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Die internationale Kulturplattform

11. SEPTEMER 2020 – Freitag

11.09.2020 | Tageskommentar

Heute als Stream aus der Wiener Staatsoper: Elektra. Derek Welton (Orest). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

HEUTE Live-Stream aus der Wiener Staatsoper

Die Live-Streams aus der Wiener Staatsoper sind ab dieser Saison in Österreich – und vorerst auch international – kostenlos abrufbar, bitte registrieren Sie sich dafür hier.

Für Zuseher außerhalb Österreichs werden auch in Zukunft Highlights aus der Wiener Staatsoper live bzw. auf Abruf kostenpflichtig zu sehen sein, in Zusammenarbeit mit auf Kultur spezialisierten, internationalen Plattformen. Mehr zu diesen Angeboten in Kürze. Der Bezahlkanal „Staatsoper live-at-home“ wird zugunsten der Zusammenarbeit mit diesen bestehenden Plattformen nicht weitergeführt.

In diesem Zusammenhang habe ich eine Frage in das Forum gestellt. Wie andere (Steinzeit)Menschen auch besitze ich kein Smartphone – ich bin ein Festnetztelefonierer – und wem das nicht reicht, der soll es eben bleiben lassen. Braucht man für diese Streams unbedingt diese App und damit ein Smartphone? Bitte um Hilfe, einige unserer Leser warten auf Antwort!

MOSKAU / BOLSCHOI-THEATER: DON CARLO MUSSTE GESTERN WEGEN CORONA ABGESAGT WERDEN

Ildar Abdrazakov wure positiv getestet

ZU INSTAGRAM mit weiteren Fotos

Von Ildar Abdrszakovs Facebook-Seite :

Dear friends!  The day before yesterday evening, after the second performance of Don Carlos at the Bolshoi Theater, I felt unwell, I had a slight fever and I decided to take the coronavirus test again.  A preliminary positive result came this morning .. 😔….

Das ist natürlich ein „Hammer“. Am 27.9. soll Abdrazakov in Wien den Phipipp im französischen „Don Carlos“ singen. Zu diesem Termin ginge es sich vermutlich aus – nur muss bei dieser nicht einfachen Wiederaufnahme wohl ausführlich geprobt werden. Das genauere Procedere in so einem Fall kenne ich nicht, muss daher auf Info aus der Staatsoper warten, was nun passiert.

Für unsere Leserin Waltraud B. ist das kein Problem: Anfang des Jahres hat Ildebrando d`Arcangelo die französische Fassung in Lüttich gesungen. Der wäre schon ein geeigneter Einspringer.

Aber sie Staatsoper hat anders entschieden:

BESETZUNGSÄNDERUNG IN DER WIEDERAUFNAHME VON DON CARLOS

Wie der Künstler gestern selbst bekannt gegeben hat, wurde Ildar Abdrazakov in Russland positiv auf das Coronavirus getestet. Die Wiener Staatsoper wünscht dem Sänger gute Besserung und einen symptomfreien Verlauf. Auf Grund der Erkrankung kann er zu den umfangreichen Proben für die Wiederaufnahme des »Don Carlos« nicht anreisen und wird daher an der Vorstellungsserie ab 27. September die Rolle von Philippe II. nicht verkörpern. 
Anstelle von Ildar Abdrazakov konnte Michele Pertusi für die Partie des Philippe II. verpflichtet werden. Der italienische Bass ist der Wiener Staatsoper seit vielen Jahren verbunden und verkörperte hier zuletzt etwa die Titelpartie in »Don Pasquale« und den Alidoro in »La cenerentola«.
Aktuelle Sicherheitshinweise zu Ihrem Besuch an der Wiener Staatsoper finden Sie HIER.

Moskau
Ildar Abdrazakov Tests Positive for COVID-19
https://operawire.com/ildar-abdrazakov-tests-positive-for-covid-19/

Wien/ Staatsoper: Simon Boccanegra“

Najmiddin Mavlyanov, Placido Domingo, Hibla Gerzmava. Foto: Michael Pöhn/ Wiener Staatsoper

Ein Auszug aus Kritiken

Die Meinungen gehen auseinander. Währens Kritiker Domingo bereits zum „Opernalltag“ zurückstufen, bezeichnen ihn andere als Phänomen, das man nicht von der Bühne gehen lassen sollte.

