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11. JUNI 2021 – Freitag

11.06.2021 | Tageskommentar

Anna Netrebko, Luca Salsi. Einer der hellsten Szenen in dieser „Düster-Inszenierung“. Foto: Michael Pöhn/ Wiener Staatsoper

Renate Wagner erklärt Kosky inszeniert Macbeth“:

Also, da müssen doch noch irgendwo ein paar schwarze Scheinwerfer von Herbert von Karajan herumgelegen sein, die Barrie Kosky geschnappt und reichlich für seine Inszenierung von Verdis „Macbeth“ eingesetzt hat. Schwärzer geht’s kaum, als man es hier auf der Bühne erlebt. Mit all den bekannten Nachteilen – die Augen ermüden, das Interesse erschlafft…

Aber Karajans Scheinwerfer können es nicht gewesen sein, denn Barrie Kosky hat die Inszenierung ja schon vor fünf Jahren in Zürich geschaffen und (man kann es nachgelesen), ist von der Presse fast einhellig gefeiert worden. Dafür, dass er die äußere Handlung der Geschichte einfach weggeworfen hat – kein Schloß, keine Wälder, kein Bankett (und auch keine zeitgemäßen Äquivalente). Ein leeres Einheitsbühnenbild, das mit zwei Sesseln auskommt, wo an den Wänden sich je zwei Lichtbatterien im Hintergrund treffen, so dass sie den Spiel-Raum zum schmalen Dreieck reduzieren. (Bühne und Licht Klaus Grünberg). Rätselhaft allerdings hängt ein ovales Ding vom Schnürboden herab, man weiß nicht, soll es ein Sarg sein, ein Ufo, was immer, am Ende regnen Rabenfedern daraus herab. Und man weiß noch immer nicht, was es bedeuten soll.

Es scheint, als habe Kosky an das Opernhaus nur drei Bedingungen gestellt. Zwei Dutzend Nackerte, ein paar Raben und, billig zu haben, ein paar bunte Papierschlangen, wie man sie im Fasching herumwirft. Das einzig farbige Element des Abends, kurz genug auftauchend. Der Rest ist Finsternis – in jeder Hinsicht. Man fragt sich, ob die letzte Inszenierung von Christian Räth, die ja auch erst von 2015 stammte, mit ihren grauen Mauern, ihrer gnadenlosen militärischen Welt und einem Ceausescu-artigen Ehepaar nicht eine sinnvollere Geschichte erzählt hat…

Am Ende viel Beifall, wenn auch nicht wirklich enthusiastisch (das klingt anders). Barrie Kosky erschien nicht. „Feig“, sagte mein Kollege von den Oberösterreichischen Nachrichten. Finde ich auch. Oder war er vielleicht gar nicht da? …

Zum Premierenbericht von Dr. Renate Wagner

„Nacktes“: Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Heinrich Schramm-Schiessl beschäftigt sich mit der vermeintlich angenehmeren Beschreibung, nämlich mit dem Weltklasseensemble an Sängern. Ob diese Aufgabe wirklich leichter ist, erscheint freilich auch relativ: Kommen wir nun zu den Sängern. Ich hätte so gerne geschrieben, dass es der Abend der Anna Netrebko war, zumal ich schon mehrere Aufnahmen mit ihr als Lady gehört und gesehen habe und davon begeistert war. Irgend etwas hat an diesem Abend nicht gestimmt. Die erste Arie klang nervös. In der Pause meinten einige, sie hätte sich nicht richtig eingesungen, was ich mir, ehrlich gesagt, nicht wirklich vorstellen kann. Sie steigerte sich zwar im Laufe des Abends – der Umstand, dass ihr für das Trinklied die Leichtigkeit fehlt, ist bekannt – und konnte erst mit der Nachtwandelszene wirklich annähernd so gefallen, wie man es erwartet hat. Luca Salsi gehört sicher zu den besten Baritonen, die es heute gibt, aber als Macbeth hat er mich nicht überzeugt. In den dramatischen Stellen kann er durchaus überzeugen, aber dort wo Kantilene und langer Atem verlangt wird – insbesonders in der großen Arie – blieben sehr viele Wünsche offen. Roberto Tagliavini hatte als Banquo in der ersten Szene einige Probleme, sang aber dann seine Arie doch recht ordentlich, an große Vorgänger durfte man allerdings nicht denken…

