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12. JULI 2019 – Freitag

12.07.2019 | Tageskommentar

Der „Netrebko-Troubadour“ aus Verona wird von mehreren TV-Stationen angeboten. Greifen Sie zu!

HEUTE LIVE AUS STUTTGART: Livestream Arrigo Boito MEFISTOFELE

„Mefistofele“.  Foto: Thomas Aurin

am Freitag, 12. Juli 2019, um 19 Uhr Live und kostenlos auf www.staatsoper-stuttgart.de/live

Der Livestream wird ermöglicht durch den Digitalpartner der Staatsoper Stuttgart Landesbank Baden-Württemberg

Mit Streams und TV-Übertragungen werden wir überschüttet – und ich empfehle auch darauf zurückzugreifen. Als Tourist bringt mich niemand mehr auch nur irgendwo hin, seit ich gestern auf Servus-TV den „Talk im Hangar 7 “ erlebt habe. Über die Touristenplage wurde dort – auch vom Salzburger Bürgermeister Preuner – geredet wie über die Gelsenplage.  Man soll die Touristen möglichst schnell abzocken und dann schnellsten wieder abtransportieren.

Hier der Link zur Diskussion

In Salzburg ist man besonders Touristen aus China gegenüber geradezu feindselig eingestellt, man sollte es denen auch wissen lassen. Wohlgelitten sind die Geldsäcke aus den USA, denen man zwecks Werbung sogar ständig nachfährt. Vorsicht: Verachtet mir die Chinesen nicht! Die bieten Zukunftspotential

Österreicher aus dem sogenannten Mittelstand? Im Grunde genommen sind die uninteressant – aber was soll man gegen die unternehmen – die zahlen ja genug Steuern, um diverse Spektakel zu finanzieren. Man muss sie also akzeptieren – aber was man von ihnen hält, kann man sie schon merken lassen. Der Literat Franzobel, an sich ein Parade-Gutmensch, spricht im Zusammenhang mit Touristen von „Enterbung der Einheimischen“ (hören Sie in das Video rein).

Nein, danke, ich solidarisiere mich mit den Chinesen, Salzburg sieht mich in diesem Leben nie wieder!

St. Margarethen: Gut gemachte „Zauberflöte, nur leider auch penetrantes Belehrungstheater von Obonya & Co

Foto: Andreas Tischler/ Arenaria GmbH.

Das mit dem Belehrungstheater habe ich bei der TV-Übertragung so empfunden – nicht unser „Merker vor Ort“ Dr. Dusek, der diesbezüglich weniger empfindlich zu sein scheint. Die Dialoge wurden stark verändert – mit dem Ziel, aus den Sehern bessere Menschen zu machen. Danke, Herr Obonya, ich bin mir und meiner engeren Umgebung gut genug und will gar nicht so sein, wie Sie mich haben wollen. Das Recht, selbst für mich zu denken, behalte ich mir vor!

Aber nun zur Premierenkritik von Dr. Peter Dusek: Wagemut gehört dazu, im Römersteinbruch Mozart’s „ Zauberflöte “ aufzuführen. Denn so populär die Geschichte von Tamino und Pamina auch sein mag – die letzte Oper Mozart’s ist nicht nur Volksstück, sondern auch Opera Seria, Freimaurer-Oper  und „Vehikel“ der Aufklärung. Und an diesem „Mix“ sind schon Viele gescheitert. Nun: die Premiere an einem milden Sommerabend (live von ORFIII übertragen) war ein durchschlagender Erfolg, sozusagen ein „Jungbrunnen der Phantasie“. Und ein Beispiel für die Bereitschaft des Publikums, Neues zu akzeptieren. Da fehlen die Bären, Löwen oder Zebras, die üblicherweise Begeisterung auslösen, stattdessen flattern weiße Tauben oder krächzen schwarze Raben;  eine Riesen-Mulde mit Sternen-Kugeln verwandeln sich in eine Schlangen-Brut, die Feuer- und Wasser-Probe ist filmreif; zu allem  ist Papageno mit einem Jung-Schauspieler besetzt, der offenbar keinerlei gesangliche Ausbildung hat. Und mit dem Libretto  von Emanuel Schikaneder wird sehr frei umgegangen. Ja beim Hauptschlager „Ein Mädchen oder Weibchen“ hilft die 80jährige Papagena sogar beim Singen aus…

Zum Premierenbericht von Peter Dusek

Theresa Dax, Max Simonischek. Foto: Andreas Tischler/ Arenaria GmbH.

