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11. AUGUST 2018

11.08.2018 | Tageskommentar

Sonya Yontcheva: Für die nächsten Wochen bin ich „Poppea“. Copyright: Dario Acosta

„Oft habe ich sogar selbst das Bedürfnis mich zu den Tänzern auf den Boden zu legen, mit ihnen zu tanzen oder sie zu lieben“, sagt Sonya Yoncheva. Es sei ein Luxus für jeden Sänger sich in so vielen Farben ausdrücken zu dürfen. Premiere Sie ist am Sonntag (12.8.). „Für die nächsten vier Wochen bin ich Poppea!“
Von Anne Zeuner /Salzburger Festspiele

Als Sonya Yoncheva die erste Probe für Monteverdis „L’incoronazione di Poppea“ erlebte, sei sie froh gewesen, dass sie sowohl von Regisseur Jan Lauwers als auch vom Dirigenten William Christie viele Freiheiten bekommen hat. „Seid einfach so, wie ihr seid! Verstellt Euch nicht“, habe Jan Lauwers zu ihr gesagt, berichtet sie während des TerrassenTalks.

Erotik, Verrücktheit, Ehrgeiz – es sei eine breite Palette an Emotionen, die sie auf der Bühne verkörpern müssen, sagt Sonya Yoncheva, die die Poppea singen wird. „Wir wollen diese beiden Monster, Poppea und Nerone, als normale Menschen darstellen.“ Der Nerone wird von Kate Lindsey gesungen.

Sonya Yoncheva, Kate Lindsey. Foto: Anne Zeuner/ Salzburger Festspiele

Salzburg/ Festspiele
Zuerst Sängerin. Dann Star.
„Oft habe ich sogar selbst das Bedürfnis mich zu den Tänzern auf den Boden zu legen, mit ihnen zu tanzen oder sie zu lieben“, sagt Sonya Yoncheva. Es sei ein Luxus für jeden Sänger sich in so vielen Farben ausdrücken zu dürfen. Premiere Sie ist am Sonntag (12.8.). „Für die nächsten vier Wochen bin ich Poppea!“
Drehpunkt Kultur

ORF-Video: Publikumsliebling Rolando Villazon | 01:54 Min.

Rolando Villazon und seine Fangemeinde. Foto: Youtube

Er hat halt einfach seine eingefleischten Fans, was bei seiner Art, Musik zu machen, auch kein großes Wunder ist: Bestaunen konnte man Rolando Villazon jetzt bei einem Liederabend der Salzburger Festspiele.

ZUM VIDEO

Unsere Ex-Skirennfahrer waren ganz begeistert! (siehe Video). Sage noch einmal wer, dass man es als Star leicht hat (Fotobeweis)

Das Concertgebouw-Orchester scheint sich seiner Sache ganz sicher zu sein und engagiert eifrig „Ersatzdirigenten“ für Daniele Gatti

Daniele Gatti hat sich vom rechtlichen Standpunkt aus ungeschickt verhalten, als er sich für die noch in das vorhergegangene Jahrtausend zurückreichenden Fälle entschuldigt hat. Die Fälle sind – soferne überhaupt strafbar – längst verjährt. Trotzdem glaube ich nicht, dass sich das Concertgebouw Orchestra Zahlungen an den Maestro ersparen wird.

Was erwartet man übrigens von Daniele Gatti? Dass er den Beruf wechselt? Wie reagieren andere Veranstalter, wie zum Beispiel Bayreuth? Hat man davon bereits gehört?

Dass das Zivilgericht auf die vorliegenden Anschuldigungen überhaupt eingeht, ziehe ich in Zweifel. Das eben ist Gattis Problem: Er kann gar nicht freigesprochen werden, weil er vermutlich nie angeklagt wird. Er selbst kann auf Rufschädigung und auf Einhaltung der Verträge klagen – aber das wäre ein ganz langwieriger Prozess – also „riecht es“ nach Vergleich.