Zum Premierenbericht von Heinrich Schramm-Schiessl

Auch Klaus Billand verschaffte sich Zutritt:

Barrie Kosky wird gerade nach seiner offenbar guten Arbeit an der Komischen Oper Berlin und zumal nach seiner „Meistersinger“-Inszenierung in Bayreuth, die durchaus nicht so schlüssig ist wie vielfach dargestellt, im europäischen Regisseurs-Spektrum hoch bis höchst gehandelt. Dabei hat Dominique Meyer seinen in der Tat gewöhnungsbedürftgen Spielzeug-„Lohengrin“ der späten Ära Holender unmittelbar nach Amtsübernahme aus dem Verkehr gezogen, wie Bogdan Roscic die großartige Kupfer-„Elektra“ wieder ins Haus geholt hat – eine ungewöhnliche, aber künstlerisch nachvollziehbare und somit erfreuliche Entscheidung. Nun kommt Kosky mit der Wiederaufnahme seiner „Macbeth“-Inszenierung aus Zürich von vor etwa fünf Jahren, die gestern Abend ihre Erstaufführung in Wien erlebte, und mit einem neuen „Don Giovanni“ im Dezember diesen Jahres wieder zu großen Ehren.

Der Shakespeare’sche „Macbeth“ ist ein zutiefst pessimistisches, ja, wie Kosky überzeugend in einem Interview mit Oliver Láng darstellt, nihilistisches Drama des großen Engländers, und dieser Aspekt wurde von Verdi in seiner Musik zweifellos übernommen. So kommt Kosky zu der Idee, die ganze Hoffnungslosigkeit der Machenschaften von Macbeth und der Lady als eine minimalistische Welt zu bauen, als eine Welt ausschließlich dieser beiden, die sich lieben, was eine zusätzliche Komplexität ins Geschehen bringt, dann eine kriminelle Dynamik entfalten, und die sich, ein sehr interessanter Gedankengang Koskys, jeweils in die Gegenrichtung entwickeln, gewissermaßen in einem Tango infernale. Zunächst ist die Lady die Schürerin der Bluttaten, die mit dem Königsmord beginnen, und Macbeth lediglich der loyale Soldat, der im Kriegsfall dafür bezahlt wird, gegnerische Soldaten zu töten. Am Ende bricht dann die Lady zusammen, und Macbeth wird zur Tötungsmaschine, dem sogar der Tod der einstmals geliebten Frau zur Randnotiz der Ereignisse wird. Eine solche Sicht könnte dafür sprechen, sich den ganzen Abend auf eine Art Psychogramm der Entwicklung dieser beiden Protagonisten zu konzentrieren und von allen anderen Figuren zu abstrahieren – eine Option, die sich möglicherweise gerade in der Stadt Sigmund Freunds anbietet…

Zum Premierenbericht von Dr. Klaus Billand

Auch der Bericht von Manfred A. Schmid ist eingetroffen: Szenisch gibt das Ganze nicht viel her, stört mit seiner Belanglosigkeit aber auch nicht allzu sehr. Musikalisch hingegen ist die Ausbeute um einiges ergiebiger und wird den hohen Erwartungen, die man an eine Premiere im Haus am Ring setzen kann, weitgehend gerecht. Philippe Jordan ist ein umsichtiger und kundiger Wegweiser durch Verdis auch psychologische Tiefen der Figuren auslotende Musik. Pompöses Machtgehabe, Hofzeremonien, Verschwörertreffen, Mordanschläge, das Elend des Volkes, alles das, was in Barrie Koskys Regie weitgehend ausgespart wird, ist in der Partitur enthalten und wird vom Staatsopernorchester hörbar gemacht. Großartig auch der im Dunkeln singende, aber dennoch stark präsente Chor der Wiener Staatsoper, der gerade in dieser Oper Verdis eine ganz zentrale Funktion hat. Zu Recht wird beim Schlussapplaus dessen Leiter Thomas Lang vom Dirigenten nach vorne in die erste Reihe geholt…

Zum Premierenbericht von Dr. Manfred A. Schmid

Wir bleiben an dieser Produktion dran!

