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12. APRIL 2022 – Dienstag

12.04.2022 | Tageskommentar

 

Sensationeller neuer Service: BUH-Rufe gibt es nun zum Kauf!
 
Freunde der Kunst und des gepflegten Ausbuhens!
Seit Neustem verkaufe ich auch Buhrufe. Jedes „Buh!“ kostet 20 €.

Die „Buhs!“ werden von mir in Tüten hineingerufen. Es gibt große Tüten mit fünf „Buhs!“ sowie kleine Tütchen mit jeweils nur einem „Buh!“
Auf der Verpackung steht genau drauf, was in den Tüten drin ist – geschummelt wird nicht!

Es gibt so viele Anlässe, die eines „Buhs!“ bedürfen.
Wenn Sie nicht selber buhen wollen – lassen Sie buhen!
Ich liefere Spitzen-Buhrufe in 1a-Qualität.
Bestellungen an: M.Schamp@gmx.de
Die Tüten werden nach dem Hineinrufen mit Datum und Unterschrift versehen. Die Buh-Beschriftung ist aus lichtbeständiger Tusche. Da sie per Hand erfolgt ist jede Tüte – wie auch das hineingerufene „Buh!“ – gewissermaßen ein Unikat. Die kleinen Tütchen mit dem einzelnen „Buh!“ kosten 20 € (bei Verschickung per Post: + 3 € Versandkosten). Bei der Abnahme von fünf Buhs in einer großen Buh-Tüte gibt es ein „Buh!“ gratis (Preis pro große Tüte also: 80 €).

Eklat an der Staatsoper: Roščić verbietet Buhrufe

Bei der Generalprobe zur Neuinszenierung von Richard Wagners „Tristan und Isolde“ wurde Missfallen bekundet. Zu einem Eklat kam es nach dem ersten Akt der Generalprobe zur Neuinszenierung von Richard Wagners „Tristan und Isolde“ durch Calixto Bieito an der Wiener Staatsoper. Nach Fallen des Vorhangs gab es heftige Buhrufe. Vor Beginn des zweiten Aufzugs erschien daher Staatsoperndirektor Bogdan Roščić vor dem Vorhang und erklärte, die Besucher der Generalprobe seien alle Gäste des Hauses und jegliche Missfallenskundgebung sei daher verboten. Die wütenden Reaktionen seien eine Zumutung für die Sänger.
DiePresse.com
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Ich war nicht dabei  (die zum Besuch einer Staatsopern-Generalprobe berechtigenden maximal 27 Jahre habe ich nicht eben geringfügig überschritten), als Hobby-Werbefachmann kann ich jedoch sagen, dass es eine bessere Werbung für die übermorgen stattfindende Premiere gar nicht geben kann. 
 
So ganz kenne ich mich allerdings nicht aus. Auch wenn die Besucher maximal 27 Lenze zählen dürfen, wurden ihnen aber angeblich 10 Euronen abverlangt. Die „Gäste“ sind demnach keine Gäste, sondern zahlende Besucher (oder verschenkt man mangels Nachfrage bereits auch die GP-Karten?).
Und was ist mit den Youngsters los, auf die der auch schon in die Jahre gekommene Staatsoperndirektor so baut? Glauben Sie mir, Herr Direktor, Sie sind nicht einer von denen, sondern eher schon einer von uns. Hat man die 50 überschritten, ist man kein Jugendlicher mehr und wird von denen auch nicht so angesehen! So kann es schon passieren, dass man sich in der Einschätzung irrt – was offenbar geschehen ist.

Aber gleich mit Verboten reagieren? Wollen Sie „den Nehammer machen“?
Ich habe nun recherchiert: Der Betriebsrat vergibt nach wie vor Gratiskarten für die GPs, so wie das früher auch üblich war.  Die GP schließen hätte der Direktor, wie er gedroht hatte, gar nicht können, da er an die U27 Karten verkauft hatte und somit einen Vertrag nach Kaufabschluß erfüllen muss. Man sollte auch in aufgeheizter Stimmung nachdenken, bevor man etwas androht. Überhaupt bewegt sich diese Direktion mit dem Verkauf vom GP-Karten auf rechtlich dünnem Eis, denn eigentlich müsste den Mitwirkenden dann die Leistung abgegolten werden.

