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11. JÄNNER 2021 – Montag

11.01.2021 | Tageskommentar

Österreich: Neue Teststrategie mit vielen Fragezeichen für Veranstaltungswirtschaft Copyright: IG. Österreichische Veranstaltungswirtschaft

Wien (LCG) – Die Interessengemeinschaft Österreichische Veranstaltungswirtschaft, die einen Großteil der in Österreich stattfindenden Veranstaltungen verantwortet, befürchtet einen großen Schaden durch den Ankündigungs-Schnellschuss der österreichischen Bundesregierung, die sich mit der SPÖ auf eine neue Teststrategie geeinigt hat. „Eintrittstests statt Freitesten“ lautet nun die Devise, mit der die Verantwortung an die Veranstalter delegiert wird. Der Zutritt zu Veranstaltungen ab 20 Teilnehmern soll nur mit einem negativen Covid-19-Test möglich sein. Die Kontrolle wird den Veranstaltern übertragen. Optional sollen diese auch selbst Tests anbieten können und erhalten dafür das Material zur Verfügung gestellt…

Mehr darüber in unseren Infos des Tages

Mein Mailserver geht über, viele Leser empören sich über die durchsichtige Aktion, das Wort „Freitesten“ durch „Eintrittstesten“ zu ersetzen. Die Menschen kommen sich veräppelt vor und laden Frust ab.

Ein Beispiel:

Ein Mail, das an viele Empfänger geschickt wurde.

 

Werte Politiker/innen,

„Freitesten“ in „Eintrittstesten“ umzutaufen, um so zumindest eine Oppositionspartei, in diesem Falle die SPÖ, auf die Seite der Bundesregierung zu ziehen, ist niemandem, der auch nur einem Funken Verstand besitzt, entgangen.  Aber sollte diese Umbenennung Erfolg haben und gesetzlich verankert werden, muß die Bundesregierung nachher konsequent vorgehen, und zwar nach dem Motto: Wer A sagt, muß auch B sagen!

Da das Konzept Eintrittstesten eine Erfindung der Bundesregierung ist, muß diese die volle Verantwortung dafür übernehmen.  Die Bundesregierung muß für das Publikum, die Veranstaltungen besuchen wollen und dafür gültige Eintrittskarten besitzen, folgende Maßnahmen kostenlos im ganzen Bundesgebiet anbieten und durchführen… (Zitat Ende)

Sheryl C.

Die Politikerinnen und Politiker werden eine Welle von Mails dieser Art bekommen und wohl kaum reagieren. Reagieren werden diese Besucher, zumindest kündigen sie es an. Ob sie es auch umsetzen?
Solange sie sich „eintrittstesten“ lassen müssen, kann ich mir das schon vorstellen. Wie es dann weitergeht, ist wohl nicht absehbar. Es bleibt zu hoffen, dass die Liebe zur Oper, zum Theater überwiegt. Wenn nicht, dann sehe ich tiefschwarz!

Aber zuerst müsste erst einmal Normalität einkehren – und da ist wirklich noch kein Licht am Ende des Tunnels!

Österreichs Politiker blicken gerne (?) zum Nachbarn nach Deutschland, Wenn man das macht, was alle machen, dann machen entweder alle einen Fehler – oder eben gar keiner. Das ist nicht eben mutig, aber angesichts der Ratlosigkeit verständlich.

Chef der Kulturministerkonferenz: Öffnung der Kultureinrichtungen ist ungewiss
Klaus Lederer im Gespräch mit Vladimir Balzer:
Kultureinrichtungen werden wohl bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Das steht für für Klaus Lederer fest. Der Berliner Kultursenator und Chef der Kulturministerkonferenz zeigt sich zudem skeptisch, ob Probenarbeiten fortgesetzt werden können.
DeutschlandfunkKultur

Wenn also sogar Probenarbeiten untersagt werden sollen, frage ich mich, welche Aufgaben außer Verwaltung, Beruhigung, Knierutschen vor Politikerinnen und Politikern,  zu erledigen sind. Dann könnten auch keine Vorstellungen ohne Publikum, die gestreamt werden, stattfinden.  Das ist ohnedies ein Irrsinn, für die Ausübenden sogar erniedringend. Das sind eigentlich Demütigungen!

