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10. NOVEMBER 2021 – Mittwoch

10.11.2021 | Tageskommentar

„Beginn einer CARMEN-Serie an der Wiener Staatsoper: Clémentine Margaine (Carmen) und Freddie De Tommaso (Don José). Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Ein Deja vu? 2018, noch in der schon ziemlich abgespielten Zefirelli-Inszenierung, hinterließ die französische Sängerin Clémentine Margaine in der Titelpartie einen eher gespaltenen Eindruck. Trotz ihrer dunkel gefärbten, vollen Stimme, die perfekt zur Rolle passen sollte und für die sie auch international bekannt ist, reichte es nur für eine mediokre „Habanera“, auf die eine recht eigenwillig interpretierten „Sevillana“ folgte. Gelungen das neckisch-provozierende „Tra la la“. Ihr Mezzosopran ließ in der Mittellage zu wünschen übrig und klang in den tiefen Tönen zu wenig durchschlagskräftig.

Dieser Befund hat sich bei ihrem nunmehrigen Auftritt in der Calixto-Bieto-Inzenierung, die im Februar ihre (zunächst nur gestreamte) Premiere erlebte, weitgehend bestätigt. Mit dem Unterschied, dass diesmal die Sängerin – infolge einer abklingenden Erkältung – als indisponiert angesagt worden ist, weshalb eine Beurteilung der stimmlichen Leistung ohnehin problematisch wäre. Daher nur noch Anmerkungen zu Margaines darstellerischer Leistung, die durchaus bemerkenswert ist, obwohl sie den tatsächlichen Verhältnissen in dieser Inszenierung nicht ganz entspricht…

...Was für Clémentine Margaine gilt, sollte natürlich auch für Freddie De Tommasos Rollendebüt als Don José in Anspruch genommen werden. Der Sänger wurde ebenfalls als indisponiert angesagt, in diesem Fall infolge einer beginnenden Erkältung. Das vielversprechende Ensemblemitglied, eben erst als guter Einspringer in der Rolle des Ismaele in Nabucco zu bewundern, macht seine Sache in Anbetracht der Umstände gut. In der fein und emotional berührend vorgetragenen „Blumenarie“ zeigt er sein Potenzial. ..

Erwin Schrott (Escamillo) und Soldaten.  Foto: Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Erwin Schrott als Escamillo ist an diesem Abend das Hauptereignis. Schon allein seine enorme Bühnenpräsenz, die virile Ausstrahlung, machen ihn zum Zentrum des Geschehens, auch wenn er in dieser Inszenierung, mit einem kecken Hut auf dem Kopf, eher wie ein mittlerer Mafiaboss, dem nur die Sonnenbrille fehlt, in Erscheinung tritt. In Wien würde man dazu „Strizzi“ sagen. Er singt auch durchaus effektvoll und weiß sich in Szene zu setzen…

…Die musikalische Leitung des Abends ist bei Hausdebütant Omer Meir Wellber in guten Händen. Er und sein Orchester sind nicht daran schuld, dass der Gesamteindruck dieses Opernabends insgesamt unbefriedigend ausfällt. Der Applaus ist durchaus enden wollend – schon kurz nachdem der letzte Mitwirkende, der Dirigent, auf der Bühne erscheint.

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Wiener Staatsoper: NABUCCO am 9.11.

H.S.S: Es war ein mühsamer Abend. Nicht, dass ich mir ungemein viel erwartet hätte, aber was man dann letztlich geboten bekam, war dann doch zu wenig.

Saioa Hernández, die in der 3. und 4. Vorstellung Anna Netrebko als Abigaille ersetzt, gab an diesem Abend ihr Hausdebut und konnte nicht wirklich gefallen. Die Stimme ist für diese Partie viel zu lyrisch und für das Haus wahrscheinlich etwas zu klein. In der Tiefe klingt die Stimme kaum und in der Höhe wird sie eher dünn und auch etwas schrill…

Die wahrscheinlich beste Leistung an diesem Abend bot der Chor, der nach „Va‘, pensiero“ vom Publikum entsprechend bedankt wurde.

Während der Vorstellung war die Stimmung eher unterkühlt, erst am Ende versuchten einige Besucher mit nicht wirklich gerechtfertigten Bravo-Rufen selbige etwas zu heben.

Zum Bericht von Heinrich Schramm-Schiessl

WIENER STAATSOPER: JUAN DIEGO FLOREZ SINGT „FAUST“ AM 11.11.

Juan Diego Florez. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

In der kommenden Vorstellung von Faust kommt es zu einer Umbesetzung:
Anstelle des erkrankten Stephen Costello übernimmt Juan Diego Flórez die Rolle des Faust in der Vorstellung am 11. November. Er verkörperte die Partie bereits bei der Premiere der Produktion (Inszenierung: Frank Castorf) im April 2021.

