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12. MAI 2019 – SONNTAG („Muttertag“, ja nicht vergessen!)

12.05.2019 | Tageskommentar

Gestern in den Kinos aus der Metropolitan Opera: Dialogues des Carmélites. Foto: Metopera

Renate Wagner meint: Es war der Dirigent Alain Altinoglu, der meinte, mit „Dialogues des Carmélites“ (1957) sei es Francis Poulenc gelungen, auch nach Puccini und Strauss eine publikumswirksame Repertoireoper zu schreiben. Ganz so ist es natürlich nicht. Die „Karmeliterinnen“, wie wir sie kurz gefasst nennen, leben durch die enorme Qualität ihrer Musik, die – ungewöhnlich für die späten fünfziger Jahre und damals fast mutig – total tonal auf das Publikum zukommt, singbar, ausdrucksstark, sich um das permanente Leid des Geschehens rankend.

Sie ist allerdings alles andere als opernhaft spektakulär: Die Puccini-Heldinnen leiden und sterben auch, tun dies aber in einer opernhaften Ästhetik, die letztlich hohen Unterhaltungswert hat und gewissermaßen „schöne“ Gefühle von Mitleid und Zuneigung erweckt. Das ist bei den „Karmeliterinnen“ nie der Fall. Sie schielen nicht nach der gewissermaßen gerührten Anteilnahme des Publikums, sie kommen ihm in dieser Nonnentragödie aus der Französischen Revolution gnadenlos hart entgegen. Historisch korrekt ist die Geschichte der 17 Frauen, die lieber in den Tod gingen als gewissermaßen „abzuschwören“, Gertrud von Le Fort machte daraus die „Letzte am Schafott“, durch Georges Bernanos wurde die „Begnadete Angst“ ein Stück, Poulenc schrieb sich danach sein Libretto selbst. Unspektakulär und von Anfang bis zum Ende tremolierend tragisch. Gar zu fest steht die düstere Geschichte doch nicht im Repertoire der Opernhäuser…

Und doch, der Höhepunkt lag bei der schieren Unerträglichkeit. Noch vor zehn Jahren war die Finnin Karita Mattila Hauptrollen-Star der Met, die Tosca dort und überall, jetzt ist sie mit Ende 50 und schon brüchiger Stimme im „Charakterfach“ – und spielte Wesen, Leben und vor allem das schauerliche Sterben der Mme. De Croissy mit einer Schonungslosigkeit und Kraft, die einem die Zehennägel aufstellte. Das muss man aushalten. Die „Karmeliterinnen“ machen einen wirklich fertig – bis zum Fallbeil am Ende.

Da nützt es nichts, wenn das Orchester unter Yannick Nézet-Séguin die Vielfältigkeit und Ausdruckskraft der Musik wahrlich auskostete: Man weiß, es ist ein Meisterwerk. Man hört es. Aber allzu oft würde man es sich (würde ich es mir) nicht antun… Man hat ja auch nur Nerven.

Zum Bericht von Renate Wagner

Faith and anguish: Carmélites at the Met
bachtrack

BERLIN / Deutsche Oper: RIENZI, Wagner -Woche, 10.5.2019.  Regie von Philipp Stölzl

Rienzi, dieses vom Komponisten selber als „Schreihals“ in fünf Akten weggelegte Zwitterkind zwischen frühen noch von Bellini beeinflussten Opernanfängen und dem Beginn von Wagners Reifephase mit dem ,Fliegenden Holländer‘ wurde durch Hitlers Leidenschaft für die Musik endgültig diskreditiert. Daher findet es nur selten Eingang in das Repertoire, und wenn dann nur als mehr oder weniger amüsante Faschisten-Persiflage, wie im vorliegenden Fall, wo Charlie Chaplin, kulturgeschichtliche Ausflüge zu George Grosz&Co, aber auch das gesamte filmische Arsenal der Nazi-Propaganda einen optisch ganz schön überfrachteten Abend aus der Regietheater-Mottenkiste ergeben.  Dabei kennt niemand diese Oper ganz, wird doch immer nur eine extrem zusammengestrichene Version gespielt. In diesem Fall an der Deutschen Oper hat man aus den 6 Stunden netto Musik 2 1/2 gemacht. Warum es von dieser durchaus interessanten frühromantischen Chor-Oper mit motivischen Tannhäuser- und Lohengrin-Vorwegnahmen weder eine einzige komplette Platteneinspielung gibt noch innovative Inszenierungsversuche abseits der üblichen, ist mir ein Rätsel. Schließlich ist ja auch unsere Welt politisch nicht stehen geblieben und hat sich mit völlig neuen digitalen, oligarchen oder konzernzentrierten Machtambitionen und -instrumenten herumzuschlagen. Die tägliche Zeitungslektüre liefert jede Menge an anschaulichen Beispielen. ..