„Simon Boccanegra“: Der Opernalltag hat uns wieder
Plácido Domingo wird mehr für seine Lebensleistung als für seinen Dogen von Genua bejubelt; Günther Groissböck bietet ihm als neuer Fiesco die Stirn.
Die Presse

Domingo an der Staatsoper: Ein rührender Weißschopf
Der Jahrhundert-Sänger verkörpert in Wien wieder Simon Boccanegra.
Wiener Zeitung

Das Phänomen Domingo
Es war ein Hattrick von „Must-see“-Abenden für Opernfreunde, mit denen Bogdan Roscic „seine“ Wiener Staatsoper eröffnete. Nach der hinreißenden „Butterfly“-Inszenierung und dem Triumph von Franz Welser-Möst am Pult von Harry Kupfers genialer „Elektra“-Inszenierung, folgte Verdis „Simon Boccanegra“ mit Placido Domingo in der Titelrolle. Der 79-Jährige kann es nicht lassen — er muss auf die Bühne, und sein Publikum will ihn dort sehen.
Volksblatt

Die Giganten Plácido und Günther bestechen in Wien
Es waren – wieder einmal – magische Momente im bedeutendsten Opernhaus der Welt. Am dritten Abend in dieser Saison stand Giuseppe Verdis Meisterwerk „Simon Boccanegra“ auf dem Programm… und es waren zwei Männer, diese drei Stunden in der Wiener Staatsoper zu unvergesslichen werden ließen. In Kürze: Den meisten Beifall bekam der österreichische Bass Günther Groissböck (geboren am 24. September 1976 in Waidhofen an der Ybbs). Ein Ausnahmesänger, der so viral und männlich singt wie seine muskulös-vitale Statur begeistert. Kraft und Hingabe in Vormvollendung.
Etwas weniger Beifall – gleichwohl für einen Weltklasseauftritt – bekam der Weltstar des Abends: Der Bariton und ehemalige Tenor José Plácido Domingo Embil, KBE (* 21. Januar 1941 !!! in Madrid)
Klassik-begeistert

Wien/ Theater an der Wien
„Lebe nicht von Liebe und Musik“
Bariton Christopher Maltman über die Corona-Krise und seine Rückkehr ans Theater an der Wien.

Hat er während der opernlosen Vormonate womöglich über einen Plan B nachgedacht? Christopher Maltman, der 50-jährige Brite, hätte zumindest Gelegenheit zu einem Berufswechsel – immerhin hat er nicht nur eine Sänger-Ausbildung genossen, sondern ist auch studierter Biochemiker. Doch Corona hin, Covid her, auf einen Labor-Job würde er nicht umsatteln wollen. Was er sich aber kurz durch den Kopf gehen ließ: Wenn schon ein Plan B, „dann in einem Weinberg arbeiten“, kokettiert er im Interview…
Wiener Zeitung

Gar so absurd ist der Gedanke an einen Plan B nicht, den haben auch andere Opersänger – soferne sie „was Gescheites“ gelernt haben. Die Corona-Krise ist noch lange nicht ausgestanden, wer weiß, was da noch kommt. Und ehrlich: So wie die Situation derzeit für Ausübende wie für Publkum ist – so richtig Freude macht sie noch nicht.

München-Musik-Veranstalter: Wo bleibt ein klarer Fahrplan?
Für private Veranstalter wie MünchenMusik sind 500 Besucher im Gasteig keine Perspektive. Andreas Schessl lässt die geltenden Regeln daher juristisch prüfen.
Münchner Abendzeitung

Ein klarer Fahrplan ist ein frommer Wunsch, denn jeder Tag bringt neue Überraschungen. Ildar Abdrazakov wirft die Bemühungen der „Theatermenschen“ wieder zurück, abgesehen mal davon, dass es ihn und auch die betroffenen Theater viel Geld kosten wird. Aber Geld ist scheinbar in Zeiten wie diesen offenbar egal – solange es leistungsintensive Druckmaschinen gibt.

Im Theater und im Konzertsaal stecken sich die wenigsten Menschen mit dem Virus an. Warum ist Wien so ein Hotspot, der uns weitere Schikanen (manche nennen es auch Gesundheitsschutz) beschert? Ich lade die Verantwortlichen ein, mit mir einmal (ohne Polizeiuniformen) um 21 h durch die Meidlinger FUZO zu gehen, dort finden auf der Plaza Eck Zeleborgasse allabendlich Volksfeste mit Verbrüderungsszenen am Laufband statt. Diese Menschen brauchen die körperliche Nähe – und auch so nebenbei meist ein schönes Auto – die Wohnung bleibt dahinter weit zurück. Ich habe schon in Vor-Corona-Zeiten einen großen Bogen um diese Feiernden gemacht, jetzt natürlich umso mehr. Mein Hund hilft mir auch dabei – Hunde sind bei diesen Treffs unbeliebt!

