Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

11. FEBRUAR 2020 – Dienstag

11.02.2020 | Tageskommentar

Berlin/ Staatsoper: „DER ROSENKAVALIER“ – ein großer Erfolg, aber weniger für die Inszenierung

Die großen Abräumer hießen Zubin Mehta (Dirigent) und Günther Groissböck (Ochs). Der Bassist aus Waidhofen/ Ybbs hat die Latte für seinen Bayreuther Wotan im kommenden Festspielsommer sehr hoch gelegt.

Die „wienerische Inszenierung“ des Andre Heller war einigen Berlinern doch zu „wienerisch“!

Sehen Sie einige Auszüge im nachstehenden Video

ZUM VIDEO (5,32 Minuten)

Weiterer TRAILER (1,37 Minuten)

Zum Mega-Event gepusht – „Der Rosenkavalier“ an der Staatsoper Berlin
Die sich musikalisch auf hohem Niveau bewegende Neuproduktion krankt an der all zu großen Diskrepanz zwischen Inszenierungsabsicht und Inszenierungsergebnis der mit André Heller, Xenia Hausner und Zubin Mehta als Mega-Event apostrophierten Premiere an der Staatsoper Unter den Linden. Gleichwohl ein Publikumserfolg bei dem ungewöhnlich stark mit High Society aus Wien angefüllten Auditorium.
Neue Musikzeitung/nmz.de
Andre Heller inszeniert am Rosenkavalier vorbei- eine eher spröde Premiere Unter den Linden
Vor Beginn der Aufführung wird auf den Zwischenvorhang der Theaterzettel einer Wiener Benefizvorstellung des Rosenkavaliers vom Februar 1917 projeziert. Diese fand damals zu Gunsten von Witwen und Waisen des ersten Weltkrieges statt. Andre Heller versucht in seiner ersten Opernregie, Geist und Stil dieser Aufführung zu rekonstruieren. Diese intellektuelle Spielerei ist doch ein wenig weit hergeholt, und führt den noch deutlich unerfahrenen Regisseur auch prompt ins Abseits. Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert
Hellers „Rosenkavalier“-Hommage mit Klimt und Secession
Der Poet und Universalkünstler André Heller inszeniert in Berlin seine erste Oper. Nicht alle waren einverstanden.
Kurier
André Hellers „Rosenkavalier“: Die Welt von gestern
Der Multi-Künstler hat in Berlin die Strauss-Oper inszeniert.
Wiener Zeitung
„Rosenkavalier“ an der Berliner Staatsoper Zartbitter statt Zuckerwatte
BR-Klassik.de

Nachruf Mirella Freni

Giorgio Strehler, Mirella Freni, Claudio Abbado und Piero Cappuccili

MIMI LEBT NICHT MEHR – ZUM TOD VON MIRELLA FRENI

(Heinrich Schramm-Schiessl)

Es gibt selten eine Sängerin in der Operngeschichte, die man so mit einer Rolle identifiziert hat, wie Mirella Freni mit der Mimi in „La Boheme“. Für mindestens drei Generationen von Tenören war sie eine kongeniale Partnerin in dieser Rolle. In ebendieser Rolle feierte sie auch ihr Wien-Debut am 9.11.1963 und wurde mit einem Schlag zum Publikumsliebling. Es war jene legendäre Premiere der Zeffirelli-Inszenierung unter Herbert von Karajan, die ursprünglich am 3.11. hätte stattfinden sollen, aber weegen eines Streiks des Personals abgesagt werden musste. In Wien sang sie in 11 Werken insgesamt 95 Vorstellungen, am öftesten davon die „Boheme“ an 32 Abenden, Ihr letzter Auftritt galt der Fedora von Umberto Giordano am 21.6.1995. Eigentlich war ihre Wien-Karriere zweigeteilt. Denn mit Ausnahme von zwei Boheme-Vorstellungen am 11. u. 14.11.1969 trat sie nach dem Abgang von Herbert von Karajan als Chef der Staatsoper 1964 erst wieder mit seiner Rückkehr im Jahr 1977 wieder in Wien auf. Wieder war es die „Boheme“ und der damalige Rezensent des Heft-Merkers, Peter Vallouch, begann seine damalige Kritik mit den Worten „Es war an einem Freitag, und noch dazu an einem 13….“ . Auch bei den Salzburger Festspielen trat sie mehrfach auf und sang unter Karajans Leitung die Micaela (1966/67), die Zerlina (1968/69), die Desdemona (1971-1972), die Susanna (1974), die Carlos-Elisabeth (1975-1978), die Aida (1979/80) und dreimal den Sopran-Part im Verdi-Requiem.

Den gesamten Nachruf lesen Sie in unseren Infos des Tages vom Montag

ZÜRICH: WOZZECK-Wiederaufnahme am 9.2

 

 

Nach wie vor eine hinreissende Produktion!     

