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11. MAI 2018

11.05.2018 | Tageskommentar


Das ist die Regisseurin, die in Wien „Samson et Dalila“ inszeniert: Alexandra Liedtke. Copyright: Reinhardt Werner (Burgtheater)/Alexandra Liedtke

Mit „Samson et Dalila“ hat ein in jeder Hinsicht schwieriges Werk in der Wiener Staatsoper Premiere. Alexandra Liedtke, hierzulande vor allem durch Sprechtheater-Inszenierungen bekannt, wird mutig auf Bibel-Prunk verzichten und ihren beiden Paradekünstlern Elīna Garanča und Roberto Alagna eine differenzierte Beziehungsgeschichte abverlangen.
Für den Online Merker hat sie mit Renate Wagner gesprochen.

Frau Liedtke, wir kennen Sie hier in Wien aus mannigfaltigen Inszenierungen am Theater in der Josefstadt. Was Musiktheater betrifft, sind Sie noch kein „alter Hase“. Wie ist es zu Ihrer Inszenierung von „Samson et Dalila“ an der Wiener Staatsoper gekommen?

Das reicht länger zurück, zum Salzburger Festspielsommer 2012. Damals wollte Alexander Pereira für die Inszenierung von „Das Labyrinth“, den zweiten Teil der „Zauberflöte“, den Schikaneder geschrieben hatte, einen Schauspielregisseur, und diese Produktion durfte ich machen. Diese hat damals Dominique Meyer gesehen, und seither sind wir im Gespräch geblieben, und als sich die Projekte dann von Seiten der Oper konkretisiert haben, habe ich zu „Samson et Dalila“ ein Konzept vorgelegt. Das ist nun auch schon drei Jahre her, und ein so langer Vorlauf ist gerade bei einem so komplizierten Werk sehr wichtig.

Wie bereiten Sie sich auf eine solche Inszenierung vor?

Grundsätzlich nur mit dem Klavierauszug und CDs, ich sehe mir keine DVDs mit anderen Inszenierungen an. Das werde ich, wenn überhaupt, erst nach der Premiere tun, um mir anzusehen, wie Kollegen gewisse schwierige Punkte gelöst haben. Ich gehe ein Libretto experimentell durch, indem ich im Kopf es in verschiedene Schauplätze versetze und sehe, ob es dort möglich ist – aber meist spießt es sich über kurz oder lang mit der Musik oder der Geschichte. Dann fängt man von Neuem an und sucht einen anderen Zugang…

Zum Interview

Wiener Staatsoper: Don Pasquale (9.5.)

 

Watschen, Chihuahuas und Spitzentöne
Da pickt sie wieder, die Ohrfeige – mitten im Gesicht des verdutzten Opfers. Im Fall des „Don Pasquale“, dieser Opernkomödie von Gaetano Donizetti (1843), ist die häusliche Gewalt allerdings keine Empörung wert. Die Watschen-Verteilerin ist die Gattin und der Gemahl, nun ja, ist selber schuld: Eitel und vermessen hat sich die alte Titelfigur auf die junge Norina eingelassen. Die macht ihm danach so lang die Opernhölle heiß, bis sie mit seiner Einwilligung in die Arme ihres Traummannes sinken darf
Wiener Zeitung
Feine Komödie ohne Klamauk: „Don Pasquale“ an der Staatsoper
In Donizettis „Don Pasquale“ ist Roberto De Candia ein köstlicher hochzeitswütiger Titelheld, Adam Plachetka als Malatesta ist ihm ein souveräner Partner mit viel Spielwitz
Die Presse

Erster Bericht: SIMONE BOCCANEGRA vom Donnerstag-Feiertag online!

Thomas Hampson, Marina Rebeka. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Zum Bericht von Dr. Wolfgang Habermann

HEUTE: Eröffnung Wiener Festwochen 2018

Copyright: ORF/Schneider

Heute, Freitag, beginnen in Wien wieder die Festwochen, zum zweiten Mal unter der Verantwortung von Tomas Zierhofer-Kin. Das Eröffnungsfest am Rathausplatz steht diesmal im Zeichen des Wienerlieds und dessen heutiger Spielarten. Auf der Bühne singen (wie schon bei der Eröffnung im Vorjahr) Ernst Molden und Willi Resetarits, außerdem Künstler wie Der Nino aus Wien und Voodoo Jürgens. Dazu gibt es Gedichte von Christine Nöstlinger. (Quelle: Wiener Zeitung)

Es ist dies die zweite Saison des Thomas Zierhofer-Kin. Die erste war nicht sonderlich erfolgreich, da hat sich der Herr Intendant an zwei (von ihm bestellte) Dramaturgen abgeputzt. Nun gilt es Farbe zu bekennen!

ORF 2 und 3sat übertragen das Freiluft-Ereignis, das wie immer gratis besucht werden kann, live. ORF-TV-Kulturchef Martin Traxl spricht von „Blumen aus der Hauptstadt“, die man in die Bundesländer und das benachbarte Ausland schicken wolle. Zierhofer-Kin zeigte sich bei der Präsentation auch „ein bisschen wehmütig“ darüber, dass der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) mit 24. Mai seine Funktion niederlegt, und bedankte sich, „dass du wie ein Fels in der Brandung hinter mir und uns stehst nach dem nicht einfachen Anfangsjahr“.

Die Wiener Festwochen dürfen nicht wie von der „Sektion 16“ veranstaltet ausschauen. Wir sind gespannt!

