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10. SEPTEMBER 2021 – Freitag

10.09.2021 | Tageskommentar

 

BÜHNEN GRAZ: Hereinspaziert zur Bühnenshow! Foto: Oper Graz

Am 11. September heißt es „Hereinspaziert!“.
In einer fulminanten Show, die exklusive Einblicke hinter den roten Samtvorhang gewährt, treffen Sie auf Publikumslieblinge wie Sieglinde Feldhofer, Tetiana Miyus, Ivan Oreščanin … und auf die „Neuen“ im Ensemble. Das Ballett der Oper Graz taucht hinab auf den Meeresgrund, Sturmböen kündigen den „Fliegenden Holländer“ an und eine Diva hält alle auf Trab!
Der Inspizient wird auf die Bühne geholt und einige Tricks und Drehs der Bühnentechnik werden verraten…
Lassen Sie sich mitreißen und überraschen!

Samstag, 11. Sep 2021, 12, 15 & 19 Uhr
Bühnenshow zur Saisoneröffnung 2021/22
Informationen & Tickets

Wien/ Staatsoper
Roscic-Interview: „Don Giovanni ist kein trauriger Sack wie Harvey Weinstein Bezahlartikel
Staatsoperndirektor Bogdan Roščić geht in seine zweite Spielzeit – und setzt seine Erneuerung des Repertoires fort. Mit der „Presse“ sprach er über Wagners Idee der Liebe, über Lockdown-Einsamkeit und den ästhetischen Aufbruch von heute.
Die Presse.com

Österreich/ Bundestheater-Holding
Bundestheater-Chef für härtere Maßnahmen: „Befürworten 2G-Regel“

Theater sind weiterhin auch für Getestete zugänglich. Der Chef der Bundestheater-Holding, Christian Kircher, ist für strengere Maßnahmen. Er glaubt, dass 2G ein Impfanreiz wäre
Der Standard.at

Meiner Meinung nach besteht die Aufgabe des Holding-Chefs nicht darin, Impfanreize zu schaffen, er soll sich um seine ihm übertragenen Aufgaben kümmern. Das meine ich als „Vollimmunisierter“.  Kirchler lässt durchblicken, dass ihm Ungeimpfte nicht willkommen sind. Dabei ist die Karten-Verkaufssituation seiner Bundestheater nicht eben rosig. Aber was schert das den Holding-Chef? Zahlt ja alles der Steuerzahler!

Aber Rettung kommt aus der Luft!

 

Die Flugraumüberwachung vor Wien ist fest in meiner Hand bzw. in meinem Blick. Der Tageskommentar wird in meiner Terrassenwohnung geschrieben, die direkt an der Einflugschneise West (der wohl wichtigsten) liegt. In den letzten Tagen – vor allem heute – darf ich einen starken Anstieg des Flugverkehrs vermelden.

Halten Sie also durch, liebe österreichischen Theatergeher, bald werdet ihr wieder abgelöst, aber dürft natürlich weiter brav zahlen. Flugverkehr ist völlig unbedenklich, denn das Virus kommt bekanntlich mit dem Auto!

Wiener Staatsoper: FALSTAFF am 8.9.

Josh Lovell, Slavka Zamecnikova. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Viele Opernfreunde, der Rezensent eingeschlossen, haben die gar nicht so lange auf den Spielplan gestandene Falstaff-Inszenierung von David McVicar, die auch Liebhaber schöner Bühnenbilder angesprochen hat, sehr geschätzt. Ganz zu schweigen von deren Vorgängerversion aus der Hand Luchino Viscontis. Unvergessen ein Opernabend in dessen Inszenierung mit dem legendären Duo Giuseppe Taddei und Eberhard Wächter.

Aber vergangenem Glanz nachzutrauern, wäre müßig. Auch die nun wiederaufgenommene Inszenierung von Marco Arturo Marelli, mit ihrem Grundkonzept der zwei Welten, hat ihre Meriten. Vor allem, was den Umbau der Bühnenbilder betrifft, ist sie um Einiges praktikabler geworden. Und Marellis Bühnenbilder bieten wie gewohnt dem Ensemble gute Entfaltungsmöglichkeiten….

…Dirigent des Abends war Nicola Luisotti, der das Ensemble sicher über die Klippen des Werkes geleitete. Herzlicher Beifall.