Der Rezensent hat über Papageno Max Simonischek elegant formuliert, dass diese Besetzung ein Experiment darstellt, dass nicht unbedingt nach einer Wiederholung ruft! Ich bin davon überzeugt, dass man jeden „Papageno-Kandidaten“ , der nicht Simonischek heißt, nach wenigen Sekunden des Vorsingens hinauskomplimentiert hätte. Aber diese Clique wirft sich die Bälle eben zu. Wird beim Schauspielstudium nicht auch etwas auf Singen eingegangen? Gar so selten sind Schauspieler diesbezüglich nicht gefordert! Man komme mir nun nicht damit, dass der erste Papageno Emanuel Schikaneder war, der auch kein ausgebildeter Sänger war. Der konnte nämlich angeblich trotzdem singen!

Egal, ansonsten war die Produktion recht gut gemacht, die Sänger solide ohne irgendeine Sensation – und das Bühnenbild/ Kostüme aus meiner Sicht das größte Plus des Vorhabens.

„Zauberflöte“ in St. Margarethen: Männer dürfen weinen, Frauen sind auch okay
Die Inszenierung von Carolin Pienkos und Cornelius Obonya vermittelt überraschende Botschaften
Der Standard
„Die Zauberflöte“ als spektakuläres Märchen
Beeindruckende Bühnenshow, farbenprächtige Fantasy-Kostüme und eindrucksvolle Sänger – so lässt sich die Premiere der „Zauberflöte“ am Mittwoch im Steinbruch St. Margarethen auf den Punkt bringen. Das Publikum spendete begeisterten Schlussapplaus.
https://burgenland.orf.at/stories/3004045/
Pienkos und Obonya inszenieren die „Zauberflöte“
Eine Allegorie der Menschenrechte im Steinbruch St. Margarethen.
Wiener Zeitung
Oper in St. Margarethen: Papageno hat Grippe und kann nicht singen
Die Figur des Vogelhändlers wird im Steinbruch von St. Margarethen neu gedeutet. Das wirkt ziemlich krampfhaft – wie auch die Ergänzung von Mozarts „Zauberflöte“ durch zusätzliche Texte. Beeindruckend ist das Bühnenbild.
Die Presse

Mörbisch „Das Land des Lächelns“ – Premiere wetterbegünstigt
Einige Produktionsfotos. 2 Karten für 1.August zu gewinnen
https://www.heute.at/oesterreich/burgenland/story/Karten-fuer–Das-Land

Unter dem Link finden Sie Fotos der Produktion. Rezensionen liegen zur (frühen) Stunde noch nicht vor!

Jetzt ist es „amtlich“: Nylund ersetzt Stoyanova in Bayreuths „Lohengrin“

Bayreuth
Besetzungsänderung in der Rolle der „Elsa“ in Lohengrin
Bayreuther Festspiele
Camilla Nylund ersetzt Krassimira Stoyanova
Nur zwei Wochen vor der Wiederaufnahme von Richard Wagners Oper „Lohengrin“ bei den Bayreuther Festspielen steigt Sängerin Krassimira Stoyanova aus der Produktion aus. Sie sollte am 26. Juli unter musikalischer Leitung von Christian Thielemann debütieren. Die finnische Sopranistin Camilla Nylund springt ein.
BR-Klassik

Einer meiner unbezahlten (weil unbezahlbaren) Netzwerker hat recherchiert:

Guten Morgen, vielleicht haben Sie schon eine Info, ich habe eine Whats App von ihrem US Management.
Sie hätte zuletzt über eine Kehlkopfentzündung hinweg gesungen und müsse sich jetzt auskurieren.

Soweit so gut, Elsa wäre ein Debüt gewesen.

Ich denke sie wird sicher für Salzburg gesunden.

AUS UNSEREN „IN MEMORIAM-GEBURTSTAGEN:

11.7. Hermann PREY: 90. Geburtstag

 

Er erhielt seine Gesangsausbildung an der Berliner Musikhochschule durch Jaro Prohaska, Günther Baum und Harry Gottschalk. 1951 gab er seinen ersten Liederabend. Er gewann 1952 einen Gesangwettbewerb des Hessischen Rundfunks in Frankfurt a.M. Er debütierte 1952 bei einem Gastspiel des Staatstheaters Wiesbaden in Bad Salzschlirf als Moruccio in »Tiefland« von d’Albert. Er war 1953-58 an der Staatsoper Hamburg, 1958-60 an der Städtischen Oper Berlin, seit 1960 bis zu seinem Tod an der Bayerischen Staatsoper München engagiert…

Hermann Prey zum 90. Geburtstag: Seine schönsten Rollen
Rossinis Figaro wurde Hermann Preys Paraderolle. „Largo al factotum“ – das konnte der Bariton getrost auch für sich persönlich einfordern. Denn seine sängerische Vielseitigkeit war verblüffend. Zu seinem 90. Geburtstag stellen wir ihn in seinen größten Rollen vor.

