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11. AUGUST 2022 – Donnerstag

11.08.2022 | Tageskommentar

Das Direktorium der Salzburger Festspiele weiterhin im Krisenmodus? Foto: Peter Rigaud/ Salzburger Festspiele

Manuel Brug in „Die Welt“:

Selbst die Stimme des Intendanten klingt in diesem Jahr seltsam müde, belegt und unendlich fern. Vom Band spricht Markus Hinterhäuser, wie schon während der zwei vergangenen Covid-Sommer, den Salzburger Festspielbesuchern ins Gewissen, doch bitte eine Maske zu tragen. Bisher war das eine Anordnung, jetzt ist es nur noch eine Empfehlung.

Noch nicht einmal geschätzt zwanzig Prozent halten sich daran. Auch nicht die alte Festspielpräsidentin, die jetzige Salzburg-Queen-Mum Helga Rabl-Stadler, die eigentlich im Italienurlaub sein wollte, aber nach 26 Sommern wohl nicht so einfach loslassen kann. Und auch ihre Nachfolgerin Kristina Hammer möchte natürlich erkennbar sein. Selbst Markus Hinterhäuser hat die Maske unter der Nase… (Zitat Ende)

Salzburger Festspiele
Corona, Krieg und Klima werden nicht die letzten Krisenstoffe sein
Die Touristen sind wieder in Salzburg, die Festspielbesucher auch. Aber wie lange zahlt das Publikum noch 165 Euro für eine Stunde mit Jonas Kaufmann? Eines hat in diesem Sommer schon jetzt entschieden gefehlt.
Die Welt.de

Aber die Maske ist längst nicht mehr die größte Sorge der Salzburger Festspielleitung, die Konkurrenz kommt nun verstärkt aus der Deckung und erzielt zumindest Teilerfolge. Man kann zum neuen Bayreuther Ring stehen, wie man will, aber medial war Salzburg in den vergangenen Wochen nur „zweiter Sieger“. Und Aix bietet sieben Musiktheaterpremieren und befindet sich bereits im Windschatten des Salzburg-Festivals. Nach Auskuft der unverbeserlichen Salzburgbesucher weht heuer ein moribunder Dunst über Salzburg. Ob im nächsten Jahr Martin Kusej, der etwas sehr aus der Mode gekommen ist und dessen Wiener Burgtheater nicht wirklich vom Fleck kommt, mit seinen neuen „Figaro der „Aussireisser“ sein wird, darf massiv in Frage gestellt werden.

Der Kartenverkauf läuft aber noch gut, die morgige „Aida ist ausverkauft, auch ohne Netrebko und Ehegespons. Die Besetzung ist keineswegs aufregend, aber „Aida“ ist ein Selbstläufer.

Anita Rachvelishvili (Absage der Amneris in Salzburg) fühlt sich veranlasst, Gerüchten über ihre stimmliche Verfassung entgegen zu treten:

nita Rachvelishvili hat ein Statement zu ihrer Absage bei den Salzburger Festspielen in einer Produktion von „Aida“ veröffentlicht.

Anita Rachvelishvili. Copyright: Dario Acosta  (Salzburger Festspiele)

Die Mezzosopranistin sagte: Meine lieben Freunde! Da es in den letzten Monaten viele Missverständnisse und Gespräche über meine Absagen gab, wollte ich Sie wissen lassen, dass es mir gut geht! Mein Körper ist nach der Geburt von Lileana nicht in voller Singform. Ich hatte eine natürliche und schwierige Geburt! Ich habe immer noch manchmal schreckliche Schmerzen im Rücken und mache Physiotherapie und Pilates, um mir und meinem Zwerchfell zu helfen, wieder so zu arbeiten wie zuvor und sogar noch besser! Meine Stimme ist gesund und klingt wie immer! Ich habe seit Januar zu sehr versucht, wieder in Form zu kommen, aber ich werde nicht zurückkommen, bis ich das Gefühl habe, dass ich perfekt in Form bin!“

Sie fuhr fort: „Also hören Sie bitte auf, Geschichten darüber zu erfinden, dass ich meine Stimme verliere oder solchen Unsinn! Ich werde sehr, sehr, sehr bald zurück sein und ich hoffe, dass diejenigen, die verstehen, wie schwierig es ist, Mutter und Sängerin zu sein, da sein werden, um sie zu unterstützen und Positivität zu geben! Vielen Dank an alle Hasser und sogar einige Kollegen, die herumlaufen und s….t reden. Alles rächt sich irgendwann.“

In den vergangenen Monaten hat die Mezzosopran offen über ihre Schwierigkeiten nach der Geburt gesprochen und unter anderem Produktionen in London, Mailand und Berlin abgesagt. Bereits im März sagte sie: „Nach mehr als zwei Jahren Pandemie und sehr schwierig

