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10. JUNI 2020 – Mittwoch

10.06.2020 | Tageskommentar

Die Salzburger Festspiele geben ihr Programm bekannt. Lukas Crepaz, Helga Rabl-Stadler und Markus Hinterhäuser© Neumayr/Leo

Natürlich wir bei uns im engsten Mitarbeiterstab herumgenörgelt – das ist keine Überrraschung. Ich selbst bin eher angenehm überrascht, ich habe ein „vorsichtigeres“ Programm befürchtet. Aber allein die Tatsache, dass überhaupt gespielt wird, nimmt mich in dieser Saison für die Festspiele ein. Das Kriegsbeil kann ich ja im nächsten Jahr wieder ausgraben!

Bevor wir aber die beharrliche Festspielchefin zu sehr loben, sei an die gesetzlich verankerte finanzielle Ausfallshaftung der Republik erinnert, die nach dieser Saison ganz sicher schlagend wird. Das unterscheidet eben Salzburg von anderen Festspielen, deren Intendanten meist zu Recht die Reissleine gezogen haben, bevor sie durch diese immer umstrittener werdenden „Schikanen“ (ich verwende bewusst das Wort, denn mehrals 50 000 Menschen dürfen in Wien und auch in anderen Städten auf engstem Raum ohne Konsequenzen befürchten zu müssen demonstrieren) in die Insolvenz geschlittert wären.

Heinrich Schramm-Schiessl analysiert bei uns das Programm, aber auch die Sicherheitsvorkehrungen! Da bleiben viele Fragen offen.

H.S.S. zum Programm: Wie sieht nun dieser reduzierte Spielplan im Detail aus. Es wird zwei Opernproduktionen mit insgesamt 12 Vorstellungen, und zwar je 6 mal „Elektra“ und „Cosi fan tutte“, geben. War „Elektra“ bereits im ursprünglichen Programm vorgesehen, so handelt es sich bei „Cosi“ um ein neues Projekt. Weiters gibt es 4 Schauspielproduktionen. Neben dem „Jedermann“, dem Nukleus der Festspiele, wird – Gleichberechtigung muss sein – Milo Raus‘ „Everywoman“ und Perter Handkes „Zdenek Adamey“ – beides Uraufführungen – gegeben. Dazu kommen noch 4 Lesungen. 53 Konzerte, darunter 5 mit den Wr. Philharmonikern (unter Franz Welser-Möst, Andris Nelsons, Riccardo Muti, Christian Thielemann und Gustavo Dudamel), je 1 Konzert des RSO Wien (Kent Nagano) und des West-Eastern Diwan Orchestra (Daniel Barenboim) sowie 2 Konzerte der Berliner Philharmoniker (Kyrill Petrenko). Unter dem Titel „Canto Lirico“ gibt es 4 Abende mit Sonya Yontcheva, Cecilia Bartoli, Anna Netrebko&Yusif Eyvazov sowie Juan Diego Flores. Liederabende, Solisten- und Kammerkonzerte, die traditionellen Mozart-Matineen, Konzerte der Camerata Salzburg und ein Beethovenzyklus ergänzen das Konzertprogramm.
Lesen Sie weiter in unseren „Infos des Tages“

Ausrine Stundyte (Elektra) bei ihrem Besuch beim Online-Merker (23.9.2019). Foto: Barbara Zeininger

Besetzung Tanja Ariane Baumgartner, Aušrine Stundyte, Asmik Grigorian, Michael Laurenz, Derek Welton, Tilmann Rönnebeck, Verity Wingate, Valeriia Savinskaia, Matthäus Schmidlechner, Sonja Šarić, Bonita Hyman, Katie Coventry, Deniz Uzun, Sinéad Campbell-Wallace, Natalia Tanasii

Tanja Ariane Baumgartner (Klytämnestra). Foto: T*T-Fotografie

Elektra und ihre Mutter Klytämnestra waren übrigens schon zu Besuch in unserer Online-Galerie. Beide werden auch in der nächsten Saison an der Wiener Staatsoper singen.

Salzburger Festspiele: Handke-Uraufführung, Elektra, Così fan tutte
Die Corona-bedingt gekürzten Festspiele bieten immerhin zwei Opern, drei Theaterstücke und ein reiches Konzertrogramm.
Die Presse

Salzburger Festspiele: Abgespecktes, aber reiches Programm zum 100er
Das Jubiläumsjahr wurde zum Corona-Jahr: Zwei Opern, drei Theaterarbeiten und 53 Konzerte stehen im August auf dem Plan
Der Standard

Salzburger Festspiele
Neue „Cosi“ mit junger Dirigentin
Die Neuinszenierung von Mozarts Oper „Cosi fan tutte“ durch Christof Loy gilt als Überraschung im reduzierten Programm der Salzburger Festspiele 2020.
https://salzburg.orf.at/stories/3052482/

Hochriskiko-Tenöre
„Wie sehr das Werk gelingen werde“, so Helga Rabl-Stadler, „hängt diesmal nicht nur von der Kunst ab, sondern auch davon, ob wir Maßstäbe setzen können zum Thema Gesundheit“. ALLE Festspiel-Beteiligten werden in drei Risiko-Gruppen geteilt. Ein hochkarätiger Präventions-Beirat wurde einberufen. Von der strategischen Konsequenz der Festspiele kann die Regierung lernen.
DrehpunktKultur

Hymnen werden auf Günther Groissböck für dessen Konzert an der Wiener Staatsoper gesungen!

