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12. DEZEMBER 2020 – Samstag

12.12.2020 | Tageskommentar

Die ersten Pressefotos zur anstehenden Premiere von Henzes „Das verratene Meer“ (am 14. Dezember um 19 Uhr im Livestream auf play.wiener-staatsoper.at sowie Ausstrahlung am 15. Dezember auf Radio Ö1)
Vera-Lotte Boecker als Fusako Kuroda. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Bo Skovhus als Ryuji Tsukazaki, Josh Lovell als Noburo/“Nummer Drei“. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

 

NACH „WERTHER“ vorgestern an der Wiener Staatsoper/ Livestream

ZU FACEBOOK mit vergrößerbaren Fotos

Da ging es recht lustig zu, nach „Werther“ in Wien. Immer dabei: Frau Beczala

Wien/ Staatsoper: „Werther“ oder der Wunsch, wieder ein Wir sein zu wollen
„Werther“ an der Wiener Staatsoper: Musik gewordene Eleganz für TV-Kameras und FFP-Masken.
Wiener Zeitung

Wien: Erstes Probenfoto aus „TOSCA“ mit Anna Netrebko und Yusif Eyvazov

Anna Netrebko, Yusif Eyvazov. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Es scheint also alles in Ordnung zu sein, alle an Bord, alle gesund! Leider sind die Aussichten für die nächsten Monate eher trübe. Die verordneten Maßnahmen sollen verschärft werden. Indirekt betrifft das natürlich auch „unseren Bereich“. Das ist der mit der schwächsten Lobby, mit dem geringsten Rückhalt in der Regierung. Der zuständige Minister hat mit Kunst und Kultur sehr, sehr wenig im Sinn, die Staatssekretärin verkauft sich zwar gut, ist aber eigentlich eine Luftnummer. Nur traut sich das unter den ansonsten so wortgewaltigen Künstlern niemand zu sagen. Gewiss, sie kann gar nichts ausrichten, nur wozu brauchen wir sie dann? Weil sie die beste Freundin einer wichtigen Dame in unserem Land ist?

Die Museen haben ganz offensichtlich bessere Karten. Das beweist, dass unsere Staatsoper doch kein Opernmuseum ist. Des Staatsoperndirektors „bester Freund“ strickt sich übrigens seine eigene Logik. Auszug aus einem Interview mit dem „Standard“:

STANDARD: Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder sagt, dass Minister Werner Kogler und Sie ihn ausdrücklich gebeten haben, im kommenden Jahr zwei große Publikumsausstellungen zu zeigen.

Kulturstaatssekretärin: „Vielleicht ist es besser, länger zuzusperren“
Weniger Ausstellungen und Inszenierungen: wie sich für die oberste Kulturpolitikerin des Landes, Andrea Mayer, das heimische Kulturleben verändern wird
http://www.derstandard.at/story/2000122424256/kultur-staatssekretaerin-muessen

Österreich
Corona-Hilfen für den Kulturbereich verlängert

Mit Koalitionsmehrheit hat der Nationalrat die Hilfen ausgebaut.
Wiener Zeitung

Gerade  im Bereich der Theater ist aber von Lockerungen keine Rede!

Auszug aus den gestern veröffentlichten „Paket für Österreich“:

Ausgeweitet wird der Mund-Nasen-Schutz: Die Maske muss man künftig auch im Freien tragen, und zwar in stark frequentierten Zonen wie in Einkaufsstraßen. Das können die Bundesländer erlassen. Die Maskenpflicht wird auch am Arbeitsplatz eingeführt, und zwar überall dort, wo der Abstand nicht eingehalten werden kann.

Die Regierung spricht von einer „schweren Zeit von Januar bis frühestens März“. Ob da den Menschen der Sinn nach Oper und Theater steht? Irgendwann ist eine Schmerzgrenze erreicht, überhaupt, wenn Fortschritte nicht wirklich erkennbar sind. Wenn eine Strategie nicht greift, muss man sie ändern, so einfach ist das!

