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12. NOVEMBER 2018

12.11.2018 | Tageskommentar

„Salome“ in Graz: Johanni van Oostrom, Thomas Gazheli als Jochanaan, Pavel Petrov mit Kamera als Narraboth Foto:W.Kmetitsch

Und wenn das Geheimnis der Liebe – laut Originaltext – größer als das Geheimnis des Todes ist, so stecken aber die letzten Geheimnisse der Regie wie immer auch diesmal im Programmheft und nicht in der Logik der Bühne.

Peter Skorepa war bei der Premiere: Markus Hinterhäuser, Intendant der Salzburger Festspiele hatte es als absolut großartig gefunden, dass Romeo Castellucci eine „Salome“ ohne einen Tropfen Blut machen wollte, eine „Vermeidung von allem Plakativen“. Florentine Klepper, die Regisseurin in Graz war einer solchen Vermeidung aus dem Weg gegangen: Statt des Kopfs des Jochanaan wird der Königstochter für ihren Schlussgesang gleich der ganze blutüberströmte Körper des toten Propheten hingeworfen, auf welchem diese sich sodann, von Linnen umhüllt, ihrer Sehnsucht nach den toten Lippen mit ihrem ganzen Körper hingibt…

Gegen „Salome“ wäre der „Tristan“ ein Wiegenlied, das meinte angeblich Cosima Wagner. Nun, Oksana Lyniv kam mit diesem Strauss gut zurecht, meisterte die „musikalischen Ausbrüche so wie die zartesten Nuancen“ weil sie die Grazer Philharmoniker sichtlich und hörbar durch das Werk wie „Elfenmusik“ führte – ganz im Sinn einem Wunsch des Komponisten entsprechend und mit einem exakten Plan der Balance und der Lautstärke des Orchesters, vor allem im Sinne der Durchhörbarkeit der Singstimmen und schlussendlich mit einem genauen Konzept über die Hierarchie der einzelnen Motive. Ihre exakt abgezirkelten Einsätze verleiten allerdings manchen Kritiker oft zum Vorwurf des Eindrucks artifizieller Kühle, ein Eindruck, der sich aber hinsichtlich der aufmerksamen Sängerbegleitung und Abstimmung der Dynamik nicht unbedingt bestätigt…

Das Publikum feierte Johanni van Oostrum stürmisch.

Zum Premierenbericht von Peter Skorepa

Weitere Berichte

WIEN/ Staatsoper/ Staatsballett: Léo Delibes: »SYLVIA«. Premiere am 10.11.2018

»Sylvia«: Mihail Sosnovschi (Eros) mit den beiden Jägerinnen (Alice Firenze, links, und Ioanna Avraam) © Wiener Staatsballett/Ashley Taylor
Sylvia«: Mihail Sosnovschi (Eros) mit den beiden Jägerinnen (Alice Firenze, links, und Ioanna Avraam). Copyright: Wiener Staatsoper/ Ashley Taylor

Ein großes Geschenk. Am gestrigen Abend feierte das Wiener Staatsballett die Première von Sylvia zur Musik von Léo Delibes in der Choreographie von Manuel Legris nach Louis Mérante. Nach Les Troyens im vergangenen Monat konnte das Haus am Ring gleich noch einmal einen großen Erfolg verbuchen.

http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=20ECB610-E4F3-11E8-A0A5005056A62983 (Ulrike Klein)

INNSBRUCK: THE FALL OF THE HOUSE OF USHER. Premiere am 10.11.2018


A.-Avedissian-A.-M.-Kalesidis-D.-Albright-J.-Jurgens. Copyright: Rupert Larl

Nun hält das Grauen Einzug in die Kammerspiele des TLT. Philip Glass‘ 1987 uraufgeführte Oper „The fall of the house of Usher“ nach Edgar Allan Poe’s gleichnamiger „Shortstory“, die von Inzest, Wahnsinn und Tod im Hause der adeligen englischen Familie Usher handelt, beeindruckte das Premierenpublikum nachhaltig. Eine enorm dichte, spannende Regie (Johannes Reitmeier), die atmosphärisch düstere Bühnengestaltung von Michael D. Zimmermann, Markus Braunhofers prächtige, zeitgemässe Kostüme, das (anfänglich zu laut aufspielende) sich mit dem typischen Glass-Stil erstaunlich vertraut gebende Tiroler Symphonieorchester Innsbruck, von Seokwon Hong souverän geleitet, sowie vor allem das großartige Sängerdarstellerquartett sorgten für atemlose Spannung während und grenzenlose Begeisterung am Ende der Vorstellung…