Und Solidarität in Künstlerkreisen? Dass ich nicht lache! Gerade in denen gebt es die nur dort, wo es gerade opportun ist.

Manfred Honeck ist also der erste, der Gatti „nachdirigiert“:

Amsterdam
Concertgebouw Orchestra findet Ersatz-Dirigenten für Saisonstart
Nach der Entlassung seines Chefdirigenten Daniele Gatti hat das Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam (RCO) für die ersten Konzerte der Spielzeit 2018/19 Ersatz gefunden. Die Gastspiele in Ljubljana (3. September), beim Musikfest Berlin (4. September) und beim Lucerne Festival (5. September) übernehme der Österreicher Manfred Honeck, teilte das Orchester am Freitag mit. Das Programm, das bereits am 23. August in Amsterdam erklingt, umfasse die geplanten Werke von Webern, Berg, Wagner und Bruckner
Musik heute

Auch Erl kommt nicht zur Ruhe: Festspiele Erl: „Unerlaubte Beschäftigung von Ausländern“
Die SPÖ kritisiert den Verstoß gegen das Ausländerbeschäftigungsgesetz bei den Tiroler Festspielen Erl
Die Presse

Die Gewerkschafter gehen davon aus, dass jeder Arbeitgeber den Arbeitnehmer grundsätzlich ausnützt. Gewiss, „schwarze Schafe“ gibt es immer und überall, aber in den allermeisten Fällen verläuft ein Arbeitsverhältnis  problemlos und zur Zufriedenheit auch des Arbeitnehmers. Wer will sich schon „Feinde“ schaffen?

Gegen Erl läuft eine Kampagne, das ist wohl offensichtlich!

St. Florian/Linz: Bruckners Genieblitz und Wagners Tod
Die Brucknertage St. Florian von 11. bis 19 August widmen sich der siebten Sinfonie des Genius Loci. Mit diesem Werk wurde Bruckner schlagartig weltweit berühmt
Oberösterreichische Nachrichten

Bayreuther Stipendiatenkonzert: Eine Art Klassentreffen
So schnell geht eine Woche in Bayreuth vorüber: Am Montag waren sie begrüßt worden, drei Vorstellungen im Festspielhaus durften sie ansehen, als letzten Höhepunkt gab es am Donnerstag das Stipendiatenkonzert. Mit Günther Groissböck als Stargast.
Nordbayerischer Kurier

„Konzertgänger in Berlin“: Gründig: Michael Abramovich spielt Schubert, Haydn, Beethoven
Einen Ort, den sogar die Frankfurter Allgemeine schon als „Untergrund“ bezeichnet hat, den mag man kaum mehr so nennen. Also ist der Pianosalon Christophori wohl einfach einer der schönsten, interessantesten Klavier- und Kammermusikgründe Berlins. Und immer ein Obergrund, in den (nicht nach!) Wedding zu fahren.
https://hundert11.net/pianosalon2018-abramovich/

HEUTE ALS STREAM: Birgit Nilsson 100 Years
Celebration Concert
LIVE from the Birgit Nilsson Museum
Båstad, Sweden
TONIGHT
Saturday, August 11
18:00 CEST
on Sonostream.tv!

Go to the Livestream

ORF/ Sonntag, 12. August: Dreimal „Erlebnis Bühne mit Barbara Rett“: „West Side Story – Das Making Of“, „Best of Bernstein“ und „Die große Bernstein-Gala des John Wilson Orchestra“ (ab 18.45 Uhr)