Salzburg
Anita Rachvelishvili Releases Statement Regarding Salzburg Festival Cancelation
operawire.com.anita

Heute ab 20,15 h: Salzburgs neue „Zauberflöte“ auf Servus TV

Zu Servus-TV/ Zauberflöte

SALZBURG/ Haus für Mozart: Solistenkonzert ANDRAS SCHIFF (Bach, Beethoven, Haydn, Mozart, Schubert) am 9.8.2022

András  Schiff moderierte selbst. Foto: Klaus Billand

Nach Corona-bedingter Absage von Evgeny Kissin, mit dem ein gemeinsamer Klaviernachmittag geplant war, spielte András Schiff ein Solistenkonzert mit Werken von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart sowie von Franz Schubert. Er sagte die Titel leicht humoristisch koloriert selbst an.

Voll besetztes „Haus für Mozart“. Foto: Klaus Billand

Im zweiten Teil riss Schiff das Publikum im nahezu voll besetzten Haus für Mozart mit dem A-Moll Rondo von W. A. Mozart aus dem Jahre 1786 und der finalen Großen A-Dur Sonate von Franz Schubert aus dessen Todesjahr 1828 unmittelbar von den Sitzen.

Alles ohne Noten und natürlich ohne Encore! Ein denkwürdiges Konzert!

Klaus Billand aus Salzburg

Salzburger Festspiele: Pilgerreise zu den Hausgöttern
András Schiff spielte in Salzburg ein Konzert mit Bekenntnis-Charakter.
WienerZeitung.at

Salzburg/ Haus für Mozart
Erst die Zugabe, dann das Konzert
Es wäre ein spektakuläres Duo gewesen: Zwei der besten Pianisten der Gegenwart, Evgeny Kissin und András Schiff, hatten sich bei den Salzburger Festspielen angekündigt. Doch Kissin ist krank – und so sprang Schiff in einem spontanen Soloabend ein und spielte ein Überraschungsprogramm.
BR-Klassik.de

Lang Lang mit Cecilia Bartoli in Salzburg

Lang Lang und Cecilia Bartoli bummeln durch Salzburg. Foto: Klaus Billand

Ein seltenes Jubiläum: Merker-Heft-Chefin Dr. Sieglinde Pfabigan feiert „60 Jahre Bayreuther Festspiele“Bayreuther Festspiele 2022

Eine „Tristan“ und eine „Ring“-Neuinszenierung sowie Reprisen von „Tannhäuser“ „Holländer“ und „Lohengrin“ bei vollbesetzbarem und hiemit allabendlich ausverkauftem Haus ermöglichten vielen Heimkehrern sowie Neulingen den Besuch des Festspielhauses. Nach wie vor dominieren die reiferen Generationen und für Interessierte gibt es ja nach wie vor genügend Werkeinführungen, Bücher und Tondokumente, um ihnen das Verständnis der angeblich nicht so leicht verkraftbaren zehn Wagnerschen Bühnenwerke, von denen nur „Parsifal“ und „Meistersinger“ heuer nicht gespielt wurden, zu erleichtern. Unterschiedlichste Publikum- und Kritiker-Reaktionen auf Inszenierungen sind keine Neuigkeit auf dem Grünen Hügel. Eine generelle Verdammnis aufgrund der von den Medien begehrten negativen Schlagzeilen ebenfalls nicht.

Da ich heuer zum 60. Mal die Bayreuther Festspiele  besuchte, bot sich mir als größte Freude die Erkenntnis, dass solche Meisterwerke sowohl musikalisch wie inhaltlich bzw. szenisch und vonseiten der Sängerdarsteller immer wieder neue Einsichten ermöglichen und deshalb für entsprechende Aufregung sorgen.

 8.8.2022: „TANNHÄUSER“ –  originell, packend, amüsant …

Zum Bericht von Sieglinde Pfabigan

Bayreuth: Aufatmen nach dem ersten Durchlauf
Bei den Bayreuther Festspielen werden die Wiederaufnahmen durchweg bejubelt!
NeueMusikzeitung/nmz.at

Bayreuther Festspiele, Festspielhaus
Der Ring, der nie gelungen
Der Buh-Orkan, dem sich Regisseur Valentin Schwarz und sein Team nach der Bayreuther Götterdämmerung zum Abschluss ihres völlig missratenen Rings des Nibelungen tapfer und ein wenig hilflos stellen, ist zu erwarten. An Protesten hat es zwar auch nicht dem Vorgänger-Ring von Frank Castorf gemangelt. Allerdings verlor Castorf nie die Kernbotschaft des Werks aus den Augen. Vom perfekten Regie-Handwerk Castorfs ganz zu schweigen.
o-ton-online.spezial