Die Inszenierung von Andreas Homoki in den suggestiven Bühnenbildern von Michael Levine hat schon fünf Jahre auf dem Buckel und doch seine Frische und Eindringlichkeit behalten, wenn nicht sogar noch gesteigert. Die heute weitgehend gleiche Besetzung wie aus dem Jahre 2015 (mit wenigen Änderungen) und die stringente Inszenierung des Teams Homoki/Levine (Einstudierung: Nina Russi) haben zu einer Verdeutlichung der Intentionen wesentlich beigetragen. Dazu kommt das überaus faszinierende Dirigat von Hartmut Haenchen, der die Berg´sche Genial-Partitur in allen Farben aufleuchten lässt…

Zum Bericht von John H. Mueller

WIEN / Staatsoper: ELEKTRA am 9.2.

Expressive, hochkonzentrierte Gesangsleistungen im Kohlenkeller

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

22. Vorstellung der aktuellen Inszenierung am 9.2.

Zum Bericht von Dominik Troger

ANTWERPEN/ Opera Vlaanderen: Franz Schreker DER SCHMIED VON GENT

TRAILER
Wie eine farbenfrohe Märchenerzählung aus dem Ruder läuft…

Franz Schrekers letzte Oper Der Schmied von Gent wird außerordentlich selten aufgeführt. In Europa hat zuletzt 2010 das Theater Chemnitz eine Produktion auf die Bühne gebracht, in Belgien, wo der im 16. Jahrhundert angesiedelte Märchenstoff spielt, war das Werk sogar noch nie zu sehen. Das will Opera Ballet Vlaanderen ändern und hat für die Koproduktion mit dem Nationaltheater Mannheim den jungen Theaterregiestar Ersan Mondtag mit der Umsetzung betraut – und der gibt hier nicht nur sein Operndebüt, sondern greift nach gelungenem Beginn im letzten Akt so richtig in die Vollen – und dabei daneben…


Foto: Annemie Augustijns.

https://deropernfreund.de/antwerpen-6.html (Jochen Rüth)

Mannheim: DER RING AN EINEM ABEND (8.2.)

Zum Bericht von Dirk Schauß

Stuttgart: BORIS von Modest Mussorgski und Sergej Newski  7.2.

Zum Bericht von Friedeon Rosén

Konzertgänger in Berlin“
Beethoven in Abu Dhabi
„Alle Menschen werden Brüder“ – auch diese schwimmenden Arbeiter im Louvre? Nicht in Paris steht der, sondern in Abu Dhabi, und dort erklang in der vergangenen Woche (angeblich zum ersten Mal auf der Arabischen Halbinsel) Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie. Ich war für die Frankfurter Allgemeine Zeitung bei diesem seltsamen, skurrilen, goldenen, berührenden Ereignis zu Gast – hier mein Bericht.
https://hundert11.net/beethoven-abu-dhabi/

Vorsicht Ironie

Thomas Prochazka hat ein Dramolett verfasst, in dem ein Journalist ein Gespräch mit der Regisseurin Amelie Niermayer führt. So hat das Gespräch natürlich nie stattgefunden, aber es hätte so stattfinden können. Ich muss, wenn unsere deutschen Freunde in humorig gemeinten Beiträgen eine Rolle spielen, immer eine Gebrauchsanweisung dazuliefern!

Feuilleton
URFASSUNG . Ein Dramolett in einem Aufzug von Thomas Prochazka

 

Dramolett in einem Aufzug.

Ein Tisch im Café Tirolerhof am Vortag der Première von »Fidelio Urfassung (Leonore)« mit Blick auf die Albertina und die Rückseite der Wiener Staatsoper. Der klassik-begeisterte Freizeit-Journalist wartet bereits. Amélie Niermeyer kommt 30 Minuten zu spät, läßt sich ihm gegenüber auf die Bank fallen und schlüpft aus einem schwarzen Wollmantel mit umgelegtem kleinen, weißen Pelzkragen.

Amélie Niermeyer (ohne Begrüßung, zum Ober):
Einen Kaffee und ein süßes Teilchen! (Zum klassik-begeisterten Freizeit-Journalist.) Also, schießen Sie los, was wollen Sie wissen?

Klassik-begeisterter Freizeit-Journalist (ebenso überrascht wie der ignorierte Ober, stotternd):
Ja … also… Warum haben Sie sich eigentlich für die Urfassung des »Fidelio« entschieden? Was interessierte Sie an diesem Werk? Vielmehr — an dieser Fassung?…

Zum Dramolett

Leontyne Price hatte gestern den 93. Geburtstag! Gratulation

 

ZU INSTAGRAM

ZUM VIDEOLeontyne Price / Rondine

Stell Dir vor, es ist Oper und jeder fünfte Platz bleibt frei…
Die Spielzeit 2020/21 der Staatsoper Hamburg, des Hamburg Balletts John Neumeier und des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg
Jeder fünfte Platz blieb in der Saison 2018/19 in der Staatsoper Hamburg leer. Das Haus an der Dammtorstraße hat die Auslastung an diesem Montag mit 80 Prozent angegeben.
Von Andreas Schmidt
Klassik-begeistert

