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12. JÄNNER 2021 – Dienstag

12.01.2021 | Tageskommentar

 

Musiktheaterstück „Eight Songs for a Mad King“ von Peter Maxwell Davies als Live-Stream in der Bayerischen Staatsoper am 11.1.2020/MÜNCHEN 

In einer szenischen Einrichtung von Andreas Weirich waren als Montagsstück die hochexpressiven „Eight Songs for a Mad King“ des britischen Komponisten Peter Maxwell Davies zu hören und zu sehen. Dieses hochkomplexe Musiktheaterstück hat das Publikum bei seiner Erstaufführung im Jahre 1969 schockiert. Das Werk beschreibt eine beklemmende Situation. Es geht um das unmögliche Unterfangen, den eigenen Vögeln das Singen beibringen zu wollen. Und es ist der verrückte englische König George III., der mit seinen Tieren spricht. Es ist eine Welt in Brüchen, die hier beschworen wird –  Wahrheiten, die die Menschen tief treffen…

Zum Bericht von Alexander Walther

Derzeit müssen wir uns mit Streams oder eigens für Stream gemachte Produktionen begnügen. Im Februar soll es wieder in kleinstem Rahmen losgehen – zumindest bei uns in Österreich  und vorausgesetzt, dass die Politiker nicht zwischenzeitig „erleuchtet“ werden. !

Österreich
SPÖ will „realistische Rahmenbedingungen“ für Kulturneustart
„Wenn wir Theater-, Opern- und Konzertveranstaltungen nach dem Lockdown wieder möglich machen wollen, dann braucht es realistische Rahmenbedingungen“, hat SPÖ-Kultursprecher Thomas Drozda am Montag per Aussendung gefordert. Um ein ökonomisch und künstlerisch sinnvolles Angebot mit sieben Vorstellungen pro Woche zu ermöglichen, müssten auch wochentags Abendvorstellungen erlaubt sein. Vorstellungen sollten deshalb nach Ende des strengen Lockdowns bis 22 Uhr laufen dürfen.
Salzburger Nachrichten

SPÖ-Vorschlag: Theater-Vorstellungen bis 22 Uhr
Nach dem geplanten Ende des dritten harten Lockdowns am 24. Jänner sollen Theatervorstellungen wieder möglich sein. Die türkis-grüne Bundesregierung hatte sich bereits am Wochenende auf sogenannte Eintrittstests geeinigt. SPÖ-Kultursprecher Thomas Drozda forderte am Montag zusätzlich „realistische Rahmenbedingungen“ für die heimischen Kulturbetriebe. Er sprach sich dafür aus, dass Vorstellungen auch wochentags bis 22 Uhr möglich sein sollten.
https://www.krone.at/2315393

22 h wäre eigentlich sowieso das logische Ende auch bei „normalen Bedingungen“, dazu bräuchten wir keine Sondergenehmigung. Die Partei des Herrn Dr. Drozda ermöglicht den Regierenden die Durchsetzung der geplanten Beschränkungen „Eintrittstesten statt Freitesten“ . Das frühe „späteste Ende“ mit 19 h ist zwar meines Wissens nach nicht in dem von der Droza-Partei unterstützten Entwurf drinnen, aber als Druckmittel wäre diese Änderung durchaus zu gebrauchen gewesen. Jetzt verstehe ich nicht, dass er in den Gesprächen diese Forderung nicht erhoben hat! Oder ist er bei seiner eigenen Parteichefin abgeblitzt?

Das Stream Programm der Wiener Staatsoper bis einschließlich 18. Jänner 2021:

Heute Dienstag, 12. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Leoš Janácek
DAS SCHLAUE FÜCHSLEIN (Vorstellung vom 11. April 2016)
Oper in drei Akten
Musikalische Leitung: Tomáš Netopil
Inszenierung: Otto Schenk
Mit u.a.: Chen Reiss, Roman Trekel, Hyuna Ko, Joseph Dennis, Paolo Rumetz, Marcus Pelz

Mittwoch, 13. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Richard Wagner
GÖTTERDÄMMERUNG (Vorstellung vom 24. Jänner 2016)
Dritter Tag des Bühnenfestspiels
Musikalische Leitung: Adam Fischer
Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf
Mit u.a.: Christian Franz, Linda Watson, Eric Halfvarson, Jochen Schmeckenbecher

Wir informieren weiter, das Programm bis zum 18.1. finden Sie aber in unseren „Infos des Tages“ und natürlich auf der Webseite der Wiener Staatsoper.

