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12. JÄNNER 2022 – Mittwoch

12.01.2022 | Tageskommentar

Er allein wäre einen Besuch der „Cenerentola“ an der Wiener Staatsoper wert: Lawrence Brownlee. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Dominik Troger schreibt in seinem Bericht: Diese Aufführungsseriehätte sich ein übervolles Haus verdient – und zwar wegen des Prinzen von Lawrence Brownlee. Brownlee ist derzeit einer der besten „Rossini“-Tenöre und er servierte den Don Ramiro mit sublimer Virtuosität. Das leicht angedunkelte, samtige Timbre seines Tenors verleiht dem Prinzen zudem eine schlanke, reizvolle Virilität. Brownlees Stimme verfügt über ein sicheres „hohes C“ und insofern war das „Si, ritrovarla io giuro“ im zweiten Akt für ihn eine „lockere“ Angelegenheit, die er mit Verve, ein paar eingelegten Raffinessen und lange gehaltenem finalen „Acuti“ zu einem Gustostückerl machte. Im Spiel zeigte sich der Sänger agil und voller Humor. Das Publikum war diszipliniert und hat vor dem Andantino besagter Arie nicht hineingeklatscht. Und in einem vollen Haus wäre der reichlich gespendete Szenenapplaus sicher länger und stürmischer ausgefallen…

Leider war diese zweite Aufführung sehr schlecht besucht. Seit wir wissen, dass der Online-Merker auch von US-Medien gelesen wird, bin ich vorsichtig mit „Blicken in den Zuschauerraum“.  Die Frage, ob sich die Staatsoper richtig mit den zur Auswahl gestandenen „Eintrittsformalitäten entschieden hat, darf aber gestellt werden.  Die Direktion zerreisst sich – das gehört anerkannt – richtig glücklich agiert sie aber nicht!

Dominik Troger geht auf diese Situation ein:

Die Pandemie hinterlässt ihre Spuren, aber die Staatsoper ist sicher ein spezieller Fall: Man setzt auf die 3G+-Regel, die nicht einmal das Neujahrskonzert angewandt hat; man hat sich in den letzten Jahrzehnten in der Auslastung stark vom Tourismus abhängig gemacht; das Stammpublikum ist eher älter und hat vielleicht mehr Sorge vor einer Ansteckung; und „La Cenerentola“ zählt auch nicht gerade zu den ganz großen „Bühnenreißern“. Offenbar lässt sich die Summe solcher Faktoren auch mit Kartenaktionen im Vorfeld schwer aushebeln. Am Nachmittag des Vorstellungsabends waren noch Hunderte Karten verfügbar.

Zu berücksichtigen ist außerdem, dass „La Cenerentola“ in den letzten Jahren viel gespielt wurde. An diesem Abend gab man laut Programmzettel bereits die 47. Aufführung in dieser Inszenierung, die aus dem Jahr 2013 stammt. Das Stammpublikum kennt das Werk, kennt die Inszenierung, und in Anbetracht der äußeren Umstände ist es wahrscheinlich nicht ungeneigt, da und dort beim Kulturgenuss Abstriche zu machen. Gegen solche persönlichen Abwägungen und einem gesellschaftlich allgemein spürbaren Zaudern ist dann auch mit vergünstigten Kartenkontingenten schwer anzukämpfen…

Aber der Rezensent will die Situation nicht allzu düster sehen – weil diese sich im Laufe der Zeit wieder halbwegs einpendeln wird. Freilich, ob es so wird, wie es einmal war, ist längst nicht sicher. Corona wird nicht nur das Theater verändern. Gegen die Überalterung des Publikums kämpfen weltweit alle Operndirektoren an – mit unterschiedlichen Erfolgen. Es ist nicht so einfach, die Jugend empfindet Oper als „uncool“ – und dass sich das bei manchen derzeit Jugendlichen im Laufe der Jahre ändert, ist auch nicht neu. Bleibt also die Hoffnung, die der Rezensent zum Schluss seiner Beschreibung klar anspricht:

Iirgendwie war das ohnehin alles egal, weil das Publikum und die Ausführenden sich in gegenseitiger Dankbarkeit ergänzten, was dann beim einige Minuten langen Schlussbeifall deutlich zu spüren war. Das Publikum applaudierte und das Ensemble winkte in das Auditorium. Man schien sich gegenseitig Mut zusprechen zu wollen: So schlimm wie das alles aussieht, ist es doch gar nicht; der Vorhang wird sich auch morgen wieder heben; die Oper lässt sich doch von einer Pandemie nicht unterkriegen! Und so spazierte man gegen 22.15h dankbar nach Hause.