Ich bin in der glücklichen Lage, keinen finanziellen Schaden zu haben. Mit meiner Firma wäre ich wegen des Lockdowns schon längst am Ende, die Weitervermietung habe ich schon vor Jahren aufgegeben, weil ich sie nicht gebraucht habe und  mich nicht täglich ärgern wollte (immerhin benütze ich im Firmen-Haus mehrere davon unabhängige Räumlichkeiten)

Nun denke ich nach, was ich an Stelle eines Theaterdirektors machen würde. Ich würde erst einmal auf die versprochene „Normalität“ im hoffentlich kommenden Sommer warten. Wendet sich auch dann nichts zum Besseren, würde ich nachdenken, ob ich es wirklich nötig habe, mich zum Kasperl zu machen und auf Zuruf zu reagieren. In meinem Fall wäre die Entscheidung klar – ich würde den Laden hinschmeissen und meine Menschenwürde wahren!

Mit großen Ambitionen wechselte eine Politikerin in die Staatsoper. Mit dem Lockdown hat sie bei ihrer Entscheidung für die Kultur nicht gerechnet. Wie geht es ihr heute, wie sieht sie die Situation?

Wien/ Staatsoper
Petra Bohuslav: Von der Politik in die Oper
Vor einem Jahr hat die langjährige ÖVP-Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav das Ende ihrer Politkarriere und einen Wechsel an die Wiener Staatsoper angekündigt. Im Interview mit noe.ORF.at erzählt sie von ihrem Einstand in Lockdownzeiten.
https://noe.orf.at/stories/3084040/

Auch Piotr Beczala ist tief in die derzeitige Situation (wie alle freiberuflichen Künstler) verstrickt

Piotr Beczała: „Das ist mein grünes Monster“

Piotr Beczała und sein Jaguar

…das ist ein Jaguar XK 150 S aus dem Jahre 1958, ein Reihensechszylinder, 3,8 Liter, und es ist ein Coupé. Ein richtiger Sportwagen….

Der polnische Startenor Piotr Beczała über Bubenträume, Rostlauben und James Bond.
https://www.krone.at/2314417

Interview mit einer weiteren Betroffenen:

Sopranistin Golda Schultz im Interview: „Klatschen die oder nicht?“

Golda Schultz. Foto: Golda Schultz.com

Was sind die schlimmsten Sekunden im Sopranistinnen-Leben? Was hält sie von einem schwarzen Monostatos? Über all dies und viel mehr spricht Golda Schultz hier im Interview.

Die Proben für den „Freischütz“ an der Bayerischen Staatsoper laufen. Doch keiner weiß, in welcher Form – ob mit oder ohne Publikum – die für den 7. Februar geplante Premiere ablaufen wird. Hauptsache singen und arbeiten, sagt sich Golda Schultz. Die 37-jährige Sopranistin singt erstmals die Agathe. Die nächste große Aufgabe wartet dann bei den Salzburger Osterfestspielen, da wird die gebürtige Südafrikanerin in einer „Turandot“ unter Christian Thielemann als Liù zu erleben sein…

Aber man weiß doch im Grunde, ob es gut oder schlecht war. Die Frage ist, wie weit man es sich eingesteht.

Ja, schon. Ich meine aber diese fast unerträgliche Spannung nach dem letzten Ton und vor dem Applaus. Gerade hast du deine Seele total geöffnet – und jetzt…? Bei Liùs „Signore, ascolta“ wollte Puccini, dass es nach der Arie sofort weitergeht mit Handlung und Musik. Es ist aber Tradition, dass die Sopranistin ihren Applaus bekommt. Die Frage ist also: Macht der Dirigent eine Pause und damit Platz für den Applaus? Einmal hatte ich, so dachte ich, besonders viel gegeben. Der Dirigent wartete, und niemand hat geklatscht! Das war so peinlich! Ein Kollege ist später im Stück an mir vorbei und flüsterte: „Das war superschön.“ Da war ich wieder beruhigt…

Münchner Merkur

Man kann nicht früh genug anfangen, seine Kinder ins Rampenlicht zu stellen, oder?

Hier gehen die Meinungen wohl auseinander. Sicher ist Placido Domingo mit 6 oder 7 Jahren auch schon auf der Bühne gemeinsam mit seinen Eltern gestanden. In dieser Künstlerfamilie war das wohl selbstverständlich!