München
Nun fix: Rattle wird Chefdirigent des BR-Symphonieorchesters

Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks setzt die Reihe seiner renommierten Chefdirigenten fort. Nach Mariss Jansons folgt nun Sir Simon Rattle – ein berühmter Name in der Musikwelt.
Münchner Abendzeitung

Simon Rattle wird Chefdirigent des BR-Symphonieorchesters
Noch steht Sir Simon Rattle dem London Symphony Orchestra vor. Doch nun hat der Dirigent dem Bayerischen Rundfunk zugesagt. In München wird er dem 2019 verstorbenen Mariss Jansons nachfolgen.
Der Spiegel.de

Musiksalon Nr. 45: Rattle in München
Sir Simon Rattle übernimmt neben dem London Symphony Orchestra auch noch die Leitung des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Ein Orchesterporträt.
https://www.diepresse.com/5921126/musiksalon-nr-45-rattle-in-munchen

München ein bisschen aufrütteln – Sir Simon Rattle übernimmt Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks ab Herbst 2023
Neue Musikzeitung

Bayreuth
Monika Grütters: Wem soll das Bayreuther Festspielhaus gehören?


Innenraum des Festspielhauses.
Foto: Youtube

Ministerin will ziemlich radikale Bayreuth-Reform
Crescendo/ Brüggemann

Ich kenne die Besitzverhältnisse und vor allem die Verträge nicht. Mein Gefühl hat mir aber bei der ersten, noch relativ harmlos klingenden Wortmeldung der Frau Minister gesagt, dass sie mehr Einfluss gewinnen will. Die „Freunde“ sind ihr da im Weg, deshalb versucht sie es über Katharina Wagner, die im Vorjahr eine schwere Krise durchgemacht hat.

Crescendo weiß da sicher mehr, ich will mich nicht in Vermutungen ergehen!

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

PARISER OPER SAGT „CAPRICCIO“ KURZFRISTIG AB

Diana Damrau kündigte vor zwei Tagen Capriccio noch an

Untenstehenden Link anklicken
ZU INSTAGRAM  – mit Video

Günther Groissböck zeigt sich von der Absage schwer enttäuscht

Untenstehenden Link anklicken
ZU INSTAGRAM – mit Video

Opéra National de Paris Cancels Run of “Capriccio’
http://operawire.com/opera-national-de-paris-cancels-run-of-capriccio/

Opéra National de Paris Cancels Run of ‚Die Zauberflöte‘
http://operawire.com/opera-national-de-paris-cancels-run-of-die-zauberflote/

Live-Stream der Spielzeitpremiere des Balletts »La Strada« aus dem Staatstheater am Gärtnerplatz Januar 2021;

„La Strada“ am Gärtnerplatztheater: Özkan Ayik als Zampano | Bildquelle: Marie-Laure Briane

Das Gärtnerplatztheater wird am 16. Januar 2021 erstmalig einen Live-Stream einer Ballett-Produktion anbieten. Nino Rotas Ballettsuite »La Strada« wurde 2018 von Marco Goecke für das Theater choreografiert und wird um 19.00 Uhr live aus dem Staatstheater am Gärtnerplatz übertragen werden. Das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz wird dirigiert von Michael Brandstätter. Der Live-Stream der Spielzeitpremiere in Kooperation mit der BR KulturBühne ist kostenfrei auf der Website des Theaters abrufbar…

Mehr darüber in unseren „Infos des Tages“

RAFAEL FINGERLOS HEUTE IM WEBRADIO RAI: Dienstag, 12. Januar 2021, 20h30

Foto: privat/ Fingerlos

RAI Radio 3 Classica

www.raiplayradio.it/radio3/

Haydn Orchester von Bozen und Trient
Juraj Valcuha, Dirigent
Rafael Fingerlos, Bariton

Gustav Mahler: Lieder eines fahrenden Gesellen (Bearbeitung: Arnold Schönberg)

Das Ballett in der Krise: Drill im Märchenland Rassismus, Konformitätszwang, Schikane
Ist das klassische Ballett ein Anachronismus? Ein Blick nach Berlin, Paris und Wien.
Tagesspiegel

Die Theater in der Krise „Es ist eine große Experimentierzeit, darin liegt die Chance“
Während der Pandemie streamen viele Theater ihre Inszenierungen. Regisseur Arne Vogelsang experimentiert schon lange mit Netz-Formaten. Ein Gespräch
Tagesspiegel

Buchbesprechung

Wolfgang Jansen: MUSICALS
Geschichte und Interpretation
Gesammelte Schriften zum Populären Musiktheater, Band 1
308 Seiten, Waxmann Verlag, 2020

 

Der Waxmann Verlag, bekannt für seine Behandlung musikalischer Themen, hat eine neue Reihe mit dem Titel „Gesammelte Schriften zum Populären Musiktheater“ eröffnet. Sie dürfte im Moment ausschließlich dem Theaterwissenschaftler Wolfgang Jansen zur Verfügung stehen, der plant, in den nächsten Jahren in sieben bis acht Bänden seine wissenschaftlichen Forschungen, die bisher in Einzelartikeln erschienen sind, hier in Buchform zusammen zu fassen. Offenbar hat er zum Thema des „populären“ Musiktheaters schon so viel Material aller Art zusammen getragen, dass es bereits als Grundlage des 2010 in Freiburg gegründeten Deutschen Musicalarchivs dient.

