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10. OKTOBER 2021 – Sonntag

10.10.2021 | Tageskommentar

Moskau: Künstler im berühmten Bolschoi Theater von Kulisse zerquetscht: Yevgeny Kulesh

Bei einer Vorstellung am weltberühmten Bolschoi Theater in Moskau ist am Samstagabend ein Darsteller von einem Teil einer schnell heruntergefahrenen Bühnendekoration erdrückt worden.

Der 38-jährige Künstler Yevgeny Kulesh sei bei einem Wechsel des Bühnenbilds tödlich verunglückt, bestätigte die Pressestelle des Theaters Schilderungen von Zuschauern in sozialen Netzwerken. Ermittler seien im Theater im Einsatz, um den genauen Hergang des Unfalls zu untersuchen, teilten die Behörden in der russischen Hauptstadt mit.

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Auf Opernbühnen werden viele Tode gestorben, zum Glück sind diese, auch wenn sie noch so ferfekt dargestellt werden, nicht echt und die Künstler hüpfen dann wieder vor dem Vorhang herum. Gestern war es im Bolshoi-Theater leider nicht so, ein 38jähriger Bühnendarsteller (angeblich ein Tänzer)  wurde von einem Kulissenteil erschlagen. An der Wiener Staatsoper hat es vor vielen Jahren einen Vorfall gegeben, der gottlob glimpflich verlief. In der Schlusszene der „Götterdämmerung knallte ein Deko-Teil vom Schnürboden auf die Bühne, die zu diesem Zeitpunkt mit Kurt Rydl (und sonst mit niemand) bevölkert war. Rydl stand wenige Meter vom Aufprallort entfernt und agierte weiter, als wäre nichts gewesen. Nervenstärke eben – und auch glück, das der Russe nicht hatte!

NEW YORK – WIEN / Die Met im Kino:  BORIS GODUNOW von Modest Mussorgsky
9. Oktober 2021

Rene Pape als Boris. Foto: Marty Sohl/ Metopera

Wahrscheinlich wissen nur Fachleute sämtliche Fassungen von Modest Mussorgskys „Boris Godunow“ zu unterscheiden, und als die Metropolitan Opera in New York das Werk vor mehr als zehn Jahren, 2010, neu herausbrachte und Gergejew den Taktstock schwang, gab es auch noch einen Polen-Akt.

Nun bei der Wiederaufnahme hat man sich für das gewissermaßen schlichtesten Original entschieden, zweieinviertel Stunden ohne Pause, selbstverständlich ohne Marina, selbstverständlich auch ohne den „Russen-Glanz“, den Bearbeiter Nikolai Rimski-Korsakow beigesteuert hat (und der stark zum Erfolg des Werkes beigetragen hat). Auf eine minimalistische Urfassung reduziert, werden Puristen sicher entzückt sein, während das „Normalpublikum“ möglicherweise meint, das hätte man schon schöner, spannender, interessanter gehört.

Tatsächlich hat der Met-Abend keinen besondern Reiz, was auch an der schlechtweg langweiligen Inszenierung von Stephen Wadsworth liegt, der aus der Geschichte keine  Funken schlägt. Er wiederum leidet unter dem Bühnenbild von Ferdinand Wögerbauer, das so minimalistisch nichtssagend ist, dass er die übliche Met-Garantie, es gäbe sicher etwas „Schönes“ zu sehen, glatt unterläuft. Die Kostüme der mittlerweile verstorbenen Moidele Bickel geben sich zwar „alt-russisch“, aber man hat schon Spektakuläreres gesehen. Kurz, das Ganze wirkt wie eine Spar-Fassung des Werks, das oft genug seine Show-Qualitäten entfaltet hat (was ja nicht grundlegend schlecht ist – Oper kann ja auch etwas zum Schauen bieten)…

…Der Andrang im Village-Kino war so schwach gewesen, wie man es bei der „Met im Kino“ fast noch nie erlebt hat. Das Publikum in der wohl gefüllten originalen Metropolitan Opera jedoch spendete den Interpreten achtungsvollen Applaus.