Zum Bericht von Karlheinz Schöberl

Wien/ Konzerthaus
Flórez im Konzerthaus: Es flehten die Lieder
Der Opernstar gastierte mit einem Klavierbegleiter in Wien.
Wiener Zeitung

Berlin
Simon Rattle mal wieder zu Gast in der Philharmonie
Beim Musikfest kehrt der frühere Philharmoniker-Chef an seine Berliner Wirkungsstätte zurück – zusammen mit Magdalena Kozena und dem London Symphony Orchestra.
Tagesspiegel

Breitling Event im Schlosspark Eisenstadt: Punktlandung von Thomas Morgenstern

Burgenlands Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf, Breitling-Geschäftsführerin Eva Kröpfl-Pinggera, Julian Rachlin. Copyright: Thomas Hottwagner

Genau eine Woche vor Start des HERBSTGOLD – Festivals im Schloss Esterházy in Eisenstadt präsentierte Breitling in Kooperation mit Juwelier Kröpfl die neuen Uhren Highlights bei einem actionreichen Squad Event. Breitling Ambassador Thomas Morgenstern flog im Breitling Helikopter mit den glücklichen Gewinnern des Kröpfl Gewinnspiels über das prachtvolle Gelände des Schlosses Esterházy. Im Anschluss genossen neben zahlreichen Gästen auch LH-Stvin Astrid Eisenkopf und Bürgermeister Thomas Steiner den lauen Septemberabend zwischen Uhren und kulinarischen Köstlichkeiten in der Selektion Vinothek Burgenland.

Mehr Infos in unseren „Infos des Tages“

Sommereggers Klassikwelt 103: Fünf Tenorstars – Tod im September
Es ist wohl nur Zufall, geschah auch in unterschiedlichen Jahren, aber es mutet seltsam an, dass fünf Tenöre der internationalen Spitzenklasse jeweils an einem 8., 9. oder 10. September starben. Sie alle verdienen, dass man sich ihrer erinnert. Peter Anders hatte bereits vor dem zweiten Weltkrieg eine große Karriere als Opern. Operetten- und Liedsänger, sang in Hamburg, Berlin, Dresden sowie bei den Festspielen von Salzburg und Edinburgh. Nach den Kriegsjahren entwickelte sich seine Stimme zum heldischen Fach, für 1955 war sein Debüt in Bayreuth in Aussicht genommen. Anfang September 1954 erlitt er einen schweren Autounfall, an dessen Folgen er am 10. September 1954 im Hamburger Hafenkrankenhaus starb. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Ohlsdorfer Friedhof.
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de

CD
Liszt: FREUDVOLL UND LEIDVOLL
Jonas Kaufmann & Helmut Deutsch
Sony Classical

 

ERSCHEINT AM 17. SEPTEMBER 2021

Man kann ohne Übertreibung sagen, dass es keinen Sänger gibt, der in den letzten Jahren den Markt so konsequent mit laufend neuen CD-Aufnahmen überzogen hat – aber wenn man Jonas Kaufmann ist, kann man es sich leisten, hat man sein Publikum für alles, was er anbietet. Ob mit Verdi- und Puccini-Arien, ob mit Operetten-Schlagern oder Wienerliedern,  deutsche Kunstliedern, den schönsten italienischen Schnulzen oder Weihnachtsliedern – ihm oder wer immer ihn beim Programmieren berät, gehen die Ideen nicht aus…

Zur Besprechung von Renate Wagner

WIEN / Vienna’s English Theatre:  : TRAVELS WITH MY AUNT
Nach dem gleichnamigen Roman von Graham Greene,
adapted for the stage by Giles Havergal 
Premiere: 9. September 2021‚ besucht wurde die Voraufführung am 8. September 2021

 

Graham Greene (1904 bis 1991) hat wahrlich nicht nur „fromme“ Romane geschrieben, obwohl er durch dieses Genre am berühmtesten geworden ist. Aber eines seiner gelungensten Werke ist die unwiderstehlich fröhliche Geschichte „Reisen mit meiner Tante“, die 1969 herauskam.

Darin wird ein typisch stocksteifer Engländer von seiner überbordend lebenslustigen Tante in einen Strudel von skurrilen Ereignissen hinein gezogen und passt sich am Ende ihrer herrlich unkorrekten Lebenseinstellung an.

