Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

12. JULI 2020 – Sonntag

12.07.2020 | Tageskommentar

 

Österreichischer Musiktheaterpreis wird am Salzburg Airport W.A. Mozart verliehen: Nominierungen stehen fest.
Auf dem Foto: Karl Michael Ebner, Christoph Wagner-Trenkwitz. Copyright: Roland Rudolph

Gala am 6. August 2020 am Salzburg Aiport. 49 Nominierungen in 15 Kategorien. Landestheater Linz zehn Mal nominiert.

Das Problem des Preises heißt Wiener Staatsoper. Nimmt sie teil, dann müsste sie total „abräumen“, bei ihrer Weltgeltung und Dotierung. Das ist wieder für die anderen österreichischen Musiktheater wenig interessant – bloß eine Staffage für die Staatsoper abzugeben. Die Veranstalter haben die Lösung gefunden – die Theater müssen Bewerbungen einreichen . ohne Bewerbung kein Preis. Der soeben abgetretene Staatsopernchef Dominique Meyer hat keine Bewerbungen abgegeben – und somit das Feld für die anderen Theater freigemacht. Es war dies eine kluge – und wahrscheinlich die einzig mögliche Entscheidung.

Wie wird sich der neue Chef, der ja aus der Medienbranche kommt, entscheiden? Aber für dieses Jahr gilt noch die Meyer-Regelung  und so findet sich in der Liste der Nominierten keine Wiener Staatsoper. Doch halt, Joyce DiDonato ist für ihre Didon in Les Troyens nominiert – und Zoryana Kushpler für den Orlofski in „Die Fledermaus“. Wie kamen diese Nominierungen zustande?

Jedenfalls hat es „der Preis“ angesichts der Lage nicht leicht. Die lange Liste der Nominierungen finden Sie in unseren Infos des Tages!

Peter Gelb: Neue Met-Streams, neue Met-Ideen, neue locations – und viele prominente Namen

 

https://www.metopera.org/user-information/met-stars-live-in-concert

Koblenz: NABUCCO unter Corona-Bedingungen. Unmöglich? Nein

Den Startkopf zum Video finden Sie im Zeitungsartikel eingebettet

Fast alles ist anders in diesem Jahr: Die Darsteller tragen Mundschutz und bewegen sich pantomimisch, der Chor steht nicht auf der Bühne, weil es da zu eng ist. Corona hat einiges durcheinandergewirbelt. „Wir hatten auf der Bühne Abstandsmarkierungen, damit immer alle Sänger und Darsteller wissen, bis wohin sie sich bewegen dürfen. Und dann prägt sich das ein und automatisiert sich tatsächlich“, sagt Intendant Markus Dietze…

Premiere von „Nabucco“ in Koblenz – trotz Corona
Giuseppe Verdis wohl bekannteste Oper „Nabucco“ wird ab Samstag auf der Festung Ehrenbreitstein aufgeführt – trotz Corona. Gar nicht so einfach mit Chor und Orchester.
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/nabucco-102.html

Ossiach
Carinthischer Sommer wurde eröffnet
Am Freitagabend ist in Ossiach der Carinthische Sommer eröffnet worden. Ohne Landhauptmann Peter Kaiser (SPÖ), der sich in Quarantäne befindet. Es wird nur zwölf statt 24 geplanten Konzerten geben, dafür gibt es wieder eine Kirchenoper.
https://kaernten.orf.at/stories/3057513/

München/BR-Orchester/ Dirigentennachfolge
Das Klima wird kälter
Was der Abschied von Ulrich Wilhelm für die Nachfolgefrage beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks bedeutet
Münchner Abendzeitung

Romantik mit Schlagseite
Franz Welser-Möst unterfordert das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit Mozart und Beethoven.
Sueddeutsche Zeitung

Eines scheint angesichts der Zeitungsmeinungen sicher: Franz Welser.Möst wird es nicht. Der hat anscheinend keinen guten Draht zur Presse

HEUTE: Stars der Wiener Staatsoper: Adrian Eröd singt Beethoven am 12. Juli im Schloss Heiligenkreuz-Gutenbrunn
­
Sonntag, 12. Juli 2020, 11.00 Uhr
Schloss Heiligenkreuz-Gutenbrunn, 3454 Reidling
Stars der Wiener Staatsoper
Adrian Eröd, Bariton
Andrea Linsbauer, Klavier
Gernot Winischhofer, Violine
Magdalena Bernhard, Viola
Chi Ying Hsieh, Cello

HEUTE in Stuttgart
Wagner und die Wutbürger
Eigentlich wäre Valentin Schwarz jetzt in Bayreuth bei den Endproben für den „Ring“. Stattdessen inszeniert er in Stuttgart ein Chor-Happening.
https://www.hz.de/kultur/kultur-ueberregional/staatsoper-wagner-und

Bayern: Allein unter Fans: Klagt Kulturszene gegen Corona-Bestimmungen?
Nur 100, bald vielleicht 200 Besucher in einem Konzert: Bayern geht einen hochumstrittenen Sonderweg. Veranstalter denken nun an Klage.
Münchner Merkur

LUDWIGS FESTSPIELHAUS FÜSSEN : Neustart mit Ludwigs Visionen Festspielhaus öffnet wieder seine Türen

 Nach drei Monaten Zwangspause öffnen sich ab sofort täglich von Mittwoch bis Sonntag wieder die Türen von Ludwigs Festspielhaus. Und wie könnte es passender sein, startet die Theaterleitung mit der 3D Bühnenshow Ludwigs Visionen. „Für uns ist das ein ganz wichtiger Schritt – unser Festspielhaus braucht wieder Leben und Besucher!“, freut sich Theaterdirektor Benjamin Sahler.