Leonard Bernsteins Geburtstag jährt sich am 25. August 2018 zum 100. Mal. ORF III lässt den Dirigenten, Pianisten und Komponisten von u. a. Welthits wie „West Side Story“ hochleben und widmet ihm einen dreiteiligen Schwerpunkt in „Erlebnis Bühne mit Barbara Rett“. Zum Auftakt gibt die Dokumentation von Christopher Swann „West Side Story – Das Making Of“ (18.45 Uhr) Einblicke in die Entstehungsgeschichte von Bernsteins populärstem Werk. Im Jahr 1984 – 27 Jahre nach der Premiere – dirigierte Bernstein erstmals das Musical mit Sängern seiner Wahl, darunter José Carreras und Kiri Te Kanawa. Der Film zeigt die Vorbereitungen und Proben. Im Hauptabend folgt die neue ORF-III-Eigenproduktion „Best of Bernstein“ (20.15 Uhr) von und mit Barbara Rett, in der die schönsten und ergreifendsten Bühnenmomente aus dem breit gefächerten Schaffen des Künstlers zu sehen sind. Außerdem bittet Barbara Rett Michael Horowitz, Autor der aktuellen Biografie „Leonard Bernstein. Magier der Musik“ zum Interview über das Leben und den Nachlass des Jahrhundertkomponisten. Der Abend schließt mit „Die große Bernstein-Gala des John Wilson Orchestra“ (21.35 Uhr), einem Konzert aus der Londoner Royal Albert Hall 2015. John Wilson dirigierte zu Ehren Leonard Bernsteins das John Wilson Orchestra und gab gemeinsam mit Broadway- und Westend-Stars wie Louise Dearman, Scarlett Strallen und Julian Ovenden bekannte Kompositionen Bernsteins zum Besten, darunter „West Side Story“, „Candide“, „Wonderful Town“ und „Trouble in Tahiti“.

Zum „Star“ wird man in Österreichs Theaterszene ganz leicht. Gerade „Einspringer“ haben einen Riesen-Bonus/

Als Emma Posman vor genau einer Woche in Salzburg als „Königin der Nacht“ für eine einzige Vorstellung einspringen durfte, wurde sie über Nacht von den Medien zum Weltstar erhoben. Ob man der jungen Sängerin damit Gutes getan hat?

Wir dürfen auch nicht den Begriff „Weltstar) einer Inflation unterwerfen!

Philipp Hochmair. Foto: Christian Schoppe/Salzburger Festspiele

Für die Vorstellung des „Jedermann“ in Salzburg hätte sich wohl kein Medium interessiert, wäre nicht Tobias Moretti vorher erkrankt und durch Philipp Hochmair ersetzt worden.

Der Mime hat seine Sache gut gemacht (und wird sicher beruflich davon profitieren), aber die Medien tun ja so, als wäre eben der „Jahrhundert-Jedermann“, zu dem zuvor Herr Moretti hochgepusht wurde, entdeckt worden.

Bleiben wir doch am Boden, liebe Damen und Herren Journalisten. Umjubelt wird man heute – nicht nur in Salzburg – aber bald. Gerade die Theaterszene lechzt nach Helden!

Salzburg
Umjubelter Hochmair als Jedermann
Philipp Hochmair zeigte eine flotte und erfrischende Interpretation der Titelrolle
Wiener Zeitung
Nachtkritik: Philipp Hochmair als umjubelter „Jedermann“
Vor knapp 30 Stunden habe sie Philipp Hochmair angerufen, und der habe „kaum eine Zehntelsekunde“ mit seiner Antwort „Wenn du mich brauchst, bin ich da“ gezögert, erzählte Schauspielchefin Bettina Hering, bevor am Donnerstagabend eine der ungewöhnlichsten Vorstellungen in der Geschichte der Salzburger Festspiele beginnen sollte
Salzburger Nachrichten
Nach nur einer Probe: So schlug sich der neue „Jedermann“
Philipp Hochmair sprang für den erkrankten Tobias Moretti ein – und drückte dem Jedermann seinen ganz eigenen Stempel auf
Oberösterreichische Nachrichten
„Jedermann“: Jubel für Einspringer Hochmair
Salzburger Festspiele: Philipp Hochmair ersetzt nach nur einem Tag Vorbereitung den kranken Tobias Moretti bravourös.
Kurier
Jedermann-Einspringer Philipp Hochmair: „Ich habe kein einziges Wort neu gelernt“
Ein neuer Jedermann – und das innerhalb von 30 Stunden. Nach einer Lungenentzündung von Tobias Moretti übernahm Schauspieler Philipp Hochmair dessen Part. Und das, ohne die Aufführung zu kennen. Wie das geht?
Der Standard
Jedermann ist im Zeitalter des Popkonzerts angekommen