Zum Bericht von Dominik Troger

Von anderer Seite kommt die Info über den gestrigen Ballettabend: Der Besuch gestern abend (Onegin) war auch erschreckend, trotz Regiekartenangebotes an alle Beschäftigten des Bundestheaterverbandes. Und das bei der Abschiedsvorstellung von Nina Poláková von der Wiener Staatsoper… Wo waren alle die zahlreichen Mitglieder des hauseigenen Ballett-Clubs? Wo die Schüler der Ballettschule? Die Mitglieder der Ballett-Akademie? Alle die (internationalen) Ballett-Connaisseurs?

Die Pandemie mit ihren von Kulturbanausen erfundenen Hürden (man denke nicht immer nur in Wiener Dimensionen, sondern auch an die ländlichen Einzugsgebiete, wo es keine Gurgelboxen gibt und die nächste Abgabestelle für PCR-Tests Kilometer entfernt oder nur mit einem Auto zu erreichen ist) trägt sicher ein Gutteil dazu bei. Ich halte diesen Einfluß allerdings für geringer, als man sich eingestehen mag. In Zeiten, wo vielen das Geld knapp ist, wägen unsere Mitbürger ab, wofür sie es ausgeben. Und entdecken dabei, daß die gebotene Qualität schon seit Jahren nicht mehr den pekuniären Anforderungen und dem Aufwand an Zeit entspricht. Oder, als Frage formuliert: Warum war Nabucco gut gebucht, aber La Cenerentola ist leer?

Vielleicht wäre es geboten, sich darüber einmal Gedanken zu machen.

Gegen den Publikumsschwund sind nachstehend angeführte Probleme zweitrangig, wenngleich nicht vernachlässigbar. Denn die Staatsoper ist immerhin ein staatseigenes Unternehmen und zur Vorbildwirkung verpflichtet:

Staatsoper: Gesundheitskasse prüft Vorwurf der Scheinselbstständigkeit
Ein Schlagwerker pocht auf faire Entlohnung im Staatsopern-Orchester. Denn bei seinem Gastspiel im Ensemble wurde er nicht angestellt. Die Gesundheitskasse prüft nun, ob es sich um Scheinselbstständigkeit handelte.
Profil.at

Hamburg
Kinder, wie doch die Zeit vergeht: Die Elbphilharmonie ist 5 Jahre alt!
Zum Geburtstag der Elbphilharmonie Hamburg am 11. Januar 2022
Am 11. Januar 2022 feiert die Elbphilharmonie Hamburg ihren fünften Geburtstag. Anlass für unsere Autoren, das von den Baukosten her teuerste Konzerthaus der Welt unter die Lupe zu nehmen.
von Dr. Holger Voigt
Klassik-begeistert.de

MOSKAU: NEUJAHRSGALA mit Placido Domingo, aber ansonsten nicht mit den „üblichen Verdächtigen“

newyeargala #placidodomingoinvites
#AngelaGheorghiu
#EvaMariaWestbroek #HiblaGerzmava
#DanielledeNies
#EkaterinaSemenchuk
#RenéPape
#MarioChang #MarcoArmiliato in the pit @bolshoi_theatre

 

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Maria Ewing 71jährig gestorben

 

Maria Louise Ewing (* 27. März 1950 in Detroit, Michigan; † 9. Januar 2022 ebenda) war eine US-amerikanische Opernsängerin (Sopran/Mezzosopran).

Ewing debütierte an der Metropolitan Opera 1976 in Mozarts Le nozze di Figaro als Cherubino. Ihre erste Rolle in Europa war an der Mailänder Scala die Mélisande in Debussys Pelléas et Mélisande. Ihr Repertoire umfasst auch die Carmen, die Dorabella in Mozarts Così fan tutte, die Salome, die Marie in Alban Bergs Wozzeck, die Katarina Ismailowa in Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk und die Périchole in Jacques Offenbachs La Périchole.

Ewing ist für ihr außergewöhnliches Darstellungstalent berühmt. Auch scheute sie sich nicht, in Richard Strauss’ Salome den Regieanweisungen von Oscar Wilde Folge zu leisten, und war nach dem Tanz der sieben Schleier vollkommen nackt. Sie sang jedoch auch so unterschiedliche Rollen wie Henry Purcells Dido and Aeneas, Georges Bizets Carmen oder die Rosina in einer Glyndebourne-Production des Il barbiere di Siviglia (1982) oder Francis Poulencs La voix humaine (2011). Außerdem interpretiert sie auch Jazz.

Von 1982 bis 1990 war sie mit dem Regisseur Sir Peter Hall verheiratet, mit dem sie eine Tochter hat, die Schauspielerin Rebecca Hall.