Ein reizvoller Vergleich für uns Wiener Operfreunde“: Der Münchner Spielplan für Dornys erste Saison. Serge Dorny hat sich nämlich auch für Wien beworben bzw. wurde er „ins Spiel gebracht“!

BAYERISCHE STAATSOPER: DIE PREMIEREN 2021/2022

Das sind die „Münchner Macher“ ab 2021/22: Generalmusikdirektor Vladimir Jurowsky, Serge Dorny und Ballettdirektor Igor Zelensky | Bildquelle: Wilfried Hösl

ALLE PREMIEREN DER SAISON 2021/22 IM ÜBERBLICK

24. Oktober 2021: „Die Nase“ von Dmitri Schostakowitsch (Dirigent: Vladimir Jurowski, Regie: Kirill Serebrennikow)
18. Dezember 2021: „Giuditta“ von Franz Lehár (Dirigent: Gábor Káli, Regie: Christoph Marthaler), u.a. mit Daniel Behle
30. Januar 2022: „Das schlaue Füchslein“ von Leos Janácek (Dirigentin: Mirga Grazinyte-Tyla, Regie: Barrie Kosky), u.a. mit Wolfgang Koch
28. Februar 2022: „Peter Grimes“ von Benjamin Britten (Dirigent: Edward Gardner, Regie: Stefan Herheim)
19. März 2022: „L’infedeltà delusa“ von Joseph Haydn, Opernstudio (Dirigentin: Giedre Slekyte, Regie: Marie-Eve Signeyrole)
09. Mai 2022: „Les Troyens“ von Hector Berlioz (Dirigent: Daniele Rustioni, Regie: Christophe Honoré)
21. Mai 2022: „Bluthaus – Lamento della Ninfa, Il ballo delle ingrate“ von Georg Friedrich Haas, Händl Klaus mit Werken von Claudio Monteverdi (Dirigent: Titus Engel, Regie: Claus Guth)
22. Mai 2022: „Koma – Il combattimento di Tancredi e Clorinda“ von Georg Friedrich Haas, Händl Klaus mit Werken von Claudio Monteverdi (Dirigent: Teodor Currentzis, Regie: Romeo Castellucci)
23. Mai 2022: „Thomas – Lamento d’Arianna“ von Georg Friedrich Haas, Händl Klaus mit Werken von Claudio Monteverdi (Dirigent: Alexandre Bloch, Regie: Anna-Sophie Mahler)
27. Juni 2022: „Die Teufel von Loudun“ von Krzysztof Penderecki (Dirigent: Vladimir Jurowski, Regie: Simon Stone)
17. Juli 2022: „Capriccio“ von Richard Strauss (Dirigent: Lothar Koenigs, Regie: David Marton), u.a. mit Diana Damrau und Pavol Breslik

Jeder/Jede von uns möge selbst entscheiden, wessen Programm ihm (natürlich auch „ihr“, denn in der Oper überwiegt das weibliche Geschlecht) besser gefällt. Serge Dorny galt in Lyon als der „Presse-Weltmeister aller Klassen“ – aber das darf kein Kriterium sein, auch nicht für jene von uns, für die ein anerkennendes direktorales Lächeln schon die „halbe Miete“ ist.