Die Sache mit der Bestandsgefährdung
Zu unser aller Überraschung wird die Staatsoper doch nicht zugesperrt. Die Künstler werden dennoch immer zorniger. Das Publikum auch.
https://www.news.at/a/spitzentoene-bestandsgefaehrdung-11800269

Seit Dominique Meyer nicht mehr in der Staatsoper das Zepter in der Hand hält, verspürt Heinz Sichrovsky merklich Aufwind und gibt sich als Rächer der Entrechteten. Inwieweit und mit wem dies abgesprochen ist, entzieht sich meiner Kenntnis!

Salzburg
Star-Getümmel von Coronas Gnaden in „Elektra“
Salzburger Festspiele klotzen von 17. Juli bis 31. August 2021, sofern es die Pandemie gestattet.
Oberösterreichische Nachrichten

Im offenbar nicht gut recherchierten Artikel wird Asmik Grigorian als Titelrollensängerin in der „Elektra“ angekündigt (in der Vorsaison war sie Chrysothemis). Aus Bayreuth erfahren wir, dass sie die neue „Senta“ im „Fliegenden Holländer“ sein wird. Wie dem auch sei, die Dame ist gut im Geschäft!

Festspiele im Sommer: Kunst und Prävention
Was die Bayreuther und Salzburger Festspiele für den kommenden Sommer 2021 planen.
Münchner Abendzeitung

Zu Bayreuth: Ungeklärt ist vorerst, wie es mit Christian Thielemann weitergeht, dessen Vertrag als Musikdirektor zum Jahresende ausläuft. Auch der Nachfolger für den scheidenden Geschäftsführer Holger von Berg steht noch nicht fest, zumindest wird sein Name noch nicht verraten. 

Soeben erfahre ich, dass Asmik Grigrorian die Senta im „Fliegenden Holländer“ (Inszenierung Dmitri Tcherniakov) sein soll. Salzburg und Bayreuth? Mehr darüber morgen!

Lieses Klassikwelt 66: Live
Ich bin schon ziemlich Stream-müde. Mehr als einen notdürftigen Behelf geben diese Streams einfach nicht her, ein Live-Erlebnis können sie nicht ersetzen.
Video-Streams und TV-Übertragungen bieten aktuell die einzige Möglichkeit für Musikerinnen und Musiker, nicht zu verstummen. Wobei es meist die großen Namen sind, die sich in Opernaufführungen, Konzerten oder Gala-Vorstellungen präsentieren. Stars wie Jonas Kaufmann, Elina Garanca, Piotr Beczala oder Placido Domingo. Oder auch die gefeierte Dirigentin Joana Mallwitz, die ihr Berlin-Debüt im RBB-Fernsehen feierte. Auch die mit dem Tenor Roberto Alagna prominent besetzte Lohengrin-Premiere an der Berliner Staatsoper Unter den Linden am kommenden Sonntag und das traditionelle Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker unter Riccardo Muti werden nur auf Monitoren verfolgt werden können. Dies dann allerdings mit Einschränkungen und Klimmzügen…
Von Kirsten Liese
https://klassik-begeistert.de/lieses-klassikwelt-66-live/

Kirsten Liese spricht auch an, dass registrierte Stream-Zuschauer möglicherweise ihren Beifall online einspielen können sollen. Sie hält das alles für ziemlich absurd.

Irgend eine Lösung wird man aber wohl finden müssen, zumal der Spuk nicht in wenigen Wochen vorbei sein wird. Stille Verbeugungszeremonien vor einem „Bildschirmpublikum“ sind stimmungstötend, da wäre es besser, nach Fallen des Vorhangs gleich den Abspann ablaufen zu lassen!

ZÜRICH: OHNE PUBLIKUM IM STREAM +++ ABSAGE ALLER VORSTELLUNGEN IM JANUAR

Den Beschlüssen des Bundesrates folgend muss das Opernhaus Zürich leider die für den Dezember publizierten Konzerte für 50 Zuschauer*innen absagen. Ganz verzichten muss man aber nicht. Digital wird das Opernhaus weiterhin präsent bleiben…

Alle Streamings finden Sie auf www.opernhaus.ch/digital

Detaillierte Infos in unseren „Infos des Tages“

Eine besondere Gala in besonderen Zeiten: Die 26. José Carreras Gala hat 3.601.532 Euro an Spenden erzielt.