Eine glückliche Figur hat der Direktor gestern nicht abgegeben!

Aus für Ukraine-Benefizkonzert im Wiener Konzerthaus

Das für den heutigen Dienstag geplante Benefizkonzert für die Menschen in der Ukraine unter dem griechisch-russischen Stardirigenten Teodor Currentzis mit seinem musicAeterna-Orchester im Wiener Konzerthaus ist abgesagt. Das Konzerthaus komme damit einem Wunsch des ukrainischen Botschafters in Österreich nach. Der Abend war nicht unumstritten, wird das in St. Petersburg beheimatete Ensemble doch von der russischen VTB-Bank finanziert, die von den Sanktionen betroffen ist.
https://apa.at/news/aus-fuer-ukraine-benefizkonzert-im-wiener-konzerthaus/

Gecancelt
Currentzis und musicAeterna: Ukraine-Benefiz im Konzerthaus abgesagt
Der ukrainische Botschafter hatte wegen russischer Musiker im Orchester Bedenken angemeldet. Am Sonntag gab man das erste der geplanten Konzerte
DerStandard.at

Wie viel lassen wir uns noch gefallen? Ein Botschafter sagt ein Benefizkonzert ab! Und der Veranstalter knickt ein? Welche Leute bezahlen wir mit unserem Steuergeld?

Kommentar
Currentzis’ bester Freund
Das Whitewashing von Teodor Currentzis und musicAeterna, Anna Netrebkos Abrücken von ihrem Statement gegen Putin, weitere Streichungen in der Kultur

...Es geht derzeit vieles drunter und drüber. Täglich erreichen mich Mails, die mich ermuntern und angreifen – gut so in einer Demokratie! Mir ist wichtig, an dieser Stelle noch einmal die Basis meiner Arbeit darzulegen: Wir dürfen die Kultur (und besonders die Klassik) nicht unterschätzen. Sie ist ein zentrales Propaganda- und Wirtschaftsmittel des Putin-Systems. Putin hat seinen Krieg seit Jahren geplant und organisiert seit Jahren eine gezielte Unterwanderung der Musikszene. Sie ist zum Eldorado für Polit-Propaganda, vor allen Dingen aber für wirtschaftliche und politische Einflussnahme des Kremls geworden. Zum Teil offensichtlich, zum Teil versteckt. Putin hat der Klassik die Unschuld genommen und ihre Strukturen nachweisbar kriminalisiert…

https://crescendo.de/klassikwoche15-2022-teodor-currentzis-anna-netrebko-1000471843/

Der Herr Brüggemann hat neuerdings eine Erleuchtung, er ist missionarisch tätig. Bereits in der Corona „Hoch“-Zeit hat er gesagt, was gut ind richtig ist, gelobt und auch verurteilt. Nun setzt er nahtlos beim Russland/ Ukraine-Krieg fort. Brüggemann bestimmt, wer sich ausreichend distanziert hat. Er ist das moralische Gewissen der Klassikwelt.

Dabei vergisst er, dass die Klassikwelt in der Kriegssituation eine vernachlässigbare Größe ist – und er selbst dementsprechend ein Winzling, der glaubt, Zensuren verteilen zu dürfen, ja sogar zu müssen.

Wenn mich etwas an seinen heutigen Diagnosen interessiert, dann dass Christian Thielemann Lustgewinn erzielt, wenn er mit seinem Porsche provozierend nur 30 kmh fährt!

Letzte Meldung: Dirigent Andris Oroczo-Estrada tritt als Symphoniker-Chefdirigent zurück!

Wiener Staatsoper: DER ROSENKAVALIER am 10.4.

Maria Bengtsson.Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Maria Bengtsson sang erstmals im Haus am Ring die Marschallin. Darstellerisch überzeugte sie, elegant gelang es ihr die Wandlung von der Verliebten zu der Verzichtenden glaubhaft zu machen. Sie besitzt eine schöne, samtweiche Sopranstimme und singt mit natürlichem Ausdruck und instrumentaler Stimmführung. Aber die Stimme klang im ersten Akt zu leise. Lag es an einer gerade erst überwundenen Erkrankung oder ist ihre Stimme einfach zu klein für die Staatsoper? Leider nahm der Dirigent darauf keine Rücksicht und deckte sie über weite Strecken gnadenlos zu. Erst im großen Monolog schien sie mehr aus sich herausgehen zu wollen bzw. zu können, der dritte Akt gelang ihr dann sehr schön…

Zum Berichtvon Walter Nowotny

ZU „SEHR GEEHRTER HERR SIMON STONE“!

