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12. JÄNNER 2019

12.01.2019 | Tageskommentar

Theo Adam gestorben. Auf dem Foto sehen Sie ihn als „Musiklehrer“ in „Ariadne auf Naxos“ an der Wiener Staatsoper. Foto: Axel Zeininger

Die Wiener Staatsoper trauert um den großen deutschen Opernsänger Theo Adam, der am Donnerstag, 10. Jänner 2019 in seiner Heimatstadt Dresden im Alter von 92 Jahren verstorben ist.

„Theo Adam war zweifelsohne einer der bedeutendsten Interpreten des 20. Jahrhunderts, ein seiner Heimatstadt stets verbundener kosmopolitischer Sängergigant in vielerlei Hinsicht: eine beeindruckende Erscheinung mit einer sehr edlen Stimme, unzählige Auftritte an den wichtigsten Opernbühnen und Konzertpodien der Welt, über hundert verschiedene Partien quer durch die Musikgeschichte, wobei vor allem die großen Wagner- und Straussrollen seine Glanzpartien waren, so auch an der Wiener Staatsoper. Auch für mich persönlich war Theo Adam ein wichtiger Sänger: In der allerersten Opernvorstellung meines Lebens war er der Amfortas an der Pariser Oper, er war mein erster Wotan – mit Christa Ludwig an seiner Seite und unter Georg Solti –, in meiner ersten Vorstellung in Bayreuth war er der Gurnemanz. Theo Adam wird ein Fixstern am Opernhimmel bleiben“, so Staatsoperndirektor Dominique Meyer.

Ein VIDEO „INTERVIEW THEO ADAM MIT AUGUST EVERDING“ Da Capo  1990

Bassbariton Theo Adam gestorben. Zum Tod des großen Wagner-Sängers
Seine Karriere begann im Dresdner Kreuzchor. Der Sänger und Regisseur Theo Adam war vor allem für seine Wagner-Rollen berühmt. Am Donnerstag ist er im Alter von 92 Jahren nach langer Krankheit in einem Dresdner Pflegeheim gestorben, wie die Familie am Freitag der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Ein Nachruf.
BR-Klassik
Trauer um Opernsänger Theo Adam
https://www.saechsische.de/opernsaenger-theo-adam-gestorben-5021898.html
Zum Tod von Theo Adam: Der Mann, der Bayreuths „Göttervater“ war
Als Wagner- und Strauss-Sänger machte der Bassbariton Theo Adam Weltkarriere. Nun ist er 92-jährig in seiner Heimatstadt Dresden gestorben. Ein Nachruf.
Tagesspiegel
Deutscher Opernsänger Theo Adam gestorben
Kurier
Eine fett bassbaritonal tönende deutsche Eiche
Die Welt.de

HEUTE Stream aus der Wiener Staatsoper: DIE WALKÜRE

Mehr erfahren

Passend dazu fasst Dr. Klaus Billand ein Gespräch zusammen, das am vergangenen Sonntag in der Staatsopern-Filiale Walfischgasse stattgefunden hat: Der Moderator Oliver Láng stellte Jendrik Springer vor als einen umfassend zum Thema „Der Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner Wissenden. Und Springer konnte es dann auch relativ schnell unter Beweis stellen. Er war musikalischer Assistent vieler großer Dirigenten, u.a. auch von Christian Thielemann, und zudem Studienleiter der Wiener Staatsoper als Einstudierer – erst mit den Sängern, dann mit den Dirigenten – wie auch selbst Dirigent. Oft trägt er die speziellen Wünsche der Dirigenten in die Partituren ein. Das sind dann wohl die großen grauen und roten Striche und Kommentare, die man mit einem Feldstecher noch von der Galerie auf den Notenseiten sehen kann… (Anm. d. Verf.)…

Eine Bemerkung zum heutigen Dirigenten Axel Kober: Axel Kober: Er ist ebenfalls ein Praktiker und wird hier in Wien nun wieder einen „Ring“-Zyklus ohne Orchesterprobe dirigieren! Viele andere Dirigenten lehnen das ab. So hat Kober offenbar etwas Lust am Abenteuer…

Mehr über dieses Gespräch in unseren heutigen Tagesinfos

München/ Bayerische Staatsoper: NORMA (9.1.)

