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10. MAI 2018

10.05.2018 | Tageskommentar

„Samson et Dalila“ an der Wiener Staatsoper. Elina Garanca und Roberto Alagna. Copyright: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Gestern fand die Generalprobe statt, ich habe da einige Meinungen durchaus unterschiedlicher Art gehört. Über eine Generalprobe soll man nicht berichten, daran halte ich mich. Samstag ist Premiere, dann schlägt „die Stunde der Wahrheit“

Anja Silja und Bayreuth: Unversöhnlich

Anja Silja 1991. Foto: Youtube

Auszug aus einem Interview mit BR-Klassik:

Haben Sie sich dann auch auf den grünen Hügel begeben?

Anja Silja: Nein. Bei mir hört es am Bahnhof auf. Ich würde keinen Schritt in diese Richtung mehr gehen, das kann ich nicht mehr, und will ich auch nicht mehr. Ich habe Bayreuth eigentlich seit 50 Jahren nicht mehr betreten und dieses Festspielhaus schon gar nicht.

BR-KLASSIK: Singen Sie noch Wagner?

Anja Silja: Nein, ich habe nach Wieland Wagners Tod eigentlich aufgehört, Wagner zu singen. Aber ich habe dann ein ganz neues Gebiet aufgetan, und dazu gehört eben Janáček – einer meiner Lieblingskomponisten, die ich dann auch weltweit durch das Leben getragen habe…

… Ich sage immer wieder denselben Satz: Ich kann die Elektra nicht mehr singen, wenn ich die Klytämnestra verstehe. Das geht einfach nicht. Wenn ich die Beweggründe einer Klytämnestra begreife, kann ich diese Vaterliebe und diesen Hass gegen die Mutter nicht mehr darstellen. Das sind Rollen, die sollte man eigentlich ab dreißig nicht mehr singen. Da fangen Sie allerdings meistens erst an, das überhaupt in die Hand zu nehmen… 

Lesen Sie das Interview

Anja Silja im Gespräch „Wagner hat eigentlich für junge Menschen geschrieben“
Anlässlich der Wiedereröffnung des Markgräflichen Opernhauses Bayreuth brachte die Theaterakademie August Everding Johann Adolf Hasses Oper „Artaserse“ auf die Bühne. Am 11., 13. und 15. Mai ist die Inszenierung auch in München zu sehen. Mit dabei ist die berühmte Sopranistin Anja Silja. Im Interview spricht sie über ihren Abschied von Wagner, die Liebe zu Janáček und über Rollen, die der Lebenserfahrung angemessen sind.
BR-Klassik

WIEN/ Theater an der Wien: John Neumeiers Ballettfassung von Tschechows „Die Möwe“

„Die Möwe“. Copyright: Kira West

Auszug aus dem Bericht von Harald Lacina: Tschechows Drama „Die Möwe“ in der Ballettfassung von John Neumeier erlebte seine Uraufführung am 16. Juni 2002 in Hamburg. 2017 erfolgte in Hamburg eine erfolgreiche Neueinstudierung, die nun auch an zwei Abenden im Theater an der Wien gezeigt wurde. Für seine freie Interpretation der dramatischen Vorlage wählte der Starchoreograph, der auch für das Bühnenbild und die Kostüme verantwortlich zeichnete, Musik von Dmitri Schostakowitsch, Alexander Scriabin, Peter Iljitsch Tschaikowsky und Evelyn Glennie (geb. 1965), der nahezu gehörlosen britischen Schlagzeugerin und Komponistin, aus. Stilistisch schließt Neumeier mit seiner ausgefeilten Choreographie an die Tradition von Frederick Ashton, John Cranko und Antony Tudor an. Daneben finden sich noch Elemente des Ausdruckstanzes, des klassischen- wie des Revuetanzes…

Zum Bericht von Harald Lacina

Meinhard Rüdenauer besuchte die gleiche Aufführung: John Neumeier = Hamburg Ballett. „Die Möwe“ vertanzt = ein so richtig echter Anton Tschechow? Oder doch nicht? In seiner choreographischen Version aus dem Jahr 2002 von Tschechows tragischer Komödie „Die Möwe“ gleitet Neumeier sehr intellektuell und sensibel der literarischen Vorlage entlang. Doch dabei in die Welt des Balletts übersetzt: Irina Arkadina ist hier eine gealterte Primaballerina, deren Liebhaber Trigorin ist ein erfolgreicher Choreograph, ihr Sohn Kostja versagt mit seinen modernen Tanzschöpfung und die von ihm umworbene Nina scheitert in ihrer Tänzerkarriere. Neumeier entwickelt ein theatralisches Konstrukt, setzt auf seine hinterfragende Art und elegant stilisierend auf getanzte Psychologie…

Zum Bericht
von Meinhard Rüdenauer

Münster: CENDRILLON von Massenet (Vorstellung vom 8.5.)

