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11. OKTOBER 2018

11.10.2018 | Tageskommentar

HEUTE: Solistenkonzert mit KS Angelika Kirchschlager und Julius Drake an der Wiener Staatsoper . Foto: Youtube

 

 KS Angelika Kirchschlager kehrt am Donnerstag, 11. Oktober 2018 mit einem Solistenkonzert zurück auf die Bühne des Hauses am Ring. Die der Wiener Staatsoper seit vielen Jahren eng verbundene Mezzosopranistin – sie gestaltete hier bereits 20 Rollen an rund 260 Abenden – präsentiert gemeinsam mit dem englischen Pianisten Julius Drake Franz Schuberts Liederzyklus „Winterreise“.

Karten von € 8,- bis € 65,- erhältlich an den Bundestheaterkassen sowie unter Garantie auch noch an der Abendkassa.

Diese Solistenkonzerte tauchen meist im Vorfeld von Premieren auf, weil sie vor dem Vorhang stattfinden und den Probenbetrieb wenig stören. Das Groissböck-Solistenkonzert am 19.9. war recht gut besucht, hoffen wir bei Frau Kirschlager auf Ähnliches.

Wiener Staatsoper: Les Troyens ist eine lange Oper, aber es gibt längere!

Les Troyens: Big Mac mit extra Patty
Vier Stunden dauern „Les Troyens“, die am Sonntag in der Staatsoper Premiere haben – da gibt es weit längere Opern.
Wiener Zeitung

Causa Erl: Wurden Zeitungen/ Journalisten bestochen?

 

Ob der Erl-Geschäftsführer mit seiner Äußerung auf  Verdacht auf Schmiergeldzahlungen seiner Sache gedient hat? Nein, sicher nicht! Denn so einfach, wie sich das für Herrn Leisner darstellt, ist die Sache sicher nicht gelaufen. Ich persönlich halte Journalisten ähnlich seriös wie Gebrauchtwagenhändler, aber auf den Kopf gefallen sind sie nicht – wie auch nicht die Gebrauchtwagenhändler.

Lieber Herr Geschäftsführer, es gibt elegantere Lösungen wie plumpes „Schmiergeldzahlen“. Ich sage voraus, dass Sie sich zähneknirschend entschuldigen werden müssen. Sie werden doch nicht im Ernst glauben, dass Zeugen vor Gericht zugeben, Geld für eine Aussage genommen zu haben! Jetzt weiß ich nicht, mit welchem Berufsstand ich „Azubi-Intendanten“ vergleichen  soll, ohne einen weiteren Berufsstand zu verärgern.

Causa Erl: „profil“ prüft rechtliche Schritte gegen Leisner
In der Causa Erl dürfte sich eine weitere juristische Nebenfront auftun. Das Nachrichtenmagazin „profil“ prüft rechtliche Schritte gegen den interimistischen künstlerischen Leiter der Festspiele, Andreas Leisner. Dies erklärte Herausgeber Christian Rainer gegenüber den „Bezirksblättern Kufstein“. Der Grund: Äußerungen über angebliche Zahlungen durch Medien an Zeugen für Aussagen gegen Gustav Kuhn.
Salzburger Nachrichten

GENF: MATTHIAS HARTMANN INSZENIERT BORIS GODUNOW

Matthias Hartmann und Mikhail Petrenko. Copyright: Carole Parodi

Mit der Neuproduktion von Boris Godunow am 28. Oktober bringt das Grand Théâtre de Genève Modest Moussorgskys großes Historiendrama in seiner Urfassung von 1869 heraus. Noch mehr als in allen späteren Fassungen ist dieser „Ur-Boris“ das Psychogramm eines Machtmenschen, der mehr und mehr in den Wahnsinn gestürzt wird. Noch mehr wird hier das russische Volk zum eigentlichen Protagonisten der Oper. Der Regisseur Matthias Hartmann, der nach Fidelio (2015) und La bohème (2016) bereits zum dritten Mal am Grand Théâtre de Genève inszeniert, wird beide Aspekte herausarbeiten: den Niedergang eines Zaren, der durch Gewalt und Verbrechen an die Herrschaft gekommen ist und daran zugrunde geht; und die Geschichte eines leidenden Volkes, das sich nicht aus seiner Misere befreien kann.

Mit Mikhail Petrenko ist einer der renommiertesten russischen Bässe in der vielschichtigen Titelrolle zu erleben.
OPERA DES NATIONS – Boris Godunow
Premiere: So, 28. Oktober 2018, 19.30 Uhr
Weitere Aufführungen: 3., 7., 9. 11., 13., 14. und 15. November 2018

Link: https://www.geneveopera.ch/programmation/saison-18-19/boris-godounov/

„Konzertgänger in Berlin“
33 Veränderungen über Vladimir Jurowski
Berlin und Moskau. Oleg Senzow und Gustav Mahler. Die Frage nach der Halbgöttlichkeit von Carlos Kleiber, Teodor Currentzis und Alfred Schnittke. Radfahren und die Ewigkeit und die Freiheit des Musikers: Vladimir Jurowski in 33 Veränderungen. Mein Porträt des Dirigenten im neuen VAN Magazin.
https://hundert11.net/jurowski-van/