Zum Premierenbericht von Dietmar Plattner
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CHEMNITZ: SIEGFRIED. Vorstellung am 10.11. 2018

Bildergebnis für chemnitz siegfried
Mime und der Wanderer tafeln opulent . Foto: Nasser Hashemi   

Nachdem in der Staatsoper Stuttgart und im Badischen Staatstheater Karlsruhe der “Ring” von unterschiedlichen männlichen Regisseuren in Szene gesetzt wurde, war es an der Zeit, dieses Projekt in die Hände von Frauen zu geben. Nach der Götterdämmerung wird man erfahren, ob das Konzept ein erfolgreiches Ende gefunden hat…

Zum Bericht von Franz Roos

WIEN/ Volksoper: DIE RÄUBER von Giuseppe Verdi. Vorstellung am 10.11.2018


Kurt Rydl als Maximilian. Copyright: Barbara Palffy/ Volksoper

Wieder am Spielplan der Volksoper, „I masnadieri“ „Die Räuber“ nach Schiller von Giuseppe Verdi. Verdi kam musikalisch infolge der holprigen Übersetzung der italienischen auf die deutsche Sprache eindeutig zu kurz…

Zum Bericht von Elena Habermann

STUTTGART: GASTSPIEL DES BÈJART-BALLET LAUSANNE am 10.11. 2018


Finale Ensemble-Wirkung in „Béjart fete Maurice: Copyright: Lauren Pasche

Zum Bericht von Udo Klebes

ERFURT: Ballett GISELLE  von Adolphe Adam/ Premiere 10.11.18

Giselle als getanztes Innenleben einer Betrogenen


Daria Suzi als Giselle und Filip Kwacak als Albrecht. Copyright: Ronny Ristok

Um es gleich vorweg zu sagen, Silvana Schröder erfindet ihre eigene Geschichte zur Musik von Adolphe Adam und weicht damit stark von der ursprünglichen Giselle-Geschichte ab. Sie entwickelt eine eigene Story und auch eine eigene Choreographie.

Zum Bericht von Larissa Gawritschenko und Thomas Janda

OBERHAUSEN/ Metronom-Theater BAT OUT OF HELL- Musical von Jim Steinman (8.11.)


Copyright: Stage Entertainment

In Oberhausen fliegen wieder die Fledermäuse durch das Stage Metronom Theater am Centro. Nein, es ist nicht der Dauerbrenner „Tanz der Vampire“ der hier für ein erneutes Gastspiel zu sehen ist. In dem seit dem Jahr 2005 zum Musicalkonzern Stage Entertainment gehörenden Theater fand in der vergangenen Woche die deutschsprachige Uraufführung von Jim Steinman´s „Bat out of Hell“ statt. Diente das schöne Theater bisher vor allem als Spielstätte großer Musicals, die bereits an anderen Orten in Deutschland entsprechende Erfolge feiern konnten, durfte hier nun erstmals seit vielen Jahren wieder eine Deutschlandpremiere gefeiert werden. Und die hatte es wahrlich in sich.

https://www.deropernfreund.de/oberhausen.html

PS.: „Opernfreund“ Peter Bilsing, der oft „mit seiner Maschin“ unterwegs ist, legt auf die Feststellung wert, dass er bei diesem Spektakel nicht mitgewirkt hat – auch wenn ihn einige zu erkennen glauben.