„Freunde der Wiener Staatsoper“ – Gala Dinner für PD

A Gala Dinner in honor of #placidodomingo , organized by the „Freunde der Wiener Staatsoper“ (Friends of @wienerstaatsoper ), was held at the @grandhotelwien on November 7, 2021.

 

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Domingo probt für „Nabucco“ /12.11.)

 

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Anna Netrebko im Krankenbett wegen ihrer rechten Schulter

Wegen der vielen Freizeitfotos wurde von Hobbydedektiven schon an ihrer Schulteroperation und somit am Grund ihrer Nebucco-Absage gezweifelt. Nun widerlegt sie diese Gerüchte mit einem Foto

Im Krankenbett nach der Schulteroperation. Bis zur Scala-Eröffnung ist sie wieder fit!

Sir Roger Norrington tritt ab
Der britische Dirigent gilt als eine Ikone der historischen Aufführungspraxis. Der britische Dirigent Sir Roger Norrington tritt ab. Auf der Website von „Slipped Disc“ schreibt der Klassik-Journalist Norman Lebrecht, Norringtons Konzert mit der Royal Northern Sinfonia am 18. November in Newcastle-Gateshead werde das letzte des 87-Jährigen sein.
Wiener Zeitung.at

MAILÄNDER SCALA: FOTOS AUS DER PREMIERE L’ELISIR D’AMORE

“Christmas with Jonas Kaufmann’ at the Royal Albert Hall
operatoday.com

Schon wieder nicht systemrelevant?
DER KULTUR-LOCKDOWN WIRD KOMMEN
2G ist Pflicht für alle Kultureinrichtungen, seit die Krankenhausampel auf Rot steht. Aber ohne strengere Regeln für alle Teile des Lebens wird auch das die vierte Welle nicht brechen. Und dann? Stehen wir vor einem neuen Kultur-Lockdown?
https://www.br.de/kultur/vierte-corona-welle-kultur-lockdown-droht-100.html

Glaubensbekenntnis und Theaterlust. Mit allen Sinnen: Claudio Monteverdi, Bahnbrecher und Vollender einer neuen Musik ·
Die erotisch-frivolen Madrigaltexte vertreten ein hedonistisches Menschenbild, das in seiner Sinnenfreude vorm Spiel mit dem Zweideutigen nicht zurückschreckt – ein Spiel mit dem Feuer, das das Ungelebte und Unlebbare der damaligen Kultur im Medium der Kunst sublimierte.
Gefunden von TTT
https://www.nmz.de/artikel/glaubensbekenntnis-und-theaterlust
Bemerkungen von TTT dazu
Onlinemerker.com

Ab heute im Wiener Theater – Center- Forum

 

WIEN / Vienna’s English Theatre:  PRIVATE LIVES von Noël Coward
Premiere: 12. November 2021
besucht wurde die Voraufführung

Amanda Osborne als Amanda Prynne, Mark Elstob als Elyot Chase   (Foto: Reinhard Reidinger/VET)

Private Lives“ von 1929 zählt zu den berühmtesten Stücken von Noel Coward (1899.1973), extrem hoch geschraubter Boulevard, in dem das zentrale Paar sich auch ganz gewaltig prügeln muss. Klar, dass einst Elizabeth Taylor und Richard Burton sich dergleichen auf der Bühne nicht entgehen ließen. Spielt man das Stück allerdings ohne das Hautgout hohen Startheaters (wie in „Virginia Woolf“ gibt es noch ein zweites Paar mit ebenfalls sehr exzessiven Rollen), mag das gar nicht so besonders glanzvoll ausfallen. Das ist leider Vienna’s English Theatre diesmal passiert…

Nicht, dass Vienna’s English Theatre mit Amanda Osborne und Mark Elstob nicht eine solide, spitzzüngige Besetzung für die Streithähne hätte, und Hollie Sullivan und Charles Davies als die jeweils verlassenen neuen Ehepartner sind noch komischer (während aus dem französischen Dienstmädchen wohl mehr heraus zu holen wäre) – aber so gut, dass sie als Selbstzweck existieren könnten, sind sie alle nicht.

Nun ja, nicht nur Coward selbst hat das Stück mit Gertrud Lawrence gespielt, nicht nur Taylor / Burton, auch etwa Maggie Smith oder Laurence Olivier fanden sich in der Besetzung. Darunter geht es wohl nicht, damit das Ganze einen Sinn machen soll…

Zum Bericht von Renate Wagner

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Mehrere Dutzend Migranten durchbrechen die Grenze nach Polen: Zwei grössere Gruppen von Flüchtlingen haben laut einem polnischen Medienbericht die Grenze von Weissrussland nach Polen durchbrochen. Ihnen sei es gelungen, Zäune in der Nähe der Dörfer Krynki und Białowieża zu zerstören und die Grenze zu passieren, berichtete die polnische Nachrichtenagentur PAP am späten Dienstagabend. Laut einer Sprecherin des Grenzschutzes wurden in beiden Fällen Zäune und Barrieren gewaltsam niedergerissen. Einige der Flüchtlinge seien nach Weissrussland zurückgebracht worden, andere seien auf freiem Fuss.
Zu den neusten Entwicklungen