Pfauenwagen. Copyright: Ludwigs Festspielhaus Füssen.

Ludwigs Visionen ist eine Hommage an den Märchenkönig Ludwig, bekanntermaßen ein großer Freund allen technischen Fortschritts. Viele Innovationen, die er in Schloss Neuschwanstein und Linderhof einbauen ließ, begeistern heute noch die vielen Tausend Besucher aus aller Welt. Im Nachlass des Königs fanden sich viele unverwirklichte Pläne für spektakuläre Bauten. In der Bühnenshow Ludwigs Visionen werden mittels moderner 3D Animationstechnik einige seiner kühnsten Vorhaben zum Leben erweckt: eine Pfauenschwebebahn über den Alpsee, ein chinesischer Palast inmitten der Berge und vieles mehr.

Dauer ca. 45 Minuten, Einlass jeweils 30 Minuten vor Beginn

Tickethotline 08362 – 50 77 -777, www.das-festspielhaus.de

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Javier Camarena probt in Zürich

 

ZU INSTAGRAM – mit Video

HEUTE IN BRÜNN

 

Ich möchte herzlich zu meinem Konzert im Park von Újezd bei Brünn einladen. Auf dem Programm stehen die Siegerlieder vom Sanremo-Festival  in  chronologischer  Reihenfolge  von  1951  – 1967.

Eintritt  frei.  Es  sind  genug  Parkbänke  mit ausreichendem Abstand vorhanden. Termin: 12. 7. um 17 Uhr – Újezd u Brna.

Grüße an alle Online-Merker
Martino Hammerle-Bortolotti

Wiener Kulturstadträtin strapaziert Corona-Richtlinien bei Dreharbeiten Bezahlartikel
Ein „Spontan“-Besuch Veronica Kaup-Haslers auf dem Set der ARD/ORF-Reihe „Blind ermittelt“ wirft Fragen auf.
Kurier

Was ist passiert? In Coronazeiten sind die Produktionsbedingungen besonders heikel und werden argwöhnisch überwacht. Plötzlich tanzt aber die Kulturstadträtin ohne jegliche Absprache beim Dreh auf und macht Handyfotos mit den Darstellern. Man merkt, in Wien steht die Wahl an

Der Schlauberger 8: Hier wird nicht protestiert! Höchstens geballert
Hurra, schon wieder ein neues Wort! Dozierende. Also Dozenten und Dozentinnen. Logisch. Nachdem die Studenten abgeschafft worden sind, wurde es höchste Zeit, auch die Dozenten von der sprachlichen Landkarte zu tilgen. Und so las ich auf Bento.de, dem jungen SPIEGEL-Portal: „Zur Wissenschaftsfreiheit gehört auch der direkte Diskurs zwischen Dozierenden und Studierenden.“ Vereinfacht ausgedrückt: den Sprechenden und den Zuhörenden, also den Diskutierenden.
https://klassik-begeistert.de/der-schlauberger-8-klassik-begeistert-de/

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Natürlich hat der Musiker Yiannis seinen Hund nach seinem Idol Jimmy Hendrix benannt, aber für ihn ist er nur „Jimi“ und ein Gefährte, ohne den er nicht sein kann und will. Im übrigen erfahren wir von dem schwarzgelockten, leicht fülligen und ungemein liebenswerten jungen Mann (prächtig: Adam Bousdoukos – wüsste man es nicht, man käme nicht darauf, dass er gebürtiger Deutscher ist) nur, dass er nicht in dem „Shithole“ Nikosia bleiben will, sondern seine Ausreise in die Niederlande schon organisiert hat. Ja, und da läuft ihm Jimi davon, mit der Leichtigkeit eines Hundes Grenzen überwindend, die für Menschen nicht so leicht zu bewältigen sind.

Denn, man erinnert sich (oder weiß es), dass die Türkei 1974 in einem Gewaltakt den Norden der Insel Zypern besetzt und die dort lebenden Griechen vertrieben hat. Man riß sich, wider jedes Völkerrecht, ein Drittel der Insel unter den Nagel, siedelte Türken an und nennt das Staatsgebilde, das international von niemandem anerkannt wird, „Türkische Republik Nordzypern“. Und die Hauptstadt Nikosia ist eine durch eine Mauer geteilte Stadt mit einer von UNO-Blauhelmen bewachten Pufferzone zwischen beiden Teilen…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

Fußball/ GB
Trauer um Big Jack

Er war hautnah dabei, als das umstrittendste Tor der Fußballgeschichte fiel, das berühmte Wembley-Tor. 1966 stand der hünenhafte Abwehrspieler in Englands Weltmeister-Team, das Deutschland im Endspiel besiegte.