Ich finde die Auslastung nicht so schlecht, auch wenn sie geschönt ist! Getrickst wird überall, es werden oft ganze Sektoren gesperrt, die dann in der Statistik nicht aufscheinen und für günstigere Prozentzahlen sorgen. In meiner Jugend wurden in der Schule Stehplatzkarten für die Staatsoper verteilt/verschenkt und nach außen der Eindruck erweckt, dass man als Normal-Sterblicher ohnedies zu keiner Opernkarte gelangt. Die wenigsten Mitschüler nahmen das Geschenk auch an, in der Statistik schlugen sich die Karten als „verkauft“ nieder. Na ja – und wenn man die Wiener Elektra-Kritik etwas weiter oben liest, dann haben Besucher sogar diese kurze Oper schon lange vor dem Fallen des Vorhangs verlassen. Auf dieses Publikum braucht sich ein Opernhaus wirklich nichts einbilden, für die Auslastungsstatistik zählen diese Flüchtenden aber zu hundert Prozent.

Vielleicht wird in Hamburg nur weniger gelogen!

Gelungene Premiere: „Alcina“ an der Staatsoper Hannover
https://www.ndr.de/kultur/musik/Gelungene-Premiere-Alcina-an-der-Staatsoper

Detmold
Ein starkes Stück Musiktheater – Giselher Klebes „Der jüngste Tag“ in Detmold
Neue Musikzeitung/nmz.de

„Boris“ in Stuttgart: Erneut zermahlen
https://www.fr.de/kultur/theater/boris-stuttgart-erneut-zermahlen-13532113.html

Brief an Essener Bürgermeister: Hunderte Theater-Mitarbeiter fordern Entlassung ihres Chefs
Die Welt.de

Was macht der Theaterdirektor? Stellt er Mitarbeiterinnen nach? Nein, er macht das, was ihm die Stadtverwaltung aufgetragen hat – er spart, wo er kann! Er findet aber scheinbar nicht die richtigen Worte dafür. Man muss Leuten etwas wegnehmen und sie dazu bringen, auch noch Beifall zu klatschen. Ein solcher Mann wäre aber als Politiker besser eingesetzt! Der Essener Theaterdirektor versteht diese Kunst offenbar nicht!

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Die meiste Zeit wird Rumänisch gesprochen, allerdings auch eine Menge Spanisch, wenn die Handlung auf der titelgebenden Sonneninsel spielt, leider nur selten Englisch (zur zwischenzeitlichen Erleichterung des Kinopublikums, das endlich die Augen von den Untertiteln nehmen kann) – und Deutsch hört man nur einmal, wenn im Hintergrund der „Mackie Messer“-Song erklingt. Das nennt man wohl Globalisierung. Und die neue Vorliebe für Randgruppen hat den rumänischen Regisseur Corneliu Porumboiu stark ins Zentrum des Interesses gerückt.

Mit seinem Gangsterfilm „La Gomera“ war er auch im Vorjahr beim Festival von Cannes, und tatsächlich hat man es eher mit einem Arthouse-Produkt zu tun als mit klassischer Unterhaltungsware. Vieles an der Geschichte ist bemerkenswert grotesk: Man versteht ja, dass in einem Zeitalter der totalen Überwachung Auswege gesucht werden, Kommunikationsmittel, die von der Polizei einfach nicht entschlüsselt werden können. Wie die „Pfeifsprache“ namens El Silbo, die eben auf dieser kanarischen Insel La Gomera gepflegt wird (tatsächlich, keine Drehbucherfindung) – und sich anhört wie Vogelgezwitscher. (Der deutsche Titel mit „verpfiffen“ bekommt dadurch eine schöne Doppelbedeutung.)

Um diese Sprache zu erlernen, kommt Cristi zu Beginn des Films hierher: An sich ist er Polizist, aber er arbeitet auch für die Mafia, und für einen Sonderauftrag braucht er diese Sprache. Angeblich – später wird klar, dass es dramaturgisch auch ohne diesen Clou gegangen wäre. Dennoch ergibt das Lernen dieses Gezwitscheres manchen komischen Effekt…

Los Angeles
Oscar-Preisverleihung: Once Upon A Time … In Südkorea
Bong Jon-hoo gewinnt mit seiner blendenden Satire „Parasite“ als erster, nicht englischsprachiger Film den Oscar für Besten Film.
https://kurier.at/kultur/oscar-preisverleihung-sensation-suedkorea/400750107

„Parasite“ hat den Oscar verdient gewonnen – mehr davon! Bezahlartikel
Der Überraschungssieger aus Südkorea hebt sich auf vielerlei Art von typischen Gewinnerfilmen ab. Könnte das bitte öfter gewürdigt werden?
Die Presse

Morgenglosse: Eine Oscar-Gala ohne Gastgeber? Schluss damit!
Zum zweiten Mal in Folge ging die Oscar-Nacht ohne Gastgeber über die Bühne. Fazit: Das Experiment ist gescheitert. Fähige Bewerber gäbe es ausreichend.
https://www.diepresse.com/5766445/eine-oscar-gala-ohne-gastgeber-schluss-damit

Der Sturm „Sabine“ hat Wien-Meidling nicht einmal ignoriert!

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

 

Diese Seite drucken