PESARO / ROSSINI OPERA FESTIVAL – Eröffnung mit LE COMTE ORY

Juan Diego Florez. Copyright: Amati Bacciardi

Was treiben allein gelassene Frauen, deren Gatten auf einen Kreuzzug aufgebrochen sind? In Gioachino Rossinis „Le Comte Ory“ müssen sie ein strenges Keuschheitsgelübde gegen raffinierte Versuchungen verteidigen; in Hugo de Anas szenischer Relecture zur Eröffnung des Rossini Opera Festivals in Pesaro geben sie sich einem stetigen Bewegungsrausch hin. Da wird getanzt, geflitzt, gehopst, ständig wedeln Arme und Hände. Der argentinische Regisseur mit über 30jähriger Karriere vor allem an italienischen Opernhäusern überschwemmt die breite Bühne der Vitrifrigo Arena am Stadtrand von Pesaro mit einer choreografischen Flut, deren Impertinenz die Musik immer wieder auf ein Begleitrauschen zu reduzieren droht. Gewonnen ist mit dieser Zappelorgie nichts.

Die Musik: Rossini schreibt sie so leicht und elegant dahinfließend, dass ihre meisterhafte Konstruktion wie selbstverständlich erscheint; ihr kalkulierter Übermut und ihre augenzwinkernden Sentimentalitäten, ihre parodistische Dramatik und ihr atmosphärischer Charme wie naturgegeben erscheinen. Rossinis durchdachte Bearbeitung lässt vergessen, dass ein Teil der Musik aus „Il Viaggio a Reims“ stammt; die neu komponierten Teile fügen sich ein, als gehöre alles schon immer zusammen. Ein Terzett wie „A la faveur de cette nuit obscure“ im zweiten Akt ist eine Perle Rossini’scher Ensemblekunst…

Zum Bericht von Werner Häußner

Regensburg: Metronome und andere Automaten: Zum 250. Geburtstag Johann Nepomuk Mälzels
Vom 13. August bis 6. November findet im Historischen Museum der Stadt Regensburg die Ausstellung „Mensch Musik Maschine: Johann Nepomuk Mälzel (1772–1838)“ statt.

Herr Mälzel, ein geborner Regensburger, Verfertiger des berühmten und aus den französischen Blättern längst bekannten Panharmonikon, welches er in Paris für 100.000 Franken verkauft hat, producirt jetzt einen Trompeter als Automat, der nächst jenem Kunstwerke Alles übertrifft, was er jemals erfunden hat, und deshalb so wie hier, gewiß an allen Orten die größte Bewunderung und Beifall erzielen wird.“

So informierte im April 1809 das „Journal des Luxus und der Moden“ über den neuesten Streich des Johann Nepomuk Mälzel. So präsent er nicht zuletzt dank seines geschickten Medienmanagements zu Lebzeiten auch war, so sehr entzieht sich der Mechaniker und Geschäftsmann doch der Nachwelt. Bezeichnenderweise ist kein Porträt von ihm überliefert, hinterlassen hat er aber ein Signet, das jeder Musiker kennt: M.M.– Mälzels Metronom.

NeueMusikzeitung/nmz.de

Garsington
Das Wichtigste bei diesen Opern sind die Picknickpausen (Registrierung erforderlich)
In England boomen privat finanzierte Opernhäuser auf dem Lande. Erstklassige Künstler auf und jenseits der Bühne machen sie zum Gesamtkunstwerk – natürlich mit ein bisschen Spleen.
NeueZürcherZeitung.ch

San Francisco
San Francisco Opera Presents World Premiere Of ANTONY AND CLEOPATRA Next Month
broadwayworld.com.sanfrancisco

Corona-Lockdown: Verfassungsgerichtshof gibt Künstlern recht
Das Betretungsverbot für Kultureinrichtungen im Rahmen der von der Politik verhängten Corona-Maßnahmen im November und Dezember 2021 war laut des österreichischen Verfassungsgerichtshof (VfGH) gleichheitswidrig. Die Verfassungsrichter hatten zwar keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen das Verbot, sahen aufgrund der Ausnahmen für Kirchen und Religionsgemeinschaften allerdings einen Verstoß gegen die Gleichbehandlung. Während des bundesweiten „Lockdowns“ war das Betreten von Kultureinrichtungen für das Publikum untersagt, Zusammenkünfte zur gemeinsamen Religionsausübung waren jedoch von der Notmaßnahmenverordnung ausgenommen. Eine sachliche Rechtfertigung für diese Ungleichbehandlung von Religion und Kunst konnte das Gericht nicht feststellen.
MagazinKlassik.com

Das hatten wir schon und es hat sich zwischenzeitlich nichts geändert: Ein Sieg, der aber finanziell nichts bringt. Einklagbar ist da gar nichts, die bevorzugten Religionsgemeinschaften sind nicht daran schuld, dass man ihnen Vorteile gegenüber den Kultureinrichtungen eingeräumt hat. Sie wären dumm gewesen, diese aus Solidarität nicht zu nützen.