Zum Bericht von Dr. Ingobert Waltenberger

Hamburg/ Elbphilharmonie: Apokalypse wow! Gilbert gelingt Sensation mit Ligeti-Oper
Hamburger Abendblatt

Venedig/ Teatro La Fenice: TURANDOT am 10.5.

 

Eine große Oper für ein zu kleines Haus? Das ist nur bedingt richtig. Puccinis letzte Oper erfordert große stimmen, ein gutes Orchester und eine ordentliche Inszenierung.

Letzteres ist gegeben, denn das Leading Team hat ganze Arbeit geleistet: die Regie von Cecilia Ligorio lässt die Geschichte mit vielen richtigen Details erzählen, ohne das Werk zu stören. Turandot ist die Despotin, die sich ihren Freiern mit einigem Geschick und viel Grausamkeit entzieht und auch Kalaf mit allen Mitteln loswerden möchte. Kalaf hat die Zähigkeit, auch um den Preis von Lius Tod sein Ziel zu erreichen. Auf der beiden Zukunft lastet also Schuld. So weit, so klar…

Zum Bericht von Johannes Marksteiner

CHEMNITZ: TURANDOT am 10.5.

Edward Randall, Jeffrey Hartmann. Foto: Dieter Wuschanski

Zum Bericht von Manuela Miebach

Stuttgart/ Staatsoper: IPHIGENIE EN TAURIDE (10.5.)

Statisterie und gespiegeltes Publikum. Foto: Martin Sigmund

Alles in allem hinterließ diese Aufführung trotz fragwürdiger Details und eines inzwischen abgenützten Zeigefinger-Verweises (als Zwischenvorhang dient ein Spiegel, in dem sich die Zuschauer sehen können) einen vor allem nach der Pause packenden Eindruck, der sich in geballter Begeisterung im mal wieder erfreulich gut gefüllten Haus niederschlug.

Zum Bericht von Udo Klebes

Mannheim/ Nationaltheater: Don Carlo 10.5.2019
Das Nationaltheater zeigt Verdis Don Carlo in der vieraktigen italienischen Fassung wieder in der Regie von Jens-Daniel Herzog von 2013. Damals begann anscheinend die Mode, im Kostümbild zwischen Spielzeit der Oper (hier: spanische Spätrenaissance) und moderner heutiger Zeit zu changieren. So sehen wir Carlo die Oper über im spanischen Infantendress mit kurzer Pluderhose, Wams und Halskrause, am Ende bei seiner Abreise mit Trenchcoat und Koffer, so wie Posa zu Beginn an den Hof gekommen war. Als Höfling und Begünstigter Philipps II. agiert er in einem dunklen Straßenanzug. Der König selbst ist, wie auch Elisabetta, durchgehend in der spanischen Hofmode zu sehen. Prinzessin Eboli intrigiert in einem schick designten modernen Kleid, wie auch die Hofdamen in dezent bunten relativ kurzen Kleidern der heutigen Mode huldigen…

Zum Bericht von Friedeon Rosén

Wien/ Rathausplatz: Eröffnung der Festwochen: Viele Frauen, keine Angst
Am Rathausplatz wurden die Wiener Festwochen eröffnet: mit einer musikalischen Revue mit hohem Frauenanteil.
Die Presse
Wiener Festwochen: Eröffnungsfest mit viel Musik und „Glückauf!“
Musikprogramm mit hohem Frauenanteil und klaren politischen Botschaften –
Der Standard

Österreichischer Musiktheaterpreis gibt Nominierungen bekannt

Foto: Österreichischer Musiktheaterpreis

Gala am 23. Juni 2019 am Tiroler Landestheater Innsbruck. Medienpreis geht an Herbert Lippert. 51 Nominierungen in 14 Kategorien. Jeweils sieben Nominierungen für Oper Graz und Landestheater Linz.

Video zur Meldung auf https://www.youtube.com/watch?v=eMw8E_3L75o

 Am 23. Juni 2019 richten sich die Blicke des Musiktheaters nach Innsbruck, wenn bereits zum siebten Mal der Österreichische Musiktheaterpreis am Tiroler Landestheater Innsbruck verliehen werden wird. Auf den von Karl-Michael Ebner initiierten Preis können sich insgesamt 51 Nominierte Hoffnungen machen. Sie wurden in 14 Kategorien von der hochkarätig besetzten Medienjury selektiert. Sie setzt sich heuer aus Susanna Dal Monte (Ö1), Konstanze Kaas, Dietmar Baurecht (Burgenländische Volkszeitung), Johannes Enzinger (Kronen Zeitung), Georg Hainzl (Fidelio), Peter Jarolin (Kurier), Nikolaus Köhler (Art Quarterly), Joachim Leitner (Tiroler Tageszeitung), Boris Priebe (Verlag Felix Blach Erben Berlin, Robert Quitta (Die Bühne) und Michael Wruss (Oberösterreichische Nachrichten) zusammen.