  • Polizei erschiesst in Oslo einen Messer-Angreifer: In der norwegischen Hauptstadt soll ein Mann mehrere Menschen mit einem Messer bedroht haben. Ein Polizist wurde bei dem Versuch verletzt, den Mann zu stoppen. In Notwehr hätten die Polizisten auf den Angreifer schiessen müssen. Der Mann soll wegen eines ähnlichen Vorfalls 2019 zur Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt verurteilt worden sein.
    Zum Bericht
  • Nasa verschiebt Astronauten-Landung auf dem Mond auf frühestens 2025: «Das Ziel der Trump-Regierung, einer Landung von Menschen 2024, hat nicht auf technischer Machbarkeit gegründet», sagte der vom jetzigen Präsident Joe Biden ernannte Nasa-Chef Bill Nelson. Die Vereinigten Staaten brachten als bisher einziges Land zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Erdtrabanten.
    Zum Bericht
  • Uno fordert Freilassung von Mitarbeitenden in Äthiopien: In der Hauptstadt Addis Abeba seien ohne Nennung von Gründen 22 lokale Beschäftigte verschiedener Uno-Agenturen festgesetzt worden, sagte ein Uno-Sprecher. Davon befänden sich 16 noch immer in Gewahrsam. Im Krieg um die Region Tigray in Äthiopien kam es zuletzt zu Spannungen zwischen der Uno und der Führung von Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed.
    Zu den neusten Entwicklungen
    Chinesische Unternehmen zweckentfremden Subventionen:
    Chinas Subventionen für Forschung und Entwicklung wurden von Unternehmen jahrelang im grossen Stil zweckentfremdet. Das ergibt eine Studie des Mannheimer Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, die der NZZ vorab vorliegt. Die Studie ist einer der ersten empirischen Beiträge in der Debatte, ob China sich mit Subventionen tatsächlich unfaire Wettbewerbsvorteile verschafft.
    Zum Bericht

„MitarbeiterInnen“ – Stadt Wien gendert jetzt sogar schon Schafe
Die Stadt Wien kümmert sich um Weiterbildung. Vor Kurzem erhielten nämlich die Mitarbeiter eine Broschüre. Das Thema: Gendergerechtes Formulieren. Aber ist das auch alltagstauglich? Und: Die Stadt nimmt das Ganze so ernst, dass sie sogar schon Schafe gendert…

…Laut Wilhelm seien die Formulierungen bereits praxiserprobt. Was man ob der Sperrigkeit aber kaum glauben kann. So soll es etwa heißen: „Liebe Wienerinnen, liebe Wiener und liebe intergeschlechtliche Menschen in Wien.“ Aber: „Um dem Verkehrschaos Herr zu werden“ soll aus dem Sprachgebrauch verschwinden – womöglich gleich mit das leidige Patriarchat…

Was hat das mit den Schafen zu tun? Folgender Genderunsinn stand in einer Aussendung: …„Sie fühlen sich rundum wohl auf der Insel: die 70 Krainer Steinschafe, die heuer bereits die dritte Saison als ,tierische MitarbeiterInnen‘ der Stadt auf der Donauinsel verbracht haben.“ Tierische MitarbeiterInnen? Ist ein weibliches Schaf nicht sowieso ein Schaf? Fühlen sich männliche Schafe schnell beleidigt, wenn man sie nicht mit Bock bzw. Widder anspricht? Hat ein Hammel schon wegen Diskriminierung geklagt?
https://www.krone.at/2550649

Lassen Sie sich impfen! Wenn wir die 80 % Immunisierung erreicht haben, sind wir im Idealfall bereits „drüber“ – oder wir wissen, dass wir auch andere Wege suchen müssen (keine Pferdewurmmittel, aber es drängen bereits andere Medikamente auf den Markt). Ich war einer der ersten Empfänger des dritten Stiches – und zur Überwindung habe ich einen Psychotrick angewendet: Ich habe ausgeblendet, wer mir die Impfung dringendst nahegelegt hat (die Empfehler wie Dr.Szekeres, Prof. Nowotny, Prim. Dr. Greil  etc. wären für mich eigentlich Ausschließungsgrund gewesen), nur an mich gedacht. Und ich agiere so, als wäre ich nicht geimpft: Keine Gesprächsrunden in der Fußgängerzone, keine unnötigen Besuche diverser Veranstaltungen. Vernissage am Freitag? Nein danke, machen wir das, wenn die Gefahr eingedämmt ist.

Auch diese Zeit wird vorbeigehen. Lassen Sie sich impfen – damit Sie nicht als Ausrede herhalten müssen! Vielleicht ist auch das eine Motivation! Es ist egal, wie wir das Ziel erreichen – Hauptsache wir erreichen es irgendwie!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

 

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