Aktuelles aus „Neue Zürcher Zeitung“

Neuer Stolperstein im Atomstreit mit Iran – Teheran spielt auf Zeit: Kaum ist bei den Atomverhandlungen ein Streitpunkt ausgeräumt, machen die Iraner neue Bedenken geltend. Diesmal geht es um eine Untersuchung zur Herkunft von Uran-Partikeln. Das Regime in Teheran scheint trotz den schmerzhaften Wirtschaftssanktionen der USA weiterhin keine Eile zu haben, einer Rückkehr zum Atomabkommen zuzustimmen.
Zum Bericht
China unterstreicht seinen Machtanspruch gegenüber Taiwan:  In einem neuen Grundsatzpapier formuliert die kommunistische Führung in Peking ihren Machtanspruch gegenüber Taiwan so zuversichtlich wie nie zuvor. Eine friedliche Lösung sei vorzuziehen, doch behalte man sich Gewaltanwendung vor. Das Dokument liest sich allem voran wie eine Bekräftigung dafür, dass man beim Machtanspruch auf den Inselstaat keinen Zentimeter weit abrücken wird. Zum Bericht
Rückkehr der Atomkraft: Krisen bringen Gewissheiten ins Wanken. Das zeigt sich auch bei der Kernenergie. 2011 lehnten im Zuge der Kernschmelze beim japanischen AKW in Fukushima drei Viertel der Deutschen die Atomkraft ab. Und in der Schweiz wurde das Energiegesetz 2017 mit 58 Prozent angenommen, das den Neubau von AKW verbietet. Nun könnte aber der Ukraine-Krieg zu einem Revival der Kernenergie führen, sagt die Internationale Energieagentur. 2050 dürfte doppelt so viel AKW-Strom produziert werden wie heute.
Zum Bericht
Leben mit der Hyperinflation: Staaten in der ganzen Welt haben derzeit mit der hohen Inflation zu kämpfen. In der europäischen Volkswirtschaft lag diese im Juli bei 7,5 Prozent, in den USA bei 8,5 Prozent. Das sind Teuerungsraten, wie wir sie seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt haben. Vergleicht man sie aber mit der Teuerung in Argentinien, wirken sie fast schon harmlos. Momentan liegt die Inflation dort bei 64 Prozent. Ökonomen gehen gar davon aus, dass sie noch in diesem Jahr auf 90 Prozent steigen wird. Für die Einwohner sind massiv steigende Preise allerdings schon lange Normalität. Sie haben gelernt, damit umzugehen.
Zum Bericht

Zitat Ende „Neue Zürcher Zeitung“

Im Vergleich zu Argentinien liegt Österreich mit seinen 9% ganz super, mit anderen Ländern darf man eher nicht vergleichen.

Da unser Leben weitestgehend von der Politik beeinflusst wird, habe ich immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich mir um diverse Festspiele oder Theater Sorgen mache. Die Menschen haben derzeit ganz andere Sorgen! Ich will aber die österreichische Innenpolitik weitgehend nicht berühren, obwohl wir kein Forum mehr haben.

Da hilft mir die „Neue Zürcher Zeitung“ sehr, bei der habe ich die Gewissheit, dass solche Auswüchse wie in der östereichischen Presselandschaft mit ihren Lohnschreibern nicht leicht möglich sind.

Heute im ORF
„Am Schauplatz“ über die Bau-„Barbarei“ an den Seen
„Der verbaute See“ ist am Donnerstag (21.05 Uhr) in ORF2 zu sehen.
Kurier.at

Österreich
Von wegen „passt schon“: Viele Kellner fallen um ihr Trinkgeld um
Würstelstand, Lokal oder Almhütte: Gäste knausern beim Trinkgeld. Über 10.000-Euro-Rechnungen mit Null Cent Trinkgeld
Kurier.at

Am Trinkgeld erkennt man die tatsächliche Stimmungslage. Angesicht dieser Erkenntnisse wundert mich die Abwanderung des Personals der Gastronomiebranche nicht. Wollen wir es darauf anlegen, künftig nur mehr Selbstbedienungsläder mit Wegwerfbesteck zu frequentieren? Auch ich spüre die Preislast, aber 10 % Trinkgeld sind bei mir immer drin!

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

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