Obituary
Belgian Conductor Patrick Davin Dies at 58
https://operawire.com/obituary-belgian-conductor-patrick-davin-dies-at-58/

STADTTHEATER BADEN bei Wien/ Good News: Frische Luft im Stadttheater!

„Nach dem ersten Schock über die landesweite Theatersperre haben wir die unfreiwillige Pause genützt und die lang ersehnte Belüftungs- und Klimaanlage einbauen lassen“, erklärt Martina Malzer, Geschäftsführerin der Bühne Baden. „Diese ist im Herbst wichtiger denn je, da sie für den notwendigen hygienischen Luftwechsel im Theatersaal sorgen wird.“
Die brandneue Lüftungsanlage ist auf dem neuesten Stand der Technik und gewährleistet einen Frischluftanteil von 95%. Malzer: „Es werden knapp 20.000 m³ gefilterte Luft pro Stunden bewegt. Jedoch verhindert das sanfte Einbringen der Luftmengen mittels Quelllüftung lästige Zugerscheinungen.“ Der vorgesehene Kühlfaktor ermöglicht eine Lufteinblastemperatur von 20-22°C und verbessert somit wesentlich die Aufenthaltsqualität im Zuschauerraum. Dies wird sich besonders an heißen Tagen positiv auf das Wohlempfinden des Publikums auswirken…

Belüftungsanlage – Technische Details

Die neu installierte Lüftungsanlage wird für den nötigen hygienischen Luftwechsel samt erforderlichen Frischluftanteil im Theatersaal gemäß Stand der Technik sorgen; insgesamt werden knapp 20.000 m³ Luft pro Stunde bewegt. Die vorgesehene Kühlanlage wird eine Lufteinblastemperatur von 20-22°C ermöglichen und so eine wesentliche Verbesserung der Aufenthaltsqualität während der Vorstellungen erwirken. Durch das sanfte Einbringen der Luftmengen mittels der Quelllüftung werden lästige Zugerscheinungen und Luftverwirbelungen vermieden. Möglich wird diese Technik durch die Reaktivierung der bereits beim Bau des Theaterhauses zu Beginn des 20 Jahrhunderts vorgesehene Lüftungsvorkehrungen. Selbstverständlich werden insbesondere bei der Konditionierung der Luft (Temperatur und Befeuchtung) die strengen Vorgaben des Landes Niederösterreich hinsichtlich Energieeffizienz, wie auch die Anforderungen der Denkmalpflege vollständig eingehalten.

Das Wiederholungskonzert STIEFKINDER DER KULTUR Vol.2 findet am SAMSTAG, 12. September um 20:30 im GRAND CAFE AM ALSERGRUND statt.

Wieder wirken dutzende Künstler*innen aus allen Genres mit (Sänger, Schauspieler, Musiker, Tänzer, Akrobaten, Clowns, Autoren, Maler, Komponisten, …) Schon haben mich Theaterdirektoren anderer Häuser auf meine Idee angesprochen, möchten so ein Konzert auch an ihrem Haus veranstalten.

Die Bäckerei Ströck unterstützt mit Brot und Barem.

Spenden werden gerne entgegengenommen – denn alle Mitwirkenden bekommen den gleich großen Anteil – aus dem Hut.

GRAND CAFE AM ALSERGRUND – 9., Lustkandlgasse 4 (gegenüber Volksoper Haupteingang)

Plätze unter reservierung@gcaa.at

Spenden an https://www.facebook.com/donate/321165228995893/10158663848093850/

Gernot Kranner

ZWEITES GALA-PROGRAMM DES STAATSBALLETTS BERLIN: HÖHEPUNKTE DES KLASSISCHEN REPERTOIRES

GISELLE, Foto: Yan Revazov

Das zweite Gala-Programm des Staatsballetts Berlin in der Staatsoper Unter den Linden präsentiert geballte klassische Höchstleistung aus den Produktionen DON QUIXOTE, SCHWANENSEE, LE CORSAIRE und GISELLE.