München/ Bayerische Staatsoper
Viel Modernes und zwei neue Festivals
In einer Online-Pressekonferenz präsentierten heute Morgen der designierte Intendant Serge Dorny, Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski und Ballettdirektor Igor Zelensky das Programm der kommenden Spielzeit an der Bayerischen Staatsoper. Sie steht unter dem Motto „Jeder Mensch ist König:in“. Die Lust auf einen Neuanfang – gerade nach der langen Phase des pandemiebedingten Stillstands – brachte das Triumvirat trotz der sterilen Atmosphäre der Online-Übertragung glaubhaft zum Ausdruck.
BR-Klassik.de

Neue Spitze der Bayerischen Staatsoper: Ungewöhnliche Orte
Der designierte Münchner Opernintendant Serge Dorny plant für die neue Spielzeit der Bayerischen Staatsoper Aufführungen an ungewöhnlichen Orten. Als Beispiel nannte er den Olympiapark oder den Englischen Garten in München, aber auch Auftritte in anderen Städten Bayerns. Er wolle Oper in vielen Gestalten präsentieren, sagte der 59-Jährige bei der Vorstellung seiner ersten Spielzeit als Staatsintendant in München am Donnerstag, die unter dem Motto „Jeder Mensch ein König“ steht.
Münchner Abendzeitung

München
Bayerische Staatsoper: Serge Dorny setzt ganz auf moderne Werke
BR.Klassik.de

Heinrich Schramm-Schiessl, dessen Urteilsvermögen ich schätze, meint: Lieber Toni! Ich hab die Premierenplanung nur mal so überflogen. Also wäre er tatsächlich Wr. Operndirektor, er hätte sich nach dieser Premieren-Präsentation einiges anhören können. Ich persönlich hätte damit kein Problem, da ich durchaus ein Faible für Raritäten habe, aber die breite Masse hätte sich furchtbar aufgeregt: Außer Monteverdi keine Italiener (weder Belcanto noch Verdi und Puccini), kein Strauss, kein Wagner, kein Mozart, von Russen und Slawen ganz zu schweigen.

Am Stehplatz pflegte früher die legendäre Frau Brandstetter oft zu sagen: „Ka Werk für a Premiere!“

Wie sagte schon der große Fritz Kortner: „Der tatsächliche Erfolg eines Intendanten zeigt sich beim Kassenrapport“. Und auf den bin ich bei Herrn Dorny gespannt. Wenn jetzt jemand meint, die „Giuditta“ werde die Cash-Cow sein, dann irrt er sich. Einerseits ist es das Werk schon lange nicht mehr und schon gar nicht in einer Marthaler-Inszenierung.

LG Heinz

Wien/ Volksoper
Wiener Volksoper: Meyer verabschiedet sich mit elf Premieren
Robert Meyers Spielzeit 21/22 mit Fußballoperette, „Rosenkavalier“ und drei Ballettpremieren. 82 Prozent Auslastung über gesamte Direktion
Der Standard.at

Volksoper: Mit einem „Wunderteam“ in die letzte Spielzeit
Direktor Robert Meyer beendet seine 15 Jahre am Haus mit einer bunten Abschluss-Saison.

..Dass die künftige Direktorin Lotte de Beer das Ensemble erneuert, will Meyer nicht kommentieren: Er werde sich in die Personalpolitik der Nachfolgerin „sicher nicht einmischen.“ Zu seinen Zukunftsplänen nur so viel: Meyer werde den Bühnen „nicht ganz abhandenkommen“, ihnen aber auch nicht um jeden Preis „nachhecheln“ – schließlich freue er sich auf den einen oder andern entspannten Abend in Triest.
Wiener Zeitung

Übrigens, diese „Kündigungen“ (die „Nichtverlängerungen von Verträgen sind“) werden erst in einem Jahr gültig. Bis dahin laufen die Verträge weiter. Jeder Arbeitnehmer würde sich eine derart Lange Vorbereitungszeit wünschen!