Der Regisseur wird den Brief von Kurt Vlach vermutlich nicht oder nicht so rasch beantworten, denn er ist derzeit schwer an der Metropolitan Opera beschäftigt

Lammermoor arrives on stage beginning April 23 in @simonandrewstone’s electrifying contemporary staging, and members of the cast were recently preparing in an early onstage rehearsal. Show-stopping soprano @nadine.sierra takes on the title role, alongside tenor @tenorjaviercamarena as Lucia’s beloved, Edgardo, baritone @arturrucinskibaritone as her overbearing brother, Enrico, and bass @matthewrosephotos as Raimondo. Maestro @riccardo_frizza conducts the tragic bel canto drama.

On stage through May 21. In cinemas May 21.

LUCIA an er MET, Premiere am 23. April 2022, mit seinen üblichen Ingredienzien!

ZU INSTAGRAM mit mehreren Fotos

BAYERISCHE STAATSOPER: UMBESETZUNG „PARSIFAL“

hiermit möchten wir Sie auf folgende Umbesetzung aufmerksam machen: In der Vorstellung von Parsifal am 14. April 2022 übernimmt Stuart Skelton die Partie des Parsifal anstelle des erkrankten Simon O‘Neill.

Salzburg
Protestierte gegen Putin-Krieg: Russischer Dirigent Sokhiev in Salzburg
Der Ex-Chefdirigent des Moskauer Bolschoi-Theaters dirigierte die Staatskapelle Dresden
DerStandard.at

Hamburg
Laeiszhalle Hamburg: Der Symphonische Chor spendet Trost für Menschen in Not
Symphonischer Chor Hamburg, Elbipolis Barockorchester Hamburg, Leitung: Matthias Janz
von Elzbieta Rydz
Klassik-begeistert

Helsinki
Happy End für Salome? Christof Loys Inszenierung an der Finnischen Nationaloper Helsinki
bachtrack.com.de

Ausstellung
Richard Wagner und die Gefühlszustände der Deutschen
„Richard Wagner und das Deutsche Gefühl“ ist vom 8.4. bis 11.9.2022 im Deutschen Historischen Museum (DHM) in Berlin zu sehen.
https://www.dw.com/de/richard-wagner-das-deutsche-gef%C3%BChl/a-61413921

WIEN / Akademietheater des Burgtheaters: DER FISKUS von Felicia Zeller
Österreichische Erstaufführung
Premiere: 22. Mai 2021 im Kasino
Übersiedlung ins Akademietheater: 11. April 2022 

Foto: Marcella Ruiz-Cruz

Keine andere Bühne Wiens hat ein schon quantitativ dermaßen breites Repertoire wie das Burgtheater in seinen beiden großen Häusern. Nun ist es noch breiter geworden, dann ganz still, ohne sonderliche Ankündigung, ist „Der Fiskus“ von Felicia Zeller aus dem Kasino ins Akademietheater übersiedelt, wo diese schrille Posse bestens hinpasst.

Allerdings schein in Zeiten wie diesen nichts problemlos zu verlaufen. Eine mitwirkende Darstellerin, die im Vorjahr noch im Ensemble war, ist es nicht mehr, und offenbar hat die Disposition übersehen, dass der (die) vorgesehene Ersatz*in noch nicht eingetroffen ist. Also musste Regisseurin Anita Vulesica in den gar nicht so sauren Apfel beißen, ihre eigenen Regieanweisungen zu exekutieren. Die „Rettung“ hätte nicht überzeugender ausfallen können.