Zum Bericht von Renate Wagner

GRAZ/ Oper: DIE MACHT DES SCHICKSALS
Bildgewaltiges Spektakel – Stimmenglanz – 7. Oktober 2021 (2. Vorstellung nach der Premiere vom 2. Oktober)

Alle Ankündigungen der Oper Graz für die Eröffnungspremiere der Saison 2021/22 lauten Die Macht des Schicksals, sodass man vermuten könnte, das Verdi-Werk werde wie vor Jahrzehnten in deutscher Sprache aufgeführt. Dem ist natürlich nicht so, aber wahrscheinlich meinten Intendanz und Dramaturgie, mit dem deutschen Titel könne man vielleicht auch Publikum in die Oper bringen, das wenig opernaffin ist und mit La Forza del Destino nichts anzufangen weiß.  Das szenische Leadingteam (Eva-Maria Höckmayr-Inszenierung, Momme Hinrichs-Bühne&Videodesign, Julia Rösler-Kostüme, Olaf Freese-Licht, Marlene Hahn, Alexander Meier-Dörzenbach-Dramaturgie) hat dem Werk eine Bilder-und Videoflut samt Neudeutungen übergestülpt. In einem Gespräch hatte die Regisseurin dies als großes bildgewaltiges Musiktheater bezeichnet. Auf der Homepage der Oper Graz kann man nicht nur dieses Gespräch abrufen, sondern auch viele Produktionsfotos und die Pressestimmen über die Premiere finden…

Foto: Oper Graz/ Kmetitsch

Ich empfehle dringend, dieses Video (vor allem ab Minute 23) anzuschauen, in dem Elisabeth Kulman mit Christian Thielemann spricht. Thema: Die Video-Clippisierung der Oper(einAusdruck von Thielemann). Dann kennen Sie auch meine Meinung zum Grazer Inszenierungskonzept!

https://deropernfreund.de/graz-12.html – Hermann Becke/ www.deropernfreund.de

FRANKFURT: Fotos von der SALOME-Wiederaufnahme (8.10.)

Ambur Braid (Salome), Nicholas Brownlee (Jochanaan). Foto: Barbara Aumüller für Oper Frankfurt

BLINDENMARKT/ Herbsttage: WIENER BLUT mit dem Regie-Debüt von Daniela Fally

Zum Berichtvon Ingo Rickl

Sara Tuleweit, Ernst-Dieter Suttheimer, Kerstin Grotrian, Clemens Kerschbaumer. Foto: Lukas Beck

…Die Spannung auf die genannte Premiere war nicht nur wegen der glanzvollen Besetzung außerordentlich, sondern auch wegen des Regie-Debüts von Kammersängerin Daniela Fally, die seinerzeit in der Wiener Volksoper, dann mit ihrer Bronislawa in Millöckers „Bettelstudent“ in Bad Ischl ihre Liebe zur Operette dokumentierte. Dazu kam die Darstellung der Fiakermilli in Richard Strauss‘ „Arabella“, die sie als Koloratursopran in die Wiener Gesellschaft anno 1860 entführte…

Zum Berichtvon Ingo Rickl

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Jonas Kaufmann auf USA.Tournee

 

ZU INSTAGRAM mit Kurzvideo

Moskau: Tosca (Anna Netrebko) erschießt Scarpia (Placido Domingo ist der Dirigent)

ZU INSTAGRAM mit 3 Kurzvideos

Tosca-Probe in Moskau mit Placido Domingo, Anna Netrebko und offenbar 2 Cavaradossis (Freddie de Tommaso und Murat Karahan sind Tenöre)

 

ZU INSTAGRAM mit Video

PARIS: Nach „DER FLIEGENDE HOLLÄNDER“

Die „Wiener Opernfreunde“ (nicht zu verwechseln mit dem „Freundeskreis“) besuchten Paris und den „Fliegenden Holländer“. Nachher trafen sie Tomasz Konieczny und Günther Groissböck. Mitte: Dr. Thomas Dänemark von den Opernfreunden

 

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STUTTGART: Diana Haller und Adam Palka zur Kammersängerin und zum Kammersänger ernannt

Diana Haller, Adam Palka.Copyright: Staatsoper Stuttgart

Die Mezzosopranistin Diana Haller und der Bass Adam Palka, beide langjährige Ensemblemitglieder an der Staatsoper Stuttgart, sind am 7. Oktober 2021 im Rahmen einer Feierstunde von Kunststaatssekretärin Petra Olschowski mit dem Ehrentitel Kammersängerin und Kammersänger ausgezeichnet worden. Mit der Auszeichnung bekundet das Land in besonderer Weise seinen Dank und seine Wertschätzung für ihr künstlerisches Wirken.