Bei ihm ist es offenbar gut gegangen und er hat sein berufliches Glück gefunden. Malena, der Tochter von Aleksandra Kurzak und Roberto Alagna können wir nur wünschen, dass sie auch ihr Glück bei der sehr frühen Berufsfestlegung findet!

Der Auftritt in der Fernsehshow fand bei einem Chorfestival statt, bei dem wohl auch „Chorkinder“ nicht älter waren.

 

ZUM VIDEO auf Youtube

Dass Kinder vom Beruf der Eltern geprägt und beeinflusst werden, ist klar. Auch mein Bruder und ich sind bereits mit 6 Jahren im Betrieb gestanden und vor dem Schulbesuch durften wir die Kurbel der Furnierpresse lockern. Über Nacht wurde nämlich immer eine Leimung durchgeführt. Das war keine „Kinderarbeit“, das war für uns ein Spiel, ein pures Vergnügen. Allerdings wurde dieses Vergnügen nicht öffentlich gemacht!

80. Geburtstag von Faye Dunaway

Faye Dunaway

Als Gangsterbraut wurde die junge Schauspielerin in „Bonnie und Clyde“ berühmt – den Oscar bekam sie für „Network“.
Wiener Zeitung

Doku über die Glock-Pistole: Bestseller auf beiden Seiten des Gesetzes
Die Doku „Weapon of Choice“ erzählt die Erfolgsgeschichte der österreichischen Glock-Pistole
Kurier

Der Autist als idealer Mensch der Gegenwart
Menschen mit Autismus wurden Jahrzehnte stigmatisiert. Heute gelten sie als Menschen, die in einer komplexen und von Technologie geprägten Welt den Durchblick behalten. Ein Forschungsprojekt beschreibt, wie es zu diesem Wandel kam und was er über die Gesellschaft aussagt.  „Es macht dich anders und lässt dich anders denken.“ Das sagte die Klimaaktivistin Greta Thunberg in einer Sendung des US-amerikanischen Fernsehsenders CBS. Sie sprach über ihr Asperger-Syndrom – eine Form des Autismus.
https://science.orf.at/stories/3200889/?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Österreich
Der Getriebene

Manchmal Corona-Superminister, öfter noch Prügelknabe, zuletzt wegen des gescheiterten Impf-Starts. Kein anderer Politiker stand im ersten türkis-grünen Regierungsjahr in grellerem Scheinwerferlicht als Rudolf Anschober. An ihm zeigen sich die Probleme der Grünen wie unter dem Brennglas.
Profil.at

Die Internationale Presse lobt den österreichischen Kanzler für seine rasche Entscheidung

Ich bin mit vielem, das derzeit geschieht, nicht einverstanden. Wenn aber Positives passiert, dann zolle auch ich Respekt. Die rasche Festlegung auf einen anerkannten Experten kommt auch international gut an, die Entscheidungsfreudigkeit wird gelobt (die österreichische Presse nehme ich da nicht für ganz unbefangen). Ich bin froh, dass ich gestern meine Vermutung nicht an dieser Stelle platziert habe. Logisch wäre eine Steirerin gewesen, die in der Jungen ÖVP zu Ruhm und Ehre gekommen ist. Dass es ein offiziell parteiungebundener Fachmann geworden ist, gehört lobend erwähnt! Es beweist aber auch, wie dramatisch die Situation auf dem Arbeitsmarkt eingeschätzt wird! Da darf man sich nicht rumspielen, Experimente sind unangebracht!

IHS-Chef Kocher folgt Aschbacher als Arbeitsminister
47jähriger Ökonom wurde Sonntagmittag von Kanzler Kurz als neuer Ressortchef vorgestellt. Ein Experte löst damit die über eine Plagiatsaffäre gestolperte Ressortchefin ab. Integrationsministerin Raab übernimmt die Familienagenden.
Wiener Zeitung

Wenn Sebastian Kurz umdenken muss
Mit Martin Kocher als Minister zeigt der Kanzler, dass er strategische Haken schlagen kann. Es ist nicht der einzige in diesen Tagen.
https://kurier.at/meinung/wenn-sebastian-kurz-umdenken-muss/401151597