MAILÄNDER SCALA: Offizielle Fotos vom Liederabend Waltraud Meier, Günther Groissböck bzw. Joseph Breinl
Gefunden von Fritz Krammer

Ecco a voi alcuni scatti della serata di domenica, ultimo concerto in Italia di Waltraud Meier che ha scelto la Scala per il suo commiato nel giorno del suo compleanno. Alla fine della serata il Sovrintendente @dominique.meyer le ha consegnato un mazzo di rose bianche nel numero delle produzioni scaligere a cui ha preso parte e la locandina del suo ultimo 7 dicembre. Insieme a lei sul palcoscenico il basso @guntherfriedrichgroissbock e il pianista Joseph Breinl.

Il prossimo recital di canto è previsto il 30 gennaio alle 20 con protagonista @ekaterina7semenchuk e il pianista Semion Skigin.

 

ZU INSTAGRAM mit weiteren Fotos

München
Kultur in der Corona-Krise: „Wer sich nicht wehrt, wird niedergebügelt“
Während Markus Söder prüft, ob er Bayerns Wirten das Testen von Gästen ersparen kann, klagen Veranstalter über oder vor Gericht gegen die Schlechterstellung der Kultur.
Sueddeutsche Zeitung.de

Die größten Feinde der Kultur sind leider in deren eigenen Reihen zu sinden. Großteils natürlich nur, um bei den Politdarstellern und Hofschreibern gut und konform dazustehen. Ob Vorsatz, Opportunismus oder nur Dummheit, am Ende zählt halt das Resultat.

Schweitzers Klassikwelt 53: Comprimarie e Comprimarii – es klingen die großen Töne auch im Kleinen
Suchen wir nach einer Bedeutung im Internet, so finden wir Unbefriedigendes bis Widersprüchliches. Die Definition „DarstellerInnen von Sekundarrollen“ verwendet wiederum ein nicht sehr gebräuchliches Fremdwort. Dass es sich um Rollen von weniger Gewicht handelt, entspricht auch nicht unserer Opernerfahrung und die Erklärung „DarstellerInnen tragender Nebenrollen“ ist ebenso unglücklich gewählt, denn etwas Nebensächliches kann nicht tragend sein. Die wörtliche Übersetzung „mit den HauptdarstellerInnen“ lässt schließen, dass hier in der Regel keine Kleinstrollen gemeint sind.
Von Lothar und Sylvia Schweitzer
Klassik-begeistert.de

Aus „www.deropernfreund.de  „Der Kontrapunkt

Schwachsinn, sowie Hirnriss und Co. werden auch das Jahr 2022 prägen

 

Ich weiß gar nicht, wo ich auch im neuen Jahr hinschauen soll ohne mich grün, blau und schwarz zu ärgern. Beispiele? Gerne – voila:

https://www.deropernfreund.de/kontrapunkt-6.html

WIEN / Burgtheater:  DIE ÄRZTIN von Robert Icke
Sehr frei nach „Professor Bernhardi“ von Arthur Schnitzler 
Premiere: 7. Jänner 2022,
besucht wurde die zweite Vorstellung am 11. Jänner 2022 

Fotos: Burtgheater / Marcella Ruiz Cruz

„Professor Bernhardi“ von Arthur Schnitzler durfte in Österreich erst 1918, nach dem Ende der Monarchie, gespielt werden. Zu punktgenau hatte der Dichter die Verhältnisse der Zeit getroffen, dass die damalige Zensur nicht ruhig zusehen konnte. Wie ein an sich kleiner Vorfall, über den man auch hätte hinweggehen können, zu einem Anlaß instrumentalisiert wurde, um zur Hatz auf die Juden zu blasen – das ist österreichische Antisemitismus-Stück schlechthin.

Es hat sich über die Zeiten gehalten, wird hierzulande immer noch bejubelt, selbst wenn es hier keine Juden mehr gibt, die man aus führenden Posten verdrängen könnte und wollte. Aber es zeigt, wie schmutzig hierzulande „Politik“ gemacht wird, und daran hat sich nichts geändert…

Das erfordert allerdings ein gewisses Verständnis für die Zustände hierzulande, und die kann man von Ausländern schwer erwarten. Also hat der britische Theatermacher Robert Icke eine der derzeit schon so üblichen Überschreibungen geliefert, dass die wienerische Frage „Darf er denn das?“ gar nicht mehr aufkommt. Was so oft gemacht wird (Simon Stone zuletzt mit Gorki, auch im Burgtheater), ist schon die Regel…

Man sieht völlig ein, dass es für einen Direktor mit dem Anspruch eines Martin Kusej selbstverständlich ist, für neue Entwicklungen als Fahnenträger zur fungieren und die „Diversität“, die Icke hier ausreizt, auch in der Besetzung auf die Bühne zu bringen (wenn man die längste Zeit nichts versteht, wen schert es?). Aber das, was man in Wien und zumal am Burgtheater (und erst recht in „Professor Bernhardi“-Aufführungen) einst selbstverständlich als große Schauspielkunst geboten bekam (so altmodisch der Begriff heute klingen mag) – das ist gänzlich verloren gegangen.