Kopenhagen: Figaros Bryllup“ in Kopenhagen – ein Mozart, so spritzig wie sein dänischer Titel
Einmal jährlich gastiert das Kopenhagener Opernensemble in der Spielstätte des dänischen Balletts, „Den Kongelige Ballet“. Das prunkvolle „Königlich Dänische Theater“, das alte und ursprüngliche Opernhaus der Hauptstadt, ist seit der Eröffnung der neuen Oper am Hafen im Jahre 2005 nur noch zu außergewöhnlichen Anlässen ein Aufführungsort für Opernproduktionen. Obwohl „Figaros Bryllup“ auf den Plakaten geschrieben steht, singt das skandinavische Sängerensemble glücklicherweise in der italienischen Originalsprache.
Phillip Schober berichtet aus dem „Königlich Dänischen Theater“ in Kopenhagen.
Klassik-begeistert

Lyric Opera of Chicago Cancels 2 Performances of 2018-19 Season

The Lyric Opera of Chicago has canceled a number of performances in light of the Chicago Lyric Opera Orchestra’s strike.

The company canceled Lyric Uncorked on Tuesday night and will also forego performances of “La Bohème” and “Idomeneo” on Oct. 11 and 13, respectively. Open House Chicago, scheduled for Oct. 13, will also be canceled.http://operawire.com/lyric-opera-of-chicago-cancels-performances-of-2018-19-season/

Wien/ Theater an der Wien: Nestroy-Preise: Peter Handke wird für sein Lebenswerk geehrt
Ferdinand Schmalz erhält für „jedermann (stirbt)“ den Autorenpreis und Alice Babidges „Hotel Strindberg“ im Akademietheater
Wiener Zeitung

Sie finden in dieser Ankündigung die Namen der Nominierten. Die Liste ist nicht frei von Kuriositäten

WIEN / Bank Austria Kunstforum: FASZINATION JAPAN/ MONET VAN GOGH KLIMT
Vom 10. Oktober 2018 bis zum 20. Jänner 2019

 

Der Zauber des „Anderen“

Europas Begeisterung für das (kulturelle) Andere war immer groß. Das begann im 16. Jahrhundert, als die Schätze aus Amerika in die Welt Karls V. flossen. Im Barock entzückte man sich an China – jedem Schloß sein chinesisches Zimmer. Später äußerte sich die Lust am Exotischen im „Orientalismus“ (mit Haremsdamen), als Maler nach Nordafrika und den Nahen Osten reisten. Dann begeisterten sich deutsche Künstler für die Masken Afrikas und der Südsee. Und Japan – ja, Japan war eine Faszination, die sich erst spät entfaltete – und bis heute nichts von ihrem Zauber verloren hat. Eine Ausstellung im Kunstforum macht das mit rund 150 sowohl europäischen wie japanischen Objekten klar.

 

Zum Ausstellungsbericht von Heiner Wesemann

Filme der Woche

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Zuerst war es ein Erfolgsroman des österreichischen Autors Robert Seethaler (*1966) und dermaßen (wie auf dem Reißbrett) auf politisch korrekte Zutaten hin konstruiert, dass das Theaterstück bald folgte (u.a. wurde es vom Volkstheater in Wien gespielt). Und nun hat Regisseur Nikolaus Leytner (der das Genre Film lange zu Gunsten des Fernsehens vernachlässigt hat) die Kinoversion der Geschichte gedreht. Die dann doch einige Fehler hat.

Vor allem jene der Ausstattung: Außer den Szenen „am Land“ (es soll rund um den Attersee handeln), wirken jene, die in Wien „in der Nähe der Berggasse“ entstanden sind und im Grunde nur die Trafik des Otto Trsnjek und die Außenfassade von Sigmund Freuds damaligem Wohnhaus umfassen (der Alsergrund eben…), so „künstlich“, dass man meint, Kulissenstaub in die Nase zu bekommen. Wo immer es gedreht wurde – das echte Feeling kommt nicht auf. Aber die Künstlichkeit ist ja überhaupt ein wesentlicher Bestandteil des Ganzen.

Einerseits eine „Coming of Age“-Geschichte, wie sie ein legitimer Teil vor allem der Literatur ist. Andererseits ein Stück Zeitgeschichte, das die Welt brav in Schwarz und Weiß, Gut und Böse einteilt. Wenn eine schwer ringende alleinerziehende Mutter (Regina Fritsch) ihren 17jährigen Sohn Franz vom „Land“ nach Wien zu einem Ex-Freund schickt, um ihn besser zu versorgen, landet der Jüngling 1937 am Westbahnhof (und Erni Mangold darf ihm entgegenzischeln, welch üble Zeiten das sind). Mamas Ex, der Otto Trsnjek (stark: Johannes Krisch), der auf seinen Krücken eine Trafik in der Nähe der Berggasse betreibt, ist eine der klassischen positiven Identifikationsfiguren: der überzeugte „Rote“, der leidenschaftliche „Sozi“, der sorglich seine verschiedenen Kunden (darunter beispielsweise Gerti Drassl) mit Zeitungen versorgt. Oder auch mit kostbaren Zigarren, wie die andere positive Identifikationsfigur dieser Zeit: den alten Juden, der diesmal kein Geringerer ist als der Professor Sigmund Freud (und man wünschte sich, der große Bruno Ganz hätte daran gedacht, für diese Rolle seinen Schweizer Tonfall abzulegen)…