Graz
Freiluftoper in Graz: Sensationelle „Tosca“ mit Kristīne Opolais, Jonas Kaufmann und Bryn Terfel
„Weltstarbesetzung“ versprochen – und gehalten. Kristīne Opolais, Jonas Kaufmann und Sir Bryn Terfel bilden das hoch prominente Trio in der semiszenischen Freiluftoper „Tosca“ von Giacomo Puccini, zu der die Bühnen Graz diesen Sommer in die Schloßberg-Kasematten locken.
Kleine Zeitung

Hamburg: Die Elphi kommt mal wieder ganz groß raus
Mit der Aussicht auf eine Vielzahl starker Glücksmomente beim Erleben erstklassiger live gespielter Musik lädt die Elbphilharmonie die ästhetisch-künstlerischen Energiereserven der Hamburgerinnen und Hamburger und all ihrer Gäste von nah und fern wieder auf. In seiner Opulenz und Qualität knüpft das Programm der Saison 2021/22 an vorpandemische Zeiten an. Große Namen wie Esa-Pekka Salonen, Teodor Currentzis, Sir Simon Rattle, Mirga Gražinytė-Tyla, Valery Gergiev, Semyon Bychkov, Andris Nelsons oder Daniel Barenboim entfachen die Vorfreude auf die Rückkehr zu einem reichhaltigen Konzertleben ebenso wie das Versprechen auf umfassende Begegnungen mit Musik von Komponisten wie Sibelius, Strauss, Mozart, Schumann, Beethoven oder Hanns Eisler. Anoushka Shankar, Max Richter und John Zorn sind jeweils »Elbphilharmonie Reflektor«-Festivals gewidmet. Zur Eröffnung der Saison am 1. September, die HamburgMusik und der NDR erneut gemeinsam feiern, hat das NDR Elbphilharmonie Orchester unter seinem Chefdirigenten Alan Gilbert den Star-Cellisten Yo-Yo Ma zu Gast. – Da die Pandemie noch nicht vollständig gebannt ist, kann das Publikum seine Ticketwünsche ohne Risiko auf dem Bestellweg anmelden. Bestellungen für einen Großteil der Konzerte werden ab 15. Juni unter www.elbphilharmonie.de entgegengenommen.
https://klassik-begeistert.de/das-programm-der-elbphilharmonie-hamburg-saison-2021-22/

Wien/ Heinz Sichrosky in „News“
Wieder einmal purer, herrlicher Brecht
Das postdramatische Theater ist zuletzt in atemberaubender Eile gealtert. Es wird Zeit, dass erstklassige Texte nicht mehr von zweitklassigen Selbstdarstellern zermantscht werden.

Anders ist die Situation im Theater. Texte unterliegen, wenn ihre Verfasser eine entsprechend lange Zeit unter der Erde sind, keinen Schutzmaßnahmen mehr. Ich war mit meiner (jetzt Germanistik studierenden) Tochter vor nicht langer Zeit im „Woyzeck“, der für sie das Höchste der Dramatik verkörpert. Am Akademietheater hatte in glänzender Besetzung Johan Simons inszeniert. Aber auch abgesehen von der erkennbaren Sprachunkundigkeit des bedeutenden Theatermannes hat mir der Kommentar post festum meiner Tochter zu denken gegeben: Wären auf der Bühne nicht bestimmte Namen gefallen, wäre sie nie auf die Idee gekommen, „Woyzeck“ gesehen zu haben.

Das Problem, das sich „postdramatisches Theater“ nennt, wurde mir seit den Wiedereröffnungen am 19. Mai wieder vielfach bewusst. Ich habe am Akademietheater den von einem italienischen Provinzler zu lärmender Langeweile zermantschten „Bunbury“ gesehen. Der neue Volkstheaterdirektor hat sich an „Endspiel“, „Theatermacher“ und seinem eigenen Hang zu ziellosen Spielereien überhoben..

https://www.news.at/a/brecht-spitzentoene-12110648

KÖLN/ St. Michael am Brüsseler-Platz: KING LEAR. (10./11./12./13.6. 2021). Sie wollen und können es immer noch!