Gemeindebau-Blumen vor dem Rathaus
Die Wiener Festwochen starten heute, Freitag, mit ihrem traditionellen Freiluft-Termin.
Wiener Zeitung

Berlin/ Deutsche Oper: DER TROUBADOUR

Schlussapplaus. Foto: Klaus Billand

Anita Rachvelishvili war der absolute Star dieses „Troubadour“, der nach der Premiere am 24. März 1996 nun seine 43. Vorstellung erlebte und wohl ein Auslaufmodell ist. Wie ich von einem Zuschauer hörte, soll er diese Saison zum letzten Mal gespielt werden. Bezeichnenderweise wird die Aufführung im Programmzettel als „Nach einer Inszenierung von Hans Neuenfels“ beschrieben, denn von dem Neuenfels, den man aus den vergangenen Jahren, zumal aus Bayreuth, kennt, war nicht mehr allzu viel zu sehen.

Doch zurück zu Anita aus Georgien, die die Azucena gab. So einen Vollblut-Mezzo mit Tendenz zum Alt habe ich lange nicht mehr gehört. Das war einfach umwerfend und könnte als Idealbesetzung für die Zigeunerin gelten. Rachvelishvili konnte nicht nur mit der üppigen Fülle ihres runden und überaus charaktervoll klingenden Mezzosoprans begeistern, sondern auch mit einem beklemmend authentischen Spiel…

Zum Bericht von Dr. Klaus Billand

Winterthur: Beim Fummeln im Schaum sind nur Tabus verboten
Tatjana Gürbaca inszeniert Mozarts „La finta giardiniera“ in Winterthur – eine Seifenoper im besten Sinne. Das Ensemble brilliert im Schaum
Sueddeutsche Zeitung

Santa Fe-Opera: 2019 Season

Interessante Architektur: Santa Fe-Opera.

Lisette Oropesa, Patricia Racette & Poul Ruders Headline Santa Fe Opera’s 2019 Season
http://operawire.com/lisette-oropesa-patricia-racette-poul-ruders-headline

Wien/ Volkstheater: Auch das Musical „Lazarus“ wird nicht der Quotenbringer werden

Große Hoffnungen hat man im Volkstheater (und wohl auch im Kulturamt der Stadt Wien) auf das David Bowie-Musical „Lazarus“ gesetzt. Die ersten Kritiken sind ernüchternd – und da ist noch gar keine Online-Merker-Kritik dabei. Anna Bora, die Prinzipalin – ist jene Frau, die trotzig meint, „nicht unbedingt in Wien bleiben zu müssen“. Einige abgewanderte Abonnenten meinen, dass sie besser gar nicht gekommen wäre!

Auszug aus dem „Standard“: Bitter ankreiden muss man der Inszenierung von Miloš Lolić ihren erschütternden Mangel an ästhetischer Haltung. Dieser angeblich biblisch inspirierten Bowie-Hommage fehlen die beiden Hauptingredienzen für jede ernsthafte Beschäftigung mit dem verglühten Sternenmann: Stil und Gefahr. David Bowie gestaltete noch seinen Abschied von unserer gebrechlich eingerichteten Welt als Triumph des Designs über jede Art von Hinfälligkeit. Als ob der sprichwörtliche „Black Star“ noch die entstellendste Wunde zum Verschwinden brächte („I‘ve got scars that can‘t be seen…“). Im Volkstheater wird man Zeuge eines Kostümfestes, eines Siebziger-Jahre-Gschnases. Als wäre eine besonders honorige SPÖ-Sektion aus einem der Flächenbezirke mit der Ausrichtung eines Themenabends befasst worden…

Musical „Lazarus“: Ein Siebziger-Jahre-Gschnas als Bowie-Hommage
Bei der Erstaufführung des David-Bowie-Musicals lässt das Ensemble des Wiener Volkstheaters bei aller Sangesfreude Stil und Glamour vermissen
Der Standard
An der Essenz vorbeigespielt

Kurier
Ein Alien ersäuft im Gin

Im Wiener Volkstheater feierte das David-Bowie-Musical „Lazarus“ Österreich-Premiere
Wiener Zeitung
Dieser Außerirdische will nur schlafen: Enttäuschendes David-Bowie-Stück am Volkstheater

Das Musical „Lazarus“ ist – im Gegensatz zum finsteren Album „Blackstar“ – kein großes Spätwerk David Bowies. In der neuen Wiener Version wird es vollends zur matten Nummernrevue. Mit viel Gin und deftigem Schlagzeug
Die Presse

Berlin: Rettet die Volksbühne!

Vor wem eigentlich? Ich sehe in den Rettern die größte Gefahr.

Wer hat sie «verkauft», und wer hat profitiert? Die Zukunft der Berliner Volksbühne ist offen, selbst die Gegenwart ist ein Rätselraten. Die politischen Verantwortlichen gehen schon mal in Deckung.
An der Berliner Volksbühne wird das Publikum eingeladen, über das ästhetische «Dazwischen» zu reden. Doch statt Theoriedebatten wäre praktisches Handeln gefordert – und der Mut, sich die Frage zu stellen, ob der Fall Chris Dercon nicht politische Konsequenzen haben müsste.
Neue Zürcher Zeitung

Fußball: Wacker Innsbruck vor dem Aufstieg: Manda, es war Zeit

 

Wacker-Innsbruck ist ein echter Traditionsclub, der unserer österreichischen Bundesliga gefehlt hat. Aber nach vier Jahren Zweitklassigkeit wird Wacker Innsbruck wieder der Elite des österreichischen Fußballs angehören. Manager Alfred Hörtnagl und Trainer Karl Daxbacher sind die Architekten – derstandard.at/2000079539560/Manda-es-war-Zeit

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

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