Wien/ Staatsoper/ Neustart
Günther Groissböck: Göttlich üppig im Kleinen
Der Bass eröffnete die Konzertreihe an der Staatsoper.
Wiener Zeitung

Endlich wieder (in der) Wiener Staatsoper Bezahlartikel
Günther Groissböck eröffnet Konzertreihe
https://kurier.at/kultur/endlich-wieder-in-der-wiener-staatsoper/400935824

Günther Groissböck, der kühne, herrliche Bass – Bezahlartikel
Das erste Konzert nach dem „Shutdown“ war auch ein Werbefeldzug für die kommende Saison: Günther Groissböck sang neben Schubert und Loewe auch Wagner.
http://www.diepresse.com/5824373/gunther-groissbock-der-kuhne-herrliche-bass

„Wotans Abschied“ wurde von G.G. aber dennoch erstmals bei uns in der Online-Galerie gesungen! Uwe Erich laufenberg hat in der Staatsoper spontan bei Groissböck rezitiert, ohne Gage, wie ich hörte. Nach dem Konzert gingen die Ausführenden mit Dominique Meyer in ein Nobelretaurant, von dem man weiß, dass es für prominente Gäste auch schon mal länger offen hält!

Wiener Staatsoper, 9.6.2020: Konzert mit Ensemblemitgliedern „UN’AURA AMOROSA“ –
Ausschnitte aus Mozart-Opern

Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

So klein kann der zur Verfügung stehende Bühnenausschnitt – vor dem Eisernen Vorhang und halb über dem verdeckten Orchestergraben  gar nicht sein, dass er nicht den 20 (zwanzig) Ensemblemitgliedern freie Bahn lässt, um sich endlich wieder auf einer öffentlichen Plattform ausleben zu können – singend und agierend.

Als einziges „Requisit“ steht da ein Bösendorfer-Flügel, der zwar den Freiraum nicht wesentlich einschränkt, aber: Was die Pianistin Annemarie Herfurth als einzige instrumentale Begleiterin der Sänger an diesem Abend leistet, muss man eigentlich als phänomenal bezeichnen. Nicht nur, weil sie souverän und brillant Mozarts Noten in Klang umsetzt, sondern weil sie es so tut, dass man in jeder präsentierten Szene oder Arie sogleich nicht nur erahnt, sondern weiß, wovon das jeweilige  Stück, wenn nicht die ganze Oper,  handelt. Hier wird Musiktheater gemacht! Kein Wunder, dass sämtliche SängerInnen es auch machen…

Ob die entfallene „Così“-Premiere wohl viel besser gewesen wäre…??? (Ketzerische Frage bzw. Bemerkung von Merker-Heft-Chefin Dr. Sieglinde Pfabigan)

Freuen wir uns über diesen Abend, an dem die leidenschaftliche Liebe zur Kunstgattung Oper quasi aus allen Nähten platzte und sich einmal mehr von der Bühne auf die Zuschauer und Zuhörer übertrug!

Zum Bericht von Sieglinde Pfabigan

Berlin/Premiere: Wagner Rheingold“ feiert Premiere auf dem Parkdeck
Die Deutsche Oper wagt eine kleine Premiere: Generalmusikdirektor Donald Runnicles spricht über die Auflagen des Neustarts mit Wagner.
Berliner Morgenpost

Neues Konzept für Chorproben: Singen mit Maske
Weil die Infektionsgefahr beim Singen besonders hoch eingeschätzt wird, sind vielerorts Chorproben noch nicht wieder erlaubt. Zumindest für Berlin gibt es nun erste Empfehlungen für eine Chor-Zukunft mit Corona.
BR-Klassik

Nike Wagner zum 75. Geburtstag: Umtriebige Festivalleiterin mit Theaterblut
Festspielleiterin von Bayreuth ist sie nicht geworden – obwohl sie dies intensiv versucht hat. „Wagner-Theater“ nannte Nike Wagner das, was im und um das Festspielhaus herum so alles passierte an Intrigen und Kleinkriegen – angefangen mit dem Gründer der Festspiele, ihrem Urgroßvater Richard Wagner. Intendantin wurde Nike Wagner schließlich woanders: in Weimar und in Bonn. Am 9. Juni wird sie 75 Jahre alt.
https://www.br-klassik.de/aktuell/nike-wagner-geburtstag-75-jahre-portraet-100.html

Klagenfurt
Aron Stiehl: Von Plänen und Problemen am Stadttheater Klagenfurt
Stiehl, der die Intendanz von Florian Scholz übernahm, plant auch einen „Ring des Nibelungen“
Der Standard

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Verona kämpft um mehr Plätze:  Von 1000 auf 3000

Cecilia Gasdia erklärt den RAI Nachrichten den neuen Aufbau. Ob das durchgeht?
Sie hat 10 Konzerte im August fixiert.