Foto: Facebook

Gastgeber und Moderator José Carreras: „Es war ein sehr emotionaler und bemerkenswerter Abend. Ich bin tief bewegt, dass unser treues Publikum die Leukämie-Patienten und deren Familien nicht im Stich lässt. Diese Spenden helfen, unser großes Ziel weiter zu verfolgend: Leukämie muss heilbar werden. Immer und bei jedem. Wir werden jeden einzelnen Euro gezielt und verantwortungsbewusst für wichtige Forschungs-, Infrastruktur und Sozialprojekte einsetzen. Vielen Dank für diese großartige Hilfe. Mein besonderer Dank gilt auch allen Künstlerinnen und Künstlern, die uns auf der Bühne und an den Spendentelefonen unterstützt haben, sowie dem MDR und dem gesamten Produktionsteam.“

Während José Carreras wegen der Reisebeschränkungen von Barcelona aus durch den Abend führte, standen Brisant-Moderatorin Mareile Höppner und ARD-Morgenmagazin-Moderator Sven Lorig in Leipzig auf der Bühne…
ZU FACEBOOK

STUTTGART/Bachakademie: Streaming-Angebot – zwei Magnificats zur Weihnachtszeit

 Als Videostream ist das zweite Abonnementkonzert der Internationalen Bachakademie Stuttgart ab dem 13. Dezember auf www.bachakademie.de mit Pay per View für alle Interessenten verfügbar. Die Aufzeichnung zeigt das Konzert der Gaechinger Cantorey mit Hans-Christoph Rademann vom 5. Dezember vor leerem Saal im Forum am Schlosspark Ludwigsburg. Auf dem Programm stehen die beiden Magnificats von J.S. Bach und dessen Sohn C.P.E. Bach. Die wohlbekannten Melodien von »Vom Himmel hoch« und anderen Weihnachtsliedern, die zwischen den Sätzen von J.S. Bachs Magnificat erklingen, lassen an diesem dritten Adventswochenende Weihnachtsstimmung aufkommen.

Neben dem Videostream bietet die Internationale Bachakademie Stuttgart mit ihrem Podcast Barock@home ein digitales Angebot für alle Musikinteressierten an. Passend zur Weihnachtszeit befasst sich die aktuelle Folge mit Bachs Weihnachtsoratorium. Stream und Podcasts sind über www.bachakademie.de zugänglich.

Karten und Auskunft: Tel.: 0711 619 21 61 und karten@bachakademie.de

Weitere Infos: www.bachakademie.de

München
Sexvorwürfe: Münchner Musikprofessor von Bose freigesprochen
Der frühere Professor für Komposition war wegen Drogenbesitzes und Vergewaltigung angeklagt, jetzt sprachen ihn die Richter teilweise frei. Verurteilt wurde er lediglich wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Beweislage war schwierig.
BR-Klassik.de

Missbrauchsfall an Münchner Musikhochschule: Eine Hölle namens Liebe Bezahlartikel
Ein Professor soll seine Freundin psychisch gequält haben. Vom Vorwurf der Vergewaltigung spricht ihn das Gericht frei. Doch der Mann räumt ein, seine Partnerin »über jedes menschliche Maß hinaus« erniedrigt zu haben.
Der Spiegel

Wien
„Immer trister“: Burgtheater bleibt im Jänner geschlossen
Ob – und unter welchen Bedingungen – tatsächlich ab 7. Jänner wieder Kulturveranstaltungen stattfinden dürfen, ist offen. Das Burgtheater jedenfalls werde dann „wahrscheinlich nicht öffnen“: Er brauche vier bis sechs Wochen, um den Betrieb wieder hochzufahren, sagte Burg-Direktor Martin Kušej am Donnerstag bei einem Pressegespräch. Er wartet nun auf das Ergebnis der „Zwischenevaluierung“, die die Regierung für nächste Woche angekündigt hat. Eine Öffnung Anfang Jänner gehe sich aber auch bei grünem Licht durch die Politik nicht mehr aus. Ende Jänner – das sei der früheste Termin, von dem er derzeit ausgehen könne, meint Kušej.