Mehr darüber in den „Infos des Tages“

Düsseldorf: Ein selten gehörtes Juwel
Mozarts „La Clemenza die Tito“ an der Oper in Düsseldorf
rp.online.de

Isarphilharmonie: Die Hüllen fallen
Die Isarphilharmonie wird maskenlos eröffnet, die übrigen Häuser ziehen bald nach – bis auf ein gallisches Dorf am Max-Joseph-Platz.
Münchner Abendzeitung

Herrlich: Bis auf ein kleines gallisches Dorf am Max Josephs-Platz – genannt Söderland

STADTTHEATER BADEN:  GRÄFIN MARIZA
Operette in drei Akten von Julius Brammer und Alfred Grünwald
Musik von Emmerich Kálmán
JOSEF WEINBERGER WIEN GESMBH aus dem „Octava-Katalog“

Foto: Lalo Jodlbauer

Premiere: 23. Oktober 2021, 19.30 Uhr
Stadttheater
Einführungsgespräch: 17. Oktober 2021, 10:30 Uhr
Max-Reinhardt-Foyer

…„Mariza ist ein heutiger Charakter, sie ist eine absolute Powerfrau, nicht mehr ganz jung, die sich ein Vermögen aufgebaut hat“, so der Regisseur Leonard Prinsloo. „Wobei mir nicht ganz klar ist, wie Mariza zu ihrem vielen Geld gekommen ist. Deshalb lassen wir sie als reiche Oligarchin auftreten, die sich mit einer neureichen, dubiosen Schickeria in einem abgehalfterten Versteck an der ungarisch-rumänischen Grenze trifft, um ein großes Fest zu feiern.“…

MAISSAU-OBERDÜRNBACH / Kirche zur Hl. Katharina: GOTTFRIED VON EINEM FEST – 9. Oktober 2021


Taiga Yamagata, Klavier, Yuliya Lebendenko, Violine, Guido Arbonelli, Klarinette.  Foto: M. A. Schmid

Melos und Logos ist der Titel des alljährlich von der Internationalen Gottfried von Einem Gesellschaft in Kooperation mit dem Institut für Kulturwissenschaft und Theatergeschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Gesellschaft der Freunde der ÖAW veranstalteten Gottfried von Einem Fests. Aufführungsort ist die entzückende und mit mittelalterlichen Fresken ausgestattete Fililalkirche zur Heiligen Katharina gegenüber dem Haus, in dem der „Componist“, wie er sich zu nennen pflegte, seine letzten Jahre verbracht hatte und wo er 1996 verstarb. Ein idealer Rahmen für seine Kammermusik und für sein reiches Liedschaffen, ist er doch selbst oft im Kirchenraum gesessen, um sich von der dort herrschenden Stille und dem einzigartigen Ambiente inspirieren zu lassen…

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

ORF
TV-Notiz: Moderatorin Weichselbraun „hetzt“ in „Dancing Stars“ gegen (Noch-)Kanzler Kurz
https://filmpluskritik.com/2021/10/09/weichselbraun-dancing-stars-kurz/

Die Frau Weichselbraun ist mir schon öfters unangenehm aufgefallen, in Unterhaltungssendungen haben politische Wortspenden von derart Unbedarften nichts verloren.

Die Fellners: Manische Gründer, Medien als Ware
Wolfgang und Helmuth Fellner im Epizentrum der Korruptionsermittlungen.
Wiener Zeitung

Die Geschichte der „Fellners“ liest sich spannend. Ich möchte mich nicht mit Frau Weichselbraun auf eine Stufe stellen und dumme Bemerkungen über Leute machen, die immerhin etwas geschafft haben.

Die Ereignisse haben sich gestern überschlagen, zum Glück bleibt für Kommentare kein Platz mehr. Mit der Lösung können wohl die meisten in unserem Land leben, die Viereregierung war ja wirklich eine undurchführbare Idee. Um Kanzlerin zu werden, muss man schon Wahlen gewinnen!

Haben Sie einen schönen Tag

A.C

 

 

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