King Lear-Generalprobe mit Hansguenther Heyme seiner Maske und Milan Sladek. Foto: Andrea Matzker

Zwei Giganten der Kölner, aber auch der internationalen Theaterszene – Milan Sladek und Hansgünther Heyme – haben sich zusammengetan, um einen Klassiker der Weltliteratur, Shakespeares King Lear, auf die Bühne zu bringen. Doch wie geht so etwas in Zeiten von Corona? Basis ist zunächst eine offene Veranstaltungsorganisation der Kirchengemeinde Sankt Michael am Brüsseler Platz in Köln sowie zwei nimmermüde, immer weiter vorwärtsstrebende und inzwischen beide über 80-jährige Bühnen-Menschen, wie das Duo Hansgünther Heyme und Milan Sladek. Nach eigenen Aussagen von Hansgünther Heyme basierten viele antike Inszenierungen im Laufe seiner 65-jährigen Theaterarbeit auf den fulminanten Übertragungen von Goethes Lehrmeister Christoph Martin Wieland (1733-1813), wie auch vorliegende „Fassung für zwei“, wo die Tragödie des greisen Königs inhaltlich auf ein Mindestmaß von Heyme reduziert wurde, und er selbst dem großen Pantomimen als Rezitator und Dialogpartner des Hauptdarstellers Milan Sladek, der sonst ohne Worte auskommen kann, einige Kernaussagen zu rezitieren aufgegeben hat.

Mehr darüber in unseren Infos des Tages

Aktuelles in der „Neuen Zürcher Zeitung:

  • Die EU will Käfighaltung bei Tieren verbieten: Das Europaparlament will die Käfighaltung in der Europäischen Union schrittweise abschaffen. Es solle geprüft werden, ob die Praxis bis 2027 beendet werden könne. Die Forderungen des Parlaments gehen auf die Bürgerinitiative «Schluss mit der Käfighaltung» zurück.
    Zum Bericht
  • Frankreich diskutiert nach Angriff auf Macron über rechte Gewalt: Ein rechtsextremer Arbeitsloser ist für seinen tätlichen Angriff auf den französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt worden. Laut dem Inlandsgeheimdienst DGSI wächst seit Jahren die Bedrohung durch eine heterogene «Ultrarechte».
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  • EZB hält an ihrem Krisenprogramm fest: Die Wirtschaft erholt sich kräftig, doch die Europäische Zentralbank (EZB) bleibt vorsichtig. Die monatlichen Anleihekäufe der EZB bleiben deshalb vorerst auf konstant hohem Niveau. Bis mindestens März 2022 kann die Notenbank weiterhin Schuldpapiere im Volumen von insgesamt bis zu 1850 Milliarden Euro erwerben.
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  • China bringt die USA im Nahen Osten in eine Zwickmühle: Washington tritt beim geplanten Milliardenverkauf von F-35-Kampfjets an die Vereinigten Arabischen Emirate auf die Bremse. Ein Grund ist Abu Dhabis zunehmende Sicherheitskooperation mit China, bei der es auch um den Austausch von militärischem Know-how geht.
    Zum Bericht
  • Nadal und Djokovic duellieren sich im Halbfinal des French Open: Heute spielen jene vier um den Finaleinzug, die man in den Halbfinals erwartet hat: Stefanos Tsitsipas gegen Alexander Zverev und Djokovic gegen Nadal. 57 Mal haben der 34-jährige Serbe und der 35-jährige Spanier schon gegeneinander gespielt, 29-mal hat Djokovic gewonnen, 28-mal Nadal.
    Zum Bericht

Wenn Self-Scanner im Supermarkt Ware anzugeben «vergessen»: Ist ein Dieb, wer an der Selbstbedienungskasse im Supermarkt das eine oder andere Produkt unterschlägt? Ein Zürcher Anwalt, der in der Migros sein Hohrückensteak nicht eingescannt hat, geht jedenfalls vor Gericht. Denn wer sich wehrt, hat Chancen, straflos davonzukommen.
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Filme der Woche

 

Filmstart: 11. Juni 2021
FALLING
Kanada, GB, Dänemark / 2020
Drehbuch und Regie: Viggo Mortensen
Mit: Viggo Mortensen, Lance Henriksen, Laura Linney, Terry Chen u.a.

