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11. JÄNNER 2020 – Samstag

11.01.2020 | Tageskommentar

Servus-TV-Moderator Ioan Holender im Teesalon der Staatsoper – und gestern im TV. Foto: Crescendo/Servus TV

Also sprach gestern Ioan Holener: Der Bariton gewordene alte Tenor wurde weltweit „verboten“. Er sagt zu seiner Verteidigung, dass in seiner gloriosen Zeit „andere Standards gegolten haben“ und so manches als normal erachtet worden sei, was heute für Aufregung sorge. Er verstehe die heutige Welt nicht mehr. Die unaufgeregte Normalität sagt klar und unmissverständlich, dass abgeschlossene und unterschriebene Theaterverträge sowohl vom Arbeitgeber, als auch vom Arbeitnehmer zu respektieren seien. Die moralische Integrität oder Unbescholtenheit des Arbeit nehmenden Künstlers kann kein Kriterium sein zum Einhalten oder Auflösen eines Vertrages, höchstens dazu, diesen nicht abzuschließen, aus welchem Grund auch immer. Ist jedoch ein ausübender Künstler gleichzeitig Arbeitgeber als Leiter eines künstlerischen Institutes und nützt seine Stellung zur Erlangung eines persönlichen Vorteils aus, kann und sollte der Betreffende von seiner führenden Machtposition entfernt werden.

Hab’ nie gefragt, ob es gestattet ist…“. Über moralische Integrität und Machtpositionen im Musikbetrieb
von Ioan Holender –
Was geschieht mit Lehárs Paganini-Schlager „Gern hab’ ich die Frau’n geküsst, hab’ nie gefragt, ob es gestattet ist; dachte mir: nimm sie dir…“? Darf Jonas Kaufmann dieses Lied auf seiner neuen Operettenplatte noch singen? Oder was wird aus dem Herzog von Mantua in Verdis Rigoletto, der die minderjährige Gilda durch Täuschung verführt und dies singend zelebriert? Weitere Beispiele sind bei Bedarf vorhanden.
https://crescendo.de/hab-nie-gefragt-ob-es-gestattet-ist-1000039989/

kulTOUR mit Holender“ auf ServusTV Deutschland:
12. Januar 2020 Günther Groissböck – Ein Bass lässt tief blicken

17. und 19. Januar 2020 Deutsche Oper am Rhein
24. und 26. Januar 2020 Pesaro – Rossini, Rossini, Rossini
31. Januar und 2. Februar 2020 Adrian Eröd
7. und 9. Februar 2020 Momo oder „Was ist Kinderoper?“
14. und 16. Februar 2020 St. Gallen
21. und 23. Februar 2020 Sofia – Kulturperle Bulgariens
28. Februar und 1. März 2020 Festspiele Erl
Wien/ Staatsoper: LOHENGRIN – erste Vorstellung der Serie am 9.1.
 
Der Gralsritter kam diesmal per Auto. Ein Flug war wegen Nebels nicht möglich. Klaus Florian Vogt und Cornelia Beskow. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn
 
Vogt traf erst kurz vor der Vorstellung im Haus ein, Maestro Gergiev (seiner Gewohnheit entsprechend) vermutlich noch später. Dennoch musste er noch mit dem einspringenden Sänger über die Vorstellung reden – und tat dies, während der Direktor seine Ansage der Absage bzw. Zusage tätigte. Das waren zwei Minuten – und länger dauert ein Gespräch mit Valery Gergiev angeblich nie.
Manfred A. Schmid berichtet: Der in ehrenrettender Mission nach Brabant entsandte Gralsritter war nicht per Schwan angereist. Klaus Florian Vogt, Einspringer für den kurzfristig erkrankten Piotr Beczala, kam per Auto von München nach Wien, weil das Flugzeug wegen Nebels nicht starten konnte. Offenbar traf er aber gerade noch rechtzeitig ein, denn als Staatsoperndirektor Meyer vor dem Vorhang tritt, um die Umbesetzung anzukünden, bittet er das Publikum um Geduld: Valery Gergiev, der Dirigent des Abends, habe mit dem Sänger der Titelpartie unbedingt noch „zwei Minuten lang sprechen“ wollen, bevor die Oper beginnen würde. Diese zwei Minuten genügen dann tatsächlich, um sich abzustimmen. Denn was folgt, ist eine weitgehend gelungene Vorstellung mit zwei bemerkenswerten Rollendebüts und einer neuen Stimme, die man sich wohl merken sollte…
Zum Berichtvon Manfred A. Schmid
Für morgen Sonntag steht wieder Piotr Beczala auf der Besetzungsliste. Über jede Änderung berichten wir sofort nach Erhalt der Info
 
Das zweite, das „böse“ Paar: Egils Silins und Linda Watson. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn
„Lohengrin“ an der Staatsoper: Schwan mit Bierkrug
Klaus Florian Vogt rettet Wagners Ritterdrama als Einspringer.
Wiener-Zeitung
Lohengrin an der Wiener Staatsoper: Von Rettern und Rittern
Richard Wagners „Lohengrin“ mit dem glanzvollen Einspringer Klaus Florian Vogt. Dirigent Valery Gergiev sorgte für etwas überbordende Energieentfaltung
Der Standard
 
Sonntag um 11 h Ensemblematinee im Mahler-Saal der Wiener Staatsoper
Svetlina Stoyanova (Sopran), Lukhanyo Moyake (Tenor).
Pianist Stephen Hopkins