Carmen Giannattasio (Norma). Foto: Wilfried Hösl/ Bayerische Staatsoper

Carmen Giannattasio verfügt in der Titelpartie durchaus über eine starke Bühnenpräsenz und machte so die absolute Autorität Normas innerhalb ihres Volkes deutlich. Das persönliche Drama der um ihre Liebe betrogene Frau, der verzweifelten Mutter und der Priesterin, die ihre Götter und ihr Volk verrät, kam jedoch nicht so gut zur Geltung. Insbesondere der dramatische Schluss geriet ihr etwas beiläufig. Sängerisch bewältigte Carmen Giannattasio die Partie letztlich souverän, wenn auch nicht virtuos. Manche Koloraturen wirkten etwas schwerfällig, einige Spitzentöne wurden nicht ganz ohne Mühe erreicht. So war es die Sängerin der Adalgisa, die an diesem Abend den größeren Erfolg für sich verbuchen konnte. Angela Brower verfügt über einen klangschönen, sowohl in der Höhe als auch in der Tiefe mühelos ansprechenden Mezzosopran. Ihr gelang alles mit Leichtigkeit und sie konnte die wunderbaren Melodiebögen Bellinis in ihrer ganzen Schönheit zur Geltung bringen. Auch Joseph Calleja als Pollione bot Belcanto in Reinkultur, obwohl er durch eine Erkältung leicht gehandicapt war. Dies machte sich aber lediglich in einem nicht ganz gelungenen Spitzenton in seiner Arie im ersten Akt bemerkbar…

Zum Bericht von Gisela Schmöger

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Forumsauszüge zu unserer historischen Staatsopern-Diskussion:

Andreas Schnabel zur Don Carlos-Premiere und Horst Stein: Ich kenne die Aufführung nur von Tonträgern und kann die Ablehnung von Horst Stein nicht nachvollziehen. Meines Wissens waren die Buh-Rufer „Karajanisten“, die ihre Enttäuschung, daß nicht ihr Idol dirigiert hat, lautstark bekundet haben. So hat man es mir im Stehparterre (Jahre später) erzählt.

Einen roten Kopf hat Horst Stein immer gehabt, auch nach bejubelten Vorstellungen….

„Tristan 62“ kontert: Zu Schnabl: Das, was man ihnen am Stehplatz erzählt hat, ist kompletter Blödsinn. Karajan hat im Juni 1970 gerade einmal das erste Mal seit seinem Weggang von Wien im Musikverein dirigiert (Beethovenzyklus mit den Berliner Philharmonikern) und es war nie die Rede davon, daß er diesen Don Carlos dirigieren sollte. Horst Stein war von Anfang an als Dirigent vorgesehen, die Gründe dafür hat HansLick2 dargelegt.

Zu HansLick2: Strehler und Wien war ein eigenes Kapitel. Mitte der 70er-Jahre hat er nämlich im Burgtheater die „Triloegie der Sommerfrisch“ von Goldoni und eine auf einen Abend verknappte Version seiner für Salzburg entwickelten Shakespeare-Collage „Das Spiel der Mächtigen“ inszeniert. Das war zwar in erster Linie seiner damaligen noch sehr „jungen“ Beziehung zu Andrea Jonasson geschuldet, aber keiner der Verantwortlichen der Staatsoper ist offenbar auf die Idee gekommen, in dieser Zeit mit ihm über eine Produktion zu sprechen.

Antwort von „Hans Lick“ an @23 Tristan62: Herzlich gelacht, karajan gegen stein, passiert wenn stehplatz karajanisten müll nachgeschnabelt wird. herrlich das match! was wäre wenn ich meinte bernstein war vorgesehen, wollte den tenor nicht? oder giulini, der hatte damals seine don carlo RCA aufnahme vorgelegt, wollte aber unbedingt den fontainebleau act auf der bühne, wie schon in london?

allemal wir hätten heute dieses ein abend SPIEL DER MÄCHTIGEN noch! ohne müll und microports wars damals!

Hamburg/ Staatsoper: Calixto Bieito inszeniert das Verdi-Requiem als Bühnenspiel zwischen den Welten…
Eine Momentaufnahme aus dem Familienalltag eröffnet das Requiem: Mutter und Vater spielen mit ihrem Sohn vor einer raumhohen Regalwand im Ikea-Stil Ball. Hinter den 12 mal acht Quadern des Riesenregals halb verborgen der Chor. Dahinter nochmal ein Regal.
Ja, richtig. Es geht um Verdis „schönste Oper“, seine katholische Totenmesse von 1874, in Szene gesetzt vom enfant terrible Calixto Bieito. Doch ein Bühnenskandal bleibt diesmal in der Staatsoper Hamburg aus. Kein Sex, kaum Blut, allerdings einige Tote und nur kurz eine (fast) nackte Frau. Der Katalane zeigt statt schockierenden Bildern eine detailreiche Feinheit und Tiefe und inszeniert die Vergänglichkeit allen Lebens.
Klassik-begeistert

Hamburg: Fremdeln mit Wagner in der Elbphilharmonie
Nina Stemme kann sich aussuchen, wo sie wann und mit wem singt. Zweimal sang sie nun in Hamburg – und blieb dabei verspannt
Hamburger Abendblatt

Der Tenor Pavol Breslik: Naturbursche mit Liebe zum Gesang
Als Kind hielt er „Turandot“ für eine Rockband und entdeckte so die Klassik für sich. Der Tenor Pavol Breslik ist heute weltberühmt, aber viel mehr als ein Sänger: Naturbursche, Familienmensch und leidenschaftlicher Koch. BR-KLASSIK verrät er das Gulasch-Rezept seiner Mutter.
BR-Klassik