Am 18., 19. und 20. September 2020 kommt mit FROM BERLIN WITH LOVE II das zweite Gala-Programm des Staatsballetts Berlin in der Staatsoper Unter den Linden zur Aufführung. Das Programm konzentriert sich auf Bravourstücke des klassischen Balletts und bringt nicht nur Solotänzer*innen, sondern erstmals seit dem Lockdown auch das Corps de ballet wieder auf die Bühne. In Sequenzen aus den beliebtesten Produktionen des Repertoires stellen die Ensemblemitglieder ihr Können unter Beweis und die Zuschauer können bereits längere Auszüge aus aufwändigen Handlungsballetten erleben.

Literatur/ Buch: Eckhart „zur Unperson erklärt“: Kritik bei Auftakt zu Hamburger Festival
Autor und Friedenspreisträger Navid Kermani kritisiert jene beiden Kollegen, die beim Harbourfront Literaturfestival nicht mit der Kabarettistin aus Österreich auf einer Bühne stehen wollten.
Kurier

Film/ TV: „Game of Thrones“-Darstellerin Diana Rigg ist tot

So habe ich sie sehr gerne im TV gesehen: Als „Emma Peel“ in „Mit Schirm, Charm und Melone“

Die britische Schauspielerin wurde 82 Jahre alt.
https://kurier.at/kultur/game-of-thrones-darstellerin-diana-rigg-ist-tot/401027630

Diana Rigg, The Avengers and Game of Thrones star, dies aged 82
The actor’s roles in film and on TV included The Avengers, On Her Majesty’s Secret Service and Game of Thrones
https://www.theguardian.com/tv-and-radio/2020/sep/10/actor-diana-rigg-dies-aged-82

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Dieser Film entstand noch vor dem Beschluß der „Oscar“-Akademie, dass nur noch „politisch korrekte“ Filme für den Hauptpreis zugelassen werden… Nun blinzelt „The Photograph“ keinesfalls nach großen Preisen, sondern weit eher nach Kinopublikum – und zwar vordringlich nach den schwarzen Mitbürgern. Und das ist das Besondere an diesem Film der farbigen kanadischen Filmemacherin Stella Meghie: Es ist nämlich eine ganz normale Beziehungsgeschichte, die nur unter Schwarzen spielt. Nicht einmal fiele auf, dass anklagend die Rassismus-Frage aufgebracht würde. Die Personen der Geschichte haben andere Sorgen – und es sind im Grunde dieselben wie die Weißen.

Und noch etwas, das man „weißen“ Filmen gerne vorwirft – dass Hollywood gerne schöne Menschen auf die Leinwand bringt, damit die armen Kinobesucher, die vermutlich meist durchschnittlich und nicht spektakulär ansehnlich sind, auch ihre optische Freude haben können. So auch hier… schöne Menschen überall, vor allem, wenn es um die Jungen geht. Da gibt es dann auch tiefe Blicke und dicke Musik im Hintergrund, weil Liebes- und Familiengeschichten das so an sich haben…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

HEUTE und morgen in der VHS Alt Erlaa

 

Österreich
Paukenschlag – bundesweite Maskenpflicht kommt
Jetzt kommt die bundesweite Maskenpflicht zurück. Auch Events werden verkleinert. Sieben Bezirke sind gelb.
https://m.oe24.at/oesterreich/politik/paukenschlag-bundesweite-maskenpflicht-kommt/445689709

München
Corona in München: R-Wert explodiert – Neuer Lockdown droht – Konzept wird offenbar schon erarbeitet
https://www.tz.de/muenchen/stadt/muenchen-corona-lockdown-alkohol-verbot

Vorwärts zur neuen Staatsordnung: Warum Intellektuelle in der Corona-Zeit das kritische Denken kritisieren
Angepasster und mutloser geht es kaum: Soziologen und Philosophen sind in der anhaltenden Krise zu radikalen Fürsprechern des neuen Verordnungsstaates geworden. Wo sind die neuen Marcuses, Foucaults, Schelskys?

Wenn Gefahr im Verzug ist, ist es nicht unbedingt die Nachfrage nach Intellektuellen, die am schnellsten wächst. Bei einem Autounfall wartet niemand sehnlich auf den Ruf «Lassen Sie mich durch, ich bin Philosoph!». Wir wenden uns doch lieber an die bewährten Experten auf dem verlangten Gebiet…

Neue Zürcher Zeitung

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C

 

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