Die Presse

WIEN / Leopold Museum: EMIL PIRCHAN
Visuelle Revolution
Vom 8. Dezember 2020 bis zum 5. April 2021

„Ich bin dem Theater verfallen“

 

Emil Pirchan (1884-1957) war einer der besten Schüler von Otto Wagner, aber seine Talente waren zu vielfältig, als dass er sich darauf konzentriert hätte, nur Architekt zu sein. Design, Plakatkunst, Theater waren ebenso seine Welt, er arbeitet als Schriftsteller und Lehrer, und obwohl er im Gegensatz zu vielen, die aus der Welt „um 1900“ kamen, bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts lebte, ist er für die Nachwelt nicht allzu bekannt geblieben. Dem hilft eine Ausstellung ab, die das Leopold Museum unter dem Titel „Visuelle Revolution“ nun nach dem Folkwang Museum in Essen präsentiert.

Zum Ausstellungsbericht von Renate Wagner

Ausstellungen/ Kunst

Guter Besuch und Wiedersehensfreude in Museen
Am Dienstag kamen 3300 Menschen in das KHM und das Weltmuseum Wien, 1365 ins MAK. Verhaltener war der Andrang im Leopold Museum und im Belvedere. Großes Interesse war auch in Graz und Salzburg bemerkbar.
Die Presse

Rock/ Pop

Freddie Mercury: Auf den Spuren eines Freigeists

Freddy Mercury

Freddie Mercury, legendärer Leadsänger von Queen, war einer der vielschichtigsten Stars der Rockmusik. Als einer der ersten Rockmusiker reichte er der klassischen Musikszene die Hand.
Die Presse

USA: Steuerermittlungen gegen Hunter Biden
Hunter Biden hat durch fragwürdige Geschäfte von sich reden gemacht, er bleibt die Achillesferse des gewählten US-Präsidenten Joe Biden.
Kurier

Angeblich ist an den Vorwürfen nichts dran. So hat es zumindest im Wahlkampf gelautet. Nun ist die Wahl vorbei und Hunter Bidens Vater Präsident. Der wird aber letzt darauf achten müssen, dass sein Sohn keine Extrawürste gebraten bekommt. Auch muss der Präsident selbst darauf achten,  in die Causa um seinen Sohn nicht hineingezogen zu werden. Donald Trump hat zwar viele Feinde, aber immer noch einige Freunde!

Flugbegleiter in China sollen ab sofort Windeln tragen – zum Schutz vor Corona
Die Corona-Pandemie zwingt Fluggesellschaften zu außergewöhnlichen Hygienemaßnahmen. Flugbegleiter in China sollen nun sogar Windeln tragen.

…In einem Abschnitt des 38 Seiten langen Leitfadens wird dem Flugpersonal laut dem US-Sender CNN – der das Dokument teilweise ins Englische übersetzt hat – empfohlen „medizinische Masken, doppellagige medizinische Einweghandschuhe, Schutzbrillen, Einweghüte, Einwegschutzkleidung und Einwegschuhüberzüge“ zu tragen. Des Weiteren heißt es darin: „Es wird empfohlen, dass Mitglieder des Kabinenpersonals Einwegwindeln tragen und die Toiletten nicht benutzen, es sei denn, es liegen besondere Umstände vor, um Infektionsrisiken zu vermeiden.“…
Merkur.de

Bayern, aufgepasst. Hoffentlich liest Herr Söder nicht diese Meldungen aus China. Dem wäre zuzutrauen, dass er seinen Untertanen Windeln verordnet!

 

Haben Sie trotzdem einen schönen Tag!

A.C.

 

 

 

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