KritikPhilipp Hochmair begeistert als Einspringer für Tobias Moretti mit Deklamationstheater und lebendigem Spiel. Die Schauspieler trotzten tapfer einem Sturm
Die Presse

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Filme sind immer auch Zeugen ihrer Zeit. Man fragt sich, warum die Briten derzeit so auffallend oft in ihre Vergangenheit zurückgehen, aber nicht nur zu Royals und Adel, sondern zu Geschichten aus dem Zweiten Weltkrieg – das war beim Churchill-Film „Die dunkelste Stunde“ so, „Dunkirk“ war eine britische Geschichte, die dann auch in „Ihre beste Stunde“ behandelt wurde. Kann eine Stärkung der britischen Identität auf der Leinwand mit dem Brexit zu tun haben, auch damit, an die Deutschen als Feinde von einst zu erinnern? Man würde es nicht für ausgeschlossen halten…

„Deine Juliet“ ist der simple und nicht sehr passende deutsche Titel für einen Film, der im Original dafür umso komplizierter daher kommt: „The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society“ spielt während des Krieges und danach (auf zwei Ebenen) in Gurnsey. Dazu muss man sagen, dass die Kanalinseln der einzige britische Boden war, den die Wehrmacht je besetzt hat – und wie sie im preußischen Stechschritt, zu flotter Marschmusik einmarschieren, während die Einheimischen so fassungslos wie erstarrt dastehen, ist ein überaus starker, erschreckender Moment…

An sich ist das Buch von Mary Ann Shaffer (nach ihrem frühen Tod vollendet von Annie Barrows, erschienen 2008) eine typische Briefroman-Geschichte, was bekanntlich so schwierig umzusetzen ist, dass man sich im Kino besser nicht darauf einlässt. Regisseur Mike Newell (der nie wieder auch nur annähernd einen solchen Erfolg hatte wie mit „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ im Jahr 1994) begnügt sich damit, die Ebenen gegeneinander zu schneiden und im übrigen keinem Schnulzeneffekt aus dem Weg zu gehen…

Unter’m Strich/Florida/USA: Hier schließt Florida-Leo seine Eltern in die Arme
Leo S. ist erschöpft, aber überglücklich. Der Oberösterreicher durfte nach Entlassung aus der US-Haft endlich seine Eltern sehen.
Heute.at

Wenn ich alles glaube, aber dass sich der Knabe vor dem Sex mit einer nach US-Recht Minderjährigen deren Geburtsurkunde zeigen hat lassen, glaube ich nicht. Wer tut das schon in solch einem Alter und noch dazu hormongesteuert?

So enden dann romantisch anmutende Liebesgeschichten: Wenn die Angebetete ihm eine gefälschte Urkunde gezeigt hat (er bzw. sein Anwalt behaupten das), dann ist gute Amanda ein echtes „Rabenbratl“. Wenn er aber sie „reintheatert“, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, dann wäre er ein Riesen-Arschloch! In jedem Fall passen der oberösterreichische Romeo und seine Julia aus Florida nicht zusammen!

So ganz verstehe ich die Eltern auch nicht. Ich hätte dem Sprößling geraten, sich in heimischen Gefilden umzusehen – auch in Oberösterreich haben Mütter schöne Töchter. Unkomplizierter verläuft es zudem auch noch!

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

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