„Tschechernettls“ Vermächtnis: Beißkorbpflicht für (Listen?) Hunde in Wien

 

Weil eine Betrunkene ihren „Listenhund“ (als gefährlich geltende Hunderassen) nicht unter Kontrolle hatte und das Tier ein Kleinkind zu Tode gebissen hat, müssen jetzt sämtliche Hunde Wiens und deren Besitzer Konsequenzen tragen. Alkolimit für Hundehalter wie bei Autofahrern? Einverstanden, obwohl ich  da viele Tiere bereits im Tierheim sehe. Auch Süchtige halten Hunde – und das sind nicht die schlechtesten Hundehalter. Deren Hunde tragen meist Beisskorb.

Verbot der organisierten Zucht gefährlicher Hunderassen? Darüber sollte man diskutieren. Ein Hund ist nicht dazu da, einen schwachen Besitzer plötzlich als stark und furcherregend erscheinen zu lassen.

Ich hatte Zeit meines bisherigen Lebens immer meist große Hunde (aber keine „Kampfhunde“, sondern Menschen gegenüber lammfromme Tiere) und kann auch mit Erfahrungen aufwarten. Wenn ich mit meinen beiden derzeitigen Hunden (gemeinsam bringen die 75 kg auf die Waage) auf dem Gehsteig gehe, bin ich voll konzentriert und achte auf die mir Entgegenkommenden. Da möchte ich von niemand angesprochen werden. Hunde sind insoferne „Rassisten“, als sie misstrauisch gegenüber allem sind, das ihnen fremd erscheint. Zu solchen Begegnungen lasse ich es erst gar nicht kommen, ich weiche mit den Hunden aus. Anderseits bin ich auch Großvater. Wenn ich mit meinem Enkel gehe, bin ich zumindest ebenso konzentriert. Auch mache ich ihm klar, dass nicht jeder Hund sein Freund ist – auch wenn unsere Haushunde Gegenteiliges bei ihm vermuten lassen. Ich muss immer in der Lage sein, schützend einzugreifen und würde einen herbeilaufenden Hund wohl sofort bemerken und das Kind in die Höhe reissen.

In der Regel lieben Muslime keine Hunde, diese Tiere gelten als unrein. Das sei ihnen unbenommen, beeinträchtigt möchte ich aber auch nicht werden. Ich erinnere ich mich eines Vorfalls, als ein Mann (von hinten kommend)  so knapp an meinem an der Leine befindlichen Hund vorbeigegangen ist, dass sich seine Hose und das Fell des Tieres berührt haben. Daraufhin gab es einen Riesenwirbel, weil er nun derart „beschmutzt“ nicht in die Moschee gehen kann.

Der Anlass dieses Beitrags ist ein kurioser Vorfall, der sich dieser Tage in meiner unmittelbaren Umgebung abgespielt hat. Durch die Glastüre in der Galerie kann ich in die Gasse einsehen. Zwei Häuser von meinem entfernt wohnt eine Familie, die solch einen „Listenhund hält“. Der Hund ist vorschriftsgemäß verwahrt, ich habe ihn noch nie ohne Beißkorb und Leine gesehen. Geführt wir er meist von einer sehr jungen Frau, die selbst gut 80 kg wiegt. Es besteht somit kein direkter Anlass, sich vor diesem Hund zu fürchten.

Nun ging ein junger Mann dunklerer Hautfarbe so gegen 22,30 h von der Meidlinger FUZO kommend durch die Zeleborgasse.  Die Frau führte den Hund wie immer an der Leine, mit Beisskorb. Der Entgegenkommende schien dem Hund fremd, instinktiv „gab er Laut (im Klartext, er bellte, wie er eben mit Beißkorb bellen kann). Daraufhin bekam der junge Mann plötzlich Angst sprang auf ein geparktes Auto, zuerst auf die Motorhaube, dann auf das Autodach. Durch den Lärm wurde auch der Autobesitzer, dessen Auto durch diese artistische Einlage beschädigt wurde, aufmerksam und verständigte die Polizei. Die Folge war ein riesiger Einsatz, mitten in der Nacht.

Was rauskommt, weiß ich nicht. Wer bezahlt den Schaden am Auto? Die Hundehalterin hat sich in vorauseilendem Gehorsam so verhalten, wie es das geplante Gesetz vorsieht. Das kann ich bestätigen!

Ist es aber klug, wenn ich bestätige? (ich werde es dennoch tun). Was wird am Ende des Weges stehen? Das Verbot der Hundehaltung in Städten mit Muslimen? Ich habe das Gefühl, dass diese Lösung angestrebt wird. Ein muslimischer Bürgermeister in Wien ist ja nur mehr eine Frage der Zeit, dann ist auch dieses Problem gelöst!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C

 

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