Copyright: Oliver Berg

Vor der Aufführung von Jules Massenet´s „Cendrillon“ (Aschenputtel) auf das Libretto von Henri Cain angeregt durch ein Märchen von Charles Perrault war in der Presse von einer „Münster-Fassung“ die Rede. Da kam Erinnerung auf an die Saisoneröffnung, wo in Verdis „Don Carlo“ Musik von Alfred Schnittke eingefügt wurde.

Ohne solche musikalischen Einschübe versuchte Regisseur Roman Hovenbitzer in seiner „Fassung“ Analogien aufzuzeigen zwischen dem mehrfachem Wechsel des Schauplatzes der Oper von rauer Wirklichkeit des Elternhauses in die märchenhafte Traumwelt der Feen zur auch oft die Realität verklärenden Traumwelt des Kinos.

Etwas weit hergeholt war Anlaß dazu die Aufführung eines Stummfilms „Cendrillon“ im Jahre der Uraufführung der Oper 1899…

Zum Bericht von Sigi Brockmann

Frankfurt: Sebastian Weigle wird Chefdirigent in Japan
Tokio/Frankfurt am Main/Berlin (MH) – Der Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt, Sebastian Weigle, wird zusätzlich Chefdirigent des Yomiuri Nippon Symphony Orchestra (YNSO) in Tokio. Der 57-Jährige übernehme im April 2019 die Nachfolge von Sylvain Cambreling, teilte das Orchester am Mittwoch mit. Weigles Vertrag laufe zunächst über drei Jahre. Als Frankfurter GMD ist er noch bis 2023 gebunden
Musik Heute

Berlin/ Deutsche Oper Männliche Komparsen sind Mangelware. Was verdient eigentlich ein Statist?

Ein Vertrag regelt die Bezahlung für alle Häuser der „Stiftung Oper in Berlin“, also auch für die „Staatsoper Unter den Linden“, die „Komische Oper“ und das „Staatsballett“. Für eine Probe bekommen die Statisten 20 Euro. Dauert sie länger als zwei Stunden, gibt es neun Euro die Stunde. Für eine Vorstellung werden zwischen 28 und 62 Euro berechnet – abhängig davon, was und wie viel die Statisten machen. Wer sich nackt auf die Bühne traut, bekommt einen Zuschlag…
…Es fehlten vor allem Männer zwischen 17 und 35 Jahren. „Täglich bekomme ich vier Bewerbungen von Frauen, von Männern maximal eine im Monat“, sagt der dafür zuständige Herr Meyer…

Berliner Zeitung

DAS NEUE ALBUM VON GÜNTHER GROISSBÖCK IST FERTIG. Wir bieten zuerst den TRAILER an. (Album erscheint in Deutschland und Österreich am 25. MAI

 

Das Album ist etwas sehr Persönliches und könnte den Nerv der Zeit ganz gut treffen.

Es gibt auch noch ein Musikvideo von “Ich bin der Welt abhanden gekommen”(G.Mahler), das dann demnächst bei VEVO laufen wird.
Offizieller Verkaufsstart in D und Ö ist am 25.Mai.

ZUM TRAILER

München/ Kammerspiele: Matthias Lilienthal bleibt seinem Ruf treu
Sein Vertrag wird nicht verlängert. Kein Grund für Matthias Lilienthal, klein beizugeben
Hamburger Abendblatt
Das plant Matthias Lilienthal für die Münchner Kammerspiele
Münchner Merkur
Münchner Kammerspiele: Lilienthal experimentiert weiter
Frankfurter Allgemeine

Herr Lilienthal dürfte nicht leicht zu behandeln sein. Kulturpolitiker sollten daher vor Vertragserstellung genau prüfen, wie so ein Theaterleiter tickt. Angeblich ist das Haus sehr schlecht besucht. Das haben wir in Wien auch. Den zuständigen Kulturpolitikern bleibt nur ein Achselzucken. In der Privatwirtschaft gilt, dass Abfertigungen oft die beste Investition sind.

Boris Becker nun Diplomat – und damit immun!

Boris Becker. Foto: Youtube

„Boris Franz Becker wird von der Zentralafrikanischen Republik mit sofortiger Wirkung zum Sonderattaché für Sport und kulturelle Angelegenheiten in der Europäischen Union ernannt“, heißt es in einer Pressemitteilung seines Anwalts. Das Land zählt zu den ärmsten Nationen der Welt.

Und von diesem Land nimmt Boris Becker Geld?

Was soll seine Leistung werden? Mit seinem internationalen Netzwerk und seinen Beziehungen möchte er das Land „sicher und für die Bevölkerung lebenswert machen“.

Der Schachzug ist klug! Er erlangt dadurch Immunität und ist nicht mehr verfolgbar (Schulden!). Unfassbar, was da abgeht! Unfassbar aber auch, dass das niemand merkt.

Einen schönen Sonntag wünscht

A.C.

 

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