Jakub Józef Orliński (Unulfo), Fabián Augusto Gómez Bohórquez (Flavio), Božidar Smiljanić (Garibaldo), Martin Mitterrutzner (Grimoaldo) und Statist der Oper Frankfurt (Wache) sowie oben Lucy Crowe (Rodelinda). Copyright: Monika Rittershaus

Staatsoper, Wiener Staatsballett: „LE CORSAIRE“, 10.5.2019  – geblümtes Orient-Spektakel als exzellente Tanzshow

Auf in das geblümte Märchenland des historischen romantischen Balletts! „Le Corsaire“: 1856 für das Ballet der Pariser Opéra erdacht und gestaltet. Mit dem Glücksfall der stimmungsvoll untermalenden Musik von Adolphe Adam. Allerdings, damals so üblich und auch heute, auf tänzerische Effekte zielend: schnittige Einlagen von Delibes, Pugni, Drigo, Oldenburg fügen sich bruchlos ein. Und da dieser altbackene Corsaire orientalisches Kolorit vorgibt, darf sich der unvoreingenommene Betrachter am düsteren Meeresstrand, in der Höhle der Freibeuter oder im Palast des Paschas an gertenschlanken Haremsdamen, gedemütigten Sklavinnen oder einer Schar muslimischer Freibeuter wie anderer Schurken erfreuen. Naiv, naiv, doch durchaus unterhaltsam und abwechslungsreich anzusehen…

Zum Berichtvon Meinhard Rüdenau

Seattle Opera 2018-19 Review: Carmen
Starring Ginger Costa-Jackson, Seattle’s 1950s Carmen Has Style, But Plays It Safe

 

Seattle Opera 2018-19 Review: Carmen
https://operawire.com/seattle-opera-2018-19-review-carmen/

WIEN/ Haus Hofmannsthal

 

Wien/ Burgtheater/ Kasino: Sechs Tanzstunden in sechs Wochen

Andrea Eckert, Markus Meyer. Copyright: Barbara Zeininger

52 Fotos aus dieser Produktion (Barbara Zeininger)

Wien: Gery Keszler zum Ende des Life Balls: „Mein größter Fehler war…“
Life Ball-Organisator Gery Keszler legt Wert darauf, keine „One-Man-Show“ gewesen zu sein. Er habe Fehler gemacht, sie stünden aber in keinem Verhältnis zu dem, was er „finanziell und gesellschaftspolitisch erschaffen“ habe. Dass es von Bürgermeister Michael Ludwig keine Reaktion zum Ende des Life Balls gab, bezeichnet er als „enttäuschend“. Was seine Zukunft angeht, hofft er auf Angebote, denn: „Ich habe keine Ersparnisse. Ich bin auf dem Markt.“
Die Presse

Na ja, eigentlich hat man nur nur den Namen Gery Keszler gehört, wenn vom Lifeball die Rede war. Seine Mitstreiter hat er gut versteckt.

Wie man hinter vorgehaltener Hand hört, konnte er wirklich nicht gut mit seinen Sponsoren umgehen. Das ist kein Wunder, der Mann wurde in einer Art und Weise von der Politik  hochgejubelt (vor allem aus nicht ganz uneigennützigen Gründen wie „Wir sind doch so herrlich aufgeschlossen, wir tun nur Gutes“), dass es für einen für Huldigungen etwas anfälligen Menschen nicht leicht verkraftbar war. Er tafelte mit den Großen der Welt (zumindest mit vergangenen Größen) – und die Sponsoren saßen am „Katzentisch oder bekamen schnoddrige Antworten. Mich wundert nichts. Ich glaube aber, dass das Format in irgendeiner Weise weitergehen wird, auch ohne Herrn Keszler!

Das sagen die Promis zum Life-Ball-Aus
Sie waren teilweise Unterstützer der ersten Stunde. Was Dagmar Koller, Conchita & Co. zu Gery Keszlers Entscheidung sagen.
Kurier

Diese wiederum sagen genau – gar nichts! Vor allem sind sie offenbar nicht bereit, selbst etwas zu geben.

Bei Sachen, die mir wichtig waren, habe ich ohne viel nachzudenken in die eigene Brieftasche gegriffen!

Conchita/Tom soll aber im Nachfolgespiel bereits in Stellung gebracht werden.

Deutsche Fußball-Bundesliga
Entscheidung verschoben: Bayern-Remis in Leipzig, BVB gewinnt
Die Entscheidung um den deutschen Meistertitel fällt in der letzten Runde. Die Bayern kommen in Leipzig nicht über ein torloses Remis hinaus. Dortmund holt mit Heimsieg gegen Düsseldorf auf –
Der Standard

Dennoch, Bayern wird zu 99 % Meister. Die letzte Runde spricht für die Münchner: 2 Punkte und die bessere Tordifferenz Vorsprung, Bayern spielt daheim gegen Frankfurt, Dortmund auswärts in Mönchengladbach. Das Ding ist gelaufen!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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