Heute in den Kinos: WOZZECK aus der Metropolitan Opera
11.1.2020: WOZZECK (van den Heever; Mattei)
Heute haben Sie beste Chancen, eine Karte zu ergattern. Weit und breit keine Netrebko und kein Kaufmann.
HEUTE IN LINZ: TROVATORE-PREMIERE

„Il Trovatore“ am Musiktheater Linz

Mit Giuseppe Verdis Oper „Il Trovatore“ feiert am Samstag eines der bekanntesten, aber auch eines der düstersten Bühnenwerke am Musiktheater Premiere. Die Besetzung verspricht jedenfalls einen Saisonhöhepunkt.
https://ooe.orf.at/stories/3029071/
„Il Trovatore“ in Linz: Verstörendes Spiel um Rache
Oberösterreichische Nachrichten

GRAZ/ MUSIKVEREIN FÜR STEIERMARK: 3. FESTKONZERT MIT JUAN DIEGO FLOREZ

Das Konzert ist ausverkauft, es gibt Stehplätze an der AbendKassa

Fr 24.01.2020
 UHRZEIT: 19:30 Uhr
ORT: Stefaniensaal

Juan Diego Florez. Foto: Manfred Baumann

JUAN DIEGO FLÓREZ Tenor
CÉCILE RESTIER Klavier

 Opern-Gala mit Arien von Giuseppe Verdi | Vincenzo Bellini | Giacomo Puccini u.a.

Oper Zürich: DON PASQUALE – der alte Mann und das Joghurt. Letzte Vorstellung der Premierenserie

Zum Bericht von Jan Krobot

„Konzertgänger in Berlin“
Monumental-intim: Berliner Philharmoniker und Kirill Petrenko spielen Josef Suks Asrael-Symphonie
Prima Raritätenquote nach wie vor von Kirill Petrenko bei den Berliner Philharmonikern! Doch erstmal muss man durch gespannte Atmosphären: Im Kassenbereich drängelt sich der Kritiker eines bedeutenden Kulturradios an der Reservierte Karten-Schlange vorbei, mit demütigender Ignoranz für den hilflosen Philharmonie-Mitarbeiter, der ihn mehrfach freundlich bittet, sich (wie andere Besucher und Kritikerkollegen) anzustellen. Im Block B hört man dann einen gutbürgerlichen Normalbesucher ohne Scham über „nur noch Araber und Türken“ abrotzen. Aber Beethoven hören, ist klar!
https://hundert11.net/monumental-intim/

Daniel Behle singt Lohengrin: Mozart, Wagner und Bierbrauer
Der Tenor Daniel Behle hat bisher vor allem Mozart-Opern gesungen, Oratorien und Lieder. Jetzt wagt er sich mit dem Lohengrin in Stuttgart an seine erste große Wagner-Partie.
Stuttgarter Zeitung

Hamburg: Drei Jahre Elbphilharmonie: Nicht nur eitel Sonnenschein?
Heute, am 11. Januar 2020, feiert die Elbphilharmonie Hamburg ihren dritten Geburtstag. Anlass für unseren Autoren, das von den Baukosten her teuerste Konzerthaus der Welt ausführlich unter die Lupe zu nehmen.
Aus der Elbphilharmonie Hamburg berichtet Dr. Holger Voigt.
Klassik-begeistert

HEUTE IN MÜNCHEN: DIE „MÜNCHNER OPERNFREUNDE“ PRÄSENTIEREN SELENE ZANETTI

 

Und wo bin ich?

HEUTE/ WIEN: TAFELMUSIK IM GASTHAUS „BIOMEISL“

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WIEN / Scala: HÖLLENANGST von Johann Nestroy
Premiere: 10. Jänner 2020

Foto: Scala / Bettina Frenzel

Der durchaus gequälte Wiener Theaterbesucher mag dazu neigen, über die verloren gegangene Kunst der Nestroy-Interpretation (der Schnitzler-Interpretation, der Tschechow-Interpretationen… ad infinitum) zu klagen. Und dann leuchtet plötzlich ein Licht in der Finsternis. Wie so oft wird es in der Scala entzündet, jenem Theater von Bruno Max auf der Wiedner Hauptstraße, wo Stücke zwar grundsätzlich inszeniert, aber nie ruiniert werden. Nicht einmal beschädigt, Und so wird auch Nestroys „Höllenangst“ zu einem infernalischen Spaß – ganz im Sinne des Erfinders.

Geschrieben nach der Revolution von 1848, war das Stück erst einmal gar kein Erfolg. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat man es „wieder entdeckt“, auf die wienerischste Art und Weise – dank der plötzlich entdeckten „Traumrollen“, die Hans Moser und Hans Putz 1962 im Theater in der Josefstadt als Vater und Sohn Pfrim auf die Bühne stellten, den Schuster, der nicht arbeitet, und den gewissermaßen arbeitslosen Sohn: Wer je erlebt hat (glücklicherweise auf DVD nachzuprüfen), wie die beiden nach Rom pilgern, wird es nie vergessen…

schließlich erscheint da noch ein Staatssekretär, österreichisches Beamtentum der schlimmsten Sorte, und dass es Peter Fuchs schafft, von der ersten Sekunde an unverwechselbar als Herbert Kickl zu erscheinen – ja, das ist  eine Pointe, die Nestroy, der immer so nahe an der Alltagsrealität war, zweifellos gefallen hätte. Und die ganze Aufführung auch. So wie dem Publikum, das begeisterten Beifall spendete.

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Österreich
Regierungserklärung: Opposition läuft sich warm gegen Türkis-Grün
Nachdem die Regierung sich dem Nationalrat vorgestellt hatte, ging es in eine hitzige Debatte.
Kurier

Verbringen Sie ein schönes Wochenende

A.C.

 

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