blick zurück – Messi und die Gleiter
„Wer geglaubt hat, dass Lionel Messi in mann-orientierter Deckung bearbeitet wird, fühlt sich getäuscht.“ Ist das nicht herrlich, was einst die ZDF-Reporterin Claudia Neumann kommentiert hat? Bei einer Fußballweltmeisterschaft ist’s wie beim Pokal: Sie hat ihre eigenen Gesetze. Sprachlich. Das werde ich Ihnen beweisen.
Von Reinhard Berger
https://klassik-begeistert.de/der-schlauberger-24-klassik-begeistert-de/

Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

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