Dass man dergleichen dramatisieren könnte, zumal es eine Überfülle an Nebenfiguren gibt, hätte man wohl nicht für möglich gehalten – wäre man von Giles Havergal nicht eines Besseren belehrt worden…

Zum Bericht von Renate Wagner

WIEN / Theater in der Josefstadt:  MEDEA von Franz Grillparzer
Premiere: 09.Sepember 2021
Besucht wurde die Generalprobe 

Copyright: Theater in der Josefstadt

Eindreiviertel pausenlose Stunden braucht Regisseur Elmar Goerden, um seine einigermaßen seltsame Version von Grillparzers „Medea“ am Theater in der Josefstadt abzuliefern. Das heißt, so richtig von Grillparzer ist das natürlich nicht, was man textlich enorm abgespeckt und teils auf „heutig“ aufgeputzt darbietet (einen „Schweinehund“ gibt es bei ihm ebenso wenig wie „Mama“ und „Papa“).

Auch anhand der Bühne (Silvia Merlo / Ulf Stengl) würde man kaum erkennen, dass man sich in Korinth befindet, mit Freilicht-Dusche (die nicht nur Wasser, sondern bei passender Gelegenheit auch Blut spuckt), Kellys Kartoffelchips, Rollstuhl, Hundehütte aus Karton und anderen Signalen, die hier gesetzt werden, um das Stück in ein nicht weiter erkennbares Heute zu versetzen…

…Am Ende hat man Mühe, die Grillparzer-Geschichte – die in der Inszenierung durchaus noch drinsteckt – wirklich in ihrer vollen Qualität zu erkennen. Was immer der Dichter zu sagen hat, was er über zerrüttete Gefühle und Vertreibung des Fremden weiß, es wäre besser ohne modernistische Schnokes, mit klarer Konzentration auf die vertrackte Psychologie des Stücks zu erzählen.

Zum Bericht von Renate Wagner

WIEN / Burgtheater:  : RICHARD II. von William Shakespeare
Premiere auf der Bühne: 9. September 2021
Eine Ausstrahlung auf der Burgtheater-Website / YouTube gab es am 4. Mai 2021 

Copyright: Burgtheater/ Marcella Ruiz-Cruz

Das Programmheft des Burgtheaters legt nahe, dass wir uns wieder den Zeiten der „Rosenkriege“ nähern, wo Machtübergaben vielmehr Machtübernahmen waren und nach keinen anderen Regeln erfolgten als dem Faustrecht. Denkt man an Ereignisse in afrikanischen Staaten, so mag das stimmen, vermutlich ist so viel Blut geflossen wie im mittelalterlichen England. Und von den Taliban wollen wir gar nicht reden…

Macht das „Richard II.“, das erste der offiziellen Königsdramen von William Shakespeare, für uns interessanter? Richard ist der Schwächling unter den Herren, die Shakespeare in Stücken behandelt hat, und das war auch nicht wirklich verwunderlich: Sein Großvater, Vater von sieben Söhnen, hievte den Enkel, Sohn seines verstorbenen ältesten Sohnes, im Kindesalter als seinen Erben auf den Thron. Erstens lauerten überall die verwandten Geier. Und zweitens war der junge Richard für seinen Job völlig ungeeignet. Als hätte man eine Blindschleiche in eine Schlangengrube geworfen, wo nur Königskobras überleben…

Das Stück zeigt nun das kraft- und orientierungslose Agieren des jungen Mannes, dessen Umgebung teils für, teils gegen ihn ist und auf keinem Fall etwas von ihm hält. Sein Cousin Bolingbroke, der spätere König Heinrich IV., hat hingegen alle Eigenschaften (Skrupellosigkeit, Rücksichtslosigkeit, Treulosigkeit und was immer dazu gehört), sich die Herrschaft zu holen….

Die Premiere war auffallend schwach besucht und wurde bestenfalls achtungsvoll akklamiert (wer sich allerdings in die parallele Josefstadt-Premiere von Grillparzers „Medea“ begab, wurde auch nicht besser bedient). Großes Interesse hat das Königsdrama (richtet man sich nach den Signalen, die auf den Sitzen herumwetzende Zuschauer aussandten) nicht hervorgerufen…