 

ZU INSTAGRAM – mit Video

Operette live gibt es diesen Sommer österreichweit nur an der Bühne Baden!

Dank der sehr erfreulichen Entwicklung der Corona-Lage und den damit verbundenen Lockerungen der Sicherheitsvorkehrungen seitens der Bundesregierung freuen wir uns – und das mehr denn je – Ihnen mitteilen zu können, dass die Bühne Baden ab dem 31. Juli unter Einhaltung des eigens dafür ausgearbeiteten Sicherheitskonzepts seine Pforten wieder öffnet.

Foto: Lukas Beck

Michael Lakner hat dafür die für diesen Sommer geplante Hommage an Franz Lehár, die Operette DIE BLAUE MAZUR von Franz Lehar, neu bearbeitet. Daraus entstanden ist eine exklusive, komplett neue Fassung für diesen besonderen Sommer: eindreiviertel Stunden ohne Pause und ohne Chor und Ballett – aber dafür mit enormen Schwung und Wortwitz.

Darüber hinaus ist es ihm gelungen, den Publikumsliebling und  TV-Star Oliver Baier als Conférencier und Comedian zu engagieren, der mit seinem unvergleichlichen Humor durch das Stück führen wird.

Weitere Informationen zum Theaterbesuch speziell in diesem Sommer finden Sie auf unserer Webseite www.buehnebaden.at.

Katharina Wagner bei ihrem letzten öffentlichen Auftritt vor der Erkrankung

Katharina Wagner- Pressekonferenz Barcelona, 12.3.2020. Da scheint sie „ganz gut drauf zu sein“

 

http://www.youtube.com/watch?v=C-9vh6heKwA

Hoffen wir, dass sie bald wieder in Bayreuth walten kann – jetzt, wo ihr „Widersacher“ und Geschäftsführer Holger von Berg von den Festspielen in ein anderes Theater, nämlich den Freistaat Bayern im Geschäftsbereich des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst in München weggelobt wurde.

Wien
Burgtheater: Der Herr Direktor engagiert seine Partnerin    Bezahlartikel
Trenklers Tratsch. Wiener Tradition: Direktor Kušej hat freie Hand und alle Freiheiten.
Kurier

Na und? Dass ich einmal Herrn Kusej verteidige, hätte ich mir nie gedacht. Bei uns ist bereits alles ein Skandal! Warum muss eine Kusej-Freundin vom Burgtheater ausgeschlossen sein?

Heinrich Schramm-Schiessl dazu: Natürlich ist absolut nichts dagegen zu sagen, daß Kusej’s Freundin jetzt an der Burg spielt. Schließlich ist ja auch in der Josefstadt die Frau des Direktors engagiert. Das ist keine Frage des Rechtes, sondern des Charakters. Früher – schon wieder diese Altgierigkeit – hatte man zu dieser Frage einen anderen Zugang. Susi Nicoletti ist z.B. , als ihr Mann Ernst Haeussermann Bugtheater-Direktor wurde, aus dem Ensemble freiwillig ausgeschieden.
Renate Wagner ergänzt:
Und Elisabeth Epp war bei Direktor Leon Epp engagiert, Hilde Sochor bei Direktor Gustav Manker, Maria Urban bei Direktor Paul Blaha, Maria Bill bei Direktor Michael Schottenberg. Das ist eine uralte Wiener Tradition – und es waren ja alle gute Schauspielerinnen, also ist nichts dagegen einzuwenden. Wenn Direktoren sich spielend und Regieführend im eigenen Haus Zusatzbrot verdienen, das nicht in ihren Verträgen beinhaltet ist, halte ich das hingegen für fraglich.

Deutschlands Gesundheitsminister Spahn sieht Menschenmengen bei Demos mit Sorge
Tagesschau

Jetzt hat der deutsche Gesundheitsminister einmal Gelegenheit, seine Maßnahmen in der Praxis auf Sinnhaftigkeit zu überprüfen.  Der Anstieg der Infektionen in Wien (und nur in Wien) hängt sicher nicht mit der Demo zusammen, da sind türkischstämmige Großfamilien am Werk (wurde amtlicherseits auch bestätigt), die sich öffentlich zur Begrüßung bzw. zur Verabschiedung abknutschen. Beobachtung vor der Hofer-Filiale in der Meidlinger Hauptstraße: Frauen wie auch Männer kommen raus und tragen den Mundschutz als Halsschutz. Dann sehen sie Freunde und  busseln diese feierlichst ab, nicht nur einmal und nicht nur an die Wange. Das ist Mentalitätssache!

Aber keine Sorge, diese Leute verirren sich mit Sicherheit in kein Theater, sollten also nicht als Vorwand dienen, unsere Kulturveranstalter ruinieren zu müssen!

Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

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