Im ersten Band – Untertitel „Geschichte und Interpretation“ – geht es also in zahlreichen Einzelaufsätzen um Musical, allerdings nicht um die Entstehung und Entwicklung des Genres, sondern vielmehr um seine Rezeption in Deutschland ab 1945 bis 1970. Wobei die Liste der „Musical-Erstaufführungen“ im deutschsprachigen Raum 1945 mit „Porgy and Bess“ in Zürich beginnt – in den Augen vieler eine Oper, aber doch der Anstoß für eine neue Art des Musiktheaters, die aus Amerika kam…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Ausstellungen/ Kunst: Vernetzen statt Verstecken: Perspektiven der Kunst nach Corona
Die Infrastruktur ist geschwächt, doch an Ideen und Initiativen mangelt es nicht. Neue Rahmenbedingungen werden erst geschaffen
Kurier

TV/ Kommentar: Ein Geist am Jury-Tisch
Dass Menschen, die Unsinn verbreiten, auf RTL Sendezeit bekommen, ist man gewohnt. Gut, ist man geneigt zu sagen, muss ja keinem Bildungsauftrag nachkommen. Aber einem Unbildungsauftrag wollte RTL doch nicht nachkommen: Die unglückliche Personalwahl der Talentshow „Deutschland sucht den Superstar“ mündete nun in einen Höhepunkt.
Wiener Zeitung

Österreich
Dafür steht der neue Arbeitsminister Kocher: Schlanker Staat, Pensionskürzungen, anders umverteilen
Mit Martin Kocher zieht ein anerkannter Ökonom ins Arbeitsministerium ein, ein neutraler Experte ist er freilich nicht. Am Montag wurde er angelobt
Der Standard

Nach Aschbacher-Affäre: Politik hofft auf ein reinigendes Gewitter
Die Uni Bratislava und die FH Wiener Neustadt wollen jetzt ihre Arbeit und die Praxis ihrer Häuser genau unter die Lupe nehmen.
Kurier

HONS LIEST CHRISTINE ASCHBACHER – ein Stück Literatur vom Feinsten

 

ZUM VIDEO (3 Minuten

Dieses Stück Literatur sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Bislang habe ich ja irgendwie Mitleid mit der Ex-Ministerin gehabt, denn man soll sie an ihrer Arbeit messen und nicht einer Menschenhatz preisgeben. Nun habe ich aber die protzige Visitenkarte der Frau Mag. Aschbacher auf der Parlamentshomepage gesehen und mein Mitleid schwindet. Ich erinnere mich eines meiner Tischler-Lehrlinge im ersten Lehrjahr. Der präsentierte sich doch glatt als „Holz-Techniker“.

Nun wird der Plagiatsjäger mit Morddrohungen eingedeckt – exakt mit bisher zwei – und Rechtsextreme werden da wohl nicht dabei sein! Sind solche Wirrköpfe auch in anderen Ideologien vertreten?  Der Herr „Jäger-Weber“ wiederum sieht sich auch gerne in den Medien, denn sonst wäre er nicht mit diesen „Drohungen“ (merke, „Hunde die bellen beißen nicht“) an die Öffentlichkeit gegangen sondern hätte es bei einer Anzeige bei der Polizei belassen, wie das jeder Normal-Sterbliche machen würde. Er prüft derzeit auch die Arbeiten anderer Regierungsmitglieder.

Und wieder hat Bundeskanzler alles richtig gemacht: Herr Prof.Dr. Weber beißt bei der Überprüfung seiner Arbeiten auf Granit!

Neues aus der „Zürcher Zeitung NZZ: In der Schweiz wollen einige Wirte den Aufstand proben, finden aber nur wenige Mitstreiter:

Nur wenige Wirte beteiligen sich an «Wir machen auf»: Mit der schweizweiten Protest-Aktion wollten Restaurants bewusst gegen die Corona-Auflagen verstossen. Doch drohende Strafen haben wohl abgeschreckt. Mancher vermutet, dass Corona-Skeptiker versuchen, die Branche zu instrumentalisieren. Zum Bericht (Zitat Ende)

In Österreich wollte eine Linzer Gastronomin (Alexandra Revulesko in der Badgasse)  „einen Baum aufstellen“.  Sie erzielte großes Medien-Echo, aber es droht eine saftige Geldstrafe, sogar Entzug der Konzession. Ausgang ungewiss, wir bleiben am Ball!

Neueste Meldung: Der Schul-Lockdown soll bis Mitte Februar dauern. Details werden wir im Laufe des Tages erfahren. Ob dann ausgerechnet die Theater Ende jänner – wohl in abgespeckter Form –  öffnen dürfen, wage ich zu bezweifeln. Ob ich in der erzwungenen Pause weitermachen werde, muss ich mir noch gründlich überlegen. Es ist immer gefährlich, vom eigentlichen Thema (Kunst und Kultur) abzuweichen, man gerät sehr leicht in die Kritik. Nur ist Kunst und Kultur derzeit leider wirklich ein Randthema – zumindest für die Regierung. Über was soll ich also schreiben? Nostalgie ist so wirklich nicht mein Ding!

Verbringen Sie einen schönen Tag !

A.C.

 

 

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