Zum Bericht von Renate Wagner

Film/ TV: Die Gewinner der Golden Globes
Ganz ohne Galaparty wurden zum 79. Mal die Golden Globes in Los Angeles vergeben.
https://kurier.at/kultur/die-gewinner-der-golden-globes/401866082

Von „Batman“ bis „Avatar 2“: Blockbuster, die 2022 kommen
Robert Pattinson wird zur Fledermaus, Sigourney Weaver ist wieder blau und Tom Cruise fliegt tief: Einige programmierte Blockbuster sind heuer angekündigt.
DiePresse.com

TTTs Meinung
„Die große Welle für die Konsumenten kommt erst noch“
TTT: ich werde recht behalten, bis zur Währungsreform, und schon sind die Staaten entschuldet!
wiwo.de

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Schulschliessungen wegen Omikron bringen Joe Biden in Bedrängnis: Der US-Präsident wollte alles besser machen als sein Vorgänger Donald Trump – besonders im Kampf gegen die Pandemie. Doch Schulschliessungen und Lehrerstreiks könnten Bidens Demokraten viele Wählerstimmen kosten.
Zum Bericht

  • Die US-Notenbank muss nun endlich etwas gegen die Inflation tun: Die Amerikaner mögen politisch noch so tief gespalten sein, aber wenn es ans Portemonnaie geht, sind sie sich einig: Die Inflationsrate ist zu hoch. Wenn heute die aktuelle Zahl bekanntgegeben wird, dürfte sie über sieben Prozent liegen – ein unglaublicher Wert, zumal der Leitzins praktisch bei null liegt.
    Zum Bericht
  • Eine Kartellklage gegen Facebook wird im zweiten Anlauf angenommen: Die US-Regierung will den Meta-Konzern zerschlagen. Eine nachgebesserte Klage, die mehr Argumente für eine Monopolstellung des sozialen Netzwerks liefert, hat nun einen Richter überzeugt. Es geht um unfairen Wettbewerb und die Übernahmen von Whatsapp und Instagram.
    Zum Bericht
  • Brüssel empfiehlt erfolgreichen Jungforschern den Umzug in die EU: 28 Wissenschafter an Schweizer Hochschulen bekommen die Folgen des gescheiterten Rahmenabkommens zu spüren. Sie waren in einer EU-Ausschreibung erfolgreich, erhalten nun aber das damit verbundene Geld nicht. Dazu müssten sie mit ihrem Projekt an eine EU-Institution wechseln.
    Zum Bericht

Ukraine: NATO trotzt russischer Forderung
Ungeachtet der zunehmenden Spannungen mit Russland hält die NATO an der Beitrittsperspektive für die Ukraine fest. Die Allianz werde das Recht auf Selbstbestimmung der Staaten Europas nicht antasten, sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Montag in Brüssel. Moskau ist hingegen strikt gegen eine NATO-Osterweiterung. Der Konflikt ist diese Woche Thema mehrerer diplomatischer Treffen
https://orf.at/stories/3243094/

Die Russen wissen aber noch nicht, was auf sie zukommt. Die österreichische Verteidigungsministerin Klaudia Tanner („die werden mich noch kennenlernen“) hat den Russen bereits mit ihrem Eingreifen gedroht, sollten sie beim Thema Ukraine nicht einlenken.  Dass sie selbst an der Spitze des Bundesheeres in Russland einmarschieren will hat sie so direkt nicht gesagt, trotzdem schlottern Vladimir Putin bereits die Knie.

Österreich
Staatsanwalt blitzt mit Beschlagnahme des Schweizer Kontos von Puchers Frau ab
In der Causa Commerzialbank Mattersburg matcht sich die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft mit dem Landesgericht Wien
Kurier.at

Jetzt mischt auch noch Frau Pucher mit. Kasperltheater!

Feuilleton:
Der Austro-Dino, ein derrischer Schleicher
Es sind keine guten Zeiten für schlechte Nachrichten. Und doch muss man wieder einmal eine hinnehmen. Zugegeben – die Sache ist nicht weltbewegend und ohne aktuelle Bewandtnis. Aber ein wenig kränkend ist sie schon, diese Erkenntnis, denn sie verunglimpft einen Schatz der heimischen Vergangenheit.
WienerZeitung.at

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

 

 

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