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • Gewerbeverband kritisiert Briefe von Banken zum erwünschten Beginn von Rückzahlungen von Covid-19-Krediten: 2020 erhielten fast 140 000 Schweizer Betriebe von Banken einen Überbrückungskredit im Gesamtvolumen von 17 Milliarden Franken zugesprochen. Nun kommen die Banken unter anderem in die Kritik, weil sie schon ab März 2022 eine Rückzahlung fordern.
    Zum Bericht
  • Firmen setzen auf ihre Schutzkonzepte und das Impfen: Grosse Schweizer Firmen könnten das Covid-Zertifikat nun einsetzen. Eine Umfrage bei einem Dutzend Unternehmen jedoch zeigt: Vorderhand ist man zurückhaltend – und propagiert lieber eine rasche Impfung.
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  • Arme Länder müssen wegen Lieferverzögerungen weiter auf Impfstoffe warten: Das globale Impfprogramm Covax wurde aufgebaut, um weltweit eine gerechte Verteilung der Impfstoffe zu garantieren. Doch statt der ursprünglich angepeilten 2 Milliarden Dosen können laut Covax bis Ende 2021 nur 1,425 Milliarden verimpft werden.
    Zum Bericht
  • Wie ein Engländer seine schwangere Frau vor Corona schützen wollte und in die Mühlen der Bürokratie geriet: Ein in Zürich lebender Engländer flog Anfang Jahr extra zweimal in die Heimat zur Impfung. Trotzdem bekommt er in der Schweiz kein Impfzertifikat. Denn der Impfstoff von AstraZeneca ist in der Schweiz bis heute nicht zugelassen. Auch der Brexit wurde dem Briten zum Verhängnis.
    Zum Bericht

In Dänemark fallen ab diesem Freitag die letzten Corona-Beschränkungen weg: Dann muss zum Beispiel weder beim Fussballspiel noch in der Diskothek ein Corona-Pass gezeigt werden. Hintergrund ist die hohe Impfquote von 83 Prozent aller Personen im Alter von über zwölf Jahren.
Zu den neusten Entwicklungen weltweit

 

Ausstellungen/ Kunst: Barbara Staudinger wird neue Direktorin des Jüdischen Museums Wien
Danielle Spera hat ihren Kampf um eine letzte Amtsperiode verloren. Bis zuletzt hat sie darum gekämpft, Danielle Spera (64), die das Jüdische Museum Wien seit elf Jahren erfolgreich leitet, wollte noch einmal verlängert werden. Gegen wen genau sie dabei verloren hat – die Abneigung der Wiener SPÖ gegen ihren für die Türkisen im Parlament sitzenden Mann oder die Abneigung der Kultusgemeinde gegen ihren auch dort politisch aktiven Mann –, ist schwer zu sagen. 
Die Presse.com

Der Ehemann, der angeblich an allem Unbill schuld sein soll, ist Martin Engelbert.

Oberösterreich
Bio oder Gift“-Sujet. Grünen-Plakat erzürnt Bauern: „Fetzendeppert“
Ein Plakat der oberösterreichischen Grünen sorgt derzeit für Wirbel. Darauf zu sehen ist eine Person in Schutzkleidung, die eine offenbar nicht unbedingt gesundheitsfördernde Substanz über einer Anbaufläche versprüht. Der Schriftzug „Bio oder Gift? Du hast die Wahl“ in Kombination mit dem gewählten Bild stößt manchen heimischen Landwirten nun sauer auf.
https://www.krone.at/2502722

„Fetzendeppert“ hat gute Chancen beim „Wort des Jahres“ in die engere Auswahl zu kommen. Bessere Chancen jedenfalls als die Grünen in Oberösterreich bei der Landtagswahl am 26.9

Paul Breitner versus Uli Hoeneß: Wie aus besten Freunden echte Feinde wurden
Paul Breitner ist 70
Wenn eine Liebe zerbricht, bleiben am Ende häufig nur Hass und Spott übrig. Paul Breitner und Uli Hoeneß – das war eine echte Männerfreundschaft. Das waren zwei aufstrebende junge Kerle, die herausragend gut kicken konnten und gemeinsam die Welt erobern wollten. Doch das konnte nicht gut gehen. Wahrscheinlich haben sie es selbst damals, Anfang der 70er-Jahre, noch nicht gleich gewusst, dass zwei Alphatiere wie sie es auf Dauer nicht zusammen in einem Raum aushalten würden können.
https://www.n-tv.de/sport/fussball/redelings_nachspielzeit/Wie-aus-besten-Freunden-echte-Feinde-wurden-article22783308.html

Der Zwist erinnert mich an „Bekett oder die Ehre Gottes“ von Jean Anouilh. So weit können es Fußballer bringen!

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C

 

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