Heinrich Schramm-Schiessl befragt mich zum Wembley-Tor:

Weil Du in diesem Zusammenhang wieder das Wembley-Tor erwähnt hast. Wie hättest Du damals entschieden? Also ich hätte das Tor in so einem Spiel zu so einem Zeitpunkt nicht anerkannt, zumal m.E. der russ. Linienrichter auch nicht wirklich gesehen haben kann, ob der Ball wirklich in vollem Umfang über die Torlinie gegangen ist. Ich glaube nämlich daß da schon der Druck des Veranstalterlandes eine große Rolle gespielt hat, noch dazu wenn ausgerechnet die Deutschen 21 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges am geheiligten Wembley-Rasen gegen England Weltmeister geworden wären. Es war übrigens mein erstes Fußballspiel, das ich im Fernsehen gesehen habe. Wir selbst hatten damals noch keinen Fernseher und sahen dieses Finale bei einem Bauern in Mondsee, wo Freunde von uns ihren Sommerurlaub verbrachten. Von damals rührt auch mein Fantum für die deutschen Mannschaft her. Mir hat dieser unglaubliche bedingungslose Einsatz bis zum Ende so imponiert, der ja mit dem Ausgleich buchstäblich in letzter Sekunde der regulären Spielzeit belohnt wurde (Anm.d- Redaktion: Das legendäre Tor fiel in der Verlängerung). Der ORF hat ja während der sportlosen Corona-Zeit dieses Spiel zu später Stunde auf Sport+ gebracht und es war so spannend wie damals. (Zitat Ende)

Lieber Heinz, aus heutiger Sicht hätte wohl niemand dieses Tor anerkannt – aber so einfach darf man sich die Sache nicht machen. Trofik Bachramow (übrigens aus Azerbaidschan) hat ja signalisiert, dass er etwas gesehen hat. Schiedsrichter Dienst hätte die Anzeige ignorieren können – aber er befragte den Linienrichter. In solch einem Fall gilt es als ungeschriebenes (?) Gesetz, dass er die Wahrnehmung des Linienrichters zur Grundlage seiner Entscheidung machen muss. Genau das ist geschehen. Also hätte ich vermutlich den Treffer auch anerkennen müssen.

Jackie Charlton, Weltmeister von 1966, stirbt nach langer Krankheit. Nach seiner Karriere als Profi war er als Nationaltrainer von Irland erfolgreich.
Tagesspiegel

Übrigens, das war damals Stehplatz-Gefühl! Unvergleichlich, mit Sitzplätzen fühlt es sich an wie in einer Kirche. Wenn ich in die Kirche will, dann gehe ich auch dorthin, nicht in ein Fußballstadion.

Für mich war der legendäre Abbruch auf dem Meidlinger Wacker-Platz in der Tivoligasse (heute ein Schulsport-Platz) ein prägendes Erlebnis. Ich war damals noch Jugendlicher, blicke daher viele Jahrzehnte zurück – 7.10. 1962 (!) . Wacker gegen GAK stand 0:1, Schiedsrichter Dr. Benesch provozierte uns Wacker-Anhänger mit seinen Entscheidungen. Klares Elferfoul an Howanitz, Dr. Benesch blickte demonstrativ in die andere Richtung. Plötzlich enterte ein mit einem Regenschirm bewaffneter Mann das Spielfeld und löste damit eine der ärgsten Keilereien auf einem österreichischen Fußballfeld aus. Etwa 1000 Zuschauer befanden sich plötzlich auf dem Spielfeld. Mein Vater sagte damals als Wacker-Funktionär bei der Verhandlung aus, dass diese Tausend ja nur das Spielfeld gestürmt haben, um den Regenschirmbesitzer von einer Untat abzuhalten. Daraufhin Riesengelächter im Verhandlungssaal (der Witz war gut) – und wer ein echter Cupak ist, lacht natürlich herzhaft mit! Übrigens, Schiedsrichter Dr. Benesch und alle Grazer Spieler haben den „Platzsturm“ damals unbeschadet überlebt!

Abermals Heinrich Schramm-Schiessl: Zu dem Vorfall auf dem Wacker-Platz: Das war sicher auch dem Umstand geschuldet, dass man damals praktisch kein Hindernis überwinden mußte. Ich war damals oft auf der Hohen Warte, da ist man mit einer Stehplatzkarte auf der Wiese hinter dem Tor gesessen und man hätte nur über die fix montierten Reklametafeln springen müssen.

Heute, bei den Sitzplätzen, ist das praktisch unmöglich. Wie gesagt – Kirche!

Verbringen Sie einen schönen Sonntag (womöglich in der Kirche)

A.C.

 

Diese Seite drucken