„Der Fiskus“, das Finanzamt also, ist den meisten Menschen noch zuwiderer als der Zahnarzt, denn der geht vorbei, während einem die Herrschaften des Fiskus ja bekanntlich lebenslang bösartig, uneinsichtig und ungerecht im Nacken sitzen. Wer sind sie eigentlich? Wer im Publikum meinen könnte, es handle sich ohnedies nur um Verrückte und Verschwörer, der könnte das in dem Stück von Felicia Zeller bestätigt finden (zumal in dieser Inszenierung). Die Autorin, eine vielschreibende deutsche Dramatikerin, widmet sich vordringlich, wie es auf ihrer Website heißt den „Zerreißproben der Berufswelt“. Nun haben es alle Menschen in Betrieben schwer, aber ein Finanzamt ist eben doch etwas Besonderes…

Zum Berichtvon Renate Wagner

Inhaltsverzeichnis Merker-Heft:

 

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Der Ukraine fehlen laut Präsident Selenski schwere Waffen zur Befreiung von Mariupol
Der Ukraine fehlen nach Worten von Präsident Wolodimir Selenski die schweren Waffen, um die von russischen Kräften fast eroberte Stadt Mariupol zu befreien. Er sei zwar sicher, dass die Ukraine irgendwann die Waffen bekommen werde, die sie brauche. «Aber nicht nur Zeit geht verloren, sondern auch das Leben von Ukrainern», sagte Selenski in einer Videoansprache am späten Montagabend. Die Lage in Mariupol hat sich für die ukrainische Seite zugespitzt. Westliche Militärexperten beobachten Geländegewinne der russischen Truppen im Häuserkampf.
Zu den neusten Entwicklungen
Nehammers Besuch bei Putin nützt eher Russland als der Ukraine: Der Besuch von Österreichs Kanzler Karl Nehammer bei Wladimir Putin birgt Risiken. Denn das Signal, das die russischen Medien verbreiten werden, lautet: Ein westlicher Regierungschef macht seine Aufwartung in Moskau, Putin ist nicht isoliert, die Einheit der EU könnte bröckeln. Brüssels Mehrstimmigkeit war schon immer ein Faktor, der Putin zu skrupellosem Handeln ermunterte.
Zum Kommentar
Deutschland: Rücktritt von Bundesfamilienministerin Spiegel war zwangsläufig: Die deutsche Familienministerin Anne Spiegel hat in einer E-Mail des Ministeriums ihren Rücktritt angekündigt. Nach der Kritik an ihrem Verhalten während der Flutkatastrophe im Ahrtal wollte Spiegel vorerst im Amt bleiben. In einem Medienauftritt am Sonntagabend räumte sie zwar Fehler ein, bat aber um Verständnis. Doch der politische Druck wurde zu gross – schon einen Tag später folgte nun die Kehrtwende. Ihr wird vorgeworfen, nicht rechtzeitig vor der Flut, die 134 Todesopfer gefordert hat, gewarnt zu haben. Auch wegen vierwöchiger Ferien nach der Flutkatastrophe wurde sie heftig kritisiert.
Zum Bericht
Sowjetische Propaganda: Als die Schweizer Dichterin Helene Bossert 1953 nach Sowjetrussland reiste, berichtete sie nur von Frieden und Menschlichkeit. In der Heimat wurde sie dafür als Kommunistin bezeichnet. Nun wollen Historiker, Journalisten, Künstler und Politiker die einst verfemte Dichterin rehabilitieren. Eine Geschichte über politische Naivität und die Verführungskraft verbrecherischer Regime.
Zum Essay
Französischer Wahlkampf: Nach der Wahl ist vor der Wahl – das gilt im Besonderen für jene zwei Wochen, die den ersten vom zweiten Wahlgang um das Präsidentenamt in Frankreich trennen. Emmanuel Macron und Marine Le Pen müssen in dieser Zeit möglichst viele Wähler der unterlegenen Kandidaten auf ihre Seite ziehen. Und in diesem Jahr spielen dabei ausgerechnet die linksextremen Wähler eine wichtige Rolle.
Zum Bericht

Ich möchte nun – was den von den Schweizern kritisierten Nehammer-Besuch betrifft – nicht ungerecht sein. Auch ich habe gestern den Besuch begrüßt. Um einen solchen erfolgreich zu gestalten, muss man freilich ein guter Kommunikator sein. Hinfahren, um den „wilden Mann zu spielen“, geht vielleicht in Österreich, jedoch nicht bei Putin. Wobei ich – ehrlich gesagt – gar nicht glaube, dass der Kanzler den wilden Mann zu mimen überhaupt versucht hat. Aber das ist bereits wieder ein positiver Aspekt!

Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

 

 

 

 

 

 

 

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