MÜNCHEN: Montag Künstlergespräch mit Günther Groissböck

 

München: Wahrheitssucher. Jonas Kaufmann singt Mahlers „Lied von der Erde“
https://www.sueddeutsche.de/kultur/kurzkritik-wahrheitssucher-1.4281039

Kammeroper Schloss Rheinsberg: Ärger in Arkadien
Georg Quander versucht, der Kammeroper Schloss Rheinsberg ein neues Profil zu geben. In dem Festivalgründer Siegfried Matthus hat er einen erbitterten Gegner.
Tagesspiegel

Es ist sehr oft das gleiche Szenario – und es ist überall störend. In Österreich erleben wir es vorwiegend von „Alt-Obmännern“ einer Regierungspartei, die ihrem Nachfolger im Stile der Balkon-Muppets  ständig „in die Suppe spucken“, aber auch der deutsche Komponist Siegfried Matthus hat noch nicht registriert, dass weder er noch sein Sohn in Rheinsberg mehr das Sagen haben. Muss es denn verbrannte Erde sein, die man hinterlässt?

THEATER NORDHAUSEN: DIE „CENDRILLON-STORY“ GEHT WEITER

Anette Leistenschneider, Operndirektorin am Theater Nordhausen, berichtet von ihrer Arbeit an Massenets „Cendrillon“ (Premiere 25. Jänner 2019) exklusiv für den „Online-Merker“:

Copyright: Andreas Becker.

Mehr davon in unseren „Tagesinfos“

New York/ New York City-Opera: Review: ‘Dear Erich’ Combines Opera, Jazz and the Holocaust

From left: Susanne Burgess, Peter Kendall Clark and Glenn Seven Allen in “Dear Erich,” a jazz opera by Ted Rosenthal. Credit: Richard Termine

New York City Opera 2018-19 Review: Dear Erich
http://operawire.com/new-york-city-opera-2018-19-review-dear-erich/

Review: “Dear Erich’ Combines Opera, Jazz and the Holocaust
The New York Times

WIEN / Scala: TROILUS UND CRESSIDA von William Shakespeare
Premiere: 10. Jänner 2019

Foto: Bettina Frenzel

Bruno Max, Intendant  des Theaters Scala und oftmals sein eigener Regisseur, vermerkt im Programmheft richtig, dass „Troilus und Cressida“ zu den am wenigsten gespielten Shakespeare-Stücken zählt. Und das ist eigentlich auch verständlich – denn im Grunde ist es ziemlich reizlos. Es ist ein Stück vom Krieg, der das Geschehen gänzlich dominiert, wobei es schon bei Shakespeare um Helden-Demaskierung mit starkem Verhöhnungsfaktor geht. Und mitten drin blüht kurz eine Liebesgeschichte, die sich bald als entsetzlich traurig herausstellt. Kurz, ein Werk, das es niemandem leicht macht…

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

WIEN / Theater der Jugend im Theater im Zentrum: SCHULD UND SÜHNE nach Fjodor M. Dostojewskij, von Thomas Birkmeir
Uraufführung
Premiere: 11. Jänner 2019

Foto: Rita Newman

Theater-der-Jugend-Direktor Thomas Birkmeir kann seine Fassung von Fjodor M. Dostojewskijs Roman „Schuld und Sühne“ gut und gern als Uraufführung bezeichnen. Das heißt aber nicht, dass man diesem Buch nicht immer wieder auf der Bühne begegnet wäre – ob als „Raskolnikoff“ (von Walter Lieblein), ob als „Schuld und Sühne“ (von Castorf in der Berliner Volksbühne, 2005 bei den Wiener Festwochen), ob als „Verbrechen und Strafe“ (die alternative Übersetzung des Titels aus dem Russischen), u.a. in der Regie von Andrea Breth 2009 bei den Salzburger Festspielen.

Raskolnikows Kampf gegen die Armut und seine geistigen Nietzsche-Höhenflüge vom Übermenschen, der keine moralischen Gesetze anerkannt und der dann doch seinem eigenen Gewissen unterliegt, ist in seiner seltsamen Faszination wohl unsterblich. Dostojweskij übertrifft als „Philosoph“ noch seine anderen, hoch bedeutenden russischen Zeitgenossen, weil er in die tiefsten Abgründe des menschlichen Denkens und der menschlichen Seele hineinstürzt…

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Deutschland: Neue F.A.Z. Theaterserie : Was könnte man nicht alles spielen?
Eigentlich könnten die deutschen Theater jedes Risiko eingehen. Aber sie spielen alle immer dieselben Klassiker, adaptieren dieselben Bestseller. Dabei gäbe es so viel zu entdecken.
Frankfurter Allgemeine

Genießen Sie heute einen schönen Tag!

A.C.

 

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