Kunst war immer auch dazu da, persönliche Probleme zu bewältigen, diese gewissermaßen auf eine höhere, allgemeine Ebene zu heben. Genau das tut Viggo Mortensen in seinem Film „Falling“. Man kennt Mortensen, Amerikaner mit dänischem Vater, seit langem als außerordentlichen Darsteller, der auch als Musiker und Schriftsteller erfolgreich ist. Nun hat er alle seine Talente gebündelt, um als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller eine außerordentlich traurige Geschichte zu erzählen, die zu einer gültigen Abrechnung wird.

Generationskonflikte beherrschen die Literatur – und das Leben. Weltanschauungen prallen auf einander. Im Umgang miteinander erweist sich der Charakter. In diesem Fall wohnt in der absoluten, brutalen Rücksichtslosigkeit der Vater-Figur erschreckende Kraft, während der bewusste „Gutmensch“ daran scheinbar nur scheitern kann, weil er auch noch die andere Wange hinhält.

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

Deutschland WOW:  Regierung verhängt auf falschen Grundlagen Lockdown!

 

ZU YOUTUBE

Sie können diesem Video glauben, müssen natürlich nicht!Ich will Ihnen nichts einreden, das unterscheidet mich von Politikern!

Dänemark: Erstes EU-Land verabschiedet sich von den Corona-Masken
Einzige Ausnahme davon bleibt der öffentliche Nahverkehr – dort aber auch nur, wenn man nicht sitzt.
oe24.at

Österreich
U-Ausschuss: Zadić weist „unqualifizierte“ ÖVP-Angriffe zurück
Die Grünen laden mit der Opposition Finanzminister Blümel in den U-Ausschuss. Die ÖVP lädt die Justizministerin, diese stellt sich deutlich hinter die WKStA-Ermittler
Der Standard.at

Was hinter der „Geldscheißer“-Causa um Kurz und Schmid steckt
Eine Budgeterhöhung könnte Sebastian Kurz dazu bewogen haben, Thomas Schmid zum Öbag-Chef zu machen: Das stellt die Staatsanwaltschaft in den Raum. Ist das plausibel? Eine Einordnung
Der Standard.at

Österreich/Burgenland
Die „Scheinwelt“ rund um den Umwelt-Hokuspokus des Martin Pucher
Die rechte Hand des Commerzialbank-Chefs gibt Einblicke in seine gescheiterten Umweltgeschäfte
Kurier.at

Es gab eine Zeit, da waren Martin Pucher und ich Fußball-Konkurrenten und haben einander belauert. Für dumm habe ich ihn nie gehalten (einen Menschen unterschätzen ist oft ein Riesenfehler), er bezeichnete mich gemeinsamen Bekannten gegenüber als „Krämerseele und somit als keinen Gegner für seinesgleichen. Zum Glück bin ich die Krämerseele geblieben, denn sonst wäre ich auf diverse Russland-Geschäfte in Zusammenhang mit einem Flughafen reingefallen und hätte vermutlich schon längst einen „kalten Hintern“.  Ein Menschenleben zählt dort nicht viel! Der Vorteil für einige meiner Leser wäre, dass sie sich mit mir nicht ärgern hätten müssen, mein Vorteil wäre die Einsparung des Themas „Corona“ exclusiv für meine Person gewesen. Habe ich vielleicht doch einen Fehler gemacht?

Dass Pucher „Umweltgeschäfte“ machen wollte, ist mir neu. Eine Krämerseele hätte ihm abgeraten! Eigentlich bin ich sagar froh, dass sie mich durch mein Leben begleitet hat

Haben Sie einen schönen Tag

A.C.

 

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