https://www.br-klassik.de/themen/oper/hermann-prey-90-geburtstag-listcle-100.html

BADEN-BADEN: Bundesverdienstkreuz für Andreas Mölich-Zebhauser

Andreas Mölich-Zebhauser. Foto: Michael Gregonowits

Der langjährige Intendant des Festspielhauses Baden-Baden, Andreas Mölich Zebhauser, bekommt den Bundesverdienstorden für seine besonderen Leistungen auf kulturellem Gebiet verliehen. Dies teilte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann jetzt mit. Staatssekretärin Petra Olschowski im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst wird die Verleihung am 29. Juli 2019 in Stuttgart vornehmen.

SOMMERFESTIVAL KITTSEE/ Burgenland: GEORGES BIZET – CARMEN

Musikalische Leitung: Joji Hattori
Inszenierung: Dominik Am Zehnhoff-Söns

Vorstellung Freitag, 12. Juli 2019 19:30 Uhr TICKETS
Vorstellung Samstag, 13. Juli 2019 19:30 Uhr TICKETS
Sonder-Konzert „Talente stellen sich vor“ Sonntag, 14. Juli 2019 17:00 Uhr

HEUTE  ORF : ORF III am Freitag zum 60. Geburtstag von Tobias Moretti: Teil eins und zwei von „Maximilian. Das Spiel von Macht und Liebe“

Außerdem: „Kultur Heute Spezial: Klassik unter Sternen“ mit Elīna Garanča und Karel Mark Chichon =

Im Hauptabend zeigt ORF III anlässlich des 60. Geburtstags von Tobias Moretti am 11. Juli die ersten zwei Filme des Historiendreiteilers „Maximilian. Das Spiel von Macht und Liebe“ aus dem Jahr 2017 (Teil drei folgt am 19. Juli)

NÖ / Raimundspiele Gutenstein: BRÜDERLEIN FEIN von Felix Mitterer
Uraufführung
Premiere: 11. Juli 2019, besucht wurde die Generalprobe

 

Wer schreibt derzeit noch Stücke in Österreich? Handke längst nicht mehr, die Jelinek nur, wenn sie politisch wieder einmal etwas aufregt. Die „Oldies“, Turrini und Mitterer, sind noch unterwegs. Unter den „jüngeren“ ist Daniel Kehlmann der konventionellere, Schmalz und vor allem Palmetshofer ziehen einem Teil des Publikums den Nerv. Wem erteilt man einen Stückauftrag? Dass Andrea Eckert, als sie für ihre Gutenstein-Festspiele ein Stück über Ferdinand Raimund plante, auf Felix Mitterer zukam, war sicher grundlegend keine schlechte Entscheidung. Er hat, im Gegensatz zu anderen, seine Humanität – eine große Raimund-Eigenschaft, seiner „Menschenfeindlichkeit“ zum Trotz – schon vielfach unter Beweis gestellt. Und seine Bereitschaft, Biographisches aufzuarbeiten (von Leo Reuss über Mozarts Weberische bis Jägerstätter), auch…

Was würde Ferdinand Raimund, wenn er denn im Gutenstein-Himmel auf einem Baum sitzt, zu diesem Zerrbild seiner selbst sagen? „Danke, lieber Alpenkönig Mitterer, ich hab’ mich erkannt?“ Wir wissen es nicht. Jeder muss sein eigenes Urteil darüber fällen, wie gelungen – oder nicht – dieser Versuch ist, dem Dichter nahe zu kommen

Zum Bericht von Renate Wagner

Stuttgart/ Schauspiel Nord: PLATONOW (angeblich) von Tschechow in Kürzestfassung

…Die Aufführung würde in ungekürzter Form etwa sieben Stunden dauern. Klemens Hegen hat diesen Text in seiner Kurzfassung erheblich zusammengestrichen. So dauert das Stück hier nur eine Stunde und zwanzig Minuten. Es werden andere Akzente gesetzt. Im Original wird der Lehrer Platonow zuletzt von einer eifersüchtigen Frau erschossen. Auch diese Version ist bei Hegen gestrichen worden. Die Protagonisten liegen am Schluss nur wie erschlagen am Boden und rechnen geradezu stoisch mit ihrem eigentlich verpfuschten Leben ab…

Zum Bericht von Alexander Walther

Von sieben Stunden auf eineinhalb! Da habt Ihr gewaltig eingespart, Meister Hegen.

Ich wünsche einen schönen Tag! Die Austellung Erika Strack ist in unserer Online-Galerie auch über das Wochenende geöffnet!

A.C.

 

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