Kapitän Kurz und die Seepocken
Ein Plagiatsverdacht bringt auch in Wien eine Ministerin in Bedrängnis – aber anders als in Deutschland entschärft Kanzler Sebastian Kurz die Krise rasch. Dass der Nachfolger nicht zum ÖVP-Parteiestablishment gehört, passt zu seiner Linie.
Frankfurter Allgemeine

Das verhängnisvolle Seepöckchen

Die Seepocken kommen nur im Salzwasser vor. Hat das die Frau Minister gewusst, als sie ihre Diplomarbeit von Google-Übersetzung „unterstützen“ ließ

VP-Ministerin Aschbacher ist also unter anderem über Seepocken gestolpert. Wissen Sie eigentlich, was das ist? In der Schifffahrt mag man die Dinger nicht. Sie hatten auch schon katastrophale Folgen.

…Nun ja, da lässt sich grundsätzlich schon einmal einwenden, dass in der Wissenschaft Annahmen erst die Basis von Theorien bilden, welche dann die Realität, einen Vorgang darin, einen Zusammenhang, ein Problem etc. erklären (oder nicht). Aber wenn im Text einer Bewohnerin eines Binnenlandes wie Österreich ganz lässig just Seepocken auftauchen, eine Lebensform, deren Existenz vermutlich dem Großteil der Bevölkerung unbekannt ist, darf man skeptisch werden: Denn diese primitiven Krebstierchen, deren Larven sich etwa an Steine, größere Krebse, Muscheln, Unterwasserbauwerke und Bootsrümpfe kleben und Kalk-Kegelchen um sich herum bauen, leben im Salzwasser – also im Meer, nicht in der Mur. In Süßwasser bilden etwa Algen, Moostierchen und Zebramuscheln einen solchen Bewuchs…
https://www.diepresse.com/5920831/das-verhangnisvolle-seepockchen

Neue Zürcher Zeitung:

Der legendäre amerikanische Investor Jim Rogers warnt vor Spekulationsblasen bei Anleihen und Aktien, besonders bei Technologietiteln wie Apple, Google oder Amazon. Dem Amtsantritt des neuen amerikanischen Präsidenten Joe Biden sieht er mit gemischten Gefühlen entgegen. «Die Leute rund um Biden wollen viel Geld drucken und ausgeben, das mögen die Finanzmärkte. Das ist nicht gut für meine Kinder, aber es ist gut für 2021.» Zum Interview

Die Schweizer sparten im Pandemiejahr 2020 überdurchschnittlich viel Geld: Rund 30 Milliarden Franken mehr als sonst blieben auf den Konten der Haushalte liegen. Die aufgestaute Nachfrage könnte bald in Kombination mit der derzeit ultraexpansiven Geldpolitik der Zentralbanken und dem verknappten Angebot in der Wirtschaft als Folge von Betriebsschliessungen zu einer konjunkturellen Überhitzung führen. Zum Bericht

Markus Söder: „Normalzustand wie vor Corona wird es auf absehbare Zeit nicht geben Bezahlartikel
Die Welt.de

Österreich: Volle Skipisten im Osten, leere im Westen
„Katastrophale Bilder“ aus der Steiermark, gähnende Leere in Tirol: Das Skifahren bleibt polarisierendes Thema in der Pandemie. Denn während die einen freiwillig einschränken, wird den anderen mit Sperren gedroht.
https://www.krone.at/2315111

Der Schlauberger 33: Oder doch lieber eine Challenge? Heute – die Superfloskel
Der „Schlauberger“, Reinhard Berger

Haben Sie’s gelesen? Einzelfälle ist die Negativfloskel des Jahres, ausgewählt von dem Webprojekt „Floskelwolke“.
Meine Superfloskel des Jahres aber ist Herausforderung. Ein Wort wie eine Küchenmaschine, mit der Sie alles erledigen können: vom Milchmixen bis zum Möhrenreiben. Irgendwas passt immer. Denn mit Geschwafel können Sie nichts falsch machen. Hingegen eigene Gedanken in eigene Worte zu fassen, das ist wirklich eine Herausforderung.
Von Reinhard Berger
http://klassik-begeistert.de/der-schlauberger-33-klassik-begeistert-de/

 
Starten Sie gut in die neue und feiertagsfreie Woche
A.C.
Und ziehen Sie sich warm an

 

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