“ Der Wilde auf seiner Maschin“: Peter Bilsing

Berlin/“Konzertgänger in Berlin“
Schattendinglich: „Die Sache Makropulos“ an der Deutschen Oper
Drei, zwei, eins – keins, nevermore, nie wieder: Wiederaufnahme der Sache Makropulos von Leoš Janáček an der Deutschen Oper Berlin, noch zwei Vorstellungen gibts bis zur Derniere am 22. November. Dreieinhalb Jahre waren das seit der Premiere, ein Hundertstel der Zeitspanne, die diese Oper umspannt: ein packendes Werk über das Entsetzen der Unsterblichkeit oder, denk pink, übers Glück der Sterblichkeit.

…Eigentlich aber dürfte man, bevor man reingeht, gar nichts wissen über die Handlung von Věc Makropulos. Das findet jedenfalls Michael Füting in seiner kleinen Biographie von Leoš Janáček (Transit-Verlag). Denn diese Oper von 1926 ist ja ein Thriller, der erst am Ende aufgelöst wird. Nur dass wir Heutigen, bevor wir ins Opernmuseum gehen, mittels Opernführer oder Wikipedia eigenmächtig Surprise durch Suspense ersetzen, um mit Hitchcock zu sprechen. Ob man am Ende alles durchblicken würde, wenn man sich das Stück ganz unvorbereitet anschaute?  Man sollte schon ausgeschlafen sein, denn die Personenkonstellation ist verwickelt…
https://hundert11.net/schattendinglich/

Salzburg: Bachler oder Thielemann: Es kann zu Ostern nur einen geben
Wären die beiden beste Freunde, es würde schon ob der Festivalstruktur für zwei ihres Formats nicht ausreichend Platz geben. Dem ist aber nicht der Fall –
Der Standard

Na also, jetzt merken auch bereits die „Blitzgneisser“, was da in Salzburg läuft.

Musical/ München/ Deutsches Theater: Voll verdudelt: Der Medicus
Unter Marc Schubing wird aus Noah Gordons „Medicus“ am Deutschen Theater ein Historien-Schlamassel
https://www.sueddeutsche.de/kultur/musical-voll-verdudelt-1.4206660

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Kommen Sie heute zu uns, machen wir uns einen gemütlichen Abend! Sie sind bei uns Gast. So nebenbei wird auch ein Geburtstag gefeiert (nicht meiner, weil ich bin zum Glück nicht „Skorpion“), eine neue Ausstellung ist zu besichtigen, meine Enkelin (1 Monat alt) wird uns voraussichtlich auch die Ehre geben (der von ihr sichtlich genervte Raffael sowieso).

Württemberg
Nach „Fall Freiburg“: Grüner Landeschef warnt vor „jungen Männerhorden“
Der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, ist mit Äußerungen zum Umgang mit Flüchtlingen auf Widerspruch gestoßen. Er hatte sich in einem Interview dafür ausgesprochen, künftig „junge Männerhorden“ aus Sicherheitsgründen aus Großstädten fernzuhalten. Der Gedanke, einige in die „Pampa“ zu schicken, sei „nicht falsch“, sagte Kretschmann der „Heilbronner Stimme“ und dem „Mannheimer Morgen“. „Salopp gesagt ist das Gefährlichste, was die menschliche Evolution hervorgebracht hat, junge Männerhorden.“ Die Führung der deutschen Grünen ging am Wochenende auf Distanz zur Wortwahl Kretschmanns.
https://www.krone.at/1806781

Waizenkirchen/ Oberösterreich: 22 jähriger wird Bürgermeister
Fabian Grüneis wurde im ersten Wahlgang gewählt. Er ist damit der wohl jüngsten Bürgermeister Österreichs.“ Stolz konnte ÖVP-Obmann von Waizenkirchen im Bezirk Grieskirchen, Klaus Schatzl, den Sieg des Jungkandidaten Grüneis bei der sonntägigen Bürgermeisterwahl verkünden.
Oberösterreichische Nachrichten

Starten Sie gut in eine hoffentlich für Sie glückliche Woche!

A.C.

 

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